Warum?

    • (1) 29.11.13 - 09:36

      Hallo,

      ich versuche heute auch mal, meine Gedanken hier zu ordnen.

      Vor einiger Zeit habe ich die folgende Dokumentation im Fernsehen gesehen:
      http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/ndr/11112013-story-im-ersten-syriens-kinder-100.html

      Mein kleiner 10 Monate alter Sohn lag dabei friedlich schlummern neben mir. Die einzige Sorge, die er bisher in seinem Leben hatte, war, ob er sein Pippi noch solange zurückhalten kann, bis Mama die Windel endlich weg hat.

      Und dann wurde dieses unendliche Leid der Menschen in Syrien gezeigt. Es waren kleine, neugeborene Zwillinge dabei, die mit ihren Eltern in einem Flüchtlingslager lebten, wo schon keine Hilfsorganisation mehr hinkommt. Die Eltern hatten nicht mehr genug zu essen für die beiden Kleinen. Die Beiden waren nicht kleine, "speckige", süsse Babys, sondern eigentlich nur Haut und Knochen... Es war nicht wie bei mir, dass ein kleines, wohlgenährtes Baby mit seiner Mama kuschelt, sondern zwei kleine Kinder, die in ihrem kurzen Leben schon unglaublich viel Leid erleben mussten.

      Dann ging es weiter. Ein 7 Monate altes Baby schrie erbärmlich, weil es Opfer bei einem Bombenangriff war und Brandwunden erlitten hat. Ich kann noch nicht einmal erahnen, wie man sich als Mutter in einem solchen Fall fühlt....
      Die Bombe hat eine Schule erwischt. 10 Kinder sterben.
      Die Ärztin stellt dann unter Tränen fest, dass die Welt seit 2 Jahren zuschaut, wie Zivilisten in Syrien ermordet werden.

      Ja, wir schauen zu... Schauen wir aus den richtigen Gründen nur zu? Ich weiss nicht, ob wir irgendetwas besser machen könnten, oder ob wir nur weiteres, unendliches Leid bringen könnten. Allerdings denke ich, dass diese Gründe bei unseren Politikern nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

      Ansonsten stelle ich mir aber wirklich immer wieder die Frage... WARUM? Wir nennen uns die Krönung der Schöpfung, wir waren auf dem Mond, schicken Sonden ins All, fahren Auto, fliegen Flugzeuge... Und trotzdem schaffen wir es nicht, dass Kinder in Frieden, glücklich und mit genügend zu essen aufwachsen können... oder, dass Menschen allgemein in Frieden, frei, mit einem lebenswerten zuhause und genug zu essen leben können? Warum müssen Zivilisten leiden, weil ein paar Dummies nicht genug bekommen können? Warum schafft der Mensch es nicht, sich wirklich weiterzuentwickeln und hat immer noch Spass am Töten anderer Menschen (laut Studien mit Soldaten haben rund 50 % der Soldaten im Kriegseinsatz wirklich Spass daran und auch eine Fernsehsendung hat gezeigt, dass Menschen für Geld einen anderen sterben lassen würden)? Warum können wir nicht aus der Vergangenheit lernen? Warum können wir nicht endlich alle einmal an einem Strang ziehen? Wir könnten wahrscheinlich sehr schnell, sehr viele Probleme unserer Welt (Umweltverschmutzung, Hunger, einige Krankheiten) lösen, wenn Geld und Macht nicht so unglaublich verlockend für Menschen wäre und wir unser Geld lieber in Rüstung stecken...
      Aber sind wir damit wirklich die Krönung der Schöpfung oder nicht doch einfach nur unglaublich erbärmlich?

      Sorry, für die wirren Gedanken, aber die schwirren mir jetzt schon seit einiger Zeit im Kopf rum (auch schon vor der Doku...)

      Liebe Grüße
      Urzeitkrebs

      • Die Menschheit ist expansionistisch und aggressiv. Sie ist das gefährlichste Raubtier auf dem Planeten und hat keine natürliche Feinde mehr, sie steht also an der Spitze der Nahrungskette.

