Was gefällt dir in Ost und West?

    • (1) 08.10.13 - 20:08

      Hallo,
      angeregt durch die anderen Diskussionen, würde ich gerne mal wissen, falls ihr denn die anderen Städte oder Sehenswürdigkeiten auf "der anderen Seite" besucht habt, was euch Positives in Erinnerung geblieben ist.

      Oder welche guten oder schönen Erinnnerungen ihr erfahren habt. Welche Menschen euch inspiriert haben und ihr von ihnen gelernt habt.

      Gut, viele denken in "Gesamtdeutsch", das finde ich toll, es sind ja auch so viele nach ´89 geboren. Aber leider musste ich auch schon des Öfteren lesen, dass manche noch nie hier im Osten waren und kein Interesse dafür zeigen, ja warum eigentlich?

      Übrigens mag ich die Vielfältigkeit der Menschen, auch viele Dialekte hören sich doch gut und lustig an, denke man an den Hessischen, Sächsischen, Schwäbischen, Berlinerischen oder Bayrischen. Obwohl man manchmal rätselt, alles verstanden zu haben.?#kratz#rofl

      Ich habe schon Urlaub in Bayern gemacht, war in einigen Städten, wie Hamburg und Bremen . Ich mag die nette norddeutsche Art, auch den Akzent.

      Lotta

      • Ich muss zugeben, das sich bisher nur in Bautzen und Dresden war, sonst kenne ich im Osten nur Berlin, was ja aber zum Teil Westen war :-) Berlin ist denk ich mal daher weder eine ostdeutsche, noch eine Westdeutsche Stadt. Berlin ist eben Berlin.

        Im Westen, vor allem im Rheinland, mag ich den Humor der Leute. Den Dialekt, das Kölsch und die uhrige Art der Menschen. Die Unaufgeregtheit und rheinische Lässigkeit.

        An den Hessen mag ich den Dialekt nicht :D

        Hallo,

        vom Osten kenne ich nur Ost-Berlin, das ich mit 16 Jahren besucht habe.

        Das Berlinerische mag ich neben dem Schwäbischen am wenigsten.

        Die Norddeutsche Art ist mir total unangenehm.

        Am liebsten ist mir Bairisch und Hessisch.

        Freunde und frühere Kollegen von mir kommen aus Sachsen und Thüringen. Sie sind kurz nach der Wende in den Westen gekommen und hier geblieben.

        Sie fahren eigentlich nur noch heim, um Eltern oder Großeltern zu besuchen. Wobei sie auch sagen, wenn die nicht mehr leben, haben sie keine Beziehung mehr da hin.

        GLG

        • 'haben sie keine beziehung mehr da hin'
          --- weil sie den osten nicht leiden können oder weil da dann keiner mehr zu besuchen ist?

          ich find deine art zu denken ja manchmal gewöhnungsbedürftig, aber denk mir meist nicht mehr dazu, denn es ist ja DEIE meinung.

          aber hier machst du mich echt stutzig.

          deine worte sprudeln über vor ablehnung. gefällt mir nicht, ist mir unsympathisch.

          • Hallo,

            weil sie sich schlicht da nicht wohl fühlen und wenn keine Verwandten mehr leben, müssen sie auch nicht mehr hinfahren.

            Ich sage es nur so, wie es mir meine Freunde gesagt haben.

            Und wenn Du es unsympathisch findest, bitte.

            Ich reise halt lieber in andere Länder.

            GLG

      Hallo Lotta

      Mein Mann, ich und Freunde von uns, haben uns gleich nach der Maueröffnung Wohnmobile geliehen und sind in den Osten gefahren.
      Wir waren z. B. in Apolda----- da ist ja der Ursprung des Dobermanns.

      Schrecklich fand ich Damals den Geruch nach Brennmaterial, der überall in der Luft hing.
      Und wie wir angestarrt wurden ---- waren wohl gleich als Wessie erkennbar.;-)

      Ganz toll fand ich all das Urwüchsige, wie z.B. die schönen alten Türen.
      Und was ich nie im Leben vergessen werde, die riesigen Felder voller Klatschmohn------bei uns als Unkraut vernichtet.:-(

      Und das aller super Tollste sind meine beiden "Gesamtdeutsch" Enkelkinder.#verliebt
      Die Mama stammt aus Thüringen ( wo wir mittlerweile auch schon einige Male waren)

