OhGott

    • (1) 03.12.13 - 16:09

      Hallo.

      Ich will mal was los werden:

      Ich bin auf einem Bauernhof großgeworden und habe da meine 16 Jahre verbracht.

      Meine Eltern haben einen Bauernhof und leben noch dort. Ich mache dort auch gerne Urlaub mit meinen Kindern. Meine Kinder sind auch so aufgewachsen im Sandkasten und mit Dreck und Wiese und Schwimmbecken und so.

      Ich liebe meine Eltern und ich bin dankbar für alles. Mein Papa steht im Winter jeden Morgen um 4 Uhr auf und fährt Schneepflug jeden morgen im Sommer um 6 Jeden morgen egal ob Feiertag, Geburtstag, Weihnachten egal was ist. Meine Mama steht um 6 auf und geht zu den Kühen. Um 8 Uhr geht sie rein und macht Frühstück dann geht sie raus und macht den Hof dann kocht sie und macht den haushalt. meine Papa arbeitet macht Holz oder geht in den Wald, mäht das Gras oder sowas.
      Und jetzt müssen sie weil sie zu viel verdienen wie lächerlich auch immer das ist. Sie haben das ganze Leben gearbeitet und jetzt auch noch und jetzt also ich mein sorry aber ohne Landwirtschaft würde kein Mensch überleben und die Regierung schaut zu wie die Menschen verrecken, sie müssen jetzt Buchführung machen. Hää also sorry.
      & dankee fürs zuhören

      (5) 03.12.13 - 16:48

      "und die Regierung schaut zu wie die Menschen verrecken, sie müssen jetzt Buchführung machen"

      #kratz

      Dass Buchhaltung nervig ist, kann ich nachvollziehen, aber weder werden Deine Eltern daran sterben noch werden deshalb Menschen verhungern.

      Hallo,

      wenn sie Zimmer vermieten würden, hätten sie längst auch das machen müssen.

      Vielleicht hilfst Du Ihnen einfach dabei, dann kannst Du ihnen ein wenig von dem zurückgeben, was sie für Dich getan haben.

      GLG

    • (7) 03.12.13 - 18:58

      Nach der Überschrift "Oh Gott" und dem ellenlangen Sermon dachte ich Wunder was jetzt käme - so von wegen nach all der Maloche müssen sie runter vom Hof, weil es hinten und vorne nicht reicht, sind krank, müssen Sozialleistungen beantragen oder so.

      Aber "Oh Gott, Buchführung" ist das Problem?!
      Ich fasse es nicht.

      Meine vier Großeltern waren Landwirte, beide Großväter mussten ab Ende der 60er-Jahre noch zusätzliche Arbeitsstellen annehmen, weil die Höfe die Familien nicht trugen (war damals auch eine andere Zeit und wer nicht Großbauer war...). Die Arbeit auf dem Hof fingen dann die Omas und die älteren Kinder mit auf - wie der Opa teils auch frühmorgens, bevor es zur Schule/Ausbildung/Arbeit ging. Oder im Sommer bis spätabends.

      Ein Opa buckelte 20 Jahre neben der Landwirtschaft bei Buderus. Googlest du, was die so hergestellt haben, dann weißt du, was das für Jobs waren.

      13 Tage nach seinem 65. Geburtstag ist er gestorben. 13 Tage Rente für ein Leben voller harter Arbeit. Ein solches Schicksal ist "oh Gott".

      Aber sicher nicht Buchführung.

      "Und jetzt müssen sie weil sie zu viel verdienen wie lächerlich auch immer das ist"

      Was ist los?

      Kannst du deinen Beitrag nicht so schreiben, dass man ihn versteht, oder hast du schlicht keine Lust?