        Im Grunde genommen sehe ich keine Zukunft für die Menschheit. Wir haben im Moment um die 7 - 8 Milliarden Menschen, Tendenz steigend. Allen gemeinsam ist das sie das beste für sich und für ihre Familie wollen. Das geht aber nur über Expansion , mit dem Pflegen und Aufbauen von Gebieten und Lebensräumen und dem Verwalten von Ressourcen haben es wir nicht so. Dadurch kommen immer wieder Menschen in Lebensräume die eigentlich schon von anderen beansprucht werden. In dem Moment gibt es aber keine Menschheit. Dann gibt es nur noch das Individum und die Gruppe zu der er gehört. Gewürzt mit der entsprechenden Ideologie ist der vielgepriesene Humanismus nur Makulatur. Es sind ja immer nur die Anderen die draufgehen, es ist nicht meine Gruppe.

        Man kann das ja auch schön im Fernsehen in der Berichterstattung beobachten. Als in NJ 2 Türme umgekippt sind mit am Ende um die 3000 Toten gab es im Fernsehen tagelang nichts anderes zu sehen. Der z.B. Völkermord in Ruanda mit vielen Tausend Toten und Millionen Vertriebenen fand und findet dagegen in der Tagesschau in einen 3 oder 4 Minuten Beitrag statt. Vielleicht mal noch ein 15 Minuten Special aber das war es in der Regel.

        Hallo,

        es gibt so viele Misstände, auch furchtbare Kriege.

        Weisst du, wann ich mich frage: Warum?
        Warum müssen alle Regale im Supermarkt so voll sein? Warum soll ich aus 30 verschiedenen Sorten Käse auswählen oder Wein aus Südafrika trinken?

        Warum erschlägt mich das Angebot im Supermarkt und andere Kinder kennen nicht einmal Schokolade oder haben bis mittags noch nichts gegessen?

        Warum muß immer alles neu, glänzend und chick sein?
        Was wird aus dem Müll, den wir produzieren?

        LG Lotta

        • Hallo,

          Ein großes Problem ist da diese "Ganz oder gar nicht"- Mentalität a la

          'Ich bin ja gegen Massentierhaltung und wäre gerne Veganer, aber da ich das nicht kann, stopfe ich mir munter weiter das 1,50€/ Kilo discounter Hackfleisch rein.'

          'Ich finde das ja ganz schrecklich mit der Klimaerwärmung und würde so gern ein Energieplushaus haben und ein Klimaneutrales Auto - aber das das nicht geht und so unbequem ist, fahre ich weiter meine Spritschleuder und heize die Strasse.'

          'Ich muss jedes Mal weinen, wenn ich eine Reportage darüber sehe, wie Frauen und Kinder in manchen Ländern behandelt werden, wie die Lebens- und Arbeitsbedingungen sind. Aber allen kann ich eh nicht helfen, was nützt es da, wenn ich mich engagiere.'

          Damit lügen sich viele selbst in die Tassche, beruhigen ihr Gewissen und können nachts gut schlafen.

          Dass jeder Kilometer mit dem Rad statt Auto aber nützt, jedes Schnitzel weniger oder jeder Braten, der für ein bissche mehr Geld direkt vom Biobauern gekauft wird und jeder gespendete Euro, jedes FairTrade oder Secondhand Kleidungsstück hilft, wird großzügig ignoriert - man müsste ja aktiv werden.

          Übrigens auch einer der Gründe, aus denen so viele Angst vor den Grünen haben und sich über die 'Verbots-Partei' lustig machen:

          Wenn der Fleischkonsum per Gesetz minimal reduziert wird, Autofahren und vor allem sehr schnelles und umweltbelastendes Fahren teuer wird, dann bin ich ja so in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt- und die Freiheit, egoistisch und kurzsichtig zu leben und meine Verhalten mit 'ich kann ja eh nichts ändern' zu rechtfertigen, die will ich mir doch nicht nehmen lassen.

          :-[

          • Hallo,

            da gebe ich dir total Recht.

            Bin eine "Fast-nur-Radfahrerin".

            Warum wird unterbunden, Autos mit einem geringeren Spritverbrauch herzustellen?
            Man hört nichts mehr davon, dass Motoren mit geringerem Benzinverbrauch entwickelt werden. Der Staat verdient mit Steuern und die Mineralindustrie sich eine goldene Nase.
            Erst, wenn die Quellen versiegt sind, werden auf einmal plötzlich benzinsparende Modelle auf dem Markt erscheinen.

            Bin auch dafür, das Fleisch und Wurst meinetwegen doppelt so teuer auf dem Markt angeboten werden.
            Damit das Vieh einen lebenswerten größeren artgerechten Raum/ Freiraum zur Verfügung hat und ohne Chemie und Antibiotika leben kann bis zur Schlachtung.
            Übergroße Viehställe müssen abgeschafft werden, bis wieder hin zur natürlichen Viehhaltung.

