Enteignung der Sparer

    • (1) 16.03.13 - 23:49

      Was soll eigentlich die Menschen davon abhalten, am Montag ihre Konten abzuräumen und das Geld im Schließfach zu deponieren?

      Für Tagesgeldkonten und Sparkonten gibt es Zinsen von nicht wesentlich über 0%.

      Und dann muss ich damit rechnen, dass der Staat sagt, 6,75% sind weg. Oder 9,9%. Oder 20%. Oder vielleicht gleich ein "Sonderopfer" von 50%?

      Oder gleich Enteignung? Mit oder ohne Genickschuss?

      Die Büchse der Pandorra ist geöffnet.

      • Interessant ist, was uns die Presse dazu berichtet:

        Der Spiegel
        "Die Beteiligung der Sparer bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung mehr Pragmatismus und mehr Gerechtigkeit, der jeweils auch die anderen Wegmarken der Euro-Krise markierte."
        http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zypern-muss-auf-druck-der-euro-staaten-seine-bankkunden-teilenteignen-a-889255.html

        Welt
        "Kritik kam von der Linkspartei. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass Kleinanleger für die Fehler der Banken einstehen müssen", sagte Vize-Parteichef Axel Troost. "Außerdem untergräbt der Kompromiss das Vertrauen in die Einlagensicherungsfonds in Europa."
        http://www.welt.de/print/wams/politik/article114510232/Zypern-schroepft-die-Sparer.html

        N-TV
        "Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Martin Schulz (SPD), übt Kritik an dem Hilfspaket für Zypern. Die Beteiligung von Bankkunden sei richtig, sagte er der «Welt am Sonntag». Es könne nicht sein, dass immer der Steuerzahler gerade stehen müsse - gerade «angesichts riesiger Bankeinlagen ungeklärter Herkunft». Die heimischen Kleinsparer aber seien nicht verantwortlich für Misswirtschaft: «Die Lösung muss sozialverträglich sein», sagte Schulz und schlägt einen Freibetrag von 25 000 Euro vor."
        http://www.n-tv.de/ticker/EU-Parlamentspraesident-Schulz-kritisiert-Zypern-Kompromiss-article10311886.html

        Der ganze Zypern-Deal wurde von den Finanzministern der EU so ausgedacht. Meines Wissens ist unser Finanzminister Mitglied der CDU und hat bei den EU-Sitzungen kein Veto eingelegt. Die CDU wird dem Bundestag die ganze Sache demnach als alternativlos hinlegen und damit wird auch die FDP - selbst, wenn es da kritische Stimmen gibt - die "Enteignung" mit beschließen.

        Kritik und Verweigerung kommt - auch wie immer - mal wieder nur von den ganz Linken.

        Was sie abhält? Die Macht der Gewohnheit und das krampfhafte Festhalten an übernommenen Überzeugungen.

        Ein Arbeitskollege war ja sowas von geschockt, dass er für sein Haus von der Bank einen wesentlich günstigeres Kreditangebot bekommen hat, als von seiner Bausparkasse.
        Und dafür hat er nun jahrelang niedrig verzinst sein Geld da reingezahlt.

        Enteignung? das Projekt ist doch schon gestartet so dass niemand so offensichtlich etwas mitbekommt.
        Es wird einfach nach und nach alle Kosten für die Lebenserhaltung erhöht, das zerrt Ersparnisse auf. ...

        Absehbar war das Szenario schon vor einigen Jahren...

        Du vergisst, nicht ohne Absicht, wie ich vermute, das niedrige zinsen kreditnehmern, ob privat oder geschäftlich, extrem zu gute kommen. Und dass Sparkonten noch keine Volkswirtschaft voran gebracht haben.

        Deutschland hat mit einer Sparquote von über 12% ohnehin zu viel auf der hohen Kante. Das altbekannte Echo von zwei bzw. drei Währungsreformen, dass heut z.t. paranoide Züge trägt.

        Was in Zypern passiert ist, halte ich auch fuer einen Dammbruch. Und einen Verstoß gegen die Einlagensicherung. Aber vielleicht hat das ja auch heilsame Signale. Wobei ich eine Ausnahme kleiner Sparguthaben bevorzugt hätte.

        • > Du vergisst, nicht ohne Absicht, wie ich vermute, das niedrige zinsen kreditnehmern, ob privat oder geschäftlich, extrem zu gute kommen.

          Ja, das ist super. Jetzt können selbst Geringverdiener richtig hohe Immobilienpreise stemmen. Für die letzten Bruchbuden werden inzwischen wahnsinnige Preise aufgerufen und bezahlt, wenn nur die Lage einigermaßen gut ist (z.B. Hamburg).

          Und wenn dann in 10 Jahren bei womöglich gestiegenen Zinsen die Geringverdiener ihre Immobilien verkaufen müssen, sind die Banken schuld, die die Kredite vergeben haben.

          > Deutschland hat mit einer Sparquote von über 12% ohnehin zu viel auf der hohen Kante.

          Genau. Deutschland packt einfach zu viel Geld in die Altersvorsorge. Wir haben ja Kinder ohne Ende, die unsere Renten bezahlen werden.

          Was du als "heilsames Signal" bezeichnest, halte ich für einen staatlichen Diebstahl.

          Ich muss damit rechnen, dass ich am Freitagabend 10.000 € auf meinem Sparkonto habe. Dann funktioniert plötzlich mein Onlinebanking nicht mehr. Und am Montagmorgen habe ich noch 5.000 € auf meinem Sparkonto.

