Woran glauben Atheisten?

    • (1) 23.12.13 - 00:33

      Abend,

      ich habe da einen Artikel im Spiegel gelesen, in dem es um den Glauben der Ungläubigenen ging. Ich fand ihn sehr interessant, da Wissenschaftler der Meinung sind, das wir von Natur aus dafür empfänglich sind an Übernatürliches und höhere Mächte zu glauben.

      Leider kann man den Artikel online nicht lesen, da er kostenpflichtig ist.

      Es waren einpaar wirklich interessante Fragen dabei. Deshalb hier an die Atheisten:

      Wenn euch jemand 20 € anbieten würde und ihr müsstet nichts weiter dafür tun, als eure Seele an den Teufel verkaufen. So richtig mit Vertrag und Unterschrift und so. Würdet ihr es machen ohne zu zögern?

      Würdet ihr euch ein Möbelstück oder ein Schmuckstück zulegen, wenn es in irgend einer Form als Unglücksbringer verschrien wäre? (hat den früheren Besitzern "Unglück" gebracht)

      Was mich wieder an einen anderen Artikel erinnert, den ich gelesen habe. Da gab es eine Ausstellung einer Künstlerin, die sich mit Alltagsreliquien beschäftigte. Die sogenannten Glücksbringer: Müntzen, Kettchen, Fotos, Glückssteine usw...

      Aufallend war, dass gerade Atheisten sehr häufig einen solchen Talisman besitzen, während Gläubige eher religöse Symbol zum Schutz bei sich trugen.

      Wie ist das bei euch? Habt ihr einen Talisman und was erhofft ihr euch von diesem?
      Glauben Atheisten am Ende doch an eine höhere Macht (nicht unbedingt an Gott) oder wollen sie unbewusst daran Glauben? Und wenn wir von Natur aus dazu neigen, es also in unseren Genen liegt, dann frage ich mich wozu?

      Ich bin Katholik, lasse die Frage aber für mich offen, ob es einen Gott gibt oder nicht. Ich besitze weder Talisman noch ein Kruzifix. An Glücks- oder Unglücksbringer glaube ich nicht. Meine Seele an den Teufel würde ich aber nicht für 20€ verkaufen.#zitter

      So, ich wünsche euch frohe Festtage, einen guten Rutsch und viel Glück #klee im neuen Jahr!;-)

      VG
      Mateo

      • Lieber Mateo,

        interessante Frage, den Spiegel wollte ich mir auch noch kaufen - genau deswegen übrigens.

        Ich selbst bin keine Atheistin. Ich würde mich als Agnostikerin bezeichnen (http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostik). Ich glaube nicht an einen personalen Gott, ich bin aber auch nicht völlig davon überzeugt, dass es keinen Gott bzw. keine höhere Macht gibt - ich weiß es einfach nicht.

        Das macht für mich den atheistischen Glauben aus: Atheisten glauben (!), dass es keinen Gott gibt. Ich als Agnostikerin bin mir da nicht sicher; ich glaube fest an die Beschränktheit des menschlichen Intellekts und seine Unfähigkeit, alles, was zwischen Himmel und Erde existiert, zu erfassen.

        Insofern kann ich die Fragen an die Atheisten nicht wirklich beantworten. Ich glaube, ich kann für meinen Mann sprechen: einen Talisman hat er nicht, ich schätze, er würde sogenannte "Unglücksbringer" kaufen, ob er seine Seele dem Teufel verkaufen würde, weiß ich nicht. Ich werde ihn fragen.

        Viele Grüße!

        • hmm, dann bin ich wohl ein katholischer Agnostiker. Wobei es für mich nicht wirklich eine Rolle spielt, ob es Gott gibt oder nicht.

          VG
          Mateo

          • Hi,

            Theismus (in deinem Fall Katholizismus) und Agnostizismus schließen sich nicht aus. Man kann durchaus an eine höhere Macht glauben, auch wenn man nicht weiß, ob es "den Gott" gibt.

            Ich frage mich in diesem Fall nur: ist man dann tatsächlich noch -in deinem Fall- katholisch, wenn man nicht sicher ist, ob die Hauptfigur dieses Glaubens existiert? Ist man dann nicht bereits eher Agnostiker und behält -aus Bequemlickeit ?- bestimmte kirchliche Rituale bei? Denn auch Glaube und die Institution der Kirche sollte man nicht verwechseln.

