Meine Welt dreht sich um mich, mein Tellerrand ist die Grenze meines Grundstücks

Informieren ist

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    • (1) 18.07.13 - 09:31

      Hallo,

      In einem Post im Partnerschaftsforum hat es zwar mit einem anderen Thema angefangen, ist aber letzendlich in eine Diskussion um das persönliche Interesse an Politik bzw. Weltgeschehen umgeschlagen.

      Mich hat die Einstellung einiger sehr überrascht, deshlab möchte ich das Thema hier noch einmal zur Diskussion stellen.

      Die folgenden Aussagen sind sinngemäß wiedergegeben:

      'Mich und meine Familie interessiert es gar nicht, was in der Welt passiert'
      'Nachrichten sind mir zu langweilig, ich schaue/ lese lieber etwas anderes'
      'Ich habe gar keine Zeit, mich zu informieren'
      'Was woanders passiert ist doch egal, ich kümmere mich um meinen eigenen Kram und bin damit zufrieden.'
      'Informiert zu sein ist nicht wichtig und keine Pflicht.'
      'Ich will das alles gar nicht wissen, ich kann eh nichts ändern.'
      'Man muss nicht wissen, was auf der Welt passiert und man kann es auch von niemandem erwarten.'

      Natürlich ist das nur eine Blick auf eine Richtung, es gab auch andere Ansichten.

      Sehen das hier alle so? Ist das wirklich darauf zurückzuführen, dass es ein Familienforum ist und das - ausschließliche- Interesse hier an Kids, Haushalt, Klatsch und Nestbau liegt?

      Oder ist es ein Schnitt durch die gesamte Bevölkerung?

      Meine Meinung dazu könnt ihr an meinem Motto ablesen, "In the age of information ignorance is a choice."

      Und, in meinen Augen, vielleicht die bequemste, aber langfristig nicht die beste Wahl und auch kein gutes Vorbild für die Kinder.

      Bin gespannt auf Antworten!

      • sicherlich hat man.als mutter fordergründig anderes zu tun als sich immer und ständug über das weltgeschehen.zu informieren. dennoch sollte man schon wissen, was in.der welt so vor sich geht. ich empfinde es als gnadenlos dumm, sich überhaupt nicht für das geschehen.auf der welt zu interessieren..denn nur wer weiß, wie es zu einer katastrophe kommt, ist auch in der lage so etwas in zukunft verhindern.zu können (z.b. hitlerregime). zudem sich viele weltpolitische dinge direkt auf das normale leben.auswirken (weltwirtschaftskrise). in der schule wurde uns gesagt dass es am besten.ist, mindestens einmal am tag die aktuellen nachrichten.zu sehen.oder zu lesen. nur informierte menschen sind in der lage, etwas zu ändern. mal abgesehen.davon ist man.ja auch ein beispiel für seine kinder..im positiven wie im negativen. wenn ich mich also damit brüste, dass es mir egal.ist, was woanders passiert, gebe ich genau das auch an mein kind weiter. das ist ignorant und dumm.

        • (3) 18.07.13 - 10:24

          "ich empfinde es als gnadenlos dumm, sich überhaupt nicht für das geschehen.auf der welt zu interessieren."

          Das sehe ich auch so, nur das Informieren alleine nutzt ja rein gar nichts, solange man
          a) nicht versteht, was da passiert und
          b) man so gar nichts dagegen unternimmt.

          Außerdem ist es sehr gefährlich, wenn man die Leute, die es verstehen und etwas unternehmen, als "Spinner", "Verschwörer", "Sozialromantiker" und so weiter beschimpft.

          • Hallo,

            aber sich zu informieren ist doch der erste Schritt in die richige Richtung, oder?

