Ausbildungsplätze für Spanier

    • (1) 03.07.13 - 20:32

      HI.

      Mich würde mal interessieren was ihr so davon haltet das Spanier hier die Möglichkeit haben eine Ausbildung zu machen.

      Ich selbst finde es irgendwie gut aber irgendwie auch schade für unsere Jugend, sind das dann nicht evlt auch Plätze die unsere jungen Leute in Anspruch nehmen könnten?

      ich finde Grundsätzlich eher dass man auch" kleine" Jobs (also wo man nicht gerade Studiert haben muss) schmackhafter machen sollte. Immerhin brauchen wir auch Menschen die zb hinter einer Theke arbeiten, oder an der Kasse, oder Hotelzimmer putzen (so "kleine" Jobs halt).

      Viele wollen Studieren um was großes zu werden, aber wieso? klar gibt das mehr Einnahmen aber sollten zb kleinere Jobs auch nicht besser bezahlt werden oder gar evlt nicht so herablassend behandelt werden? Vorallem man studiert und macht und ist danach arbeitslos? da bringt ja einem das beste Studium im falschen Fachgebiet (wo es keine Arbeitsplätze gibt) auch nix.

      Wie denkt ihr so darüber?

      Lg
      Babyboom

      • Das heißt Freizügigkeit und ist einer der Grundpfeilen der EU. Spanier dürfen schon mehrere Jahrzehnte hier arbeiten, studieren, sich ausbilden lassen, hier als Rentner wohnen und umgekehrt dürfen die Deutschen das auch in Spanien. Nur von Sozialleistungen oder Bafög dürfen sie hier nicht leben, erst nach 5 Jahren Erwerbsleben in Deutschland haben sie Anspruch darauf. Es ist nichts neues. Neues ist, dass es jetzt gezielt geworben werden soll bzw. dass sie gezielt werben wollen. Wenn ein Spanier mit guten Deutschkenntnisse und gute Qualifikation im Bewerbungsgespräch sitz und daneben 2 Deutschen mit reguläre Qualifikatio, dann spricht doch nichts dagegen. Aber gut, es gibt sowieso sehr viele Branchen, wo es schwer ist Auszubildenden zu finden. Wenn jetzt Spanier diesen Beruf hier erlernen wollen, ist doch gut für die Unternehmen. Vor allem die Handwerksberufen haben es sehr sehr schwer mit der Suche nach Nachwuchs. Aber gut, ich kann auch nicht viel zum Thema sagen. Ich bin amerikanerin, wohne aber hier in Deutschland und habe auch die Deutsche Staatsbürgerschaft dank Vorfahren.

        • Ah ok, das wusste ich nicht, also dass es schon länger so geht.

          Es ist auch schon richtig dass es für die Unternehmen besser ist, aber gerade deshalb wäre es doch interessanter unsere Jungend noch mehr zu Qualifizieren bzw zu Begeistern um so doch bessere Qualis zu haben.

          Und das mit den Handwerksberufen ist ja auch so eine Sache, es wird halt nicht immer gut gezahlt und es muss hart gearbeitet werden, ich sehe es ja auch bei meinem Mann, ich darf gar nicht vergleichen was er verdient (sich dafür ehrlich was abrackert und mit 55 ist beim Handwerker, Schreiner, eh meist Schluss) und andere wirklich einen lockeren Job im Büro haben welche aber um einiges mehr bekommen. Selbst verglichen mit meinem Job (bin im Einzelhandel) finde ich seine Leistungen viel stärker, während ich vergleichsmäßig mehr verdienen würde.

          Lg

          • ja, das ist eine der Grundpfeilder der EU. Bürger der EU-Länder dürfen in anderen EU-Länder arbeiten zu selben Bedingungen wie die Inländer. Sie bekommen auch automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung, wenn sie in einen EU-Land studieren wollen, eine Ausbildung machen wollen oder Rentner (oder reich genug!) sind und nicht von Sozial Leistungen abhängig sind. Also du darfst genauso gut nach Spanien, Italien oder Schweden wie sie hier her dürfen und sich für Jobs bewerben dürfen. Daher wandern auch z.B. so viele deutsche Ärzte und Krankenschwestern nach Schweden, weil die Arbeitsbedingungen dort besser sind und sie es legal ohne Probleme dürfen. Oder von mir aus Sonnenhungrige, die nach Spanien auswandern und sich dort mit einer Kneipe am Strand selbständig machen. Nur Sozialleistungen beziehen darf man nicht, erst nach 5 Jahren erwerbstätigkeit.

      Wie schon meine Vorschreiberin schrieb ist es nix neues das EU-Buerger in Deutschland arbeiten und Deutsche im EU-Ausland arbeiten duerfen ohne grossartige buerokratische Huerden zu haben und das ist gut so.

      Ich bin aber auch voreingenommen, als im EU-Ausland lebende Deutsche.

      Den Jugendlichen die am Heimatort nix finden steht es ja auch frei woanders hinzugehen.