            Müll muß vermieden werden, es muß nachverfolgt werden können, wie und wo er entsorgt wird. Der Müll müßte in Europa getrennt werden.
            Ein Abschub/ Verkauf in 3.Weltländer darf nicht erfolgen, solange dort keine ideale Müllverwertung-oder entsorgung stattfindet.

            Lotta

            • Jegliche Düngung im großen Stil für Getreidefelder muss unterbunden werden, Kultur von Keimen in reiner Aquakultur muss unterbunden werden, Züchtung (genetische Veränderung von Pflanzen zur Ertragserhöhung) muss ebenso unterbunden werden, auch und gerade in der 3.Welt.

              Back to the roots!
              Alles nur rein lokal vermarkten, wenn die Erden das nicht hergeben, dann reguliert sich die Bevölkerung von selbst.
              Reis sollte nur noch in seiner natürlichen Heimat verkauft werden dürfen, ebenso Kartoffeln und Tomaten (nein, Holland gehört nicht dazu!) und dann müssen wir noch was gegen die Überfischung der Meere tun.

              Das einzige Problem, das ich sehe, ist der Kautschuk für deine Fahrradreifen, der lässt sich aus lokalen Rohstoffen in Deutschland so schlecht herstellen...

      Deine Gedanken sind nicht "wirr". Sie gehen schon in die richtige Richtung.

      Was kann man gegen die Probleme dieser Welt machen?

      Z.B., Syrien. Die Menschen dort werden auf weite Sicht keinen Frieden finden.
      Der eine Despot( Assad) möchte von vielen anderen Despoten abgelöst werden.
      Diese jedoch einen "Gottesstaat" mit der Scharia als Staatsform implantieren möchten.
      Ist das gut für ca. 50% der Bevölkerung? Die besteht nämlich aus Frauen.
      Wie die Gottesstaatlichkeit gegenüber der weiblichen Bevölkerung aussieht, sehen wir ja an den Ländern, in denen sie implantiert wurde.
      Also, was unternehmen?
      Sollte die Nato eingreifen?

      Hat ja in Serbien auch nicht funktioniert.
      Oder in etwa so, wie im Irak? Frieden ist nicht eingekehrt.

      Wir sollten uns vor Augen halten dass in diesen Ländern eine andere Kultur herrscht.
      Schon seid Jahrhunderten. Diese wird sich nicht durch unser Demokratieverständniss aufbrechen lassen.

      Also doch eine militärische Intervention?

      Eine Antwort habe ich nicht.
      Es bleibt den Europäern wohl nur die Möglichkeit offen, so viele Kriegsflüchtlinge temporär aufzunehmen, wie es eben geht.
      Alternativ die Länder monetäre Unterstützung zu gewähren, die schon Flüchtlingslager betreiben. Z.B. die Türkei.

      Um die Menge Menschen aus Syrien aufzunehmen, bedarf es eines finanziellen Kraftakt der kaum von den Ländern, die aufnahmebereit sind gestemmt werden kann.
      Eine bessere Idee habe ich auch nicht parat.
      Aber gut dass Du Dir darüber Gedanken gemacht hast.

      Freundliche Grüße von acentejo

      Was Syrien angeht sehe ich Assad im moment als das geringere Übel an. Schau doch mal wer auf der anderen Seite an der Macht zieht. Kommen die an die Macht geht das morden an den vorherigen Feinden erstmal munter weiter (gesehen hat man sowas damals in Ruanda). Sollte am Ende der gewünschte Gottestatt raus kommen dann gute Nacht für die Frauen und Mädchen dort.

      Der Westen/Europa kann die Welt nicht retten solang sich am anderen Ende die Menschen wegen Religionsfragen die Köpfe einschlagen. Wir können hoffen das wir unsere jetztige Stabilität erhalten können. Wenn wir/sie Glück haben lernen die anderen von uns.

      Die Menschheit ist nicht erbärmlich, fast alles hat sich im laufe der Jahrhunderte verbessert. Von den Menschenrechten bis hin zum Umweltschutz. Wenn auch nur in kleinen Schritten, aber es geht voran!

