die neuen politischen Allrounder

    • (1) 15.12.13 - 18:43

      Hallo zusammen,

      ich hab da mal eine kleine Verständnisfrage: wie ist es denn möglich, dass eine ehemalige Ministerin für Familie oder Ministerin für Arbeit nun plötzlich Verteidigungsministerin wird?

      Sind diese Menschen außergewöhnlich umfassend gebildet?

      Nur mal zum Verständnis: eine Bäcker ist ein Bäcker und er kann mit dieser Qualifikation kein Ingenieur sein, richtig?

      Was befähigt diese Menschen alle Ressorts zu leiten?
      Kann mir das jemand beantworten?

      Danke und Gruß
      Jana

      • Das Kabinettsmitglieder bisweilen das Ressort wechseln ist voellig normal und eigentlich ueberall so.

        Minister ist kein Ausbildungsberuf, und vieles was zur Leitung eines Ressort gehoert sind transferable skills - Budget, Fuehrung etc.

        Man muss als Minister nicht kompetent sein, man muss nur kompetente Leute unter sich haben. In den Ministerien sitzten ausgebildete Profis. Der Minister hält quasi nur den Kopf hin oder erntet Lorbeeren.

        VG
        Mateo

        die idee eienr repräsentativen demokratie ist es, daß menschen aus dem volk als volksvertreter ins parlament gehen um dort aufgaben zu übernehmen.
        eine aufgabe ist die bildung einer regierung mit verschiedenen fachressorts.

        es gibt weder eine ausbildung zum politiker noch eine fachpolitkerausbildung, um dann spezialist in einem bestimmten bereich zu sein.

        Sondern ein volksvertreter soll die leitung eines ressorts übernehmen und überwachen, in dem eine menge spezialisten arbeiten (oder denkst du, daß das alles einer macht?).
        zudem gibt es natürlich die möglichkeit sich externe beratung zu organisieren.

        Oftmals sind politiker natürlich mit einer ursprünglichen idee, einem bestimmten engagment,.. in die politik gegangen, so daß sie dann eventuell mit mehr leidenschaft die gesundheitspolitik oder die familienpolitik oder was weiß ich was vertreten würden.
        aber ganz grundsätzlich entspricht es der idee unserer demokratie, daß volksvertreter auf zeit gewählt werden, um mit Hilfe von fachpersonal und deren zuarbeit entscheidungen zu treffen, die das verwirklicht, was zum einen fachlich geboten zum anderen der idee der eigenen partei (oder eben einem koalitionsvertrag, der den kompromiss zwischen mehreren an der regierung beteiligten parteien darstellt) entspricht.

        wenn du aber dei parallele zur wirtschaft suchst, dann schau nicht nach dem bäcker, sondern nach dem Vorstandsvorsitzenden, dem manager.
        der kann vom großen automobilkonzern zum pharmakonzern überwechseln oder einen medienkonzern leiten.

        • Nichtsdestotrotz gehört doch irgendeine Form von Weiterbildung dazu oder? Das Arbeitsressort zu leiten erscheint mir inhaltlich doch sehr verschieden vom Verteidigungsministerium. Eine gewisse Vorbildung muss da doch gegeben sein...oder vielleicht sehe ich das zu eng...aber vielleicht hat dein Vorschreiber recht, wenn er sagt, dass andere die wirkliche Arbeit machen und der Minister/ die Ministerin entscheidet und den Kopf hinhält.
          Mir will einfach nicht recht in den Kopf, dass sich ein Minister für so viele verschiedene Themengebiete zugleich interessiert. Bei dieser Flexibilität drängt sich mir der Gedanke auf, dass das Innehaben eines Amtes wichtiger ist als der eigentliche Inhalt.

          • es ist ein managerposten.
            da spielt der inhalt eine untergeordnete rolle.
            selbstverständlich muß sich der amtsinhaber auch inhatlich ins thema einfinden, aber die hauptsächlichen aufgaben liegen natürlich wo anders.
            informationen einzuholen, zu sondieren, mitarbeiter zu leiten, nach außen zu repräsentieren, in der öffentlichkeit die ergebnisse zu präsentieren, die linie der partei und die ergebnisse der fachmitarbeiter zusammen zu bringen etc.

            eben das was einen manager auch nicht auf eine einzige sparte an unternehmen festlegt.

