Darf man Patriot sein?

    • (1) 01.08.13 - 10:10

      Darf man in Deutschland ein Patriot sein? Das wird ja wegen der Geschichte oft negativ gesehen oder?

      • Patriotismus wird heute allgemein von Nationalismus und Chauvinismus unterschieden, insofern Patrioten sich mit dem eigenen Land und Volk identifizieren, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker implizit abzuwerten.

        Wie sagte ein kluger Kopf doch einst:"Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer anderer Völker verachtet. Ich will ein Patriot sein." - Rede nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Jahr 1999 - Johannes Rau

        Saufende, Fahne schwenkende Idioten sind für mich keine patrioten! Seinen Müll nicht auf die Straße zu werfen, Fremden den Weg zu erklären, wählen zu gehen, Blumen zu pflanzen, Zivilcourage zu zeigen, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, ein Sommerfest in der Straße zu feiern und auf die eine oder andere Weise Verantwortung zu übernehmen, zu versuchen, die Dinge mit Achtsamkeit zum Besseren zu wenden und so – das wäre ein Patriotismus, den ich mir wünschen würde.

        • "Seinen Müll nicht auf die Straße zu werfen, Fremden den Weg zu erklären, wählen zu gehen, Blumen zu pflanzen, Zivilcourage zu zeigen, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, ein Sommerfest in der Straße zu feiern und auf die eine oder andere Weise Verantwortung zu übernehmen, zu versuchen, die Dinge mit Achtsamkeit zum Besseren zu wenden und so "

          Das sind alles positive Dinge, aber was haben sie mit Patriotismus zu tun?#kratz

          • (4) 02.08.13 - 14:14

            Patriotismus wird mit Vaterlandsliebe gleichgesetzt.

            "Seinen Müll nicht auf die Straße zu werfen,"
            Wer sein Land liebt, verschmutzt es nicht. Fremden den Weg zu erklären,

            "Wer sein Land liebt, will es gut präsentiert wissen.

            "wählen zu gehen,"
            Wer sein Land liebt, kümmert sich um das was kommt.

            "Blumen zu pflanzen"
            Wer sein Land liebt, verschönert es.

            "Zivilcourage zu zeigen,"
            Wer sein Land liebt, mag manchmal auch seine Einwohner.

            "Zeit mit seinen Kindern zu verbringen,"
            Wer sein Land liebt, gibt diese Liebe an seine Kinder weiter.

            usw.

            Ist doch ganz einfach.

            • (5) 02.08.13 - 14:37

              Wenn ich meine Kinder ermahne, keinen Müll auf die Straße zu werfen, denke ich bestenfalls an mein Stadtviertel, ganz sicher nicht an mein Land. Bzw. dann könnte ich sie gleich ermahnen, nicht Europa bzw. den Planeten zu verschmutzen.

              "Fremde", denen ich den Weg erkläre, können genau so gut stadtfremde Deutsche sein.

              Wählen - würde für mich mehr unter Bürgersinn und Verantwortungsgefühl als unter Vaterlandsliebe fallen.

              Blumen pflanzen tue ich für mich, nicht für mein Land.

              Zivilcourage hat mit Anstand und Menschenliebe zu tun, nicht mit Liebe eines bestimmten Landes.

              Und meinen Kindern vermittle ich in der Zeit, die ich mit ihnen verbringe, nicht Liebe zum Vaterland. Liebe zur Religion z.B. ist mir viel wichtiger, Liebe zur Musik und vieles mehr.

              • (6) 02.08.13 - 15:33

                Wer sein Stadtviertel verschmutzt, verschmutzt den Planeten. #augen

                Liebe zur Religion? Du erziehst dir also lieber religiöse Fanatiker als Fahnenschwenker. Na, jedem das seine....

      Danke für die tolle Erklärung.

(11) 01.08.13 - 11:11

Ich sehe ehrlich gesagt keinen Grund dafür, warum man nicht patriotisch sein darf. Die Geschichte ist 1. schon sehr lange zurück und 2. muss man die Begriff "patriotisch" und nazionalsozialistisch ganz klar voneinander abgrenzen. => http://patriotismus.net/
Ich finde es völlig okay und gut, wenn man sich mit seinem Land identifiziert und zum Beispiel auch bei Weltmeisterschaften stolz auf seine Teilnehmer ist.

wie ein Einzelner sich mit einer grossen, in der Regel heterogenen Grupper identifizieren kann, ohne sich selbst zu beluegen, ist und bleibt mir ein Raetsel. Sei es mit dem Staat, in dem er lebt, sei es mit dem Fussballclub einer Stadt oder mit seiner Firma, in der er arbeitet. Braucht er diese Identifizierung, um sich nicht allein zu fuehlen? Oder um sich besser zu waehnen als andere? Diese ganze Fankultur ist doch sehr pubertaer, finde ich....

  • Sehe ich aus so. Und ich frage mich immer, WAS daran so attraktiv ist. Bayern München hat nicht mehr die gleichen Spieler wie vor 15 Jahren, Deutschland ist nicht mehr dasselbe wie 1937, Firmen fusionieren, Mitarbeiter kommen und gehen.....Was also ist es? Irgendwie eine hohle Form. Und weshalb ich mich freuen sollte, weil ein Deutscher am schnellsten rennt, am besten Handball spielt oder Papst war, ist mir ebenfalls rätselhaft.

niemand hält dich davon ab ein Patriot zu sein- egal wo
mir geht es aber da wie zeitblom-
was sollte ich denn lieben, wenn ich von vaterlandsliebe spreche (oder wie definierst du patriotismus?)

was ist mein vaterland? und was liebe ich daran?
Weißwürste oder lapskaus?
Schuhplattlern oder Jugendweihe?
Die Nordsee, die ich bisher 2 mal in meinem Leben gesehen habe?
Den starnberger See oder die mecklenburgische Seenplatte?
Den FC Bayern München oder den BvB?
Die Menschen, die in talkshows einen seelenstriptease hinlegen?
Unsere Staatsform?
Unserer Regierung?

Fühle ich mich wirklich einem Menschen verbundener, der 800km von mir entfernt lebt aber zufällig im gleichen Land (dessen Grenzen bisher nie länger als ein paar Jahre stabil waren) als einem anderen, der vielleicht nur 50km von mir entfernt lebt, aber in einem anderen Land?

Wenn du mir also erklären kannst, WAS genau ich lieben muß, um ein Patriot zu sein, dann würde ich mir das vielleicht nochmal überlegen, ob ich das gleiche liebe wie du.

  • Mein Patriotismus bezieht sich ausschließlich auf das Deutsche Reinheitsgebot welches das Bier betrifft.
    Ansonsten ist mir dieses Stück Welt, das sich "Deutschland" nennt, herzlich egal.
    Wenn ich anderswo auf der Welt verweile und dort einen deutschen Staatsbürger treffe, dann freue ich mich nicht. Warum auch?

    (Obwohl, Effes schmeckt genauso wie z. B. Nattheimer. Auch ohne Reinheitsgebot.
    Also hat sich das, nach genauerem Nachdenken, mit meinem "Patriotismus" in Bezug auf Bier auch erledigt :-).)

    lisa,einen Musiklink spare ich mir ausnahmsweise. Obwohl ich weiß, dass dir das was mir gerade um die Ohren fegt gefallen würde #liebdrueck. Ich habe an diesem wunderschönen Sommertag, an dem es übrigens aufgehört hat #huepf ;-), keine Lust auf bekloppte Nachrichten in meinem Postfach.

    Allen einen schönen Abend,

    vam-pir-ella

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