U3-Betreuung / Schule / Hort

    • (1) 06.09.13 - 09:48

      Hallo,

      ich beobachte seit Tagen schon die Wahl-Diskussionen im Fernsehen, meist geht es um Themen wie Steuersenkungen, Rente und ...... U3-Betreuung (natürlich gekopplet an das Betreuungsgeld).

      Aber irgendwie finde ich es von der Parteien vollkommen kurzfristig gedacht, immer nur an die Kinder zwischen 0 - 3 zu denken. Ich habe das Gefühl, dass in diesem Bereich ziemlich viel gemacht wird. Gut die Kommunen haben nicht das Geld dazu richtig viel zu tun, aber wer denkt eigentlich an die Schulkinder und deren vernünftige Betreuung.

      Die Probleme fangen doch dann eigentlich mit dem Schulbesuch an, weil dann die Ganztagsbetreuung wegfällt. Volltagshortplätze sind bei uns Mangelware, bzw. bekommst Du nur einen Platz, wenn Du vorher dort auch im Kindergarten warst. Fremde Kinder nehmen die gar nicht auf.

      Die Schulbetreuung hier ist vom Förderverein organisiert und dies mehr schlecht als recht. Die Räumlichkeiten sind furchtbar beengt und es ist keine Lösung vom Staat, sondern eher zusammengeschustert. Also, wenn die Eltern vor Jahren nicht getan hätten, dann wäre jetzt gar nichts.

      Warum tut die Politik hier nichts ? Warum muß jede Grundschule ihr eigenes Süppchen machen ? Es gibt keine einheitlichen Lehrbücher, jede Grundschule im Ort macht ihr eigenes Ding.

      Gruß
      Gotschie

      • Total richtig! Meine Kinder sind 4, 2 und einer noch im Bauch, daher war ich mir dieses nächsten Problems noch gar nicht bewusst, aber witzigerweise habe ich grad vor ein paar Wochen etwas dazu in der Zeitung gelesen, nämlich dass nun der folgerichtige, logische nächste Schritt von Frau Merkel sein soll, nach der flächendeckenden Kinderbetreuung in Kitas nun ein Anrecht auf Ganztagsschulen zu fordern.

        Ich finde die Vorgehensweise richtig und sie kann nur nacheinander erfolgen (Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut). Leider ist das eben erst jetzt wieder im Bewusstsein der Menschen. Erschreckenderweise gab es das alles vor nicht allzu langer Zeit einmal. In der DDR (und nein, ich bin zwar Ossi aber sehr froh, dass ich das nicht bewusst erleben musste) wurden Kinder nach dem (!) Mutterschutz also bereits nach 8 Wochen in einer Kinderkrippe betreut, später im Kindergarten und anschließend gab es an 6 Tagen die Woche Schule mit bedarfsgerechtem Hort. Und kurioserweise gab es die Frage in der DDR nach Hausfrauen oder Teilzeit oder Arbeitslosigkeit nicht - Frauen waren GENAU wie Männer Vollzeit arbeiten. Das war überhaupt keine Frage. Abgesehen womöglich von Feldern des Arbeitsmarktes in denen diese Menschen gar nicht benötigt werden, weil genügend Arbeitnehmer da sind heute, gibt es immernoch den Fachkräftemangel z.B. in der Forschung / Entwicklung, aber auch z.B. in der Altenpflege. Wenn nun die ganzen Muttis alle nicht verfügbar sind, weil sie in Elternzeit oder in Teilzeit unterwegs sind wegen ihrer Kinder - dann ist das doch ein herber Verlust für eben diesen Arbeitsmarkt?! Das haben die Politiker schon endlich wieder begriffen und fangen nun an, das wieder aufzubauen. Und das wird sich auch hoffentlich bis zum Abschluss der Schulbildung forsetzen.
        Also ich kann nur hier für Brandenburg sprechen und muss im Vergleich zu anderen Bundesländern wirklich froh sein, hier zu leben denn:
        * Meine Kita nimmt die Kinder bereits ab einem Alter von 8 Wochen auf
        * Die Kita öffnet um 05:30 und schließt um 20:00 Uhr. Es gibt auch eine 24h-Kita (z.B. für Schichtarbeiter wichtig)
        * Es gibt lediglich 3 außerordentliche SchließTAGE der Kita
        * Schulen haben alle einen angegliederten Hort (bei uns zumindest ohne längere Wege dazwischen)
        * Die Hortbetreuung ist zeitlich vor der Schule und danach bis in den frühen Abend möglich
        * In den Ferien ist der Hort ganztägig geöffnet
        * Es gibt auch Ganztagsschulen