      • @imzadi

        Assad dass kleinste Übel? Da sehe ich ihn eher als den Auslöser des Konfliktes.
        Die Menschen wollen einfach nur normal, ohne Angst und Arbeit leben.
        Weniger nach unseren Werten. Die ja auch zu hinterfragen wären, ob die nun das "Gelbe vom Ei" sind.
        Ein Despot, wie Assad will natürlich nicht einen mm weichen.

        Der Assadclan sitzt doch an den Geldtöpfen und schert sich wenig bis gar nicht um das Wohl der Bürger.
        Und "Ruhe" war doch nur in Syrien durch die Geheimpolizei und der Armee garantiert.
        Also eine "Angstruhe".
        Die sehr zerrissene sog. Opposition möchte doch auch nur Macht und Geld.
        Diese Macht wird dann zum Zwecke der Gottesstaatlichkeit missbraucht.
        Also: die Bürger haben dann eine andere "Diktatur".
        Nämlich die, der "Gotteskrieger". Auch dort kocht jede Gruppierung ihr eigenes "Süppchen". Auch die wollen an die Futterkrippen!
        Von einer wirklichen Opposition kann keine Rede sein.
        Eine Lösung der Konflikte in der kompletten Region sehe ich nicht.

        Die Konflikte/Bürgerkriege werden wohl in der Zukunft um Religion gehen.
        Und, gerne übersehen, um Wasser. Liest sich "lächerlich"?

        Ist aber Fact.
        Zur Ruhe kommt Nahost in absehbarer Zeit nicht.

        Europa muss sich wappnen. Nicht durch Schließung der Grenzen. Eher durch Bereitstellung humanitärer Hilfe. Diese Hilfe wird Milliarden von €/$ verschlingen.
        Oder ist jemand daran interessiert die sog. Übervölkerung durch Kriege zu begegnen?
        Ist etwas ketzerich formuliert. Ich weiß. Aber nicht wirklich von der Hand zu weisen.
        Düstere Aussichten? Ja, sind es.

        Lösungsansätze habe ich nicht. Um Lösungen zu suchen, und auch zu finden haben wir die UN und den Völkerbund.

        Oder eben doch ein UN-Mandat um diese Regionen militärisch zu beruhigen?
        Was aber nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm bedeuten wird.
        Wir drehen uns im Kreis.
        FG acentejo

        • (10) 04.12.13 - 00:28

          "Assad dass kleinste Übel? Da sehe ich ihn eher als den Auslöser des Konfliktes."

          Lies die mal die Geschichte Syriens durch, die haben praktisch in jedem Jahrzehnt einen Krieg geführt. Mal mit Verbündeten, mal allein, mal gegeneinander.

          Im Zweifelsfall würde ich eher einen Augenarzt trauen wie einen Religionsknecht.

          Und wenn noch nicht mal die hoffentlichen Experten er UN wissen wie man den Konflikt lösen kann, sollen sie bitte unsere Soldaten in keinen Krieg schonen bis sie eine Idee haben.

      Hmm, bei Syrien denke ich, dass es nichts bringen würde, wenn der Westen irgendwie eingreift, denn wie Du auch schreibst geht es dort nicht mehr um Freiheit für das Volk.

      Insofern kann man "nur" hilflos daneben stehen. Allerdings weiss ich nicht, ob unsere Politik aus den "richtigen" Gründen hilflos daneben steht.

      Ich denke auch, dass selbst, wenn der Westen hier wirklich rigoros eingreifen würde, das den Menschen dort nicht wirklich helfen würde. Man kann Menschen nicht einfach ein demokratisches System aufs Auge drücken und dann sagen: "So, jetzt leb danach."

      Ansonsten denke ich leider, dass die Menschheit sich keinen Deut verbessert hat.

      Es gibt Menschenrechte, aber sie gelten immer noch nicht für jeden.

      In China ist es immer noch normal, dass politische Gefangene gefoltert werden. China ist zusammen mit Deutschland grösster Exporteur für Waren, da interessiert das niemanden.

      Guantanamo gibt es immer noch. Und das in einem Land, dass oberflächlich ja immer so für Freiheit eintritt. Genau dieses Land überwacht auch einfach mal so, alles, was ihnen so in die Finger kommt. In diesem Land ist die Prügelstrafe für Kinder auch an Schulen sehr verbreitet und Hinrichtungen gibt es auch noch zu genüge. Über die Todesstrafe mag man denken, was man will, aber offensichtlich unschuldige Menschen hinzurichten, nur weil sie die falsche Hautfarbe haben, ist nicht unbedingt menschenrechtskonform.
      Auch der Frieden ist in Europa ja noch nicht solange da. Es ist noch gar nicht solange her, da haben sich in Nordirland die Protestanten und die Katholiken die Köpfe eingeschlagen. Ich glaube, wirklich Freunde sind sie immer noch nicht.