            Hach, schwieriges Thema :-)

            Gruß, C.

      Hallo Mateo!

      Interessantes Thema, ich bin wirklich gespannt auf die Antworten!
      Ich kann dir die Fragen nicht zu deiner Zufriedenheit beantworten, da ich mehr oder weniger gläubige Katholikin bin (wobei sich das "mehr oder weniger" nicht auf das gläubig, sondern auf katholisch bezieht) und mir nicht vorstellen kann, wie es ist, einfach gar nichts zu glauben.

      Das Glauben an eine höhrere Macht ist in der kindlichen Entwicklung ganz normal. Ich denke, dass viele Atheisten dieses "kindliche Denken" und den nicht wissenschaftlich belegbaren Glauben ablehnen, weil es in ihren Augen naiv, dumm und "uncool" ist. Zumindest in der Schule hatte ich immer das Gefühl, dass die Atheisten sich deutlich cooler fanden, eben weil sie Atheist waren - sie sind intelligenter, aufgeklärter, sie glauben so einen Blödsinn nicht, denn Religion ist nur "Opium für´s Volk".

      Interessanterweise erlebe ich im Beruf sehr häufig, dass diese aufgeklärten und coolen Atheisten in Krisensituationen sich dann doch an irgendeine höhere Macht wenden. Hierzu eine Geschichte, die ich schon mal in einem anderen Thread geschrieben habe: "Und wenn man einen schweren Schicksalschlag erlebt, dann hilft oft nur der Glaube. Ich kenne jemanden, der auch überzeugter Atheist war und aus der Kirche ausgetreten ist und als sein Patenkind einen schweren Autounfall hatte und es um Leben und Tod ging, lief er über das Krankenhausgelände (nicht hier) und ging in die Kapelle, setzte sich hin und fing an zu beten. Und das, wo er doch eigentlich nicht an einen Gott glaubt. Aber es hat ihm geholfen in dem Moment. Keiner hat gesagt "Geh beten, wenn du willst, dass dein Patenkind überlebt" oder so, nicht mal unterschwellig angedeutet. Er ist ganz alleine in die Kapelle gegangen und hat nur für sich alleine gebetet..." Da wüsste ich auch gerne von den hier antworteten Atheisten, ob sie niemals so handeln würden oder ob sie dann eventuell auch irgendeinen Halt suchen...? Wenn ja, aus welchen Beweggründen, wenn man doch nicht daran glaubt?

      Ich habe über deine Fragen nachgedacht und finde die über den Verkauf der Seele sehr spannend. Ich persönlich würde es auf gar keinsten Fall machen, auch wenn ich "ansich" nicht an den Teufel (also dieses rote Wesen mit Hörnern und Hufen) glaube - aber sicher ist sicher. #schwitz Interessanterweise ist mir gerade etwas aufgefallen : während ich anderen Religionen und auch dem Atheismus gegenüber absolut tolerant bin und dies nicht als Kriterium für Freundschaften ansehe, finde ich jemanden, der seine Seele verkaufen würde oder verkauft hat, sehr suspekt. Jemand, der diese Frage ganz klar mit "ja, mach ich, 20Euro haben oder nicht haben" beantwortet, ist in meinen Augen dumm oder eiskalt. Selbst wenn die Summe deutlich mehr als 20 Euro wäre... wenn die Person nicht in einer absoluten Notlage wäre und dieses "Angebot" annehmen würde, dann könnte ich nicht mit dieser Person befreundet sein, weil ich da ganz negative Assoziationen habe. Da muss ich jetzt noch etwas drüber nachdenken...

      "Und wenn wir von Natur aus dazu neigen, es also in unseren Genen liegt, dann frage ich mich wozu?" Meine Vermutung ist (und ich meine, auch irgendwann mal etwas dementsprechendes gelesen zu haben), dass dieser Glaube dazu dient, zufriedener zu sein. Der Mensch fragt sich ja immer wieder "warum?" und "wie?" und erforscht alles. Manche Dinge kann man sich nicht erklären und das kann einen wahnsinnig machen. So war es früher z.B. bei Gewittern; diese wirken bedrohlich und man kann sich nicht erklären, wo dieser Krach und das Licht herkommt - ein Gott wie Zeus z.B. war die Antwort auf diese Frage. Somit war man einfach beruhigt. Die Auswirkungen konnten verheerend sein, ganze Ernten vernichtet, Häuser zerstört, aber man musste damit klarkommen und die Antwort auf das "warum?!" war einfach, dass man den Zorn der Götter auf sich gezogen hat.

