Bedingungsloses Grundeinkommen

„Einige zweifeln an der Umsetzbarkeit, manche bezeichnen das sogar als sozialistische Spinnerei und Götz Werner als einen geistlosen Idioten (dabei hat der in seinem Leben offenbar mehr erreicht, als seine größten Skeptiker hier).“

Ich habe noch nie gehört, dass jemand Götz Werner als geistlosen Idioten bezeichnet hat. Für die Beurteilung seines Modells ist es irrelevant, was er im Leben (finanziell) erreicht hat.

Er scheint durchaus smart und intelligent zu sein, denn immerhin hat er es geschafft, dass DU ihm auf den Leim gegangen bist.

Die grundsätzliche Idee des BGE ist bereits über 50 Jahre alt und sie stammt natürlich nicht von Götz Werner.

Dass Du gerade sein Modell als Referenz angibst verwundert ein wenig. Ich glaube nicht, dass es mit Deinem grundsätzlich (im ursprünglichen Sinne) sozialdemokratischen Weltbild vereinbar ist. Das Götz Werner-Modell führt in eine ganz andere Richtung.

  • "Er scheint durchaus smart und intelligent zu sein, denn immerhin hat er es geschafft, dass DU ihm auf den Leim gegangen bist."

    Was heißt denn, auf den Leim gegangen?
    Das BGE wird inzwischen auch in anderen Ländern diskutiert und es gibt immer mehr Leute, welche die Idee gut finden. Götz Werner habe ich lediglich mal als Referenz genannt, weil er ja oft mit der Idee des BGE in Verbindung gebracht wird.

    "Dass Du gerade sein Modell als Referenz angibst verwundert ein wenig."

    Nicht SEIN Modell, sondern EIN Modell. Du musst mir nichts unterstellen.

    • Götz Werner wird mit der Idee des BGE in Verbindung gebracht, weil er über die Ressourcen verfügt, sein Modell zu verbreiten.

      Es gibt zahlreiche andere Modelle. Die Konstruktionen sind so unterschiedlich wie ihre Schöpfer und deren Intentionen. Genau das macht eine generelle kritische Auseinandersetzung mit dem BGE so schwierig.

      Einige Modelle sollen tatsächlich von oben nach unten umverteilen (ob das funktionieren kann sei mal dahingestellt). Hinter Götz Werners Modell steht allerdings die Absicht einer Umverteilung von unten nach oben. Ich denke, das solltest Du im Hinterkopf behalten.

      • Einverstanden.

        Diese Fragen müssen aber dennoch erlaubt sein:

        1. Wollen wir ein BGE?
        2. Falls ja: Wie könnte ein funktionierendes Modell aussehen und wie könnte man es umsetzen?
        3. Falls nein: Warum gibt es grenzübergreifend so viele Anhänger des BGE und zwar aus so ziemlich allen Schichten?

        Was BGE überhaupt ist (unabhängig von seiner Höhe) wird in dem Film im Eröffnungsbeitrag sehr gut und plausibel erläutert. Für mich als durchaus skeptischen Betrachter gibt es zunächst keine Widesprüche in sich. Bei einigen Podiumsdisskussionen zum Thema fand ich bislang auch noch alle Gegenargumente ausgeräumt. Die beliebtesten Totklopper sind ja a) nicht finanzierbar und b) dann geht keiner mehr arbeiten.

        • Zu 1: Vermutlich wollen wir es nicht. Selbst wenn es viele Menschen, gibt, die den Gedanken interessant finden bin ich mir sicher, dass es keine Mehrheit für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gibt.

          Würde uns das BGE überhaupt in unserem Streben nach einer gerechten Gesellschaft voranbringen? Meiner Ansicht nach dient das BGE weder der Bedarfsgerechtigkeit noch der Leistungsgerechtigkeit.

          Zu 2: Die erste Frage ist, ob es überhaupt ein umsetzbares Modell gibt. Falls dem so ist, habe ich es noch nicht gefunden. Falls es wider Erwarten doch eines geben sollte, würde sich die Frage anschließen, wohin uns das gesellschaftlich führt.

          Zu 3: Das BGE ist ein gemeinsames Fragment in unterschiedlichsten (teils utopischen) Entwürfen einer zukünftigen Gesellschaftsordnung. Das BGE als gemeinsamer Bestandteil darf aber nicht über die großen Unterschiedliche hinwegtäuschen.

          „Was BGE überhaupt ist (unabhängig von seiner Höhe) wird in dem Film im Eröffnungsbeitrag sehr gut und plausibel erläutert“

          Unabhängig von der Höhe kann man die Diskussion nicht führen, denn das BGE müsste (wenn es denn seinen Namen verdient) zum Leben ausreichen. Wo läge dieser Betrag Deiner Ansicht nach?

          „. Bei einigen Podiumsdisskussionen zum Thema fand ich bislang auch noch alle Gegenargumente ausgeräumt.“

          Ich kenne ein paar dieser Rechenmodelle. Die klingen auf den ersten Blick plausibel, aber wenn man zuhause mal in Ruhe darüber nachdenkt, stellt sich schnell heraus, dass wichtige Fragen ausgelassen werden oder mit nicht ganz korrekten Zahlen gerechnet wird.

          Beispiel: Befürworter des BGE argumentieren gerne, dass „der Staat“ ja heute bereits mehr als 750 Mrd. Euro für Sozialtransfers bezahlt.

          Das ist jedoch nicht korrekt, da lediglich 35% dieser Transfers aus dem Staatshaushalt finanziert werden. Die Deckungslücke ist also sehr viel größer, als es in den Modellrechnungen dargestellt wird.

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