Menschlichkeit nicht erwünscht?

    • (1) 13.06.13 - 17:54

      Auch das gibt es: Eine Mitarbeiterin des Hamburger Jobcenters soll ihren Arbeitsplatz verlieren, weil sie Hartz IV kritisiert und die Vorgänge im Jobcenter den "Kunden" gegenüber anprangert. Sie spricht auch an, dass jeder Mitarbeiter Vorgaben bei den Sanktionen bekommt, um Gelder einzusparen. Geht es also gar nicht darum, Verfehlungen zu bestrafen, sondern nur noch einen Plan zu erfüllen?

      http://www.stern.de/tv/jobcenter-mitarbeiterin-inge-hannemann-schluss-mit-hartz-iv-2024182.html

      Mich würde mal interessieren, ob das eine Ausnahme ist, oder ob es noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Jobcentern gibt, die ein ähnliches Bild von der Behörde und deren Geschäftspraktiken zeichnen können.

      • Da gibt es mit Sicherheit noch andere die gehen mussten weil sie sich an der vom Chef verordneten Rechtsbeugung nicht beteiligen wollten.

        Hallo,

        das wird keine Ausnahme gewesen sein, mich wundert irgendwie garnichts mehr #kratz

        Es gab einen Menschen in meiner Familie, Akloholiker, vom Leben stark geprägt. Er konnte nicht mehr arbeiten, das Amt wollte nicht mehr zahlen, er sollte Rente beantragen. Dieser Mensch war überfordert, wußte keine Ausweg mehr und nahm sich das Leben. Er hatte mehrmals um Hilfe beim Jobcenter gebeten, wie er nun weiter vorgehen müsst...er wurde weggeschickt, beschimpft....Das ist Deutschland, traurig...

        LG

        • Das finde ich traurig. Die Menschen vom Jobcenter sind doch aber auch Teil der Gesellschaft, oder? Warum habe ich den Eindruck, dass unsere Gesellschaft immer weiter auseinander bricht? Da stehen Junge gegen Alte, Arme gegen Reiche, Deutsche gegen Migranten, Arbeiter gegen Arbeitslose, Männer gegen Frauen, Gläubige gegen Nichtgläubige usw.

          Auf der anderen Seite aber gibt es dann wieder eine beispielhafte Solidarität mit den Flutopfern, wo tausende Helfer unermüdlich schaffen. Warum geht das nicht im großen Maßstab?

        Und man muss es so sehen: Für diesen Menschen wäre es ein Segen gewesen, in die Grundsicherung samt Rente zu rutschen. Er hätte endlich Ruhe gehabt.
        Das ist sehr bitter, dabei sind die Mitarbeiter meines Wissens zur Unterstützung verpflichtet.

        Dummerweise weiss das kaum ein Leistungsempfänger und wenn, dann wird er dennoch brüsk abgewiesen.

        ABER.

        Das ist nur die eine Seite. Ich arbeite viel mit dem Jobcenter zusammen und habe AUCH gute Sachbearbeiter kennen gelernt. Das darf nicht verschwiegen werden.

        Leider überwiegen sie nicht.

        Nur, wenn man mal nachliest: Die Mitarbeiter der Jobcenter unterstehen einem ungemeinen Druck von oben, Zahlen zu liefern. Zwischen den Stühlen sitzen sie.

        • Ja, Du hast schon Recht, nicht jeder Mensch ist gleich, nur ist es schlimm zu wissen, daß es solche Anweisungen von oben gibt und Menschen, die diese ausführen und zwar so genau, daß es Menschenleben kostet.

          LG

    Ob das ein Einzelfall ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Mich wundert aber fast gar nichts mehr in dieser Welt. Es macht mich nur betroffen, wenn die ALG - II Empfänger immer als faul und dumm dargestellt werden.

    Passt vielleicht nicht direkt hier her, aber das fand ich eben in der "Welt":

    Einerseits: "Staat schaute bei dreister Milliarden-Trickserei zu"

    Da geht es Milliarden Euros, die von den Banken erschlichen wurden und die Bundesregierung wusste Bescheid

    http://www.welt.de/wirtschaft/article117112833/Staat-schaute-bei-dreister-Milliarden-Trickserei-zu.html

    Andererseits: "Flutnothilfe soll mit Hartz IV verrechnet werden"

    "Wer etwa seinen kompletten Hausrat an die Fluten verloren hat und deshalb Soforthilfe erhält, muss sich vorsehen: "In dem Fall würde das Jobcenter kein Möbelgeld mehr zahlen", warnt der Wuppertaler Arbeitslosenrechtsberater Harald Thomé in der Zeitung. Zwar hätten Bundesagentur für Arbeit, Deutscher Städtetag und Landkreistag gemeinsam erklärt, dass Soforthilfen nicht anzurechnen seien. "Doch das gilt nicht für Erstausstattung", sagt Thomé."

    http://www.welt.de/vermischtes/article117118795/Flutnothilfe-soll-mit-Hartz-IV-verrechnet-werden.html

    Ich finde nicht, dass das alles so in Ordnung ist, aber was soll man dagegen tun?

    • Ich finde das auch nicht in Ordnung, aber was soll man machen? Merkel ist alternativlos und wird bei der nächsten Bundestagswahl wohl einen Durchmarsch erleben. Wer hätte Interesse daran und genügend Mut, die Dinge wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen? Mir fällt niemand ein...

Aha. Lügen, und sonstiges sinnfreies Zeugs schreiben ist also "menschlich"?

http://www.presseportal.de/pm/6776/2493311/inge-hannemann-gefaehrdet-tausende-mitarbeiter-der-jobcenter

*unterschreib*

  • Und wenn der Dieb behauptet: "Ich habe nichts gestohlen!", dann unterschreibst Du das auch? Die Behörde steht doch angesichts dieser mutigen Frau mit dem Rücken zur Wand und kann gar nicht anders, als jetzt eine Abstreite-, Verleugnungs- und Diffamierungskampagne zu führen. Die wissen genau, dass die Solidarität unter den Mitarbeitern auf dünnem Eis steht, weil jeder Angst um seinen Job hat!

    Im Web und auf Youtube finden sich genug Beiträge, die Frau Hannemann bestätigen.

    Also lieber andere Langzeit-Arbeitslose schikanieren dass man selber keiner wird? #gruebel
    Das bestätigt meine Meinung über die Mentalität der Job-center!

    Wie sagen Richter immer so schön, alles nur Schutzbehauptungen....

Wie es aussieht, dürfen sie nicht. Wer verliert schon gern seinen Arbeitsplatz und wird im schlimmsten Fall sein eigener Kunde, wenn man doch genau weiss, wie das laufen kann?

Top Diskussionen anzeigen