Menschenrecht. Unfair behandelt ...

    • (1) 07.02.13 - 12:02

      Halloooooo,

      Ich bin immernoch so unglaublich enttäuscht , dass ich mir einfach Luft verschaffen muss.

      ich war vor knapp einen Monat noch in einem Rechtsstreit mit einem damaligen Familienmitglied. Es ging um Sexueller Missbrauch in mehreren hundert Fällen.
      Als ich die Anzeige vor ein paar Jahren erstattete dachte ich nicht daran wie sich das vielleicht mal auf mich auswirkt.

      Ich habe damals meinen ganzen Mut zusammen genommen und bin zur Polizei gegangen habe alles zusammen geschaufelt um ein durchblick in mein Leben zu verschaffen.

      Nun war es endlich soweit die Verhandlung.

      Ich habe ein paar Zeugen angegeben die ich damals durch erzählungen in frühen Kindesalter damit konfrontiert habe.

      Habe ein Glaubwürdigkeitsgutachten mitgemacht und in Verhandlung so gut es geht das passierte darzustellen.

      Die Glaubwürdigkeitsgutachterin hat festgestellt , dass meine Aussagen von hoher Quallität sind und an meiner Glaubwürdigkeit im Kerngeschehen keinen Zweifel besteht.

      Sie hat aber auch gesagt , dass ihr manche Dinge durch meine erzählungsweise nicht ganz verständlich waren was sich aber in der Gerichtsverhandlung gut aufklären ließ.

      Die Zeugen haben sehr verwirrt und sprunghaft ausgesagt. Aber was will man auch nach so vielen Jahren erwarten?
      Ein Mädchen hat sogar gesagt den Angeklagten angerufen zu haben und mich dann als lügnerin betittelt. Die Lebengefährtin seines Neffen.

      Aber auch da denke ich , dass eine solche Aussage sehr boshaft war und es ändert nichts an der Siturartion.

      Es war sogar ein Mädchen da was selber eines der übergriffe durch den Angeklagten in jungen Jahren erlebt hat.

      Der Richter verkündete ein Urteil. Freispruch im Zweifel für den Angeklagten.

      Begründung:

      Durch die einmalige Körperliche Gewalt durch den Angeklagten an meiner Mutter könnte eine Falschaussage entstanden sein.

      Ich könnte meine sexuelle Unfähigkeit bei meinen Partnern darin erklären , dass ein sexueller Missbrauch vorlag.

      (Eine Aussage die eine Zeugin mitbekam) wäre eine normale Umgangssprache in unserer Familie. Obwohl das Mädchen das als bedrohend empfand.

      Das Gutachten sei auch hinfällig weil ein Mädchen sagt ich lüge und die Gutachterin das nicht erklären konnte.

      Ich könnte durch psyschiche Störungen ein Falscherlebniss berichten. Obwohl auch das die Gutachterin zugewiesen hat, Und andere Therapeuten bei denen ich in stationäre Behandlung nicht mal angehört wurden. Nur der Entlassungsbericht vorlag der das aber auch Ausschloss.

      Im anderen Atemzug aber gesagt wird wir haben keinen Zweifel , dass dieses nicht auch geschah nur eine Verurteilung wäre Revisionsgreifbar und das wolle er nciht deshalb im Zweifel für den Angeklagten.

      Natürlich habe ich verständniss für dieses Urteil denn es tut mir ja auch Leid , dass ich Therapien machen musste und Depressionen entwickelte. Und ich will ja auch nicht das sein Urteil in Revision gehen kann und nochmal gekämpft werden muss.

      Und natürlich habe ich mir schon mit 12 Jahren gedacht , Mensch ich bin sexuell Unfähig ich lass mir schnell eine Geschichte einfallen damit ich das in 10 Jahren erklären kann.

      Jeder der die Verhandlung miterlebte egal ob Zeitung oder Zuschauer , Angehörige schüttelten den Kopf beim verlassen des Gerichtssaals.

