Gemachte Armut

    • (1) 22.05.13 - 21:46

      Auf Arte lief mal eine gleichnamige Doku (siehe Youtube http://www.youtube.com/watch?v=TLaMmMxZVl0 ) und ich frage mich, ob die Armut von Menschen wirklich gewollt ist, von wem und warum?

      Deutschland ist eines der reichsten Industrieländer, aber die Anzahl der Tafeln ist sprunghaft auf etwa 2000 (!) angestiegen und etwa 1 Million (!) Menschen muss sich dort Nahrung besorgen. Viele leben am oder unter dem Existenzminimum, Kinder wachsen in Armut auf, die Löhne reichen bei vielen oft nicht mehr aus, um über die Runden zu kommen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse hier, steigende Managergehälter und Millionenboni dort - die Gesellschaft driftet auseinander und die Angst vor dem sozialen Abstieg hat die so genannte Mittelschicht längst erfasst. Läuft etwas schief im Staat oder sind derartige Dokumentationen nur Panikmache? Politiker feiern sich, sprechen vom Aufschwung und wie gut es allen geht. Geht es wirklich allen gut? Sind diejenigen, denen es nicht so gut geht, die mit 40 Jahren und älter keine vernünftige Arbeit mehr bekommen, selber schuld? Was müsste passieren, damit solche Dokus zukünftig nicht mehr entstehen können?

      • " Ach, Luise, laß..., das ist ein zu weites Feld."
        Es handelt sich meiner Meinung nach um sehr viele, sehr komplexe Themen, die man nicht mit einem Satz( oder einem Absatz)erschöpfend beantworten kann.
        Warum die Maghrebiner in Frankreich im sozialen Abseits stehen, hat andere Ursachen als die Tatsache, daß in Deutschland manche Menschen bei der Tafel einkaufen oder arbeiten müssen.
        Es ist ein Mix aus gesellschaftlichen und politischen Fehlentscheidungen, aus den Folgen der Globalisierung, des technischen Fortschritts und und und.
        Insofern ist es unvorstellbar, daß das " jemand gewollt hat".

        • "Es ist ein Mix aus gesellschaftlichen und politischen Fehlentscheidungen, aus den Folgen der Globalisierung, des technischen Fortschritts und und und.
          Insofern ist es unvorstellbar, daß das " jemand gewollt hat". "

          Gesellschaftliche und politische Fehlentscheidungen? Wer trägt dafür eigentlich die Verantwortung und in welcher Form? Gibt es irgendwelche Sanktionen gegen die Verantwortlichen?

          • "...Gesellschaftliche und politische Fehlentscheidungen? Wer trägt dafür eigentlich die Verantwortung und in welcher Form? Gibt es irgendwelche Sanktionen gegen die Verantwortlichen?...."

            Wir leben ( zum Glück!) in einer Demokratie und haben gewählte Vertreter. Insofern ist auch jeder Einzelne Teil des politischen Entscheidungsprozesses- " die Gesellschaft" sind wir alle und wir bezahlen den Preis für Fehlentscheidungen: Tatsächlich indem wir beispielsweise über Steuern " Aufstocken" finanzieren müssen, weil es keine Mindestlöhne gibt oder gesellschaftlich indem wir ganze Stadtteile haben in denen Menschen wohnen, die schlecht Deutsch sprechen, obwohl schon ihre Großeltern hier lebten und wir versäumt haben, sie zu integrieren.
            Und jeder Einzelne trägt auch Verantwortung für sein eigenes Leben: Wenn ich in einer strukturschwachen Region wohne und keinen Job finde, dann muß ich vielleicht umziehen. Oder wenn ich nichts gelernt habe, muß ich mich in Zeiten, in denen es wesentlich weniger" Hilfsjobs" als vor 100 Jahren gibt, ebenfalls nicht wundern wenn ich arbeitslos bin.
            " Armut" ist eine ziemlich relative Sache. Um mal einen Extremfall zu konstruieren: In den meisten Ländern dieser Welt ist es unvorstellbar, daß es Familien gibt, die seit Jahren nicht arbeiten und dennoch eine Wohnung, Nahrung und Telefon haben, jederzeit medizinische Hilfein Anspruch nehmen können und für deren Kinder es eine kostenlose Schulbildung gibt.
            Irgendwie kann iches nicht mehr hören, daß alles so" ungerecht" sei- Sicherlich gibt es vieles, das man hier verbessern könnte, aber es wird nie das " Sorglos- rundum- Paket" geben. Die Menschen sind nicht alle gleich, können nicht alle gleich viel, strengen sich nicht alle gleich an, haben unterschiedlich viel Glück....... Das ist keine Verschwörung, das ist Leben.....

