Frau Schavan wurde der Titel aberkannt

    • (1) 05.02.13 - 20:49

      Guten Abend zusammen,

      nun wurde ihr der Doktortitel also auch aberkannt. Mensch Mensch...

      http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/plagiatsaffaere-uni-duesseldorf-entscheidet-ueber-schavan-a-881634.html

      Wo soll das noch hin führen?

      Ein Freund von mir hat eben seine Disputation hinter sich gebracht, meinte davor scherzhaft, dass so ein Doktortitel doch sowieso bald nichts mehr wert ist... Nicht das er damit irgendwann Recht hat.

      #schmoll

      • Ich finde das fast peinlicher für die Unis und Doktorväter, die da ja anscheinend einen schlechten Job gemacht haben.

        Mich erinnert das an einen Freund, der erzählte, er habe in der Diplomarbeit 3 Seiten abgegeben, die von oben bis unten mit Kreuzchen beschrieben waren - weil ihm einfach die Zeit fehlte, das ordentlich fertig zu machen.

        Er hat mit 1,4 bestanden....

        • Das stimmt. Ich arbeite selbst an einer Uni. Wir haben zwei "prominente" Verfahren gehabt. Und man merkt sehr wohl, dass die Doktorväter und die Kommissionen daran sehr zu knabbern haben. Im Zweifel waren es 3 Professoren die geschlampt haben, die ganze Fakultät oder Uni verliert dafür aber ihr Ansehen...

          Ich bin gespannt wie das noch so weiter gehen soll...

          "Ich finde das fast peinlicher für die Unis und Doktorväter, die da ja anscheinend einen schlechten Job gemacht haben."

          Vor 30 Jahren war es nicht möglich, auf Plagiate zu prüfen - nur manuell und in ganz geringem Maß.

          Je mehr Quellen digitalisiert werden, desto einfacher wird es sein, Plagiate zu identifizieren, einfacher und automatisiert. Da wird noch einiges aufgedeckt werden.

          Ich hab da natürlich keine Angst. #cool

      Eben weil die ehrlich erarbeiteten Doktorarbeiten ihren Wert behalten sollen, ist die Aufklärungsarbeit der "Plagiatsjäger" wichtig. Meine ich.

      (6) 05.02.13 - 23:01

      #rofl#rofl##rofl
      Tschuldigung....habe erst einmal einen tierischen Lachanfall bekommen...#schein

      Was hat sie damals für einen Aufstand gegen Guttenberg gemacht.#schein

      Er hätte im Amt bleiben sollen, dann hätten die Plagiatsjäger sicherlich die Lust dran verloren und es wäre nicht so hoch gepusht.

      Scheint ja ein tolles Abbild der Gesellschaft zu sein....#kratz

      Und ichnhatte schon Angst bei meiner Dipl. Arbeit, weil ich soooo viele Fußnoten hatte#ole

      Lisa

    • Die Frage ist, es war 1980, sie hat falsch zitiert und einige Quellen nicht bzw. falsch angegeben. Damals wurde es nicht entdeckt, sie hat ihren Titel erhalten. Vielleicht, aber das weiss ich nicht, hat sie es selbst nicht einmal gewusst, also eben einen Fehler gemacht. Nicht betrogen.

      Oder ist das auch schon klar? Dass sie vorsätzlich gehandelt hat?

      Ich finde dieses Vorgehen sehr gewagt, dass jetzt die Doktorarbeiten von Politikern herausgekramt werden, um diese dann zu demontieren.
      Der Dr. Dr., der gleichzeitig mit der Schavan den ersten Titel erlangte, aber nun vielleicht nicht so in der Öffentlichkeit steht, hat möglicherweise Ergebnisse gefälscht, wird aber nicht kontrolliert.

      Meine Schlussfolgerung: Es geht nicht darum, ob Schavan damals einen Fehler gemacht hat. Es geht darum, sie heute zu demontieren.

      Das ist, als wenn man 30 Jahre alte Nacktbilder von heute wichtigen ernstzunehmenden Menschen veröffentlicht: Es geht allein um die Schmach.

      Und genau das finde ich zum Kotzen. Ihre Doktorarbeit hat möglicherweise nichts mit der Arbeit zu tun, die sie heute macht.

      Ob sie 1980 schon plante, eine grosse Politikerin zu werden, "koste es, was es wolle" ist mir nicht bekannt. Wer da anderes weiss, soll es uns erklären.

      Mehr werde ich dazu nicht sagen, mir liegt diese Hetzjagd so gar nicht.

      Und ich will gar nicht wissen, ob ich vielleicht in meiner Diplomarbeit einen Zitierfehler begangen habe, der morgen gefunden wird. Ich geh mal nachsehen...

      L G

      White

      • Im Endeffekt ist es nur ein großes " Schauspiel". Hätten die damals keine Hetzjagd auf Guttenberg veranstaltet, hätten die Plagiatsjäger keine so große Plattform erhalten.

        Jetzt sollte jeder mit dem gleichen Maßstab gemessen werden, wobei jetzt gesagt wird, das in den 80 er bitte andere Maßstäbe gesetzt werden sollten....Warum? Wer da nicht die Regeln eingehalten hat, hat Pecht gehabt, das heute kontrolliert wird.
        Die Blödheit ist nicht das Mogeln...sondern erwischt zu werden#rofl

        Und wenn wir jetzt mal zwei Wochen weiter spekulieren, werden die, die am lautesten Schreinen, die keinen Dr. Titel haben, die haben ja nichts zu verlieren. Und die einen haben, werden aus Angst den Mund halten.