      Nun werde ich kaum die Chance auf eine Revision haben und es macht mich unendlich traurig weil ich nie die Chance habe auf bemängelte Aussagen zu Antworten.

      Als Nebenklägerin hat man normal alle Rechte. Doch bei mir hieß es an 3 verschiedenen Tagen aussagen und immer nach den Zeugen. und bei denen nicht dabei sein. Ich hätte aber in eigenen Situartionen durch Fragen Hilfestellungen leisten können die auch einen unverständlichen Sachverhalt etwas aufklären können.

      Ach was soll ich nun machen. Für das recht der dunkelziffer gekämpft und nun muss ich damit Leben eine Rächerin mit sexuellen Schwierigkeiten zu sein #heul

      • hallo!
        ich kenn das von bekannten, dass es sehr sehr schwierig ist, einen prozess wegen sexuellem missbrauch in der kindheit zu führen! jedes detail muss mit datum und uhrzeit belegt werden können... #aerger und selbst das ist keine garantie für eine verurteilung! ich weiss, dass "opfern" von sexuelllem missbrauch oft aus untere anderem diesem grund häufig von einer klage abgeraten wird. die gefahr der retraumatisierung ist oft größer als eine chance auf eine verurteilung.
        da du jetzt geklagt hast, kannst du doch immer wieder neu klagen, wenn dir noch was einfällt etc. oder? das ist ja schonmal ein anfang!
        bist du in therapie?
        wirst du vom weissen ring betreut?

        ich denke, du hast schon einen guten schritt getan, raus aus der opferrolle und raus aus der dunkelziffer!

        leider hab ich keinen guten rat für dich, aber ich wünsche dir alles gute!
        lg julia

        Ich verstehe, dass es belastend ist, wenn man weiß im Recht zu sein und dieses nicht zu erhalten.
        Der Freispruch erfolgte aber nicht wegen erwiesener Unschuld, sondern in dubio pro reo.

        Man muss auch das Gericht verstehen. Dieses war nicht dabei.

        Und wenn das Gericht nicht mit der notwendigen Sicherheit zum Ergebnis kommt, dass der Vorwurf stimmt muss es nunmal freisprechen. Es gibt ja nichts dazwischen.

        Unsere Rechtsordnung sagt im übertragenen Sinne, dass man im Zweifel 10 Täter laufen lässt statt einen zu Unrecht zu verurteilen.

        Und dann kann es zu solchen Ergebnissen kommen.

        Wenn die Ungerechtigkeit, die an dir ausgeübt wurde durch legale Wege nicht bestraft werden kann, dann wende dich an jemandem der nicht an gesetzlichen Vorschriften gebunden ist...

        So kannst du deine Rache bekommen.

        Oder du glaubst an Gott und weißt, dass jeder nach dem Tod sich verantworten muss. Falls ja, lass ihn dann in Ruhe.

      "Ich könnte meine sexuelle Unfähigkeit bei meinen Partnern darin erklären , dass ein sexueller Missbrauch vorlag."

      Die Argumente,die der Richter da erbracht hat,sind harter Tobak.Mir wird ganz schlecht,wenn ich das lese und kann verstehen,wie furchtbar du dich fühlen musst.

      Ich finde es aber an erster Stelle wahnsinnig mutig von dir,dass du diesen Schritt gegangen bist und vor allem,dass du es all die Jahre durchgezogen hast ohne einzuknicken!Meinen größten Respekt!
      Und auch,wenn er nur dieses für dich niederschmetternde Urteil bekommen hat:Du hast nicht geschwiegen,hast alles erzählt und bist den Weg bis zum Ende gegangen.Das macht ein verdammt hoher Prozentsatz der Opfer sexuellen Mißbrauchs aus Scham nicht.
      Du kannst stolz auf dich sein!

      ...und deinem Täter wünsche ich,dass das Schicksal (wenn schon nicht das Gericht) dafür sorgt,dass er bekommt was er verdient!

      Alles Gute für dich #blume

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