      Im Laufe der Zeit hat man auf viele Warum-Fragen eine wissenschaftliche und völlig unreligiöse Antwort bekommen. Keiner von uns glaubt, dass ein Blitz durch einen Gott verursacht wird. Selbst wenn man den genauen Ablauf nicht kennt, weiß man ja, dass es irgendwas mit Energie zu tun hat. Also braucht man die Antwort "Gott" auf die Frage "Warum?" nicht mehr. Trotz des Fortschritts gibt es aber auch heute noch genug Fragen, auf die wir keine Antwort haben...und für diese Fragen nutzen viele Menschen nach wie vor den Glauben an etwas Höheres als Antwort. Und selbst wenn wir wissen, dass die Erde nicht in 7 Tagen erschaffen wurde sondern der Urknall ursächlich war, bleibt die Frage "Woher kam der Urknall?" Und auch wenn wir wissen, wie der menschliche Körper funktioniert und dass unser Verhalten, unser Empfinden, unser "ich" durch Neurotransmitter, Hormone und so weiter bestimmt wird, bleibt die Frage, ob es so etwas wie eine Seele gibt und was mit uns passiert, wenn wir sterben. Für manche reicht ein "dann wird mein Körper zersetzt und das war´s dann halt" als Antwort, aber vielen macht diese Vorstellung Angst. Und da hilft dann wieder der Glaube, die Religion, ein Gott. Das ist zumindest meine Meinung. Aber da ich ja blöd bin ;-) und an so etwas glaube, bin ich echt gespannt auf die Antwort von nicht-gläubigen Usern. Ich hoffe auf einen fairen Austausch von Meinungen und Gedanken - so ein Thema ist ja immer etwas schwierig, weil es irgendwie kein richtig oder falsch gibt, aber man meint, nur die eigene Meinung wäre richtig....

      Danke auf jeden Fall für die interessante Fragestellung und gute Nacht, schöne Feiertage und guten Rutsch!:-)

      Liebe Grüße, Truly

      • Guten Morgen,

        da hast du dir aber viel Mühe gegeben. Danke für deine Antwort.

        Auf einige Punkte möchte ich eingehen. Ich sehe es ähnlich wie du, wenn Menschen sich über den Glauben Anderer lustig machen. Egal ob sie nun Atheisten sind oder "Andersgläubige". Ich finde es aber genau so schlimm wenn Gläubig Ungläubige bekehren wollen. Das hat etwas penetrantes für mich. Ich mag es nicht, wenn Leute ihren Glauben oder Unglauben als den einzig wahren ansehen und alles andere als lächerlich betrachten.

        Wenn also ein Atheist in höchster Not zu beten anfängt, dann klammert er sich an den letzen Strohhalm. Das hat etwas sehr Verzweifelndes. Das hat nicht wirklich etwas mit Glauben zu tun. Ihm das vor die Nase zu halten und zu sagen, siehst du ich hab es doch gewusst, hat für mich einen faden Nachgeschmack.

        Das ist genauso als ob ein Zeuge Jehovas sich entschließt eine Bluttransfusion zuzulassen um sein Leben oder das eines Anghörigen zu retten und man ihm hinterher sagt, siehst du, dein Glaube taugt nichts.

        Interessant fand ich auch, dass du jemanden der seine Seele für Geld verkaufen würde, aus welchen Gründen auch immer, als dumm oder eiskalt bezeichnest. Du tust also nichts anderes als "die Atheisten" früher in der Schule getan haben.

        Ich sehe da keine Wertigkeit. Wenn jemand felsenfest davon überzeugt ist, dass es keinen Teufel gibt, warum sollte er die 20 € nicht annehmen? Das macht ihn in meinen Augen zu keinem schlechen Menschen.

        Du schreibst das du mehr oder weniger gläubige Katholikin bist. Wobei sich das mehr oder weniger auf das "katholisch" bezieht nicht auf den Glauben.