      Eva

    • Ich, Thüringer, mag bei uns die Kita-Öffnungszeiten und das Improvisationstalent.
      Ich kenne im Osten freundliche, nette, hilfsbereite Menschen, aber auch Ars..löc... .
      Im Westen kenne ich nicht soo viele Leute. Sicher hab ich da auch nette Menschen kennen gelernt, aber leider waren die Leute, mit denen ich intensiver im Kontakt kam leider so wie das Klischee. Arrogant, und leider überhaupt nicht, tja, nicht rücksichtsvoll in Hinblick auf andere Menschen, selbst wenn diese Menschen ihnen (angeblich) viel bedeuten würden. Egoistisch halt. So habe ich Menschen aus meiner Gegend noch nie erlebt, allerdings besaß ich mal eine Freundin, die nach Frankfurt gezogen ist und ein paar Jahre später das selbe negative Verhalten an den Tag legte. Ok, die negativen Erfahrungen habe ich alle mit Hessen gemacht. In Bayern habe ich dagegen auch echt nette, aufgeschlossene Menschen erlebt. Trotzdem war auch dort dieser Egoismus stark vertreten. Ich weiß nicht, das kenne ich aus Thüringen, Sachsen und dem Norden einfach nicht. Die Menschen sind da einfach offener, sozialer eingestellt, rücksichtsvoll und somit sympathischer. Ich kann natürlich nur von dem reden, was ich kennen gelernt habe, bzw. von den Menschen die ich kennen gelernt habe. Ansonsten mag ich die Vielfalt in Frankfurt und anderen Großstädten sehr. Berlin ist auch toll. Ich mag das multikulturelle. Aber zwischenmenschlich finde ich es hier wo ich lebe definitiv besser.

      Endlich ganz viel Möglichkeiten an die Ostsee zu kommen. Ich liebe Poel!

      Ich komme aus dem tiefen Westen und lebe jetzt in Berlin. In einem abgeschlossenen West-Berlin hätte ich wohl einen Inselkoller bekommen. Gesamtberlin finde ich großartig. Ost und West verschwimmen hier wie nirgendwo.

      Gut am Osten bzw. am Osterbe finde ich die unaufgeregte Kinderbetreuung. Im Westen klammert man sich ja immer noch an dem idylischen Mamabild. Dabei geht es um die Möglichkeiten, die man hat. Wie man sie nutzt, bleibt einem ja selbst überlassen.

      Was ich schwierig finde, ist die Gleichmacherei-Mentalität im Osten, wobei mir klar ist, dass das eine sehr pauschale Aussage ist. Daran reibe ich mich oft. Ich bin ein großer Individualist, möchte allein entscheiden und mir nur wenig vorschreiben lassen. Natürlich gibt es Regeln, an die man sich zu halten hat, aber ich möchte möglichst wenig vom Staat bevormundet werden. Ich meine da z.B. Themen wie verpflichtende Ganztagsbetreuung ab 3 oder so. Das wird man im Westen niemals durchkriegen.

      Hallo,
      mein Mann kommt aus einem kleinen Ort in Brandenburg, ich selbst komme aus Süddeutschland. Wir waren schon öfters mal in seinem Heimatort, der so ganz anders ist als der Ort, aus dem ich komme. Optisch macht es nicht viel her - u.a. sieht man viele verlassene und verfallene Häuser, leere Straßen, kaum Geschäfte... Was ich aber mag, ist ein Teil der Mentalität dort. Wenn wir dort sind, sitzen wir öfters mit den Nachbarn seiner Eltern zusammen, oft kommen dann Verwandte oder Bekannte vorbei, die uns sehen wollen. Man sitzt nett zusammen, kann sich gut unterhalten. Das kenne ich so gar nicht. Wir haben mit unseren Nachbarn nicht viel zu tun, man grüßt sich, das war's.

      Ich habe auch das Gefühl, dass sich die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, nicht so sehr über das Materielle definieren. Da wird nicht komisch geschaut, wenn man mal ein Jahr auf Urlaub verzichtet oder wenn kein Neuwagen vor der Tür steht.

      Für Erheiterung sorgt immer wieder unser unterschiedlicher Dialekt, bzw. spezifische Dialektausdrücke. Ich kann mich bis heute nicht daran gewöhnen, zum Frühstück einen "Pfannkuchen" zu essen, für mich ist und bleibt das ein "Berliner". Ich liebe Spätzle, meine Schwiegereltern wussten nicht mal, was das ist. Tja, so lernen beide Seiten dazu...

      Was ich auch mag, ist die unverklemmte Art, wie Gespräche geführt werden. Bei uns ist man manchmal etwas distanziert, das habe ich dort bisher nicht erlebt.

      So viel zu meinen positiven Erfahrungen.

