Das Leben ist ein Arschloch

    • (1) 01.05.13 - 16:18

      Das LEBEN ist ein Arschloch
      (Zwiegespräch mit dem Leben und was sonst noch damit zusammenhängt)

      "LEBEN du hast mich so oft in den Arsch getreten
      und wenn ich unten lieg trittst du noch mal nach-

      du bist ein Arschloch" so sprach ich zum LEBEN
      "Ich habe keine Schuld" sagte es.

      "Du warst es, die Dinge so entstehen liess"
      und so ging es hin und her
      und während wir so miteinander debattierten,
      sah ich aus den Augenwinkel wie die ZEIT
      still, leise in gleichbleibendem Tempo hinter mir vorbeischlich.

      "Stopp" rief ich "Bleib stehen! Warte auf mich,
      ich muss hier nur eben schnell was klären!"
      "Tue das!" sagte die ZEIT und lief unbeeindruckt weiter.

      "Na super, " sagte ich zum LEBEN " wieder bist du es, der mich aufhält"
      Das LEBEN antwortete arrogant: "Was hält dich?"
      "Lauf los, bis zum Ende der Zeit hast du mich eh am Hals."
      Ich lief los und versuchte die ZEIT einzuholen.

      Auf dem Weg sah ich viele Dinge
      schöne Dinge, bunte Dinge, kaputte Dinge, hässliche Dinge,
      Dinge die meine Aufmerksamkeit erregten
      ich blieb stehen und sah mir Dinge genauer an,
      erfreute mich daran, erforschte sie
      -ich verlor die ZEIT aus den Augen.

      Ich drehte mich um und sah das LEBEN an,
      welches sich köstlich amüsierte
      angesichts meiner offensichtlichen Verwirrung.
      Ich wetterte:" Was ist das denn für ein Scheissspiel?"
      "Der Weg den ich gehe ist voller Verlockungen, Inspirationen und anderer Dinge,
      die du bereitgestellt hast!"
      Bleibe ich stehen und wende mich ihnen zu, erlebe ich sie-
      die ZEIT rennt weiter und wenn ich sie versuche einzuholen,
      dann bleibt mir nicht der Raum für die vielen Dinge
      rechts und links am Weg."

      Das LEBEN meinte laut prustend zu mir:
      "Du hast es wohl noch nicht begriffen wie es funktioniert, oder?"
      noch immer glucksend vor Lachen erklärte es mir:
      "Die ZEIT , du und ich werden an einem Punkt zusammenkommen.
      Dann werden wir die Ebene wechseln.

      Bis dahin liegt es an dir
      wieviel von meinen "Angeboten" angenommen werden
      und wieviele du unbeachtet liegenläßt"
      "Es liegt an dir wie lange du verweilst und was du damit tust.
      Ich begleite dich nur"

      "Ach," meinte ich " du begleitest mich nur?"
      "Du willst dich aus deiner Verantwortung stehlen!" werfe ich ihm vor.
      Schließlich bietet mir das LEBEN all die Dinge an

      Das LEBEN schaut mich langsam sauer werdend an:
      " Es ist aber deine Entscheidung es anzunehmen!"
      und da ist es wieder- Der Streit um die Schuld.

      Irgendwann dämmert es auch mir
      Das LEBEN bietet mir Vielfalt und Verantwortung
      und die Freiheit zu entscheiden
      in welchem Mass ich was nutzen will
      nur eines tut es nicht,
      es nimmt seine Geschenke nicht wieder zurück.

      Womit wir wieder beim Thema wären:
      Das LEBEN ist ein arrogantes Arschloch
      es verschenkt Dinge, die es selber nicht haben will.

      Und die ZEIT rennt weiter-
      soll sie

      Sie hat erst Bedeutung an dem Punkt
      an dem wir drei aufeinander treffen
      und die Dimension wechseln.

      Da es irgendwie keine "richtige " Rubrik dafür gibt, habe ich mich für diese entschieden.
      Irgendwie beschäftigt mich das Thema schon.

      Ich gebe mal einen Abschnitt als Diskussionsgrundlage:

      "...Das LEBEN bietet mir Vielfalt und Verantwortung
      und die Freiheit zu entscheiden
      in welchem Mass ich was nutzen will..."

      und meine Ansicht dazu:
      Unbewußt gebe ich viel zu oft die Verantwortung ab. Mir ist auch von von Kindesbeinen an suggeriert worden, dass Verantwortung etwas schweres, belastendes und einengendes ist, nicht etwas was man beschwingt leicht annimmt und einem Freiheit gibt.
      Wer kennt die Sätze nicht: mit leicht drohendem oder eindringlichen an die Vernunft appellierenden Unterton:
      "... dann trägst du aber die Verantwortung!"
      " Wenn etwas schief geht, willst du dann verantwortlich sein ?..."
      usw

      Uns wurde schon vorgelebt Verantwortung abzugeben.
      Der Arzt sagte uns (oder unseren Eltern) was wir zu tun hatten, und das Gericht regelt Umgang, Unterhalt, Der Psychologe sagt uns was uns gut tut usw.