      • "Den Jugendlichen die am Heimatort nix finden steht es ja auch frei woanders hinzugehen. "

        Stimmt auch wieder, aber ist es auch immer machbar? ich meine die Familie und sonst alles aufgeben müssen für einen Job finde ich auch heftig. Klar besser wie keine Einnahmen zu haben aber trotzdem hammer....

        Lg und Danke für deine Antwort

        Babyboom

        • Ich sehe es nicht so, dass man dann die Familie aufgibt, wenn man die Region wechselt, um eine Ausbildung anzufangen.
          Lebt man in einem strukturschwachen Gebiet und will man gerade mal kein Ökolandwirt sein, muss man gehen.

          Dahin, wo die Arbeit ist.

          Für mich eine logische Schlussfolgerung.

          Die Familie bleibt die Familie, wir sind alle mobil und können einander besuchen.

          • ja gut, man könnte es sogar (je nach Region) wirklich sehr Positiv sehen, URLAUB for free für die Verwandten:-p.

            nee stimmt schon was du sagst, aber mir würde es schwehr fallen, aber was muss dass muss.

            Lg
            Babyboom

            • Ich weiss, das fällt vielen Menschen schwer.

              Aber ist es besser, auf dem Dorf in MeckPom mit Anfang 20 von Hartz 4 zu leben, als in München eine Ausbildung zu machen?
              Ich bin oft umgezogen in meinem Leben, und fast immer ging es um die Arbeit/Studium. Das war okay so für mich.

        Das ist aber genau das, was die spanischen Auszubildenden die nach Deutschland kommen machen.
        Ja, auswandern ist verdammt hart, das weiss ich aus Erfahrung, deshalb finde ich es immer seltsam wenn Auslaendern vorgeworfen wird, dass sie es sich einfach machen, wenn sie kommen und anderen die Jobs stehlen.

        • Also vorzuwerfen gibt's da ja nix, aber schon hammer dass es soweit kommen muss, nicht nur aus "unserer Jugend sicht" sondern auch von der anderen Sicht.

          ich meine bei denen kommt ja noch teilweise dazu dass sie Studiert haben und dann doch "nur" ins Hotelfach (als Beispiel) gehen. Schon traurig.

          Lg

      Ich bin mit 18 ausgezogen. Nicht für eine Ausbildung, sondern fürs Studium. Relativ typisch fürs Studium, "heftig" würde das wohl kaum einer nennen.

      Geschadet hat es nicht. Und meine Familie aufgegeben habe ich natürlich nicht - wir stehen sogar heute noch in sehr engem Kontakt, erstaunlich offenbar.

      "Sonst alles..." - manchmal ist ein Lebensabschnitt halt vorbei. Schule war einer - das Leben danach ist ein weiterer. Und manchmal heißt das halt: Neuanfang.

      Der Ort, wo ich herkomme, ist 80km von der nächsten Uni entfernt. Pendeln? Unmöglich. Da hätte ich auch gar nicht studieren können. 600 km war dann die Entfernung. Jobs? Gabs da auch nicht. Wieder ca. 500 km weiter - in eine andere Richtung ziehen.

      Und hier wohne ich jetzt seit 13 Jahren. Mit neuen Freunden, eigener Familie - aber natürlich noch Kontakt zu "meiner" Familie, die heute "nur" 450 km entfernt wohnt.

      Hammer? Nein, Leben! Realität! Herausforderung, Erwachsen-werden...

      Einziger Unterschied mag der sein, dass Jugendliche, die eine Ausbildung beginnen, oft genug noch genau das sind - Jugendliche. Aber viele sind auch nicht jünger, als ich es damals war.

      Viele Grüße
      miau2

Ist es nicht so, dass der Beste/Geeignetste den Ausbildungsplatz bekommt?

Wenn also der deutsche Jugendliche sich auch auf den Ausbildungsplatz bewirbt, der Spanier jedoch genommen wird, dann wird das wohl an dessen Fähigkeiten liegen.
Oder verstehe ich dich da falsch?

  • Natürlich ist das richtig, aber könnte man auch nicht (je nach dem wie hoch die Unterschiede sind) auch dem Deutschen die Stelle geben?

    Um himmels willen ich habe nix gegen Spanier (bin selbst in Spanien aufgewachsen) aber wir müssen doch auch etwas schauen wo unsere Jugend bleibt, irgendwie halt.... ich hoffe es wird verstanden was ich meine.

    Lg und Danke für die Antwort

    • Die Jugend muss sich positionieren. Welche Erwartung hat die Jugend an den Staat? Welche Leistungen erbringt die Jugend?
      Eigeninitiative ist ein Schlagwort.

      Wenn ich keinen Bock auf Schule hatte, meinen Abschluss mehr schlecht als recht gemacht habe, muss ich mich nicht wundern, wenn mein Ausbildungsplatz dann von einem ambitionierten Menschen okkupiert wird.
      Der Spanier wird nicht genommen, weil er Spanier ist, sondern weil er Leistungen erbringt, die benötigt werden, oder? und wenn der Deutsche diese Leistungen nicht bringt, muss er sich überlegen, ob er jammern will darüber, oder ob er sich verbessern will.
      So sehe ich das.

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