            Klar, damit sich was veränders muss man auch aktiv werden und dazu erst einmal verstehen, was man liest, sieht oder hört, aber irgendwo muss ja jeder auch im alltag entscheidungen treffen.

            vlg

            • Klar ist es der erste Schritt, sich zu informieren! Nur, sag mal ehrlich: Was nutzen zum Beispiel die Informationen, dass die Reallöhne in Deutschland gesunken sind, dass wir ständig und überall umfassend überwacht werden, dass es bereits über eine Million Millionäre in Deutschland gibt oder dass das Jobcenter den Hartz-IV-Empfängern empfiehlt, weniger Fleisch zu essen und die Möbel zu verkaufen? Letzteres glaubst Du nicht? Guck mal:
              http://www.focus.de/politik/deutschland/spartipps-aus-dem-jobcenter-hartz-iv-empfaenger-sollen-ihre-moebel-verkaufen_aid_1046825.html

              • Hallo,

                ich denke, dass auf diese Informationen in jedem Fall nutzen können. Beispielsweise, wenn ich meine Kinder darüber aufkläre und dazu animiere sich weiter zu bilden. Wer weiß, ob die nicht später Politiker, Manager o.ä. werden und was veränderm können.

                Außerdem halte ich es für wichtig, sich eine Meinung zu bilden und im Alltag nach dieser Meinung zu handeln. Es steht schließlich und endlich auch jedem frei, sich politisch zu engagieren oder auch einfach wählen zu gehen.

                Ich glaube, dass es, wenn auch auf Umwegen, immer noch möglich ist auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen und die Welt in vielen Belangen zu formen.

                vlg

                • "Wer weiß, ob die nicht später Politiker, Manager o.ä. werden und was veränderm können."

                  Glaubst Du selber, was Du da schreibst? Bist Du Politiker oder Manager geworden? Kennst Du unser Bildungssystem? Hast Du Dir angesehen, welche Chancen jemand hat, der gegen den Strom, also gegen das System schwimmen will?

                  "Es steht schließlich und endlich auch jedem frei, sich politisch zu engagieren oder auch einfach wählen zu gehen."

                  Und wen wählst Du, nachdem Du Dich informiert hast? Ich meine, welche Wahl hast Du denn genau?

                  "Ich glaube, dass es, wenn auch auf Umwegen, immer noch möglich ist auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen und die Welt in vielen Belangen zu formen."

                  Das glaube ich nicht mehr. Dazu ist der geistige Verfall in der Gesellschaft schon viel zu weit fortgeschritten. Schau Dir die Umfragen zur kommenden Bundestagswahl an, schau Dir an, wie alleine hier im Forum mit "Andersdenkenden" umgegangen wird...

                  • Hallo,

                    "Glaubst Du selber, was Du da schreibst? Bist Du Politiker oder Manager geworden? Kennst Du unser Bildungssystem?"

                    An der Mgmt Karriere arbeite ich noch, aber es sieht tatsächlich ganz gut aus. Auch in einer Partei bin ich seit langem aktiv, hatte lange den Vorsitz der Jugendgruppe und engagiere mich auch jetzt.

                    Meine Eltern hingegen sind als sachkundige Bürger bei vielen politischen Entscheidungen dabei und werden auch angehört. Erst letztens haben Sie sich mit einer eigens gegründeten Initiative bis auf Bundeseben durchgeklagt, um einen Bau in einem Naturschutzgebiet zu verhindern bzw. einen verträglicheren Plan durchzusetzen - und sie haben am Ende recht bekommen.

                    also, ganz klar, JA, ich glaube was ich da sage!

                    Natürlich ist es als andersdenkender schwer und selbstverständlich tragen Ignoranz und ein zu geringer Leidensdruck in der Wohlstandsgesellschaft zu einem geistigen Verfall der Gesellschaft bei.

                    Aber nicht nur ich versuche das zu ändern.

                    • "An der Mgmt Karriere arbeite ich noch, aber es sieht tatsächlich ganz gut aus."

                      Und was willst Du ändern, wenn Du Verantwortung im Management hast? Ich frag mal anders: Wenn Du ein Unternehmen führst mit 50 Mitarbeitern, wie willst Du das führen? Bedenke, dass Du im Wettbewerb mit anderen Unternehmern stehst. Du musst Deine Produkte / Dienstleistungen mit Gewinn verkaufen, um am Markt bestehen zu können. Wie willst Du das machen? Zahlst Du Mindestlöhne? Wo sparst Du, um dem Wettbewerbsdruck standhalten zu können?