            • #pro

              "und wir versäumt haben, sie zu integrieren."

              DAS ist ja wohl absurd!!! Diese Menschen kamen und kommen hierher, wollen hier leben... Es ist IHRE Aufgabe, sich in gewissem Maße zu integrieren - also unsere Sprache zu lernen, sich um Bildung und Arbeit zu bemühen.

              Überleg mal ganz ernsthaft, was für ein Schwachsinn es wäre, wenn WIR jemanden integrieren. WIR haben uns nicht genug bemüht???? Wir geben Formulare in allen möglichen Sprachen heraus, obwohl die Amtssprache hier Deutsch sein sollte (meines Wissens ist das nirgendwo wirklich verankert - bitte ggf. um Korrektur)

              Wir geben Kurse in allen möglichen Bereichen und dennoch gibts kein wirkliches Vorankommen.

              welches Land bemüht sich derart intensiv um seine Zuwanderer? WIR müssen uns in unserem eigenen Land integrieren, hat vor Jahren mal ein Politiker rausgehauen. Das ist so ... Da fällt mir nix ein. Geht doch mal einer in ein anderes Land und versuche echt, die Standards, die hier für Zuwanderer gelten, dort einzufordern. Ich bin auf das Ergebnis sehr gespannt.

              "Wir leben ( zum Glück!) in einer Demokratie und haben gewählte Vertreter. Insofern ist auch jeder Einzelne Teil des politischen Entscheidungsprozesses- " die Gesellschaft" sind wir alle und wir bezahlen den Preis für Fehlentscheidungen:"

              1. Ich habe keine dieser Regierungen bisher gewählt und leide dennoch unter deren Unfähigkeiten wie viele andere auch. Abgesehen davon, dass dies nur augenscheinlich eine Demokratie ist. Wenn von allen Wahlberechtigten nur 40% ihre Stimme abgeben - und dann eine Partei 30% von denen erhält... wie aussagekräftig mag dies wohl in Wirklichkeit sein??? (Bei 1000 Wahlberechtigten hätten demnach wirklich 120 Leute die Partei an die Regierung gebracht, um das mal zu veranschaulichen...). Aber alle anderen müssen dann damit leben. Na ja, Demokratie eben... Ich halte das Wahlsystem hier für eine Farce, aber das steht auf einem anderen Blatt und ist nicht Diskussionsthema.

              2. Wir haben eine Demokratie auf dem Papier. Denn die Vertreter des Volkes dürfen wir zwar wählen, darüber hinaus sind wir ziemlich blind und stumm und haben nichts zu melden. Wir alle schauen einfach zu, welchen Unsinn diese tollen demokratisch gewählten Vertreter verzapfen.

              Und ja: Diese Armut IST gewollt - hat sich doch ein ganzer Zweig an Firmen darum entwickelt, die von genau dieser Armut leben. Die Tafeln sind ein Geschäftskonzept zu billigsten Entsorgung von Lebensmitteln, die ansonsten entgeltlich entsorgt werden müssten. Einfach informieren mal... (google: Tafeln und McKinsey, Unternehmensberatung
              )
              Die ganzen Umschulungs- und Weiterbildungsträger verdienen daran. Millionen Arbeitslose sorgen für stetigen Nachschub, wenn der Billiglöhner nicht willig ist und aufmuckt. Wer arbeiten will, nimmt so nämlich die niedrigen Löhne gern in Kauf. Und wird eher nicht aufmucken, um seinen Platz nur ja zu behalten!