          Vertrauensbildende Maßnahmen sehen anders aus...

          • 10000 = 5000?

            Es werden 6,75 % oder s.ä. einbehalten bei unter 100.000, das wären dann 675 Euro, die dir Montag morgen fehlen.

            Oder hab ich jetzt mathematisch versagt?

            LG

            • 6,75% ist der Satz, den man für diese erste Abzockaktion festgesetzt hat.

              Glaubst du, dass man nach diesem 1. Testballon beim nächsten Mal auch mit 6,75% zufrieden ist?

              Was soll die Politiker daran hindern, beim nächsten Mal 50% festzusetzen?

              Kann man darauf vertrauen, dass man nächstes Mal nicht um 50% beklaut wird?

              Kann man Politikern überhaupt noch trauen? Oder ist es nicht besser, sein Geld in Edelmetalle zu tauschen und ins Schließfach zu legen?

              Kein Kontovermögen, von dem der Staat etwas klaut. Kein Kontovermögen, das man im Fall von Arbeitslosigkeit aufbrauchen muss. Kein Kontovermögen, von dem man das Pflegeheim der Eltern bezahlen muss.

              Wer heute noch Geld auf Konten zu niederigen Zinsen hat, ist schön blöd.

          Im ersten Teil uebertreibst du maßlos ( Stichwort : Hamburg ist nicht Deutschland. Ich wohne im grossraum Düsseldorf. Die immoblienpreise sinken hier seit Jahren wenn man nicht gerade in duesseldorf Stadt, zb benrath wohnen will)

          Im zweiten Teil malst du den Teufel an Wand.

          Ich kommentiere das nicht weiter. Ist mir zu sehr Fiktion, was deutschland betrifft.

          BTW: einen frage: wo steht festgeschrieben, dass es Rendite geben muss ? Oder dass es ein recht darauf gäbe, dass du, wenn du einer Bank dein Geld anvertraust, auch immer als gefühlter Gewinner dastehst?

          Es hält dich nichts davon ab dein Geld abzuheben. Freies Land, freie Entscheidungen.

          • Echt jetzt? In D sinken die Immobilienpreise? In Essen explodieren sie. 300000 für ein Reihenmittelhaus in marodem Zustand aber guter Lage ist ein echtes Schnäppchen. Wenn man denn drauf steht....

            Aber dementsprechend sieht es auch mit Mietwohnungen aus... :-(

            LG

            • Im Düsseldorfer Umland. In Düsseldorf selbst sind sie stabil bzw. je nach Stadtteil ist auch noch Luft nach oben. Aber wer direkt nach dueßeldorf Stadt zieht hat sowieso nicht mehr alle am Brett. Die parkplatzsituation ist eine Katastrophe:-)

              Essen ist doch entspannt wie das ganz Ruhrgebiet. Letztens noch in der Wz gelesen. Eben im Vergleich zu muenchen oder Hamburg ist das ruhrgebiet doch geradezu grosszuegig im wohnraumangebot....

          Und wenn morgen alle Sparer in die Banken rennen und ihr Geld abheben? Alles kein Problem, oder?

          Stimmt.

          Wir haben ja die EZB, die den Banken die fehlenden Einlagen zur Verfügung stellt.

          • Wenn, wenn, wenn.....

            Wenn die Banane nicht krumm wäre, wäre sie ne gelbe Gurke.:-)

            Ich bin nicht so sehr für spekulative endzeitgeschichten zu haben. Zumindest nicht, wenn sie den Beigeschmack von Panikmache haben.

            • >>Wenn, wenn, wenn.....<<

              Eben doch 'Wenn, wenn, wenn.....' Nur wer ALLE erdenklichen Szenario durchspielt, kann schon im voraus Lösungen finden und ist für den Ernstfall vorbereitet.

              >>Ich bin nicht so sehr für spekulative endzeitgeschichten zu haben. Zumindest nicht, wenn sie den Beigeschmack von Panikmache haben.<<

              Nein, Du ziehst es vor, die Leute im seichten trüben Wasser treiben zu lassen, eingelullt in trügerischer Sicherheit. Haltet den Mob ruhig, streut ihm Sand in die Augen, flüstert ihm schöne Worte ins Ohr.

              Die Euroeinführung wurde den Menschen seinerzeit mit den Argument verkauft, daß Europa viel mehr zusammenwachsen würde, die Betriebe durch die Kostenersparnisse viel mehr Menschen einstellen würden, die Arbeitslosigkeit sinken würde, usw., usf. Ich habe damals die Befürworter immer und immer wieder gefragt, was passiert, wenn es nicht so läuft, wie es den Leuten erzählt wird, welche Maßnahmen dann ergriffen werden.

              Die Antwort war immer die gleiche und Deiner sehr ähnlich: Meine Fragen gingen mehr in Richtung Spekulationen, so etwas würde sich nicht einstellen, kein Grund Panik zu verbreiten.

              Den Rest kennen wir, oder?

              Keiner, aber auch absolut keiner war auf das vorbereitet, was jetzt eingetreten ist und wohlmöglich auch noch eintreten wird, eben weil sich NIEMAND darüber Gedanken gemacht hat.

              Mir persönlich ist jeder Mensch lieber, der gedanklich irgendein Endzeitszenario, um dann dafür Lösungen zu finden, als jemand, der alles unter einer Friede-Freude-Eierkuchen-Denke verschwinden lassen will.

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