      Ich selbe habe mir dadurch Grenzen gesetzt die es mir schwer machen, neue Wege zu beschreiten. Ich muss es mir immer wieder bewußt machen - es ist kein Automatismus wie bei der Abgabe der Verantwortung.

      Ähnlich verhält es sich bei der Entscheidung wer wieviel Zeit für was hat.
      Der "Herdentrieb" mag eine Ursachen sein...

      Geht es euch auch so oder "verschwendet" ihr einfach nicht so viele Gedanken an solche Dinge?

      LG
      Karna

      • ich habe ein.kinf und somit trage ich seit ich von.ihm.weiss verantwortung für ihn. was mir aber weder schwer fällt noch mir unangenehm.ist. ich wollte und will es so. ich will verantwortlich sein, ich bin dazu bereit seit ich einrn.kinderwunsch hatte. und es macht mir weder angst noch finde ich es schlecht. es erfüllt mich mich stolz und freude verantwortlich für einen anderen.zu sein. seine welt zu gestalten, ihm etwas beizubringen, ihm zeigen, was gut und was richtig ist. ich habe getn die verantwortung für mein.kind und freue mich, wenn er sich aufgrund dessen zu einem tollen.menschen.entwickelt. verantwortung ist nichts negatives sondern etwas, was einen stolz machen.und erfüllen.kann.

        • Ist die Verantwortung für dein Kind die einzige Verantwortung die du trägst?

          Ich trage auch die Verantwortung für meine Kinder. Dennoch trage ich sie ja nicht allein.
          Ich gebe sie temporär an Kita, Schule, Großeltern und Vater ect weiter.
          Ich trage aber auch noch andere Verantwortungen z.B in den Bereichen der Gesundheit Psychisch wie physisch , bei mir und meinen Kindern.
          Ich trage die Verantwortung für das mein Überleben und das meiner Kinder.
          Ich trage Verantwortung für alles was ich tue.
          Natürlich ist das ziemlich jedem klar, nur ist auch jedem bewußt wie oft wir die Verantwortung abgeben?

          LG
          Karna

          Du hast doch überhaupt nicht verstanden um was es geht.

          Eigentlich würde ich mich jetzt aufregen.

          Aber, heute ist der 1. Mai.

          Und ich wünschen allen Urbia- Usern, die ein bisschen Gripps in der Birne habe, einen schönen Ausklang des Tages.

          http://www.youtube.com/watch?v=txTUCoOyOhk

          vam-pir-ella

          Hannes!!!!

          Ach, diese Stimme begleitet mich durch mein ganzes Leben. :-)

          Ich bin wieder 6 Jahre alt und gehe mit einem riesigen Hund, der Karlchen heisst, auf Entdeckungsreise um einen Teich auf dem Grundstück eines Mannes, der in einer Mühle lebt und der den Speck mit Senf und Brot isst.

          Schön war die Zeit.

    Mir fiel hierzu ein Zitat von einem meiner Lieblingsautoren ein:

    “Not responding is a response - we are equally responsible for what we don't do.” (J.S.Foer)

    Verantwortung hat ja auch viel damit zu tun, Entscheidungen treffen zu DÜRFEN, nicht nur zu müssen. Und das ist für mich Freiheit. Und Freiheit ist für mich das höchste Gut.

    Dir fehlt also manchmal einfach der Mut? Mut, etwas zu tun, das auch scheitern kann, wofür du dann eventuell Rechenschaft ablegen musst?

    Ein paar Beispiele wären schön (denn das Thema an sich finde ich interessant, aber es ist mir bisher noch ein wenig zu abstrakt.

    LG

    • >Verantwortung hat ja auch viel damit zu tun, Entscheidungen treffen zu DÜRFEN, nicht nur zu müssen. Und das ist für mich Freiheit. Und Freiheit ist für mich das höchste Gut.Verantwortung hat ja auch viel damit zu tun, Entscheidungen treffen zu DÜRFEN, nicht nur zu müssen. Und das ist für mich Freiheit. Und Freiheit ist für mich das höchste Gut.<<

      ich bin zwar nicht die TE würde aber als Beispiel gerne das Thema Krebsvorsorge auf den Tisch bringen. Eigentlich hat jeder die Freiheit, zu wählen, ob er daran teilnehmen will oder nicht. Informiert sich jemand ausführlich zum Thema und entscheidet sich gegen die Teilnahme zur Krebsvorsorge, so gilt derjenige bei den meisten anderen als unverantwortlich. Er darf zwar frei gegen die Vorsorge entscheiden, ist aber eigentlich gezwungen ist, sich dafür zu entscheiden.