              "Oder wenn ich nichts gelernt habe, muß ich mich in Zeiten, in denen es wesentlich weniger" Hilfsjobs" als vor 100 Jahren gibt, ebenfalls nicht wundern wenn ich arbeitslos bin."

              Klingt ziemlich arrogant. Nicht jeder hat auch die Intelligenz für stetige Weiterbildung. Früher gab es eine Elite (Denker, Erfinder... 10%?), danach kamen die Macher (Ingenieure... und Co. ...20%?) und danach die Arbeiter (Die Ausführenden... 70%?) Die Zahlen sind jetzt frei gesetzt.

              Woher also sollen heute in einer Gesellschaft der allgemeinen Verblödung (dank TV und Co) so viele schlaue Menschen kommen, wie es gefordert wird? Wir haben nun mal keine 50-80% superschlauen Menschen - dank unseres Bildungssystems wird es eher noch schlimmer damit. Wie sollen also diese Menschen die Qualifikationen erreichen???

              Ja, wir haben eine relative Armut. Wobei es da scheinbar zwei Menschengruppen gibt - und genau dies finde ich sehr interessant. Die einen richten sich seit Jahren sehr bequem drin ein, haben aber offensichtlich auch keine großen Probleme mit dem Amt. Die anderen bemühen sich und scheitern eigentlich immer wieder an den Quereleien mit dem Amt. Da sind ganz interessante Konstellationen zu beobachten. Warum ist das so? Ist es vom Amt wirklich gewollt, dass wer in Arbeit kommt? Oder ist es eher gewollt, die oben angesprochene Armutsindustrie weiter zu stützen? Kann man durchaus gerne drüber mal nachdenken...

              LG #katze

              • Selbstverständlich müssen Integrationsbemühungen von beiden Seiten ausgehen- deshalb erwähnte ich auch die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen: Wer keine Arbeit findet, weil die Region strukturschwach ist, muß umziehen. Wer nichts findet, weil seine Sprachkenntnisse mangelhaft sind, muss eben daran arbeiten. Heutzutage gibt es viele Angebote, aber das Problem ist Jahrzehnte gewachsen: Wir haben ARBEITSKRÄFTE geholt und es kamen MENSCHEN. Die meisten dieser Leute waren unausgebildet, wurden hier auch nicht besonders nett behandelt und wollten nicht lange bleiben. Und dann kam alles anders.....
                Die Höhe der Wahlbeteiligung ist kein Kennzeichen fürDemokratie- schließlich steht es jedem frei,daran teilzunehmen. Und wenn dir alles nicht gefällt, hast du( im Rahmen der Verfassung) die Möglichkeit selbst politisch tätig zu werden. Wählst du nicht, überläßt du die Entscheidung eben den Wählern.
                Man muß nicht besonders schlau sein um irgendeine Ausbildung zu absolvieren, aber ganz ohne Ausbildung sieht es eben schlecht aus. Und die Zahlen sprechen für sich: Diejenigen, die langzeitarbeitslos sind, sind eben ganz häufig auch diejenigen, die nichts gelernt haben. Und von denen wird dir wahrscheinlich jeder einen Vogel zeigen, wenn du ihm anbietest- wie vor hundert Jahren üblich- für Kost und Logis mit kleinem Taschengeld- etliche Stunden am Tag zu arbeiten.
                Mit steigendem allgemeinen Wohlstand verändert sich auch die Grenze zur relativen Armut(= weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens). Theoretisch könnte es also so sein, daß ich (bei gleicher Kaufkraft) mit meinem Einkommen in die Armut abrutsche, wenn alle anderen plötzlich sehr viel mehr hätten. Und das finde ich irgendwie seltsam. Mir geht es besser, wenn es den anderen schlechter geht?! Oder umgekehrt? Ist das Leben, sind meine Bedürfnisse relativ zu anderen? Und wenn das so ist: Wieviel steht mir zu, wenn ich nicht arbeite?( Daß Wohnung, Nahrung, Kleidung, medizinische Versorgung gesichert sein müssen ist klar, aber darüber hinaus?)
                Und was darf der Staat, die Gesellschaft von mir verlangen?
                Grüße Julia

                • Hm, ich denke, dies ist ein wenig zu kurz gedacht.