                      • Hallo,

                        vielen Dank, ich kenne mich ein wenig damit aus, im Wettbewerb zu bestehen und trotzdem sozial zu handeln. Leider noch zu wenig, deshalb bin ich auch noch nicht bereit mehr Verantwortung zu übernehmen.

                        Es ist durchaus möglich, die Mitarbeiter fair zu behandeln, sich gegenüber der Unternehmensumwelt klar zu positionieren und dabei trotzdem Gewinn zu generieren.

                        Es ist nur unmöglich, ein riesiges Wachstum unsachlich zu forcieren. Vielmehr muss darauf geachtet werden, dass ein Unternehmen nur soweit wächst, wie es das selbst tragen kann und auch mit dem Kapital sauber umgeht.

                        Das bedeutet: Keine Statussymbole, keine prestigeträchtigen Unternehmungen und eine flache Hierarchie, in der es keine überbezahlten Top Manager gibt. Die Forschung und Entwicklung muss sich aus dem Return finanzieren, was durchaus machbar ist. Außerdem ein kreatives und effektives Marketing und keinen voreiligen Börsengang, um nicht viel zu viele Leute mit einzubeziehen, die keinen Bezug zur Firma haben und nur an der Kohle interessiert sind.

                        Die Leute müssen an der Stelle eingesetzt werden, wo sie sich wohl fühlen und 5 gut bezahlte Top Leute sind mir lieber als 20 Kräfte, die nicht motiviert sind.

                        Dann sind sowohl eine gute Bezahlung, als auch eine florierendes Unternehmen im Wettbewerb möglich, ohne an einer unkoscheren Stelle einsparen zu müssen.

                        Gefächerte Szenarioplanung und ein gutes Controlling sind meiner Meinung nach eine wichtige Basis dafür, dass das Geschäft sicher läuft.

                        Bei Google z.B. hat das sehr gut geklappt, bevor die so groß geworden sind.

                        • "Es ist nur unmöglich, ein riesiges Wachstum unsachlich zu forcieren. Vielmehr muss darauf geachtet werden, dass ein Unternehmen nur soweit wächst, wie es das selbst tragen kann und auch mit dem Kapital sauber umgeht."

                          Ich gebe ehrlich zu, dass mich Deine Einschätzung positiv überrascht. Ob Du damit allerdings am Markt bestehen kannst, steht auf einem anderen Blatt...

                          "Es ist nur unmöglich, ein riesiges Wachstum unsachlich zu forcieren."

                          Wachstum - was für ein Stichwort! Kennst Du die Urschachen für das ständig benötigte benötigte Wachstum?

                  (12) 21.07.13 - 11:39

                  >"Ich glaube, dass es, wenn auch auf Umwegen, immer noch möglich ist auf politische Entscheidungen Einfluss zu nehmen und die Welt in vielen Belangen zu formen."

                  Das glaube ich nicht mehr. Dazu ist der geistige Verfall in der Gesellschaft schon viel zu weit fortgeschritten. Schau Dir die Umfragen zur kommenden Bundestagswahl an, schau Dir an, wie alleine hier im Forum mit "Andersdenkenden" umgegangen wird... <

                  dem stimme ich zu

            Übrigens, die Broschüre halte ich für unglücklich gewählt, aber nicht für sinnbefreit.

            Es ist erschreckend, wie viele Menschen den täglichen Liter Coca Cola / Lift Apfelsaftschorle oder Vitel Wasser für lebensnotwenige Güter halten. Bei einer Familie von 4 sind das täglich mindestens 4€, also 120€ im Monat - die durch den völlig ungefährlichen und oft noch gesünderen Konsum von Leitungswasser eingespart werden können.

            Auch Fleisch muss man nicht jeden Tag essen um ausgewogen und gesund zu leben, im Gegenteil.

            Was die Möbel betrifft, dazu habe ich noch keine wirkliche Meinung. Auf der einen Seite denke ich, dass jeder seinen Besitz behalten können muss. Andererseits können ja auch Gegenstände gepfändet werden, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden. Und irgendwo empfinde ich es auch so, dass Dinge, die nicht gehalten werden können, eben verkauft werden müssen.