Deine Wortwahl ist einfach nur vulgär und deshalb lese ich den Rest auch nicht!

Hi !

"...Das LEBEN bietet mir Vielfalt und Verantwortung
und die Freiheit zu entscheiden
in welchem Mass ich was nutzen will..."

Für mich persönlich ist es sehr wichtig mich verantwortlich zu fühlen, Verantwortung zu übernehmen.
In erster Linie natürlich für meine Familie und mich selber.
Aber auch für meine Mitmenschen und meine Umwelt.
Das schließt für mich ein, mich einzusetzen, nicht wegzuschauen, nicht "die Klappe zu halten" und nicht zu denken "was gehts mich an wenn...".

""Wer kennt die Sätze nicht: mit leicht drohendem oder eindringlichen an die Vernunft appellierenden Unterton:
"... dann trägst du aber die Verantwortung!"
" Wenn etwas schief geht, willst du dann verantwortlich sein ?..."
usw""

Ich würde mich schlecht fühlen, wenn etwas schlimmes passieren würde, und ich es hätte verhindern können indem ich Verantwortung dafür übernommen hätte.
Andererseits, wenn etwas schief geht und ich dafür verantwortlich bin, dann ist das so. Dann muss man eben zusehen, es wieder in Ordnung zu bringen. Oder Schadensbegrenzung betreiben.

Liebe Grüße,

vam-pir-ella

Das ist hier gut aufgehoben, hat es doch etwas philosophisches, oder?

Darüber nachzudenken, das ist keine verschwendete Zeit, sondern macht den Menschen in uns aus, finde ich.

Ich mag deinen Beitrag sehr, denn unser größtes Problem ist, dass wir ständig den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wir verpassen das Wesentliche, weil wir der Zeit hinterher hetzen.

Und das wird uns schon von klein auf eingetrichtert. Weil wir uns ständig beeilen müssen. Dabei finde ich es am allerwichtigsten, innehalten zu können, um Dinge zu sehen und wahrzunehmen.
Ich versuche immer wieder, Momente einzufangen und damit schwimme ich dann ein wenig gegen den Strom. Das sind nur Kleinigkeiten: Alles fährt mit dem Rad zur Arbeit, schaut nicht links und nicht rechts, sondern geradeaus. Ich habe es auch eilig, keine Frage, aber ich nehme mir 2 Minuten Zeit, um mir den Neckar am Morgen anzuschauen. Sonne, Wasser, Grün. Es gibt kein schöneres Bild am Morgen auf dem Weg zu meiner Arbeit. Und nur die wenigsten sehen das überhaupt.
Dabei sehe ich genau darin den Sinn des Lebens: Sich zu freuen und die Kleinigkeiten zu geniessen.

Klingt geschwallert und theatralisch, ist mir aber grad egal. Ich lebe das meinen Kindern vor, die zwar manchmal von ihrem Umfeld als "Schöngeister" belächelt werden, sich aber ganz bewusst freuen, wenn sie kleine schöne Momente erleben.

So viel dazu.

L G

White

  • JAAA !, white, du triffst es auf den Punkt :-).

    Und für die Dinge, die diese kleinen schönen Momente in einem auslösen, Verantwortung zu übernehmen, das ist ganz wichtig. Und wenn es "nur" die leere herumliegende Flasche ist die man aufhebt und neben den Mülleimer stellt damit sie derjenige der das Pfandgeld dringend gebrauchen kann mitnimmt.
    Man kann auch soviel im Kleinen tun damit es ein Stückchen schöner, netter, besser...wird.
    Man muss es nur sehen ! Aber klar, das kostet Zeit. Und die haben die wenigsten heutzutage. Denken sie zumindest...

    (Ich meine, ich klinge gerade auch geschwallert und theatralisch, aber das ist mir auch grad egal #herzlich)

    #kuss

    • Na, und ich habe zunächst einmal die Verantwortung komplett aussen vor gelassen. Weil ich in der Geschichte gar nicht so sehr die Verantwortung als das Problem ansah, sondern diesen Mangel an Bewusstsein für das, was um einen herum geschieht.

      Nicht einmal die schlimmen Dinge, die man ändern kann. Sondern das Schöne, das es zu geniessen gilt.

      Und ich finde einfach viele Dinge sehr schön. Alltägliche Dinge, wie ein Lächeln von einem fremden, der sich über die Frühlingssonne freut. Sehe ich das, freue ich mich auch gleich. Aber die meisten Leute sehen das gar nicht erst. Und zwar, weil immer nur hinter irgendetwas her gehetzt wird. Was man ohnehin nicht einholen kann. Die Zeit nämlich. Die kommt ganz von allein auf uns zu, wenn es zu Ende geht, oder? Also kann man ebenso gut das JETZT geniessen. Und auch dafür übernehme ich die Verantwortung. Das ist nicht immer, bei weitem nicht immer ein schwerer Begriff.

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