      Hallo,

      inhaltlich werden die Themen nicht vom Ministern ausgearbeitet, sondern von seinen direkten Mitarbeitern und Arbeitsgruppen.

      Der Minister ist eher für Planung, Organisation, Kommunikation, Finanzplanung und Kooperationen mit anderen Ressorts, dem Abgleich nach oben, unten, rechts und links zuständig, wenn ich das richtig verstanden habe.

      Das kann man eher damit vergleichen, dass ein Ingenieur sowohl für einen Automobilhersteller, als auf für eine Schokoladenfabrik arbeiten kann.

      Liebe Grüße

      Das eine schließt das andere ja nicht aus. Sie ist jetzt "Verteidigungsministerin" - und das als erste Frau in Deutschland!

      Es heißt nicht "Kriegsminister" oder "Wehrminister" - sondern sie hat das Ressort "Verteidigung".
      Sie soll die Verteidigung des Landes bewerkstelligen. Und dies sichert doch auch oder vor allem das Wohl des Volkes, der Familien, der Gruppen und somit auch deren wirtschaftlichen/sozialen/politischen Status.

      Abgesehen davon, dass sie selbst eher wenig entscheiden wird, sondern nur den Kopf dafür hinhält, was dann aber auch wie bei allen anderen hoch honoriert wird.

      Die Qualifikationen ihrer Vorgänger waren sicherlich nicht berauschender.

      Viele Menschen sind multifunktionell und auch wenn es oft so dargestellt wird, glaube ich nicht, dass die deutschen führenden Politiker wirklich ein "Bäumchen-wechsel-Dich"-Spiel beim Ministeramt aufführen.

      Kompetenzen sind sicherlich vorhanden - man muss sie nur einsetzen können.

      Ressortwechsel innerhalb der Regierung gibt es häufig - und die sitzen sicherlich nicht abends zusammen und würfeln....

      Ich selber fand die Auswahl sehr fragwürdig - aber man sollte jedem eine Chance geben. Deutschland mit einer solchen Verteidigungsministerin ist sicherlich ein Ausnahmestaat. In diesem Fall - mal sehen, wie es funktioniert.

      LG

      Hallo,

      ich glaube, dass Frau von der Leyen schon das Zeug dazu hat.

      Sie ist in jedem Falle besser für ihren Job geeignet, als Herr Kurz für das österreichische Außenministerium.

      GLG

      <<<Sind diese Menschen außergewöhnlich umfassend gebildet?>>>

      Nein......ich halte die Allgemeinbildung speziell dieser Dame für sogar unter dem Durchschnitt liegend.

      Es geht in den Positionen aber nicht darum, ein besonders umfangreiches Fachwissen zu besitzen, sondern es ist wie eine Art Managerposten mit viel Öffentlichkeitsarbeit.

      Wie bei einem Konzern: Die weit oben haben oftmals am wenigsten Ahnung, müssen aber als erstes den Arsch hinhalten, wenn was quer läuft.

      • wenn es in der Realität der Politik nur so wäre, mit dem A... hinhalten.

        Als Konsequenz für Miß- oder Fehlverhalten wird ja nur das Ressort gewechselt. So lieber Mitarbeiter im Verkauf haben sie völlig versagt, dann machen sie mal in der Buchhaltung weiter...wir kriegen das Ding schon klein! Aber so ist das wohl in Spitzenpositionen.....

    >>I... wie ist es denn möglich, dass eine ehemalige Ministerin für Familie oder Ministerin für Arbeit nun plötzlich Verteidigungsministerin wird?<<

    Sieht man doch. Aber warum sollte das nicht funktionieren?

    "Entweder legen Sie jetzt alle Waffen nieder, oder ich setze Ihnen meine 7 Kinder vor die Tür...Strafe muß sein..."

    Ironie off----

    Ich finde es lächerlich, wo soll das hinführen...vielleicht werden wir auch alle komplett überrascht? Ich weiß es nicht...

    LG #winke

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