        Ich bezeichne mich als Katholik, weil ich katholisch getauft und erzogen wurde. Ich feier katholische Feste, wie Weihnachten, Ostern und so weiter. Ich bete und gehe hin und wieder in die Kirche. Ob es aber einen Gott gibt, spielt dabei für mich keine große Rolle.

        Wenn ich mal tot bin und es gibt da nichts, dann kriege ich das ja nicht mit. Ist mir also egal. Wenn es einen gibt dann ist es auch gut. Wobei mir bei der Vorstellung ewig im Paradies zu leben eher Schauer über den Rücken läuft. Das hört sich nämlich ziemlich langweilig an.

        VG
        Mateo

        • Hallo!

          Ja, du hast Recht, es ist so gesehen nicht in Ordnung von mir, jemanden, der seine Seele verkaufen würde/verkauft hat, als dumm oder eiskalt zu bezeichnen. Ich würde das allerdings nicht dieser Person dann sagen oder versuchen, sie zu "bekehren" - ich habe nur für mich persönlich das Empfinden. Ob das korrekt ist oder nicht, ich kann es nicht beeinflussen,mir würde es Angst machen,ich könnte dieser Person nicht vertrauen. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll! Hört sich wohl so oder so blöd an, aber so empfinde ich es... ich persönlich würde einer eventuell seelenlosen Person mit Vorsicht begegnen. Während alle Religionen moralische Werte wie Nächstenliebe,etc lehren und auch Atheisten und Agnostiker durch ihre Erziehung, Prägung, was auch immer ein Gewissen (was die Frage aufbringt:Was ist eigentlich ein Gewissen?) haben, würde ich mich bei Menschen, die das Risiko eines Teufelspakt eingehen,halt immer fragen "Zu was sind die in der Lage? Was würden sie alles für Erfolg, Geld, etc tun?" Ja, ich weiß, dass auch im Namen der Religionen viele schlimme Dinge geschehen sind und heute noch geschehen. Ich glaube, es ist egal,was ich noch schreibe - es kann so oder so negativ ausgelegt werden.

          Ja, genau, in Krisensituationen ist Glaube ein Strohhalm. Und allein dadurch hat Religion schon für mich eine Berechtigung. Sie gibt Kraft, spendet Trost, hilft der Psyche. Ob ein Atheist, der in schlimmen Situationen betet, danach gläubig ist oder nicht - für den Moment hat er zumindest die Möglichkeit, dass es einen Gott oder eine höhere Macht gibt, nicht komplett ausgeschlossen, vielleicht auch nach dem Motto "auch wenn's vielleicht nichts bringt, es schadet zumindest nicht". Dieses Verhalten passt für mich aber nicht zu einem Atheisten. Zu einem Agnostiker ohne Frage, da wundert mich das keineswegs. Man hört oder liest ja öfters mal "Uns geht es zu gut für Religion" und das zeigt sich in solchen Situationen ja. In den ärmsten Ländern ist der Glaube meist am stärksten. Und wer in akute Krisen gerät und nicht mehr weiter weiß, glaubt plötzlich vielleicht doch. Das finde ich völlig in Ordnung.

          "Glauben überlasse ich gerne den Menschen, die dümmer sind als ich"...gelesen? Es war also nicht nur bei mir in der Schule so. ;-) Ich finde die Argumentation irgendwie seltsam...da Glaube für mich nichts mit Wissen zu tun hat und das eine das andere nicht ausschließt.

          Ich kann deine Einstellung zum Thema Glaube übrigens gut nachvollziehen, da es bei mir ähnlich ist, wenn auch mit anderer Gewichtung. Ich gehe beispielsweise fast nie in die Kirche und bete nur wenig, habe dafür aber den tiefen Glauben an einen christlichen Gott...deswegen gläubig, aber nicht so wirklich katholisch. Sinn macht das auch nicht von außen betrachtet. :-D

          Liebe Grüße, Truly

          • Ich als potentielle Seelenverkäuferin fühle mich mal angesprochen.
            Eine Seele aus Gewinnsucht oder Berechnung zu verkaufen – im Sinne von "Wozu ist so jemand in der Lage?" - macht ja nur Sinn, wenn ich an Seelen und/oder das Böse glaube.