      LG

      (10) 10.10.13 - 15:49

      Ich bin Ossi, Wendelochkind und seit 8 Jahren Exilossi im Rheinland.

      An den Ossis gefällt mir, dass sie direkt sind (auch wenns weh tut) und nicht unnötig schleimen oder viele Worte machen. Auf der anderen Seite sind sie oft etwas in eingefahrenen Wegen stecken geblieben und wenig offen für fremdartiges.

      An den Wessis gefäll mir, dass sie irgendwie viel weltoffener sind (außer vielleicht, was den Osten angeht.;-)) Was mir schwer fällt ist die Freundlichkeit, die nicht immer von Herzen kommt. Wenn ein Ossi einem nicht gut gesonnen ist, lässt er einen das wissen. Hier renne ich gelegentlich ins offene Messer... Auch der völlig andere Bezug zu Geld und Besitz ist immer noch komisch.

      Irgendwie bin ich, zumindest wenn nicht grad Karneval ist (Wie? Der Supermarkt hat zu? Es ist doch Montag????) ziemlich gerne Rheinländer, mag auch den Dialekt.
      Aber man hört meinen ursprünglichen Dialekt wahrscheinlich auf ewig raus:-)

      (11) 10.10.13 - 18:17

      Hallo ihr Lieben,

      dann danke ich euch erst einmal für eure netten Antworten.

      Mir fehlen aber noch die Antworten der anderen Leser auf die Frage: Warum ihr noch nicht im Osten gewesen seid? Bestimmt ist das eine Wissenslücke. Wie kann man denn über etwas entscheiden oder reden, wenn man es nicht kennt?

      Ich wünschte mir generell, die Menschen würden ehrlicher, offener und freundlicher miteinander umgehen. Dass auch mal Fehler eingestanden werden, das ist doch menschlich.
      Dass man nicht jeden mögen kann, ist doch O.K. Aber man kann immer resepektvoll und freundlich seinem Mitmenschen gegenüber treten. Heuchelei mag ich gar nicht. Auch brauch mir , ganz mir persönlich niemand beweisen, durch sein
      Haus, sein Auto, sein Geld, dass er ein ganz toller Mensch ist.
      Jeder gibt sich seinen Wert selbst.

      Tolle Menschen definieren sich meiner Meinung dadurch, dass sie anderen helfen, egal, woher sie kommen. Dass sie sich für andere die Hände schmutzig machen.
      Dass für Hilfe keine Gegenleistung erwartet wird.

      Oder z.B. dass von einem großen Geschenk der Wert dieses Menschens abhängig gemacht wird.

      Lotta

      (12) 12.10.13 - 22:11

      Hallo,

      mein Mann ist aus einer großen Stadt aus Niedersache und ich bin aus einem großen Dorf aus Sachsen Anhalt.

      Als wir uns kennenlernten, verstand er mich von der Sprache her nur sehr unddeutlich, obwohl ich in seiner Heimatstadt lebte, da ich immer noch den Dialekt von zu Hause hatte und auch noch habe.

      Er meinte damals. als wir dann öfters zu meinen Eltern gefahren sind und meist standen auch noch feiern an, mensch das ist ja ne Hochzeit, ich nee, du das ist ein Geburtstag. Er wurde gleich aufgenommen ohne argwöhnen oder motzen. Wo ich eingeladen war, durfte auch er mitkommen und das gefällt meinem Mann und mir auch.

      Er und auch ich sind der Meinung, das der Ostteil Deutschlands netter, höfflicher und auch freundlicher ist, (gut gibt hier und da idis).

      Da wird im Laden oder egal wo man sich trifft, erstmal gequatscht, es wird auf einander zugegangen. Deshalb seine Antwort auf eine Frage, die ihm mal bei einem Nachbarn von meinen Eltern gestellt wurde, ob er denn meinte hier zu wohnen. Er ohne zu über legen, JA.

      Wir waren jetzt seit 5 Jahren mal bei seinem Stiefpapa zum 50. Geburtstag und da wurde er gefragt was er den so toll am Osten findet, er die Mentalität und die Direktheit und Offenheit. Den hier wirst du nur angegrinst und ein auf gute Miene und wenn man den Rücken zudreht, wird getuschelt und man ist ein A....

      Außer seine Schwester und unser Schwager, wenn die das Haus nicht hätten, währen die sofort mit hier her gezogen.

      Und so kam es das wir genau 1 Jahr nach dieser Frage in mein Heimatdorf gezogen sind und das wird im Dezember nun auch schon wieder 5 Jahre.

      Liebe grüße claudi

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