      (9) 04.12.13 - 07:57

      Was für ein Geschreibsel, kannst Du das noch mal übersetzen? Ich verstehe nur Bahnhof #aerger

      • Ich lese da zwei mögliche Interpretationen raus:

        a) Meine Eltern müssen nun auch Buch in ihrem Betrieb führen! Frechheit! - Hierzu kommt mir nur in den Sinn: Häh??? Ich mein... wie haben die dann bisher ihren Betrieb geführt? Nie Futtermittelkosten ermittelt? Die an die Molkerei abgetretene Milch nicht dokumentiert? Tierarzt schwarz bezahlt? Mag sein, dass ich hier etwas voreingenommen bin, da ich in nun mal einen sehr Zahlen-Lastigen Job habe, aber: Ein Unternehmen (wozu ein Bauernhof nun mal zählt) OHNE Buchhaltung? Ich möchte ja niemandem zu nahe treten, aber wenn das Aufregen sich auf Punkt a) bezieht, bleibt eigentlich nur übrig, dass der TE sich darüber aufregt, dass die Eltern nun dem Finanzamt eine ordentliche Buchführung vorlegen müssen und somit es keine Möglichkeit zum Mauscheln und "Steuer-Optimieren" gibt.

        b) Die Eltern erwirtschaften mit dem Hof so viel Geld, dass sie in einen anderen Besteuerungsmassstab fallen (Besteuerung von landwirtschaftlichen Betrieben ist nun nicht so mein Steckenpferd...) und müssen somit eine für die erbrachte Wirtschaftsleistung einen höheren Obolus an den Staat abführen. Hallo? Die Eltern verdienen nun mehr als vorher und müssen dafür nun auch mehr Steuern bezahlen! Gehts noch? Ich mein, die haben doch das ganze leben gearbeitet und müssen nun für ihre Einkünfte Steuern bezahlen? Und das, obwohl sie viel gearbeitet haben im Leben? Geht ja mal gar nicht!
        Seh ich genau so... wobei... ich arbeite irgendwie auch viel (Ja, die aufgeführte Hausarbeit der Mutter erledige ich auch neben meinem Job). Meinen ersten (Neben-)Job habe ich mit 16 angenommen und arbeite seither kontinuierlich und Zeitweise warens auch mehr als 12/14 Stunden am Tag (Plus Fahrzeit). Warum zum Teufel bezahl ich dann noch steuern? Ich mein... ich arbeite ja und bekomme dafür Geld! Und dafür Steuern bezahlen? Frechheit!

        Evtl. gibt es ja doch noch ein c) - dann bin ich aber auch drauf gespannt :-)

        Ansonsten sehe ich als Möglichkeit leider nur Punkt a) und b) und beide finde ich etwas befremdlich...

        Es gibt tatsächlich noch Möglichkeit c), § 13a EStG. .... ;-)

        Die Landwirte müssen, sofern sie unter 20 ha bewirtschaften, keine Bücher führen, geben lediglich die Flächen, Mieten und Pachten noch noch ein paar wenige andere Dinge an, und das Finanzamt errechnet einen durchschnitlichen Gewinn, man kann also den Tierarzt ohne Rechnung bezahlen, ganz legal und braucht nichts aufzuschreiben.

        Und jetzt kam das böse Finanzamt und hat gesagt: "so geht das nicht mehr #nanana "

        und sie müssen jetzt auch noch Geld an den Staat bezahlen, dabei gibt der Staat ihnen nicht, die Kinder gehen nicht zur Schule (....;-)) und da nur am Arbeiten sind, brauchen sie auch keine Straßen für Autos und den ganzen Kram, also wozu braucht der Staat Steuern ....

        • HAH! Wieder was gelernt - Landwirtschaftliches Steuerrecht ist nun halt leider nicht so mein Fachgebiet ;-)

          Wobei dann habe ich wieder zwei Folge-Überlegungen:

          I) Wurde denn das Gesetz verändert? Wenn nein, haben die Eltern doch tatsächlich Land dazu gekauft, wenn sie vorher < 20 ha hatten und nun > 20 ha. Darüber würde ich mir beim Landkauf auf jeden Fall gedanken machen.

          II) Trotzdem kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man dann KEIN Buch führt. Vielleicht nicht nach den Regeln der kaufmännischen Buchführung und auch nicht Steuerkonform. Aber irgendwo wird der Tierarzt dann doch wohl dennoch aufgeschrieben. Oder bin ich hier einfach etwas zahlenfixiert, wenn ich mir wünschen würde, dass ich am Ende vom Monat/Jahr mal schauen kann, wieviel mir der Hof eingebracht hat und wieviel er gekostet hat?

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