Königshäuser gut oder schlecht für ein Land?

    • (1) 23.07.13 - 09:52

      Hallo zusammen,

      aufgrund der Geburt in Großbritannien kommt es in den Medien nun wieder zu Diskussionen, ob man Königshäuser abschaffen sollte oder nicht.

      Was meint ihr dazu?

      Ich bin pro Königshäuser, wenn diese eine Regierung nicht beeinflussen, sondern nur einen repräsentativen Charakter haben. Als Werbeträger eines Landes finde ich sie sehr sinnvoll, da die Medien weltweit kostenfrei über das Königshaus und das Land berichten. Der Tourismus wird angekurbelt und die Wirtschaft des Landes profitiert davon.

      Als Frederick von Dänemark geheiratet hat, wuchs der Export der dänischen Industrie nach Australien in dreistelliger Millionenhöhe.

      Ebenso wird die Aufmerksam der Menschen auf Einrichtungen oder Problemgebiete der Welt gerichtet, wenn Prominente sich dafür einsetzen.

      Natürlich kosten Königshäuser eine Menge Geld, aber letztendlich ist der Gewinn eines Landes dadurch wesentlich höher. Die Geschichte des Landes wird lebendiger und manche Menschen erfreuen oder ärgern sich an den Ereignissen im Königshaus.

      Königshäuser wecken auch Träume, da für die meisten von uns unerreichbar. Und wenn sich ein Land diesen "Luxus" leisten möchte und sich die Mehrheit der Bevölkerung dafür ausspricht, finde ich es auch in Ordnung.

      Viele Grüße

      rabe0510

      • "Abschaffen" ist meiner Meinung nach völlig falsch. Auch der Begriff ist in diesem zusammenhang komisch... Man kann doch keine Jahrhunderte alten Traditionen und Adelsstammbäume einfach so "abschaffen". Man kann die Privilegien einschränken aber man den Familien doch nicht Ihr Eigentum (länderein, häuser etc.) wegnehmen!

        Ich hätte gerne einen Prinzen oder König anstatt eines bundespräsidenten! So ein König macht doch auch viehl mehr her, wenn er seine Gäste aus aller Welt auf der Hohenzollernburg empfängt als in irgeneinem Schloss zu dem er persönlich garkeinen bezug hat!

        Außerdem kann sich das Volk sehr gut mit einem monarchen identifizieren!

        • Wieso verbindest Du Abschaffung der Monarchie automatisch mit Wegnahme des Eigemtums? Das sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe.

          Die Abschaffung der Monarchie wäre doch prinzipiell ohne Weiteres möglich.

          Letztlich bedarf es dazu doch nur des politischen Willens und der Einführung entsprechender Gesetze.

      Und was Geld und Privilegien angeht: Auch Politiker sind keine armen menschen und haben mehr Rechte... habe damit kein problem und sehe zu einem Monarchen keinen Unterschied!

      • Der Unterschied ist, dass man einen Politiker abwählen kann, wenn man mit ihm auf seinem Posten unzufrieden ist. Mit einem Monarchen (und seiner gesamten Familie) ist man geschlagen, der bleibt einfach, egal, wie unbeliebt - und kassiert jährlich fröhlich seine Apanage.
        Was meinst du eigentlich mit "mehr Rechten"?

        • Der Wulff ist auch gegangen (worden), der Köhler hat sich warum auch immer vom Acker gemacht und trotzdem bekommen diese Herren auch ihre jährliche "Apanage" und das nicht zu knapp. Irgendwie ist das alles sehr ähnlich.

          • Nur, dass man für eine Königsfamilie nicht mit 200.000 EUR hinkommt... und wenn man diesem König keine politische Mitsprache einräumen möchte, bräuchten wir den Bundespräsidenten weiterhin zusätzlich.

        Na, zum Beispiel Immunität etc.

