Komasaufen

    • (1) 14.02.13 - 16:29

      Eltern von jugendlichen Komasäufern sollen für die Behandlungskosten ihrer Sprösslinge zur Kasse gebeten werden.

      http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Eltern-sollen-fuer-Komasaeufer-zahlen-id24048731.html

      Ich finde es gut, dafür zu sorgen, dass Eltern mehr Erziehung leisten sollen. Wenn es sich am Geldbeutel bemerkbar macht zieht es vielleicht.

      • Hallo!

        Ganz interessant fand ich auch die Idee einer Kinderärztin (in einem Interview zum Thema) die aufgegriffenen Komasäufer mit Sozialstunden zu belangen.

        vg rosaundblau

        • ja, die Einrichtung der Sozialstunden gibt es ja schon länger, nur weiss ich aus eigener Erfahrung, dass das nicht so richtig zieht. Da geht man halt hin, recht ein bisschen Laub um das Altersheim herum und das war´s.

          Einleuchtend finde ich an dieser Überlegung, dass alle die ins Krankenhaus kommen, sich deswegen behandeln lassen, automatisch dafür bezahlen müssen bzw. ihre Eltern. Wenn die es nicht so dicke haben, werden sie vielleicht mal anfangen etwas mehr auf ihre Sprösslinge zu achten.

          • Grundsätzlich ein guter Gedanke, aber ob die Kids es großartig juckt, wenn Mama und Papa zur Kasse gebeten werden? Da berwerte ich die "Peinlichkeit" überhaupt dort gelandet zu sein, von den Eltern abgeholt werden zu müssen schon noch höher.

            Und ob die Eltern besser erziehen, weil sie im Zweifel eine Behandlung bezahlen müssen?

    Finde ich eine total beknackte Idee.

    Man sollte lieber mal zusehen, dass Kinder und Jugendliche nicht das Bedürfnis entwickeln, sich die Lampen auszuschießen.

    Prävention statt Strafe.

    Jules

    Diese „Idee“ eines CDU-Hinterbänklers ist ein durchschaubarer, populistischer Versuch sich bei der Fraktion der Sozialpornogucker beliebt zu machen.

    • äHm Porno? - ich weiß nicht

      Vielleicht eher der Kostensenker, was ich an sich nicht verkehrt finde.

      Das Geld könnte man gut in die Prävention stecken.

      • Scheinbar gibt es Klärungsbedarf, was den Begriff „Sozialporno“ angeht.

        http://marjorie-wiki.de/wiki/Sozialporno

        Der Vorschlag aus der CDU ist aus verschiedenen Gründen perfide.

        1.) Als Begründung werden Kosten im Gesundheitswesen angeführt, die „unnötig Personal und Geld im Gesundheitswesen binden“

        Wenn man sich um die Kosten des Gesundheitswesens kümmern möchte, dann sollte man an den Punkten ansetzen, wo die meisten unnötigen Kosten entstehen und wo sich ein Kartell aus Pharmaindustrie, Apothekern und einigen Ärztegruppen und Krankenhausbetreibern bequem auf Kosten der Versicherten und der Beschäftigten der Krankenhäuser und Arztpraxen eingerichtet hat.

        2.) Für die überragende Mehrheit der Eltern dürfte es ein ziemlicher Schock sein, möglicherweise mitten in der Nacht einen Anruf zu erhalten, in dem mitgeteilt wird, dass das eigene Kind in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Die sich hinter diesem Vorschlag versteckende unterschwellige Unterstellung, das es den Eltern „egal sei“, finde ich außerordentlich anmaßend und dahinter verbirgt sich ein erschreckendes Menschenbild des „Gesundheitsexperten“ der CDU.

        3.) Wir haben größtenteils ein solidarisches Gesundheitswesen und das sollte unbedingt so beibehalten werden. Wir müssen es auf jeden Fall vermeiden, dass verschiedene gesundheitliche „Risikogruppen“ gegeneinander ausgespielt werden.

        Ein solidarisches Gesundheitswesen muss den jugendlichen Komasäufer ebenso ohne jeden Vorbehalt versorgen wie einen 80-Jährigen, der ein künstliches Hüftgelenk benötigt, einen Übergewichtigen, der eine Herz-OP braucht oder den Hobbyfußballer, der sein Kreuzband gerissen hat. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen

        Bei bestimmten Sachverhalten eine verhaltensbedingte nachträgliche Strafe auszusprechen wäre ein falscher Schritt. Man käme niemals auf einen Nenner, welche Sachverhalte zu bestrafen sind und schafft ein bürokratisches Monster und endlose unnötige Gerichtsverfahren.

        4.) Das Thema Alkoholismus ist zu wichtig, als dass man es durch so kurzgedachte Vorschläge entwerten sollte. Leider macht sich der Gesundheitsexperte der CDU keine Gedanken über Ursachen oder Prävention, obwohl das Thema schon seit längerer Zeit immer wieder in den Medien ist.

Als würde ein 17jähriger Komasäufer etwas darauf geben, ob seine Eltern am Rad drehen oder nicht.

Und was geschieht, wenn die Eltern nicht zahlen können?

Und was geschieht, wenn die Eltern sich weigern zu zahlen?

  • um ehrlich zu sein, werden die meisten eltern wegen des krankenhausaufenthaltes aufgrund einer alkohlvergiftung am rad drehen und nur ein kleienr prozentsatz wegen der 100€

    aber andere fragen, die so eine überlegung aufwirft:

    was wird es mich dann in zukuft kosten, wenn meine kinder z.B. durch zu wildes toben von der schaukel fallen?

    was ist wenn ich Lungenkrebs bekomme und angebe, daß ich 10 jahre lang geraucht habe?

    da sind mir die 100€ für einen vollsuff ehrlich gesagt Banane- bei den Aussichten, die eine solche Regelung für mich implizieren würde...

    • Lisa, ich als Eltern würde am Rad drehen, ja.

      Aber in einer Dokumentation, die ich vor ein paar Monaten/einem guten Jahr(?) auf der ARD gesehen habe, waren Kinder immer und immer wieder im Krankenhaus, um dort zu sich zu kommen. Das waren keine Erstfälle, sozusagen.

      Spannend war, das eine Kind war der Sohn der Oberärztin... #gruebel Und auch er war nicht zum ersten Mal dort, wenn ich mich recht erinnere.
      Soll meinen, na klar kann das ein Schock sein für die Eltern. Nur, eine Konsequenz hat auch dieser Schock scheinbar nicht. Die Jugendlichen saufen munter weiter. Die Eltern scheinen dem weiterhin machtlos gegenüber zu stehen. Gleichgültig will ich jetzt mal nicht sagen.

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