                  Wir haben sicher die Leute hergeholt. Mag richtig sein, spielt aber keine wirkliche Rolle.

                  ABER: Wer in ein fremdes Land geht, weiß im Voraus, dass eine gewisse Anpassung erfolgen MUSS. Wenn Du oder ich nach China gehen, können wir uns doch auch nicht darauf berufen, wir sprächen die Sprache nicht - und bestehen darum auf deutsche Formulare oder... Dass nun in der x-ten Generation immer noch dieses Sprachproblem besteht, zeigt für mich, dass da was gewaltig schief gegangen ist. Sicher weniger von unserer Seite (denn die Sprachkurse existieren ja ebenso wie andere Angebote).

                  Die Höhe der Wahlbeteiligung spricht übrigens Bände! Sicher hat jeder das Recht, entweder zu Hause zu bleiben oder zu wählen. Davon abgesehen, dass es noch immer ein sehr fragwürdiges Wahlrecht gibt (ist es denn inzwischen gültig???), welches bisher eigentlich verfassungswidrig war, hat man doch nicht wirklich eine Wahl. Ich persönlich gehe durchaus wählen, aber ich habe die Illusion verloren, damit irgendwas ändern zu können. Mir ist es eher wichtig, NICHT diesen Einheitsbrei da oben verbrochen zu haben. Vielleicht finden sich ja doch auch noch mehr, die ebenso denken...

                  Ich finde immer wieder aufs Neue überaus interessant, welche großen Möglichkeiten es gibt: CDU/ FDP oder SPD/Grüne oder SPD/Grüne oder CDU/FDP...

                  Hm, was ist nun das schlimmere Übel? Ich will beides nicht - die haben bisher nur Unsinn gemacht und gegen das eigene Volk entschieden. Und nur so am Rande: Ich verstehe es auch nicht, wie seit Jahrzehnten bei einer immer schlimmer werdenden Politik die Leute immer noch auf die Versprechen reinfallen und diesen Mist wählen können... Aber das nur am Rande...

                  Dass darum immer mehr Menschen resignieren und gar nicht mehr wählen, ist eher ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft. Denn es ändert sich mit den Wahlen rein gar nichts.

                  Es ist egal, welche Koalition regiert - die Programme sind ähnlich, die Konzepte im Vorfeld abgesprochen (man will ja weiter an der Macht bleiben und ist IMMER auf die Mithilfe angewiesen). Vor den Wahlen versprechen ALLE das Blaue vom Himmel, nach der Wahl weiß niemand mehr was.

                  Über den Einstieg in die Politik hat sicher schon so mancher nachgedacht. Aber sind wir doch mal ehrlich: JEDER, der anfangs reformwillig und mit 1000en Ideen in die Politik ging, wurde entweder "auf Spur" gebracht oder abgesägt. Ein Einzelner wird nicht wirklich etwas verändern. Denn dies ist in unserem System so auch gar nicht vorgesehen... DAS ist keine Demokratie. Dies ist per definitionem schon eine Diktatur. Und wenn man sich sehr genau umschaut, bemerkt man auch den Umbau unserer Gesellschaft von Demokratie und Freiheit hin zu Diktatur und Überwachung auf allen Strecken...

