Irgendwann muss es doch auch mal gut sein... wann denn?

    • (1) 05.11.13 - 11:14

      Frage ich mich wirklich.

      Gibt es Begrifflichkeiten, die aufgrund ihrer Vergangenheit immer ein Tabu sind oder sein sollen?

      Kann ich irgendwann in Deutschland eine Kneipe aufmachen, die "Hitlers Eckstübchen" heißt? Kann ich einen Firmenevent mit dem Titel "Arbeit macht frei" veranstalten? Vielleicht sogar in einem "Concentration Camp"?

      Und inwieweit hilft das ständige Mahnen, beugt es vor dass sowas nicht nochmal passiert? Braucht man die Erinnerung? Immerhin hatten wir schon lange keinen Krieg, keinen Genozid mehr.

      Ja, es gibt Begrifflichkeiten, die immer ein Tabu bleiben sollten.

      Es sind Menschen gestorben und wir sollten den Opfern und Angehörigen einfach ein Mindestmaß an Respekt erweisen, unabhängig vom Zeitpunkt und den Umständen ihres Todes.

      Obs hilft- keine Ahnung.

      Darum geht's mir aber auch nicht in erster Linie.
      Mir geht's um Anstand, Pietät und Geschmack.

      Man sollte auch keinen Cocktail "Winnendener Kopfschuss" nennen- das wäre dieselbe Güteklasse an Geschmacklosigkeit...

      Und *Ironieon* Woooow, schon 60 Jahre ohne Genozid und Krieg! Saubere Leistung- da können wir uns mal kräftig für auf die Schulter klopfen! *Ironieoff*

    • Bei "Kristallnacht" einer Sauna die Kristall heißt find ich es noch ok! Im Zusammenhang mit dem entsprechenden Datum, grenzwertig.

      Hitlers Eckstübchen sollte doch wohl keine Probleme darstellen, wenn die Leute die eine Kneipe aufmachen denn nun mal so heißen?! Was können die denn dafür das mal vor Jahrzehnten so ein Idiot mit dem gleichen Namen ein Superirrer war.

      "Arbeit macht frei" und "Konzentrationslager" ist dann aber doch mehr als unangebracht. Warum sollte man sowas veranstalten wollen wenn nicht um zu provozieren. Genauso würde ich Bauchschmerzen bekommen wenn jemand mit dem Nachnamen "Hitler" seinen Sohn Adolf nennen möchte.

      • Gefahr erkannt - Gefahr gebannt.

        Der Name Hitler ist so nicht existent, da der Vater vom kleinen, cholerischen Pimpf sich bei einer Umfirmierung in "Hitler" umbenennen lies. Somit entstand ein neuer Name.

        Adolf und seine Geschwister blieben alle Kinderlos (oder starben so jung, dass Kinder kriegen nicht mal im Bereich des Möglichen lag)

        Bleibt noch der Familienzweig von Alois Hitler (Adolfs Vater) mit einer anderen Ehefrau.
        Mit dieser hatte er eine Tochter (gab den Namen somit nicht weiter) und einen Sohn. Dieser hatte 2 Kinder mit zwei Frauen. Ein Sohn starb kinderlos, der zweite hat 4 Kinder, die aber (wie der Vater) den Familiennamen "Hitler" abgelegt haben (zudem seien diese Kinderlos).

        Also - wenn ich auf "Hitler Eckstüberl" treffe, weiss ich mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass ich dieses Lokal nicht aufsuchen werde, da mir die Chance einfach zu gross ist, dass die Besucher von der Gaststätte einen zu seltsamen Blick auf die Welt haben.

        Beim Rest stimme ich zu - "Arbeit macht frei" etc. geht nicht. Ich habe zwar einen morbiden und schwarzen Humor, aber da geht mir das Wort "humor" ab und es bleibt nur noch morbide und schwarz.

        Immerhin habe ich mich die Tage auch köstlich über einen Artikel in der Welt amüsiert, in dem mir mitgeteilt wurde, dass der "Führer auf dem Obersaltberg entlassen" wurde. Da habe ich auch nur aufgestöhnt und gedacht: Endlich!!!

    So langsam ist auch mal gut.

    Was fehlt dir denn, dass du ständig neue Beiträge hierzu eröffnen möchtest....?

    #augen

    • Was fehlt Dir, dass Du die Unterschiede in den Fragestellungen nicht erkennst?

      Und stellst Du die Frage auch anderen, die in der Medienwelt die immer gleichen Fragen stellen? Oder in den anderen Foren? Oder hast Du es nur auf mich abgesehen?

      • Abgesehen? Schiebst du Paranoia?

        • (10) 05.11.13 - 13:43

          War ja nur eine Frage. Aber antworte doch mal auf meine anderen Fragen.

          • Ich muss deine anderen Fragen doch gar nicht beantworten.

            Ich finde, egal ob genau das gleiche Thema, abgewandelt oder Artverwandt reicht es in der Masse und Ausführung langsam. Das war etwas viel die letzten Tage und täte es vermutlich zusammengefasst auch.

            Hat etwas von Stimmungsmache und "noch einen oben drauf setzen"...

            • Stimmungsmache wofür? Für Aufklärung? Für Toleranz? Was wäre da schlimm?

              "Das war etwas viel die letzten Tage"

              Ich weiß nicht, ob ich das lustig oder traurig finden soll, in einem Forum in dem seit Jahren zu gefühlten 90% der gleiche Sermon verzapft wird.

              Hast Du dich auch so engagiert über die ganzen DSDS Threads in der Medienwelt mokiert?

Jetzt ist aber mal gut! Jeden Tag ein Thread zum gleichen Thema - man kann's auch übertreiben.

ach welche zeitdimension ist denn "für immer"
nix ist für immer

aber bedingt durch viele faktoren (die art unserem umganges mit der vergangenheit, die art des umganges der kindergeneration mit der vergangenheit ihre väter, die entwicklung hin zu einem ideal des freidens,...) tragen dazu bei, daß dies in keinem fall so lange passieren wird, wie die kindergeneration der täter und opfer noch leben wird.
Das "dritte reich", der zweite weltkrieg, die Vernichtung der Juden Europas, die vertreibung, die besetzung, die teilung deutschlands, der anschließende "klate Krieg" wirkt so stark fort in meindestens noch einer generation nach den unmittelbar beteiligten (ich würde sogar vermuten noch eine generation weiter).

Ich habe im rahmen meiner ausbildung zur familientherapeutin einige Selbterfahrungseminare gemacht, in denen es um biographiarbeit ging.
die meisten teilnehmer waren etwas älter als ich, also alle so in den 50er jahren des letzen jahrhunderts geboren- ein paar waren auch "meine generatioN", also ca 20 jahre später geboren und damit eine generation weiter.

in jeder, in wirklich jeder biographie hat die zeit des Krieges, die Nazidiktatur, fucht und vertreibung, die teilung deutschlands, die auswirkungen der nachkriegszeit... eine rolle gespielt. in jeder familiengeschichte gab es risse, brüche, gefühle von schuld, davon opfer und/ oder täter geworden zu sein, es gab verlust und trauer.

diese erfahrungen wirken fort bis in den nächste generation.

meiner meinung nach also wird es sicher noch 30 jahre dauern, bis du in Hitlers´ Eckstübchen falaffel kaufen können wirst

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