Alles für die Katz ?

    • (1) 11.02.13 - 16:20

      Diejenigen von euch über ein gewisses Vermögen verfügen kann und darüber hinaus eine Katze als Haustier haben, sollten vielleicht darüber nachdenken, die Vermögensanlage der Katze zu überlassen.

      Die englische Zeitung „Observer“ hat Börsenexperten und Wirtschaftsstudenten in einem Planspiel gegen eine Katze antreten lassen und wie nicht anders zu erwarten war, hat die Katze am Ende klar gesiegt.

      http://www.fuw.ch/article/katze-schlagt-fondsmanager/

      oder im englischen Original mit einem Bild der Katze (leider mit keinem der Fondsmanager):

      http://www.guardian.co.uk/money/2013/jan/13/investments-stock-picking

      Seltsamer weise war das den deutschen Medien bisher keinen Bericht wert.

      Welche Schlüsse können wir aus dieser netten Geschichte ziehen? Ist die Börse überhaupt noch ein Markt, auf dem sich reale wirtschaftliche Prozesse abspielen oder eher ein abgehobenes Glückspiel?

      • >> Ist die Börse überhaupt noch ein Markt, auf dem sich reale wirtschaftliche Prozesse abspielen<<

        War sie dass denn je?

        Ich finde übrigens den Fall mit der Katze nicht sonderlich Repräsentativ.
        Ist wohl eher was fürs Sommerloch, ich denke im August taucht das auch in unseren Medien auf.

        LG

        • Ich denke bis etwa 1990 hat die Börse durchaus noch die wirtschaftliche Realität wiedergespiegelt. Bis dahin haben die meisten Menschen Aktien mit der Absicht gekauft, Miteigentümer eines Unternehmens zu werden und von Dividenden zu profitieren und langfristig ihr Vermögen zu vermehren. Das sieht man ganz gut anhand der Dax-Entwicklung seit 1959:

          http://www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959

          Mittlerweile hat sich die Frequenz des Handels vervielfacht und es steht nicht mehr der Glaube an die Zukunft eines Unternehmens im Vordergrund sondern das schnelle Kaufen und Verkaufen mit dem Ziel des kurzfristigen Reibachs.

          Das „Rauf- und Runter-Gejazze“ von Kurse führt dann zu absurden Vorgängen wie beispielsweise die eigentlich unmögliche Übernahme des viel größeren Mannesmann-Konzerns durch die britische Mobilfunkgesellschaft Vodafone zum finanziellen Vorteil ein paar reicher Hongkong-Chinesen.

          Auch die Übernahme von Porsche durch VW wäre beinahe umgekehrt gelaufen, was hinsichtlich der wirtschaftlichen Größenordnungen beider Unternehmen absurd gewesen wäre.

      Alfs Methode, in die Firmen zu investieren, deren Namen ähnlichkeit mit den Feiertagen auf dem Malmac haben hat das schon in den 80ern nahegelegt

      http://www.youtube.com/watch?v=wB0yWdECMZw

      Ja, es ist in gewisser weise an glücksspiel.
      Denn es geht bi der Bewertung von Unternehmen oder bei risikoeinschätzungen immer darum, bestimmte informationen aus der vergangenheit und erwartete informationen in der zukunft/ gegegenwart gegenzurechnen und gleichzeitig (was viel wichtiger ist) zu erahnen, was die "anderen" mit diesen informationen anfangen und zu welchen handlungen dies verleitet.

      • Das was Du über Informationen und Risiken schreibst geht schon ein wenig in Richtung Insiderhandel. Aus den Hochglanzbroschüren der Unternehmen oder vom Broker an der Ecke bekommt man solche Infos nicht, bestenfalls verspätet und häufig mit Kalkül.

        Insiderhandel ist bekanntlich illegal, aber eben schwer nachzuweisen. Ich bin mir inzwischen sicher, dass Insiderhandel und Kursmanipulationen zum Tagesgeschäft gehören und nur in seltenen Fällen aufgedeckt werden.

    (6) 11.02.13 - 22:37

    "Welche Schlüsse können wir aus dieser netten Geschichte ziehen? Ist die Börse überhaupt noch ein Markt, auf dem sich reale wirtschaftliche Prozesse abspielen oder eher ein abgehobenes Glückspiel? "

    Die Frage passt irgendwie nicht zu deiner angeführten Geschichte.
    Die persönlichen Fähigkeiten bzw. Unfähigkeiten eines Börsenmaklers oder nennen wir es lieber Geschicke oder eben Ungeschicke haben wohl kaum etwas mit der Frage nach der Daseinsberechtigung bzw. dem Zweck einer Börse zu tun.

    • (7) 12.02.13 - 09:46

      Die Börse ist im Grunde genommen nur eine Form des Marktes. In der BWL wird die Börse teilweise als der Markt bezeichnet, der dem theoretischen „perfekten Markt“ am nächsten kommt.

      Tatsächlich aber muss man feststellen, dass der Börsenhandel in seiner jetzigen Form gravierende Schwächen hat, an denen man scheinbar nicht arbeiten möchte. Die Medien spielen das Spiel ja auch gerne mit. Oder warum müssen wir uns jeden Tag von Anja Kohl erzählen lassen, wie toll steigende Kurse und wie furchtbar fallende Kurse für uns alle sind?

      Es nun auf vermeintlich nicht vorhandene persönliche Fähigkeiten oder Geschicke der einzelnen Börsenmakler schieben zu wollen erscheint mir etwas dünne.

      • (8) 12.02.13 - 11:07

        "Es nun auf vermeintlich nicht vorhandene persönliche Fähigkeiten oder Geschicke der einzelnen Börsenmakler schieben zu wollen erscheint mir etwas dünne."

        Jedoch du hast diesen fraglichen Aspekt durch diese Geschichte ins Spiel gebracht. Was also wolltest du eigentlich nun sagen?#kratz

(9) 12.02.13 - 08:02

Das gabs auch schonmal mit nem Schimpansen :-) :-p

http://www.wirtschaftsmagazin-ruhr.de/fileadmin/wmr/pdf/wmr_archiv/wmr0408/Aktientipp_WMR0408.pdf

  • (10) 12.02.13 - 09:48

    Das ist ein sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel, den ich bislang noch nicht kannte. #danke

    Allerdings: Der alte und sicherlich gut gemeinte Rat

    „Breit gestreut Aktien kaufen und 20 Jahre
    in den Keller legen. Den Rest erledigt der
    Markt.“

    ist auch schon nicht mehr gültig.

    Der Dax hat sich in den letzten Jahren ziemlich wild zwischen 2000 und 8000 Punkten bewegt. Wer zu einer Zeit hoher Kurse kauft, kann wohl auch in 20 Jahren keine wesentliche Steigerung erwarten.

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