                  Was Langzeitarbeitslose angeht:
                  Ich denke, hier müssen wir wirklich differenzieren. Das derzeitige Sozialsystem ist stark reformbedürftig. Die Hartz4-Geschichte hat in weiten Teilen Not und Elend hervorgerufen. Einige wenige können es sich sehr bequem machen. Ich bin durchaus auch dafür, dass sich Arbeit lohnen muss. Dass in diesem Sozialsystem ein Großteil (im Bezug!) nicht mehr von seiner eigenen Arbeit leben kann, ist ein Armutszeugnis. Nicht weil die Regelsätze immens hoch sind, sondern weil sich viele Unternehmen freuen, dass der Staat subventioniert. Es kann nicht angehen, dass ich oder wer auch immer (als Beispiel) für einen Stundenlohn von UNTER 3 Euro (brutto!) arbeiten soll. Für eine Arbeit, die eine ordentliche Ausbildung schon mal voraussetzt.
                  Und nicht jeder kann mal so eben einfach wegziehen. Da sind durchaus auch Grenzen gesetzt. Das mag bei einem Single vielleicht praktikabel sein - bei Familien könnte dies schwierig sein.

                  Aber ich gebe Dir Recht, dass es nicht sein kann, dass ein Bedürftiger am Ende mehr Geld hat als ich, wenn ich voll arbeiten gehe. Dies haben wir selbst erlebt: Eine Alleinerziehende mit zwei Kindern... Seit ewigen Zeiten zu Hause (Kinder sind nun erwachsen, da kam noch das dritte Kind #gruebel). Aber mehr Geld als wir als Familie mit zwei Vollzeitjobs! Das ist ein Unding, da läuft irgendwo was gewaltig schief. Ich bin aber kein Freund davon, nun pauschal auf die H4-Bedürftigen einzudreschen. Die Mitnahmementalität, die einem oft begegnet, finde ich nicht in Ordnung - aber man sollte wirklich die Fehler im System finden. Die Menschen nutzen am Ende nur ihre Möglichkeiten aus (und dazu haben sie alles Recht!) - also muss das Grundsystem korrigiert werden.

                  Die Frage wäre nun:

                  1. Sind der Regelsatz und die Mehrbedarfe zu hoch?
                  2. Würde ein Mindestlohn Arbeit attraktiver machen?
                  3. Warum sind manche "Jobs" anerkannt und andere nicht? Gibts da Möglichkeiten, das anders zu steuern?
                  4. Wäre das BGE eine Alternative? Über die Höhe kann man ja diskutieren.

                  Ich bin persönlich dafür, dass es für Zuwanderer (NICHT Asylbewerber!) eine Wartezeit im Bereich Sozialleistungen gibt. Eine medizinische GRUNDversorgung kann man ja gewähren. Wer herkommt, sollte eine Arbeit oder die Grundversorgung (Vermögen, Verwandtschaft) nachweisen. Ähnlich dem New Yorker Modell sollte diese Hilfe aber auch insgesamt zeitlich begrenzt sein. Es sei denn, es gibt driftige Gründe (Gesundheit...), aber auch da ist noch manches machbar.

                  Die derzeitige Praxis allerdings aus Schikanen und Willkür haben in einem entsprechenden System nichts zu suchen.

                  Nach den derzeitigen Gedanken der EU haben wir eh schon riesige Probleme, die auf uns zukommen: Demnach hätte JEDER EU-Bürger das Recht, bei uns Leistungen zu beantragen (keine Ahnung, ob das so machbar ist, die EU denkt es zumindest) - woher soll das alles kommen? Schon aus diesen Gründen bin ich für eine ordentliche und tiefgreifende reform unserer gesamten Sozialsysteme. Ideen gibt es! Aber wir brauchen auch mal Leute, die von oben her durchgreifen! Reformfreudig wären und das anpacken. Leider gibts da derzeit keine herausragenden Geister (womit wir wieder bei den Wahlen wären ;-) )

                  Ich persönlich habe auch kein Problem damit, wenn eine Art Arbeitsdienst im Sozialbezug eingeführt würde. Es gibt genug Möglichkeiten, im kommunalen Bereich Leute zu beschäftigen. Es sollten jedoch auch sinnvolle Dinge sein. Wenn ich bei uns sehe, dass 5 Mann eine kleine Straße säubern und diese dann 8 Stunden lang hoch und runter spazieren, obwohl da alles in Ordnung ist, dann ist dies Verschwendung und unsinnig! Auch sollten keine Firmen ein Anrecht haben wie derzeit bei den Ein-Euro-Jobs. Da müsste man echt überlegen, was machbar ist. Ich bin mir jedoch sicher, dass es da Ideen und Vorschläge gäbe.

