Steuerflucht

    • (1) 09.04.13 - 19:29

      Hallo,

      mindestens 400 Milliarden Euro deutsches Schwarzgeld sind weltweit in Steueroasen versteckt - aus Steuerhinterziehung und kriminellen Geschäften. Jahrelang hat Finanzminister Schäuble nichts gegen die von Finanzinstituten geförderte Steuerflucht unternommen. Dank der Debatte um Offshore-Leaks können wir ihn jetzt endlich zum Handeln bewegen.

      Ich habe gerade einen Online-Appell an Schäuble unterschrieben. Unterzeichne auch Du:

      https://www.campact.de/Steuerflucht-Aktion

      Steuerflucht wirksam bekämpfen!

      Die Bundesregierung muss endlich energisch gegen Steuerflucht und Geldwäsche vorgehen. Die USA haben vorgemacht, wie es geht: Auch Deutschland könnte Banken in Steueroasen verpflichten, die Kontodaten ihrer in Deutschland steuerpflichtigen KundInnen an den Fiskus weiterzugeben.

      Banken, die Beihilfe zur Steuerflucht leisten, muss in Deutschland die Lizenz entzogen werden. Ihre Vorstände müssen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Steuerbehörden und Steuerfahndung müssen finanziell und personell besser ausgestattet werden, um Steuerkriminalität wirksam verfolgen zu können.

      • (2) 09.04.13 - 22:36

        Die Mittelschicht ist damit beschäftigt, sich auf ALG2-Empfänger zu konzentrieren und nach unten zu treten, was natürlich optimal für die ganzen großen Schmarotzer mit eigener Yacht ist - die freuen sich, wenn die Leute sich gegenseitig die Köpfe einschlagen und nicht daran interessiert sind, was für Betrug im großen Stil läuft.

        ich habe keine aktuellen Zahlen gefunden - nur von 2008 und 2009: da war die Gesamtausgabe für alle ALG2-Empfänger pro Jahr zwischen 21 und 22 Milliarden Euro.

        Demgegenüber stehen oben genannte 400 Milliarden Euro. Hm.

        Viele Grüße und Danke für den Link.

        liki

        • (3) 10.04.13 - 09:17

          Das ist der Plan der sog. Eliten. Alt gegen jung, Mittelstand gegen Hartz 4, sog. Besserverdiener gegen Geringverdiener usw. Leider geht der Plan voll auf, Dummmichel sei Dank.

      Deutschland sollte lieber sein Steuermodell anpassen! Nur weil die Politiker zu blöd sind den Dialog mit *Reichen* und Banken zu suchen, sondern nur auf Gesetze und Vorschriften setzt, sollen jetzt ausländische Banken gegen das vor Ort herrschende Gesetz verstoßen und das Bankgeheimnis hintergehen?!

      Ich bin total gegen solche Einmischungen! Die Leute sollen endlich aufhören ANDERE für Ihre Lage verantwortlich zu machen! Anpacken, Arbeiten und was schaffen... Das ist alles nicht abhängig von der Steuerlast der Millionäre und Milliadäre.

      Zu guter Letzt sind das immer gesetzliche Grauzonen... Wenn Unternhemen wie VW, BMW oder Siemens in Deutschland den vollen Steuersatz zahlen müssten, wären viele Arbeiter ebend keine Arbeiter mehr und ihren Job los!

      • Was soll es denn bringen, „den Dialog mit Reichen und Banken zu suchen“? Bekanntlich können auch die Dümmsten unter den Reichen einigermaßen rechnen und werden eine Steuerlast von Null auf den Cayman Islands jeder denkbaren Steuerlast in ihren Heimatländern vorzuziehen, egal ob es nun 10% , 20% oder 50% sind.

        Unser Steuersystem ist bereits eine Oase für Vermögende. Steuerlich wird Passivität (Vermögen verwalten) gegenüber Aktivität (Werte schaffen) begünstigt. Ebenso werden Investitionen im Ausland gegenüber Investitionen im Inland begünstigt.

        Die Argumentation, dass Deutschland ausländische Banken dazu zwinge, gegen die vor Ort herrschende Gesetzgebung zu verstoßen ist bei genauerer Betrachtung ziemlich schwach und vor allem ambivalent.

        Erstens sind es zumeist deutsche Institute mit Niederlassungen im Ausland oder ausländische Institute mit Niederlassungen in Deutschland. Bei der Beratung deutscher Kunden sollte dann doch bitteschön keine Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet werden. In der Vergangenheit ist genau dies systematisch geschehen. Dafür gibt es zahlreiche Beweise.