            Eine Seele ist für mich so realistisch wie die Zahnfee oder der Weihnachtsmann.

            Trotzdem sind wir eine ganz freundliche Familie.

            :-)

            • Das glaube ich dir auch! :-)

              Ich kann das auch nicht erklären...ich glaube ja wie gesagt nicht an dieses gehörnte Wesen, das auf nem brennenden Thron sitzt und sich über Vertragspartner freut. Ich kann auch verstehen, dass man das alles blödsinnig findet. Aber, ich kann's nicht ändern, ich habe ein schlechtes Gefühl dabei. Ein Teil des "Ichs" an "das Böse" verkaufen, das Risiko wäre mir zu hoch. Ich kann's nicht erklären. Vielleicht hab ich auch zu viele blöde Filme gesehen.;-) Ich glaube zB eigentlich nicht an Flüche...eigentlich. Als ich aber von einer (psychisch kranken) Person verflucht wurde, war mir doch mulmig. Okay, dann musste ich doch lachen, weil das Ende vom Fluch total dämlich war, ist auch nie so eingetreten, sonst könnte ich jetzt nicht schreiben...aber im ersten Moment hab ich mich nicht wohl damit gefühlt.

              Ich denke einfach, dass es mehr Dinge gibt, als wir uns vorstellen können. Das Universum ist unendlich - mein Gehirn begrenzt. Wie soll ich da alles verstehen können? Für mich gibt es auch viel zu viele Fragen, die ich nicht beantworten kann. Allgemeine Fragen, persönlich erlebte Situationen, gehörte Geschichten...Manche Menschen sind sehr empfänglich für "übersinnliche" Sachen,sehr religiös oder abergläubisch oder halten sich für Hexen, wenden Voodoo an, hängen Traumfänger auf, haben Glücksrituale, legen Karten, reden mit Verstorbenen...andere können mit sowas generell überhaupt gar nix anfangen und halten alles für Blödsinn, wie du so schön sagtest: wie die Zahnfee und der Weihnachtsmann.;-)
              Ich schwanke da so im Mittelfeld rum. Und ich kann nur noch mal betonen, dass Glauben, egal in welche Richtung, ob Weltreligionen oder Zauberei oder das Spaghettimonster, meiner Meinung nach überhaupt nichts mit Intelligenz und Bildung zu tun hat! Es gibt in allen Bereichen sehr dumme und hochintelligente Menschen und ganz viel Durschnitt. Wieso kommt da immer das Intelligenz-Argument? Was hat Glauben mit Wissen zu tun?

              • "....Wieso kommt da immer das Intelligenz-Argument? Was hat Glauben mit Wissen zu tun?..."
                Das kommt wahrscheinlich daher, weil die eine Sorte der Dummen zu wissen meinen, was sie glaubt und die andere Sorte Dummer sich für klug hält, aber nicht versteht, daß sie nicht alles versteht.
                Beiden Sorten ist meistens eine ziemliche Arroganz und ein enormes Sendungsbewußtsein zu eigen....

        (11) 23.12.13 - 15:28

        Ohne jetzt hier irgendwen irgendwie bekehren zu wollen...ich mag diesen Text sehr und er passt gut zum Thema (zu Urbia sowieso;-) ):

        Zwillinge – ein Dialog im Bauch der Mutter

        „Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ „Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das, was uns erwartet.“ „Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?“ „Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“ „So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht, die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz.“ „Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“ „Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‚Nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und dunkel.“ „Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen, und sie wird für uns sorgen.“ „Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“ „Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein!“ „Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“ „Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….“

    Ich schreibe ein bisschen kreuz und quer, hierauf muss ich aber antworten: die "Bekehrungsgeschichten" in Notsituationen.
    Man liest und hört sie immer wieder.

    Es gibt aber auch den umgekehrten Fall und da wir schon bei Anekdoten sind, schildere ich den.

    Meine Oma lag im Sterben. Sie war Zeit ihres Lebens mehr oder weniger religiös, auf jeden Fall aber hat sie sich am Gemeindeleben, den Gottesdiensten usw. rege beteiligt. Sie war immer sehr auf die Wahrung des Anscheins bedacht.