                  Ups, doch so lang geworden...
                  Nix für ungut ;-)
                  LG #katze

              Super geschrieben. Ich denke auch, Armut ist gewollt. Die wahlen sind so gesehen null und nicht, (hat das nicht das Bundesverfassungsgericht eben festgestellt?)

              Selbst Petitionen ("Gegen die Privatisierung von wasser) werden einfach abgeschmettert, egal wieviele unterschrieben haben.

              Es wird noch schlimmer werden!

              Wir sind eine Pseudo Demokratie. Aber zu melden haben wir nichts. Zu melden hat noch nicht mal die Merkel und co was. Auch nur Marionetten!

    Hi !

    Ich sag mal:

    Einer machts, und einer lässts mit sich machen.

    Ob die momentane Situation in Deutschland gewollt ist weiß ich nicht.
    Aber solange ein Großteil der Bevöllkerung politikverdrossen und/oder resigniert herumsitzt wird sich daran auch nichts ändern.

    Wir haben letztens etwas "herumgesponnen" und haben uns überlegt, was passieren würde wenn alle Bürger, die nicht zufrieden mit der Regierung sind kein Kreuzchen auf ihrem Wahlzettel machen würden. Wie hoch wäre dann wohl die Wahlbeteiligung ?
    Könnte man noch von einer vom Volk gewählten Regierung sprechen wenn sie nur bei angenommenen 35 % läge ? Auf alle Fälle wäre es ein klares Zeichen für "die da oben".

    gruß,

    vam-pir-ella

    • Vielleicht sitzen die Betroffenen noch so politikverdrossen rum, weil es ihnen doch noch relativ gut geht.

      Besonders schlimm finde ich, dass der soziale Aufstieg in Deutschland so schwer ist.

      • (12) 23.05.13 - 18:32

        "Vielleicht sitzen die Betroffenen noch so politikverdrossen rum, weil es ihnen doch noch relativ gut geht."

        Interessanter Denkansatz, den ich durchaus für plausibel halte. Vielleicht aber haben die unsäglichen Schul- und Bildungsreformen auch ganze Arbeit geleistet und die Betroffenen merken gar nicht mehr, wie sehr sie eigentlich beschissen werden?

    Sinnvoller wäre, wenn ALLE zur Wahl gingen und die, die so vollkommen unzufrieden sind, sollten ihren Stimmzettel ungültig machen. Die Stimmen würden dann auch auftauchen. Niemand interessiert sich wirklich für die Wahlbeteiligung, die Parlamente kommen ja doch zustande. Wenn da aber plötzlich 30% bewusst ungültige Mahlzeiten gäbe, gäbe es sichere Reaktionen.

(14) 23.05.13 - 10:50

Hallo,

die Tafel cofinanziert die Smartfone- und Flatscreen-Industrie. Eltern die zur Tafel gehen, weil nach der Finanzierung des neuesten Telefons kein Geld mehr übrig ist, kaufen ihren Kindern auch keine neuen Schuhe. Das Ergebnis dieses Verhaltens nennst du "Armut".

Kaum jemand MUSS sich Nahrung bei der Tafel besorgen. Wenn man die Prioritäten richtig setzt, kommt man mit dem ALGII-Satz hin.

" Was müsste passieren, damit solche Dokus zukünftig nicht mehr entstehen können? "
Man müsste den Stimmungsmachern die Drehgenehmigungen entziehen.

Gruß

  • Natürlich ist das Armut, wenn man sich nach dem Erwerb eines Smartphones keine Lebensmittel außerhalb der Tafeln leisten kann.
    Ich will damit nicht sagen, dass ein Smartphone eine Notwendigkeit darstellt (ich habe keins),aber es geht doch gerade nicht darum, wofür man Geld ausgibt, sondern wieviel man zur Verfügung hat.

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