        Seltsamerweise scheinen Viele den Bruch deutschen Rechts für unproblematisch zu halten, eine Aufweichung des Bankgeheimnisses im Ausland aber als Sakrileg zu sehen. Für mich ist das völlig unverständlich.

        Für ein ausgewogenes Steuersystem zu plädieren und die Verfolgung von Straftaten zu begrüßen bedeutet nicht im Geringsten „Andere für die eigene Lage verantwortlich zu machen“. Mit dieser Killerphrase wird indirekt unterstellt, dass Jeder, der Kritik an den Verhältnissen übt, selbst mit seiner eigenen Lage unzufrieden ist. Das ist aber unzutreffend.

        Die großen Konzerne können in Deutschland übrigens sehr bequem Kosten für die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland mit ihrem in Deutschland erwirtschafteten Gewinn verrechnen und damit ihre Steuern auf ein Minimum reduzieren. Die deutschen Arbeitnehmer subventionieren so in indirekt den Export ihrer eigenen Arbeitsplätze.

    Ganz ehrlich, wenn ich soviel Geld hätte, dass es sich lohnen würde mein Geld ins Ausland zu schaffen, ich würde es tun - wie vermutlich jeder andere, normal denkende Mensch auch.

    Keiner zahlt freiwillig Unmengen an Steuern, wenn es andere Möglichkeiten gibt.

    Leider haben nur die wenigstens soviel "Erspartes" dass ich eine Anlage im Ausland lohnt, von daher kann man jetzt gut gegen die "Reichen" wettern, dass diese uns ja um die Steuern betrügen.

    Vielleicht sollte der Staat erstmal seine Ausgaben überdenken und dann im zweiten Schritt vielleicht auf die Idee kommen, dass, wenn man hier und da etwas spart, es überhaupt nicht notwendig wäre, " die Reichen" so hoch zu besteuern.
    Denn diese werden wieder einen anderen Weg finden das Geld außer Landes zu schaffen.

    Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.

    • (12) 10.04.13 - 12:05

      Der Staat vernachlässigt bereits jetzt zahlreiche wichtige Aufgaben wie beispielsweise Bildung und Kinderbetreuung.

      Die Besteuerung der Einkünfte von wirklich Vermögenden liegt prozentual ungefähr auf dem Niveau von Hilfsarbeitern. Einkommen zwischen 40.000 und 80.000 EUR werden sehr viel höher belastet als die Einkommen von Millionären.

      Daher kann ich das Gejammere der armen reichen vermeintlichen und tatsächlichen Leistungsträger nicht nachvollziehen – und noch weniger das Verständnis derjenigen, die moderat überdurchschnittlich verdienen und deren Einkommen mit 40-50% belastet ist.

      „Denn diese werden wieder einen anderen Weg finden das Geld außer Landes zu schaffen.“

      Die USA zeigen derzeit recht eindrucksvoll, wie man dem begegnen kann.

      „Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“

      Mit Verlaub gesagt: Der Spatz sch****t uns auf die Hand und fliegt weg.

      • (13) 10.04.13 - 12:32

        Ja das mit der Besteuerung musste ich bereits schon am eigenen Leib erfahren :-) Das braucht mir keiner zu erzählen ;-)

        ABER und auch wenn das jetzt vielleicht etwas nach Stammtischparolen klingt, stellen sich mir da doch einige Fragen:

        1.) Bundespräsidenten die nur ein paar Tage im Amt waren bekommen anschließend noch eine nette Rente, Büro, Dienstwagen und Sekretärin. Davon könnte man meines Erachtens schon ein paar Erzieher/Tagesmütter bezahlen oder aufs Jahr gerechnet, das ein oder andere Klassenzimmer renovieren oder oder oder

        2.) Immer gerne im TV gezeigt wenn bei Frau Merkel getagt wird - muss man mal etwas genauer hinschauen, was dort als "Zwischensnacks" gerne mal auf dem Tisch steht. Unser einem wird bei einem Meeting mit viel Glück eine trockene Brezel oder bei wichtigen Dingen mal noch ein Salami-Brötchen angeboten. Aber bei Merkel und Co, da gibts gute Sachen - achte mal drauf. Ist jetzt vermutlich auch nicht der Mega-Betrag der gespart werden könnte aber Kleinvieh macht auch Mist.

        3.) Wenn man mal im öffentlichen Dienst gearbeitet hat weiß man, dass ein vorhandes Budget am Ende des Jahre ausgegeben sein will, denn entweder wird das Budget für das Folgejahr dann gekürzt oder das Geld verfällt. Was tut man also ? Man gibt das Geld aus, auch für die Dinge, die man gar nicht braucht - aber man will ja keine Budgetkürzung.

        Ach da gäbe es tausend Möglichkeite wo unser Saat sparen könnte.