      Ausserdem verdienen doch die Industrienationen daran, wenn es Krieg und Konflikte gibt. Die Rüstungsindustrie ist immerhin ein riesengrosser Zweig der Wirtschaft. Deutschland ist auf Platz 3 was Rüstungsexporte angeht.
      Und auch was die Umwelt betrifft, gibt es wirklich ein Interesse daran, diese zu schützen. Hat nicht Frau Merkel, ihres Zeichens Physikerin, nach Fukushima das erste Mal festgestellt, das Atomkraftwerke einen ganz entscheidenden Nachteil haben können?

      Tja, das mal nur so ein bisschen zu den Staaten, weitermachen können wir bei den normalen Menschen bzw. der Wirtschaft:
      Nestle, ein Unternehmen, dass mir erzählen hier erzählen will, wie sehr ihnen doch am Wohle der Menschheit liegt. Gleichzeitig kauft dieser Konzern in armen Ländern Wasserquellen auf. Menschen, die vorher sauberes Wasser hatten, müssen nun dafür bezahlen. Wenn sie es sich nicht leisten können, müssen sie, wenn es noch genug Wasser hat, das dreckige Wasser trinken, davon werden sie oft krank. Leute, die dagegen vorgehen wollen, werden unter Druck (oder schlimmeres) gesetzt.

      Monsanto möchte der Welt gerne erzählen, dass Genmais eine ganz tolle Erfindung ist. Interessant dabei, dass der Bauer hier jedes Jahr neues Saatgut kaufen muss. Ich kann hier nur einen einzigen feststellen, für wen das wirklich gut ist.

      Areva, ein französisches Energieunternehmen, lagert seinen Atommüll gerne in Russland. Aufnahmen aus der Luft haben gezeigt, dass dieser in der geschlossenen Stadt Sewersk einfach so in Fässern rumsteht. Das Ganze ist noch nicht einmal überdacht.
      Adecco stand vor nicht allzu langer Zeit in der Kritik, weil sie Menschen in Südamerika wir Sklaven behandelt (hat).
      Nochmal zu Nestle (und andere Unternehmen, die Kakao/Schokolade herstellen). Oft arbeiten auf den Plantagen Kinder und die sind Sklaven. Sie gewinnen zwar für uns die Schokolade, aber wahrscheinlich werden sie in ihrem ganzen Leben nie selbst welche Essen, sondern ihr Leben als Sklave fristen. Die Unternehmen meinen dazu oft nur, dass sie nicht die Marktmacht haben, das zu ändern.

      Genau das Gleiche bei IPad, IPhone und Co. (Ja, wir haben ein IPad, allerdings war das ein Geschenk des Arbeitgebers meines Mannes. Wir hätten uns nie eines gekauft.) Die Rohstoffe werden von Menschen, die wie Sklaven gehalten werden, gewonnen.

      Die Textilindustrie. Hier ist es wohl absolut egal, bei wem man seine Kleidung kauft. Auch die teuren Marken behandeln die Menschen nicht gerecht.
      ...
      Und dann noch die Menschen dazu. Würde jemand wirklich auf IPhone oder Schokolade verzichten, auch wenn er das oben genannte weiss? Interessiert es die Menschen, dass die Produkte, die wir konsumieren von anderen mit viel Leid hergestellt werden? Interessieren sich die Menschen wirklich dafür, dass unsere Umwelt erhalten bleibt?
      Ich glaube leider nicht, denn wir sonst liesse sich erklären, dass immer mehr von diesen SUVs auf der Strasse sind, anstatt kleine Autos, die möglichst wenig Sprit brauchen, dass Nestle, Kinder und Co. immer noch die Regale in den Supermärkten füllen, dass Menschen, wie dieser Paul Walker (der sich rücksichtslos verhalten und andere gefährdet hat) hier bei Trauer&Trost einen Thread bekommen, während die 40000 Kinder, die täglich verhungern einfach egal sind...

      Ich glaube, die Menschen sind leider genauso, wie der Erste, der geantwortet hat, sie beschrieben hat. Der Mensch ist leider Gottes nur auf seinen eigenen Vorteil aus. Solange es "mir" gut geht, interessieren mich die anderen nicht. So ist es zumindest bei den meisten.