        Sicherlich hat die Schavan in der Zeit viel geleistet aber der Guttenberg auch und das war ihr egal.

        Ein Doktortitel oder Dipl. ebnet oftmals " leichter" den Weg auf andere Positionen/ Jobs....Daran sollte man auch denken..

        Lisa

        • Ja, das ist so.

          Ich finde dieses Schauspiel einfach zum brechen. Da wird gewartet, bis eine Information besonders "gut" einschlägt, dann knallt es ordentlich, alle stürzen sich drauf und beissen Kehlen durch.

          Ich habe jetzt ein wenig nachgelesen, sie soll das vorsätzlich getan haben. Aber die Uni hat keine externen Experten zur Überprüfung hinzugezogen, Dinge wurden veröffentlicht, die nicht einmal die Schavan wusste, alles ist irgendwie sehr unprofessionell abgelaufen.

          Ich bin kein Fan von Schavan, auch nicht vom Brüderle, aber dass Dinge eben einfach zu berechnend eingesetzt werden, um Schaden zuzufügen, das macht das alles so scheinheilig, da vergeht mir die Lust daran, Politiker UND Journalisten ernst zu nehmen.

          Ich habe mir auch diese eine Seite angesehen, auf der die "Fehler" der Doktorarbeit vermerkt sind. Da wird davon geschrieben, dass sie zu nah am Zitat war in ihrer Wortwahl.

          Ja Himmel, da soll erst mal einer eine Doktorarbeit schreiben, die mit komplett anderen Worten ausgestattet ist als die Literatur, um die es letztlich geht.

          Wissenschaftliches Arbeiten ist eine schwierige Angelegenheit. Und ich warte auf den Mob, der sich über die Demontage freuen wird, aber nicht einen Hochschulabschluss innehat. Und somit nicht weiss, was es bedeutet, wissenschaftlich zu arbeiten.

          Damit mache ich mir sicher keine Freunde hier, aber da ich eine Diplomarbeit geschrieben habe, weiss ich, dass eine Doktorarbeit noch einmal eine ganz andere Liga ist. Die wird allerdings nicht allein geschrieben, Assistenten arbeiten dem Doktoranden ja zu. Aber wird der eine mal nicht genau überprüft, ZACK, kann der Schavan jetzt das Genick gebrochen werden.
          Das nur so als Beispiel, wie es gelaufen sein KANN.

          Ach, was rege ich mich auf. Ich atme und schliesse damit ab. Was mit Frau Schavan passiert, liegt nicht in meiner Hand. Ich hatte ja schon gesagt, ich sage nix mehr dazu, habe es nun doch getan und versuche ab JETZT, die Luke zu halten, diesbezüglich.

          :-)

          L G

          White, deren Kollege sagt: "So ist das als Politiker, das ist der Preis für die eigen gewählte Öffentlichkeit." Stimmt. Schade ist es dennoch.

        "Sicherlich hat die Schavan in der Zeit viel geleistet aber der Guttenberg auch und das war ihr egal."

        Das politische Lebenswerk von Frau Schavan mit dem des Lügenbarons aus Bayern auch nur annähernd miteinander zu vergleichen, ist lächerlich.

        Und auch die Plagiatsdimensionen bei Guttenberg waren um ein Vielfaches größer ....und vor allem plumper und geradezu dummdreist.

        Hier müssen allerdings auch die Doktorväter stärker in die Verantwortung genommen werden, die entweder überfordert waren oder schlicht zu faul, anständig zu prüfen.

        • Wenn beide Doktorarbeiten ab erkannt werden und Frau Schavan auch "bewußter Betrug" vorgeworfen wird, dann ist es doch egal, wieviel oder wie wenig.
          Betrug ist Betrug, gelogen ist gelogen....beide wurden erwischt - dumm gelaufen.

          Und Guttenberg war im Vorfeld auch ein verdammt guter Politiker. Wäre er nicht demontiert worden, hätte er einen genauso erfolgreichen Weg wie Frau Schavan gehen können.

          Was sie sich selber ankreiden sollte, ist, das sie über andere lauthals Geurteilt hat wobei sie selber keinen Deut besser ist. .....Wer den ersten Stein wirft #schein

          Lisa

          • "Wenn beide Doktorarbeiten ab erkannt werden und Frau Schavan auch "bewußter Betrug" vorgeworfen wird, dann ist es doch egal, wieviel oder wie wenig."

            Das ist eine sehr törichte Aussage. Nur weil das Ergebnis (scheinbar) das Gleiche ist, wäre ein Vergleich gerechtfertigt.

            Guttenberg hat seine sog. Doktorarbeit wie ein Puzzle aus fremden Teilen zusammengesetzt, seine Eigenarbeit mit halbwegs wissenschaftlichem Anspruch ging gegen 0.

            Das zu vergleichen, mit einer Arbeit, die im Prä-Internet-Zeitalter verfasst wurde und selbst laut der Plagiatsjäger nicht einmal auf ein Zwanzigstel des Täuschungspotentials von Guttenbersg Arbeit hat, ist für mich einfach extrem kurz und vereinfacht gedacht.

            "Und Guttenberg war im Vorfeld auch ein verdammt guter Politiker."

            Ja? Was hat er denn Fabulöses geleistet?

            Der Mann war ein Blender par exellence. Aber vielleicht reicht das ja schon um Eindruck zu machen.

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