        Zu der Besteuerung muss ich ehrlich sagen ist es in Deutschland wirklich schwierig. Es gibt arme Leute, die kaum Steuern zahlen, es gibt reiche Leute, die aber so reich sind, dass sie genügend Steuermindernde Ausgaben haben (Immobilienrenovierung z.B.) und es gibt den Mittelstand, der zuviel hat um als arm zu gelten aber zu wenig um in den Genuss von steuersenkenden Ausgaben zu kommen.

        Und man muss das ja auch in der Verhältnismäßigkeit sehen. Verdiene ich 50.000€ im Jahr und zahle 20 % Steuern sind das 10.000€/Jahr.

        Bin ich nun reich, verdiene vielleicht 2Mio im Jahr und würde ebenso 20% Steuern zahlen, sind das mal locker 400.000€/Jahr PLUS Zinserträge. Und hier kommt die Ungerechtigkeit ins Spiel.

        Wenn ich jetzt einfach mal dasvon ausgehe, dass Steuergelde dazu verwendet werden, dass die Infrastruktur in einem Lande aufgebaut / aufrecht erhalten wird wieso soll dann ein reicher soviel MEHR Steuern zahlen ? Einfach nur weil er das Geld hat finde ich als Argument schwach.

        Denn mal ehrlich, wenn ich mehr verdiene:

        *nutze ich dadurch die Straßen mehr ab ?
        *verbraucht mein Kind mehr Lehrer oder Kreide in der Schule ?
        *rufe ich da die Feuerwehr oder die Polizei öfters an ?
        *usw.

        und hier sage ich, nein das tut ein Reicher vermutlich nicht

        ABER wenn ich reich bin / mehr verdiene, dann:
        *kaufe ich mir öfters neue/teuerere Autos
        *kaufe mehr/teuere Lebensmittel
        *kaufe ich teurere Bekleidung
        *fahre ich oft in Urlaub
        *leiste mir vielleicht mehr Literatur
        und auf all dies bezahlt der reiche natürlich brav seine Mehrwertsteuer.
        Und da der Porsche wohl teurer als das Fiat Panda ist, zahlt der reiche schon hier in meinen Augen mehr steuern als der kleine Mann.

        • (14) 10.04.13 - 13:06

          Über den Sinn einiger Staatsaufgaben lässt sich sicherlich diskutieren. Die Hochfinanz beklagt sich aber gerne über (im OECD-Vergleich geringe) zu hohe Steuern, aber nie über Subventionen, die sie erhalten aber eigentlich nicht benötigen würden.

          Es wird im von der Mehrheit der Bürger so gesehen, dass diejenigen, die ein hohes Vermögen/Einkommen haben auch prozentual einen höheren Prozentsatz versteuern sollten als diejenigen, die nur ein geringes Einkommen und kein Vermögen haben.

          Und selbstverständlich profitieren Unternehmer und Besserverdiener auf vielfältige Art und Weise vom hohen Aussbildungsgrad, der guten Infrastruktur, den wissenschaftlichen Einrichtungen usw. die der Staat Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten bietet. daher halte ich es nicht für unangemessen, wenn sie stärker dazu beitragen, dass der hohe Standard gehalten wird als ein normaler Arbeitnehmer. Das sehen sogar viele Reiche und Besserverdienende so.

          • (15) 11.04.13 - 08:20

            Aber das ist doch eine Milchmädchen-Rechnung. Selbst wenn der reiche den gleichen Steuersatz zahlt, zahlt er doch schon mehr als jemand der wenig hat.

            Zudem konsumiert der reiche doch vermutlich mehr und teurer als ein armer Mensch, infolgedesse zahlt der Reiche doch dann schon mehr Mehrwertsteuer.

            Ob die Unternehmer profitieren ist eine ganz andere Sache. Darüber könnte ich mich jetzt auch noch stundenlang auslassen. Ein Unternehmer ist, meiner Meinung nach, der Depp der Nation. Was ist in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis schon gehört und gesehen habe, da braucht man sich nicht wundern, dass kaum Arbeitsplätze geschaffen werden. Da nützt die vermeindlich gute Ausbildung der Arbeitnehmer auch nichts mehr. Zumal diese gute Ausbildung auch mehr und mehr nachläßt. Alleine wenn ich sehe, mit welchem Wissen Abiturienten auf die Welt losgelassen werden, da wirds einem schlecht. Also hier würde ich mich an Deiner Stelle nicht soweit aus dem Fenster legen, sooooo gut ist der von Dir genannte hohe Standart wirklich nicht.

            Und wenn ein Reicher mehr zahlen möchte, wer hindert ihn ?

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