Transatlantic Trade and Investment Partnership

    • (1) 16.05.14 - 10:48

      Europa und Amerika, bzw. deren mächtigen Lobbyistenverbände, verhandelt ja zur Zeit über ein Freihandelsabkommen. Hinter verschlossenen Türen zwar, dennoch sickert einiges durch, auf so genannten "LEAK" Webseiten findet man viele offizielle Dokumente dazu...

      Wie seht ihr das TTIP? Seid ihr pro oder contra? Ist es euch am Ende sogar egal?

      Ich bin gegen ein TTIP, wie es aktuell angestrebt wird. Ich sehe zB. massive Verluste von staatlicher Souveränität. Das das Abkommen hinter verschlossenen Türen verhandelt wird, obwohl es ca. 816.000.000 Menschen betrifft (504 Mio. in EU + 312 Mio. in USA), finde ich unverschämt. Das macht mich sauer... Da faseln die Politiker ständig von mehr Demokratie und solche Abkommen mit einer Tragweite, die man noch gar nicht abschätzen kann, werden vor den Bürgern abgeschottet. Auch für die Akzeptanz des Abkommens ist es enorm wichtig, dass die Bürger miteinbezogen werden.

      Noch ein Beispiel, was mir die Zornesröte ins Gesicht treibt: Von EU Seite nehmen 60 Personen an den Verhandlungen teil. Wie oder warum diese Personen ausgewählt wurden (Qualifikation) wird nicht öffentlich gemacht. Es ensteht der Eindruck, dass wieder nur "privilegierte" Personen am Werk sind, nämlich Regierungsvertreter, Arbeitsgruppen, Unterhändler und Lobbyisten.

      Damit haben wir schon ein paar Punkte, die gegen das Abkommen sprechen, obwohl wir noch gar nicht bei eigentlichen Inhalt des TTIP angekommen sind! Alleine das Zustandekommen des Abkommens ist ein absolutes no go.

      Durch das TTIP werden die hohen europäischen und vor allem Deutschen Standards in Sachen Urheberrecht, Datenschutz oder der Lebensmittelindustrie extrem aufgeweicht. Das in den Medien propagierte Genmanipuliertes Gemüse steht stellvertretend für eine Reihe kruder Methoden aus den USA. Das schlimme Chlorhühnchen halte ich für Geschwätz von Populisten. Es ist absolut nicht schädlich...

      Haben wir in Europa und Deutschland Jahre gebraucht, um diese Standards zu etablieren, so wird die ganze Arbeit durch die EU zunichte gemacht. Da wären wir wieder bei der staat. Souveränität. Selbst wenn Deutschland wollte, könnte es das TTIP nicht verhindern.

      Der Volkswirtschaftliche Schaden, der enstehen könnte, wird auch deutlich zu spüren sein. Aus den Dokumenten geht hervor, dass US Unternehmen die EU auf ERWARTETE Umsätze verklagen könne. Wird der Verkauf der Ware X also verboten, selbst bevor auch nur 1 X die EU erreicht hat, muss die EU unter Umständen die erwarteten Umsätze der US Firma erstatten. Schon jetzt gehen solche Entscheidungen meist zu Gunsten der USA aus. Das ganze wird übrigens von AU?ERSTAATLICHEN Stellen geklärt und von den Offiziellen Vertretern durch gewunken...

      SO, muss jetzt Schluss machen. Freue mich auch eine angeregte Diskussion! Vielleicht sind ja sogar TTIP Anhänger hier?!

      Lg, Anne

      • Ich bin fuer Transparenz was die Verhandlungen angeht, und auch den Background der Teilnehmer, aber wie soll Otto Normalverbraucher, der meist keinerlei Ahnung vom Thema hat bei so etwas mitentscheiden? Die gemeine Urbia-Userin hat mit Sicherheit nicht genuegend Verstaendnis von der Materie.

        • Es geht ja nicht um das mitbestimmen, sondern darum, uns informieren. Zudem spreche ich mir durchaus eine gewisse Kompetenz in diesen Dingen zu.

          Zudem hat die Entscheidung "Möchte ich Europaweit gen manipulierte Lebensmittel zulassen oder nicht?" weniger mit Verständnis zu tun. Das können auch schon Kinder entscheiden... Es geht um den Willen! Bei dem TTIP geht es natürlich um viel mehr, auch volkswirtschaftliche Thematiken spielen eine Rolle. Aber von denen hat die urbia Userin kein Verständnis, da stimme ich dir zu.

          Ich will aber mal das Gesicht der urbia Userin sehen, wenn es aus Preisgründen quasi ausschließlich Babykost mit gen manipulierten Karotten gibt ;-) Es geht uns alle an und wir sollten uns wehren! Deshalb bei den Europawahlen Grün wählen :-)

          • "Zudem hat die Entscheidung "Möchte ich Europaweit gen manipulierte Lebensmittel zulassen oder nicht?" weniger mit Verständnis zu tun."

            Natuerlich hat das was mit Verstaendnis zu tun. - Ottonormalverbraucher hoert "genmanipuliert" und entwickelt Panik ohne zu wissen in wie weit manipuliert wurde, und welche Risiken genau daher kommen etc. Da wird einfach blind abgelehnt, ohne sich ueber die Forschung zu informieren.

            • Also hat er doch die Kompetenz, sich mit diesen Dingen auseinander zu setzen?! Dann sollte er das natürlich tun... Denn die Forschung zeigt z.B. dass ca. 18.000.000 an Zöliakie erkrankte Amerikaner, diese Krankheit Gen manipulierten Soja- und Mais Produkten zu verdanken haben. In Regionen, in denen Gen manipulierte Lebensmittel vorkommen, kann man eine erhöhte Zahl an Krebserkrankungen, Adipositas, Diabetes und Unfruchtbarkeit feststellen.

              Leider gibt es in den USA z.B. kein Gesetz, was die Hersteller verpflichtet, Gen manipulierte Produkte zu kennzeichnen.

      Wow ... Du hast ja "massig" Zuspruch ...

      ... merkste was?!

    Hallo
    ich habe in einer Petition an das Luxemburger Parlament gegen den TTIP/TAFTA unterschrieben. Bin absolut dagegen , wir müssen uns wehren

    Naomi

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