            Die Frage ist nur, wo man da beginnt? Das 2te und 3te Auto muss eine Familie, die in finanzielle Schieflage geraten ist, selbstverständlich abgeben. Auch eine umfassend Ausrüstung an Spielekonsolen, Computer, Fernsehern etc. empfindet man schnell als arg drüber, bei einer Familie, die sich nicht selbst ernähren kann. Ist der Verkauf von überflüssigen Möbelstücken da so viel anders?

            Letzen Ende kommen wir auch hier wieder bei der Frage an, was steht einem Menschen im unserem System zu, was kann die Gesellschaft da finanziell leisten?

            Stell den Artikel doch einmal zur Diskussion, mich würd sehr interessieren, wie die Meinungen dazu sind und ich könnte auch ein paar Denkanstöße gebrauchen, was das angeht.

            Viele liebe Grüße

            • Es ist mir zu müßig, auf diesen Beitrag einzugehen, da er aus meiner Sicht deutlich zeigt, dass Du sehr wenig von der Vielzahl der Hartz-IV-Empfänger weißt und Deine Meinung auf der in der Gesellschaft gestreuten Meinung basiert. Hartz-IV-Empfänger sind faul, dumm, arbeitsscheu und leben lieber in der sozialen Hängematte, nicht wahr? Dann kennt jeder ja noch mindestens einen oder zwei Leute, auf die das Klischee zu 100% passt und schon wird die Meinung als bestätigt abgehakt.

              Ich kenne leider mehr Leute, die sich tagtäglich um eine Arbeit bemühen, die eisern sparen und dennoch auf keinen grünen Zweig kommen. Ich kenne auch die Ursachen für die Misere und das ist nicht Faulheit oder Dummheit, sondern unser Wirtschaftssystem. Die Schleckerfrauen zum Beispiel, die entlassen wurden, die sind alle nur dumm und faul, weil die nicht wieder in eine feste Arbeitsstelle gerutscht sind? Wieviel freie Arbeitsplätze gibt es denn eigentlich, wieviele Arbeitslose haben wir und welche Übereinstimmungen zwischen Ausbildung und Anforderung haben wir bei der Gegenüberstellung von Arbeitsuchenden zu Arbeitsplatzangeboten? Verstehst Du, was ich meine, wenn ich sage, dass Informationen alleine nichts nutzen, solange man sie nicht versteht?

              • Hallo,

                << Hartz-IV-Empfänger sind faul, dumm, arbeitsscheu und leben lieber in der sozialen Hängematte, nicht wahr?>>

                Nein, so denke ich nicht und ich habe diese Erfahrung auch noch nie gemacht. Ich konnte dageben die Erfahrung machen, dass viele wieder auf die Füße kommen, wenn sie lässt und wenn man hilft.

                Unsere ehemalige Putzfrau, die diesen Job aus der Not angenommen hatte, hat beispielsweise dieses Jahr ihre Ausbildung bei uns mit Erfolg abgeschlossen und einen unbefristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen.

                ABER: Wenn diese Tipps -sagen wir- 2% der Menschen helfen, dann ist das doch besser als nichts, oder?

                Klar ist die Aufmachung mehr als lächerlich, aber wer sie schon umsetzt kann die Tipps ja ignorieren und wer nicht, vielleicht ein bisschen was daraus mitnehmen.

                Sicherlich schafft es auch keine neuen Arbeitsplätze, aber für eine kurzfristige Verbesserung der Lage können sie hilfreich sein.

                Schlussendlich muss man auch akzeptieren, dass auch solche Maßnahmen nur ein Versuch sind. Und der kann und darf auch schiefgehen.

                Man kann von niemandem Umfehlbarkeit verlagen.

                Übrigens, wenn dir unser Wirtschaftssystem nicht passt und die Ursache allen Ärgers ist, dann hast du vielleicht einen Plan in der Taschen, der alle Probleme löst?

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