        • In Deutschland erlischt die Immunität eines Abgeordneten, sobald er aus dem Bundestag ausscheidet; die Bundsregierung genießt keine gesonderte Immunität. Zudem kann sie in begründeten Fällen auch vorher schon aufgehoben werden. Heißt auch: Nur die wenigsten Politiker in D genießen dieses Sonderrecht.
          Wenn du einem König Immunität gewähren würdest, würde er im Regelfall erst mit seinem Tod aus dem Amt ausscheiden, heißt: seine Immunität würde lebenslang nicht erlöschen (es sei denn, sie könnte per Beschluss in begründeten Fällen aufgehoben werden, aber das wäre vermutlich ein Tauziehen sondergleichen). Das ist mit den temporären Sonderrechten eines MDB nicht zu vergleichen.

          • Da wir ja dann quasi eine parlamentarische Monarchie wäre, könnte des Parlament die Immunität ja gegebenfall aufheben :-)

            Die Sonderrechte (wie umsonst Bahn fahren usw) sind ja auch Privilege eines Politikers.

            • Selbst wenn die Immunität wegen xy aufgehoben werden könnte (was garantiert keine leichte Sache wäre), wären wir immer noch mit diesem König geschlagen. Lebenslänglich. Egal, was er für Mist baut. Das ist ein Privileg, das unsere gewählten Volksvertreter zum Glück nicht haben. Deswegen finde ich, man kann eine Königsposition nicht einfach mit der eines stinknormales Politikers vergleichen.

              • Er wäre ja nur repräsentativ, wie der Bundespräsident halt. Ab und zu ein gesetz unterschreiben und ansonst so protokollarische pflichten

                • Uff... der Bundspräsident hat durchaus politische Macht, wenn er sie zu nutzen gewillt ist oder die Lage es erfordert. Er kann zB seine Unterschrift verweigern und damit Gesetze kippen; in Notzeiten hat er weitreichende Vollmachten. Er ist nicht nur ausführendes Organ. Jemanden in dieser Position will ich auf keinen Fall auf Lebenszeit und unabwählbar im Amt sehen, nur, damit danach seine Kinder nachrücken, schlimmstenfalls, ohne jegliche Qualifikation vorweisen zu können - per Geburtsrecht. Man stelle sich nur mal vor, der Wulff säße auf Lebenszeit im Amt, samt seiner Gattin.

> Natürlich kosten Königshäuser eine Menge Geld, aber letztendlich ist der Gewinn eines Landes dadurch wesentlich höher.

Ist das deine Meinung oder hast du das mal kurz durchgerechnet?

  • Wenn ich Nachrichten verfolge, dann auch die Klatschnachrichten.

    Oben habe ich die dänische Wirtschaft als Beispiel genommen. Es gab mal einen Bericht über die Kronprinzessin und ihr Konsumverhalten. Das wurde kritisiert. Allerdings wurde auch bekannt, wie die dänische Wirtschaft von ihr profitiert und das sie und ihr Mann auch die dänische Wirtschaft repräsentieren. Ich denke, dass dadurch die Steuereinnahmen steigen und natürlich auch Arbeitsplätze gesichert sind. Zweites ist sicher ein persönliches Gewinn für die Bevölkerung. Ebenso werden dänische Firmen weltweit bekannter.

    In Schweden wurden die Kosten der Hochzeit von Prinzessin Viktoria kritisiert. Und hinterher war der finanzielle Vorteil, aufgrund von Konsum und Tourismus im Zusammenhang mit der Hochzeit, viel Höher als die Zuschüsse des Staates für die Hochzeit. Außerdem wieder ein Werbeeffekt für das Land. Und wenn man die Bilder der Hochzeit und die Begeisterung der Menschen in Stockholm gesehen hat, dann ist das Ganze durchweg positiv zu betrachten.

    In England hat der Premierminister angeblich vor Freude (auf den Tisch gehauen, Luftsprünge gemacht???), als die Verlobung von Kate und William bekannt gegeben wurde. Allerding erinnere ich mich nicht mehr genau warum. Kann durchaus politische Motive gehabt haben.

    Und die Holländer scheinen auch sehr zufrieden zu sein. König Willem-Alexander setzt sich (auch international) sehr für die Wasserwirtschaft seines Landes ein.

    Also gibt es außer materiellen Gewinn auch noch andere Vorteile.

    Allerdings fällt mir bei Spanien aktuell nicht viel positives ein. Liegt aber an den Personen.

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