      Und ich habe nicht die Hoffnung, dass sich daran etwas ändert.

      Liebe Grüße
      Urzeitkrebs

      • @urzeitkrebs

        Hallo, da hast aber einen riesigen Kreis geschlagen. Aber nicht zu unrecht.

        Gehen wir doch mal von den Problemen der restlichen Welt weg. Und schauen uns bitte Deutschland an.

        Frau Merkel, die mal einen Amtseid geschworen hat, der auch beinhaltet, sie wolle Schaden vom deutschen Volk abwenden. (so ungefähr).
        Sie stellt sich auch der Öffentlichkeit und verkündet gut gelaunt die vielen neuen Arbeitsplätze, die ihre Regierung geschaffen hat.
        Was sind denn dass für Arbeitsplätze? In der Mehrheit bedeuten doch diese Tätigkeiten, das sie nicht im Entgelt zum Leben reichen und aufgestockt werden müssen.
        Die Menschen, die für die paar Euro morgens aufstehen, die bewundere ich.
        Denn sie wissen, sie sind der Altersarmut ausgesetzt und werden bis zum Tode Sozialleistungen beziehen. (müssen)
        Das ist doch nicht normal.
        Klar, es werden immer Jobs im unterem Einkommensbereich vergeben. Was aber auch mit der fehlenden Qualifikation des einzelnen einhergeht.
        Und schon ist das nächste Thema an der Reihe.
        Nicht jeder kann, will, muss studieren.
        Aber jeder Mensch sollte die Möglichkeit bekommen nach seinen eigenen Möglichkeiten die optimale schulische Ausbildung zu erhalten.
        Um ein Optimum zu erreichen, muss einfach mehr Geld in Schulen und Universitäten gesteckt werden. Davon schwadronieren die Politiker aber immer nur vor Wahlen. Später ist davon wenig zu erkennen. Das deutsche Schulsystem ist völlig marode.

        Beginnt schon damit, jedes Bundesland denkt, sie müssen das Rad neu erfinden.
        Schule sollte bundesweit zentralisiert werden. Spart auch eine Menge Geld.
        Und Deine Anmerkung, die Leute sollten sich doch kleine, sparsame Autos kaufen.
        Aha. Warum sollten sie das machen? Wenn die Klasse der Politiker die wahren Spritfresser in ihrem Fuhrpark zu stehen haben. Wäre da nicht eine Vorbildfunktion angebracht?
        Eine FIAT 500 muss es nun nicht sein. Aber die S-Klasse auch nicht.
        Beispiele dieser Art könnte ich stundenlang schreiben. Würde aber den Rahmen sprengen.
        Thema NESTLE. Du hast völlig recht, eine Ausbeuterfirma schlechthin.
        Hat aber der Endverbraucher nicht auch etwas "Schuld" an dieser Misere?
        Er hat es doch in der Hand die Produkte einfach nicht zu kaufen.

        Ich kann mir gut vorstellen, kaufen nur 25% der deutschen Kunden kein Nestleprodukt mehr, würde bei denen ein Umdenken einsetzen.
        Das kann doch der Endverbraucher ebenso mit bekannten Produkten die unter ausbeuterischen Produktionen hergestellt werden auch anwenden.
        Es soll doch niemand sagen, ups, das habe ich nicht gewusst.

        Klar, ich verstehe die Leute, die auf den Cent schauen müssen. Aber der Rest der Kunden?
        Ich weiß schon, dass alles nicht wirklich möglich ist. Die "geiz ist geil" Mentalität herrscht vor. Aber probieren sollten wir es schon.
        Generell kaufe ich Obst und Gemüse jeden Samstag auf einen Bauernmarkt vom Erzeuger ein. Und nur einheimische Produkte. In D könnten auch die Leute ins Umland fahren um direkt beim Landwirt kaufen.

        Muss es sein, dass mitten im Winter geschmacklose Erdbeeren, Pfirsiche und Trauben aus fernen Ländern nach D eingeflogen werden. Und dann noch total überteuert sind?
        Ich denke, nein. Muss nicht sein. Einfach beim Einkauf überlegen ob ich das nun wirklich brauche.
        Im Kleinem beginnen. Dann wird sich evtl. auf Dauer etwas ändern.

        FG acentejo

Top Diskussionen anzeigen