        viele Grüße
        Lucyfe

        • Danke für deine Antwort:

          Deinem Posting schließe ich mich mal an und schreiben von unseren Zeiten hier in Hessen:

          * Es gibt nur 1 Kitas, die Kinder bereits ab einem Alter von 8 Wochen aufnimmt, es wird eher über Tagesmütter organisiert. Es gibt zwar U3-Betreuung, aber die ist dann eher ab 18 Monate und stundenmäßig beschränkt.
          * SchließTAGE der Kita: auch unterschiedlich, wenn Du bei einer staatlichen Kita bist, dann hast Du Glück, dann nur die Tage zwischen den Jahren. Bei kirchlichen Trägern sieht es anders aus, da gibt es dann 3 Wochen im Sommer, 1 Woche an Ostern etc..
          * Die Kita öffnet um 07:30 und schließt um 17:00 Uhr. Kernzeit ist zwischen 08.30 Uhr und 16.00 Uhr, davor und danach sind nur vereinzelte Kinder da.
          * Keine 24h-Kita
          *Die Schulen haben einen Förderverein (organisisert über Eltern), Schließzeiten auch in den Ferien, über Ferienbetreuung entscheidet das Los, da es nur begrenzte Plätze gibt, nur für 10% der Grundschule,

          *einigen Kindergärten haben einen Hort (der aber eigentlich laut Polikik abgeschafft werden soll, da die Schulen die Betreuung über den Förderverein übernehmen sollen.
          Warteliste für den Förderverein in diesem Jahr von ca. 70 Kindern, die an unserer Grundschule keinen Platz haben.
          *die Hortplätze sind rar und heiß begehrt, da hier nur die Schießzeiten vom Kindergarten sind
          *keine "richtigen" Ganztagsschulen, nur verläßliche Halbtagsschule mit AGs am Nachmittag. Es gibt nur 8 AGs, die man wählen kann - der Run ist entsprechend groß. Eigentlich bekommt man nur 1 AG in 4 Jahren Grundschulzeit und dies auch nur ein halbes Jahr

          Finde ich schon heftig, welch regionale Unterschiede es gibt.

      Hallo!

      Ich stimme dir vollkommen zu. Im Grunde genommen wird die Betreuungssituation mit zunehmendem Alter der Kinder nur schwieriger.
      Im ersten Lebensjahr bekommen die Eltern reichlich Unterstützung um daheim zu bleiben.
      Im zweiten und dritten Lebensjahr gibt es jetzt einen Rechtsanspruch auf Betreuung, Tagesmutter sind oftmals sehr flexibel, auch Krippen mit einer Öffnungszeit bis 18:00 sind nicht zu selten.
      Im 4.-6. Lebensjahr wird es dann schon schwieriger: Die meisten Kindergärten schließen spätestens um 16:30 (bei uns jedenfalls), Randzeitbetreuung ist beim Jugendamt noch ein Fremdwort, wenn man da Bedarf hat, bleibt einem nur ein privater Babysitter.
      Aber noch schlimmer wird es dann mit dem Eintritt in die Grundschule. Nur wenige Schulen bieten eine Nachmittagsbetreuung an, und bei denen sind die Plätze genauso rar wie begehrt. Es ist also reine Glückssache, wenn man einen Platz bekommt. Und Hortplätze gibt es genauso wenige.
      Nun ja, und nach der Grundschule ist dann ohnehin Schluss mit jeglicher Art von Vollzeitbeschäftigung für die Mutter, denn die weiterführenden Schulen bieten abgesehen von Nachmittagsunterricht (der ja in der 5. und 6. Klasse eher selten und schon gar nicht täglich ist) überhaupt keine Nachmittagsbetreuung an, auch Hortplätze gibt es nur für Kinder bis 10. Aber kann ich ein 11-Jähriges Kind schon jeden Nachmittag alleine lassen? - Wohl kaum.