    Natürlich habe ich ihr in Glaubensfragen nie widersprochen (vielleicht als Teenager mal), da ich mir immer gedacht habe: Der Glaube ist aus persönlichen Gründen eben wichtig für sie.

    Unter anderem sprechen Sterbebegleiter ja öfter davon, dass Glaubende sich mit dem Sterben leichter tun als Atheisten. Leider ist bei meiner Oma genau das Gegenteil eingetreten. Sie fühlte sich völlig von Gott im Stich gelassen, hatte sie doch irgendwie auf Rettung/Hilfe/Trost vertraut. Ich denke, sie war keine "gute" Gläubige im christlichen Sinne, weil sie sich von ihrer religiösen Aktivität irgendwie Schutz erhoffte vor Krankheit. Diese Art von Zauberei wird ja nicht direkt versprochen, sondern im Gegenteil eine Art vertrauensvolle Hingabe auch in das Leid erwartet. Meine Großmutter war dazu nicht in der Lage. Sie haderte sehr mit Gott und der Kirche, verweigerte den Kontakt mit ihrem Seelsorger, wollte nicht mehr beten, war sehr wütend und enttäuscht und ist auch so gestorben.

    Nun kann man natürlich denken: Was für eine naive Person. Das war sie wohl auch. Es tat mir sehr leid für sie, dass sie keinen Trost in ihrem Glauben gefunden hat. Eine bestimmte Sorte Glaubender wird sagen: Dann war ihr Glaube nicht stark genug. Vermutlich stimmt auch das.

    ----
    Ende der Anekdote.

    #winke

(15) 23.12.13 - 08:46

Hallo,
also ich bin so ein "Infidel"....ich glaube weder an Gott noch Teufel und somit auch nicht an Himmel und Hölle. Für mich ist religiöser Glaube allgemein eine Erfindung von Menschen die einfach Macht und Reichtum durch Verbreitung von Angst und Schrecken erlangen wollen. In der Geschichte gibt es genug Beispiele (Ablass, Kreuzzüge, Hexenverfolgung, usw usw). Im Namen der Kirche (somit auch dem Glauben) sind unsagbar schlimme Dinge geschehen, so etwas kann nur von Menschen ausgehen.
Ich glaube aber doch an etwas, nämlich an die Natur. Ohne Wasser, Sonne, Erde und Wind (und das in der richtigen Mischung) würde nichts existieren, keine Menschen, Tiere und Pflanzen. Das ist einfach eine Tatsache. Aber an die daraus entstandenen Götter glaube ich nicht. Ich gehe davon aus das wir nicht die einzigen Lebewesen in diesem Universum sind. Deswegen glaube ich aber nicht, das damals in Area51 echte Aliens zerschnitten wurden und auch nicht das Kornkreise Zeichen von außerirdischem Leben sind.
Ich gestehe, das manche meiner Handlungsweisen im Aberglauben zu finden sind, aber auch sind einige logisch erklärbar. Nein, ich springe nicht den Schornsteinfeger an. Allerdings laufe ich nicht unter Leitern durch (kann nämlich gefährlich sein). Ich töte keine Spinnen mit der Begründung es bringt Unglück, in Wahrheit habe ich sogar nen schlechtes Gewissen wenn ich ne Fliege oder Mücke erlege. Schuhe werden nicht geschenkt, der Beschenkte (oder ich) muß zumindest 1ct dafür bezahlen. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird keine Wäsche gewaschen (manchmal st der Aberglaube echt praktisch#schein).
So nun zu deinen Fragen: Wenn jemand so blöd ist mir 20€ anzubieten, klar bin ich dabei (allerdings würde ich anders unterschreiben, nicht wegen dem Teufel sondern vielmehr wegen Mißtrauen).
Klar würde ich mir diese Dinge anschaffen, vielleicht bringen sie mir ja Glück (;-)).
Ja ich habe zwei Talismänner, einmal ein indisches Geldstück (Erinnerung an alte Zeiten) und dann den Schlüssel vom Maschinenraum unseres Schiffes (der einzige tragbare Gegenstand der nach der Verschrottung übrig blieb und somit eine Erinnerung ist, die mich begleiten kann; so´n Anker wäre beim Umzug doch etwas hinderlich). Es sind einfach Erinnerungsstücke aber keine Glücksbringer in engeren Sinn.
So fertig........LG

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