      Nun ja, zusammengefasst würde ich sagen: Derzeit wird alles getan, um die Mutter so früh wie möglich wieder in die Vollzeit-Berufstätigkeit zu führen, ohne zu bedenken, dass sie spätestens mit dem Schuleintritt der Kinder wieder hintenrüber fallen. Und dann können es sich viele Mütter womöglich gar nicht leisten, da ja mit steigendem Alter der Kinder die Ansprüche und auch die Schul-Nebenkosten (Ausflüge, Klassenfahrten etc.) auch steigen. Man will ja seinem Kind auch etwas ermöglichen.

      Also bleibt mir nur noch eines zu schreiben:
      Wohl dem, der eine Oma hat...

      LG

    • Genauso ist das. Eltern haben hier bei uns auch viel öfter das Problem, dass es keine vernünftige Betreuung nach Schulschluss gibt. Die Hortplätze sind begrenzt und Kinder, die vorher in dem Kindergarten waren, in dem es einen Hort gibt, werden bevorzugt angenommen. Ganztagsgrundschulen gibt es hier auch nicht.

      LG
      Suse

      Das trifft es! Ich weiss auch nicht wie man sich das vorstellt. Wir sind in der glücklichen Lage in einem Randgebiet zu wohnen wo wirklich jedes Kind was arbeitende Eltern hat einen Betreuungsplatz nach der Schule bekommt. Frage nicht wie das in Wiesbaden aussieht und das seit Jahren. Und zeige mir mal die Familien die es sich noch leisten können dass die Frau ewig aussetzt. Von denen mal abgesehen die arbeiten gehen möchten - wie ich. Der Zustand ist verheerend und dauernd wird so getan als würde das Rad neu erfunden.

      Zu meiner Zeit (geb. 1973 in Karl-Marx-Stadt) war eine Hortbetreuung der Normalfall und stand in keinster Weise zur Diskussion.

      Und was die Lehrbücher angeht - da gibt es ja sogar Schulen an denen die Parallelklassen verschiedene Lehrbücher haben. Nein sowas ist nicht normal. Alles einheitlich und fertig.

      Tja mal sehen wann sie da ernsthaft mal etwas tut. Ich mag die schon in den Medien gar nicht mehr reden hören. Die leben doch alle in einer anderen Welt als in der unseren.

      Und wenn ich dann noch höre dass ich mit 150 Euro/Monat Betreuungsgeld die Wahlfreiheit habe ob ich arbeiten gehe oder nicht dann weiss ich wirkich gar nicht mehr was ich dazu sagen soll. Ich hoffe auf eine Wende und dass das Betreuungsgeld mal ganz schnell wieder abgeschafft wird und sinnvoll eingesetzt wird.

      LG!
      Britta

    • ich sehe das völlig anders ... ich finde es alamierend, dass es immer mehr verlässliche Ganztagesschule gibt. also kein Hort, sondern die Kinder ganztags bleiben MÜSSEN. Aktuell wird es noch so geführt, dass es bei 2 Klassen eine ganztags, eine halbtags gibt, aber zunehmend soll es ganztags werden. eine extrem Bevormudung der Familie, ich finde es unmöglich. Die arme Kinder, den ganzen Tag unterwegs, immer die selbe Gruppe - ich finde das ganz furchtbar und werde alles tun (und ggf auch weit fahren) um meine Kinder davor zu bewahren (und natürlich bei den nächsten Landtagswahl entsprechend wählen, hat dieses Mal leider nichst geholfen)
      U3 kann man sich noch entscheiden ob man seine Kinder fremdbetreuen l#sst oder nicht - dass einem die Möglichkeit Ü6 genommen wird #nanana

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