Deutschland ist zweitbeliebtestes Einwanderungsland

    • (1) 21.05.14 - 09:49

      Good News...

      „Die innereuropäischen Zuwanderer – auch die aus Mittel- und Osteuropa – sind höher qualifiziert und besser in den Arbeitsmarkt integriert als in der Vergangenheit.“ Die Erwerbstätigenquote unter den europäischen Migranten hat sich 2012 auf 69 Prozent erhöht (2009: 66) und liegt damit nur noch knapp unter dem der Gesamtbevölkerung (74 Prozent).

      Der Anteil der Hochqualifizierten, in der Regel Akademiker, ist unter den europäischen Zuwanderern mit 34 Prozent sogar höher als unter der im Inland geborenen Bevölkerung (26 Prozent). Die außereuropäischen Einwanderer sind zwar seltener erwerbstätig (40 Prozent), weisen aber von allen Gruppen den größten Hochqualifiziertenanteil auf (38 Prozent).

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/oecd-studie-deutschland-ist-zweitbeliebtestes-einwanderungsland-12948274.html

      Überraschenderweise profitieren wir also kurz vor der Europawahl von der Zuwanderung....

      Fakt ist, Deutschland sorgt nicht dafuer, dass den selbstausgebildeten Akademikern genug Geld fuer ihre Arbeit gezahlt wird. In der Folge wandern einheimische gut Ausgebildete ins Ausland ab, wo der Marktwert hoeher ist, waehrend gleichzeitig der heimische fachkraeftemangel mit billigeren Akademikern aus dem aermeren Ausland gestopft wird...

      Funktioniert ja auch prima...
      Die Personalkosten werden so kuenstlich niedrig gehalten und Deutschland subventiniert auf diese Art einen Haufen seiner Nachbarn, die Hochqualifizierte quasi zum Nulltarif bekommen... Made in Germany eben... Mal sehen, wie lange das noch gut geht...

      • Stimmt. Vor allem Architekten und Ärzte werden im Ausland besser bezahlt und sind selten so gut ausgebildet wie in Deutschland. Ich kenne Arichtekten, die z.T. weniger verdienen als ein Bürokaufmann! Das ist eine Schande!

        • hier hier... ;-)

          Das, was das wirklich Dumme daran ist, ist ja, dass das Studium hier so billig gehalten und subventioniert wird, da der Absolvent ja irgendwann dann gut Steuern zahlt.
          Wenn aber die Arbeit so schlecht entlohnt wird, geht der Absolvent lieber ins Ausland und zahlt da seine Steuern... Wen subventioniert Deutschland da eigentlich genau genommen?? ;-)

          Nicht gerade ein sehr nachhaltig gedachter Ansatz... Aber eine legislaturperiode ist eben nicht lang genug... :-)

      Wie sollte denn „Deutschland“ dafür sorgen, dass den „selbst ausgebildeten Akademikern“ „genug“ Geld gezahlt wird?

      Was die Emigration angeht: 2012 sind ca. 133.000 Deutsche in andere Länder ausgewandert. Das klingt auf den ersten Blick viel. Was aber gerne vergessen wird: 2012 sind auch ca. 115.000 Deutschstämmige wieder immigriert. In Summe hat Deutschland also nur 18.000 Personen „verloren“.

      Die Zahlen sind Jahr für Jahr ähnlich. Für die Mehrheit der deutschen Emigranten ist der Auslandsaufenthalt nur temporär. Für die berufliche und persönliche Entwicklung des Einzelnen ist eine solche Phase sehr wertvoll. Auch die Wirtschaft und die Gesellschaft profitieren davon.

      Die seit Jahren im Vergleich zur Produktivitätsentwicklung deutlich zu geringen Lohnsteigerungen in Deutschland sind in der Tat ein Problem. Das betrifft mittlerweile auch Akademiker (zum Teil), aber andere Berufsgruppen trifft es mindestens genau so, wenn nicht noch mehr.

      „… und Deutschland subventiniert auf diese Art einen Haufen seiner Nachbarn…“

      Ich glaube, Du begehst einen Denkfehler. Stichwort: „gegeneinander ausspielen“

      • (10) 22.05.14 - 11:26

        Ich kann natuerlich nur von meinem begrenzten Bekanntenkreis sprechen. Dort ist niemand bloed genug, nach Deutschland zurueckzukehren, wenn es sich vermeiden laesst, da die Verdienstmoeglichkeiten einfach schlechter sind als in vielen anderen Ecken. Selbstverstaendlich kann ich nicht voraus sehen, ob die nicht irgendwann dann doch wieder nach hause kommen.

        In der Regel ist es so, dass die Arbeitsbedingungen in Deutschland miserabel sind, wenn man nicht gerade selbst Chef ist. Die Bezahlung ist unterdurchschnittlich und man muss sich teilweise ganz schoen anmotzen lassen, weil sonst der naechste Bewerber bereits in den Startloechern steht...
        Dazu kommt eine enorm unflexible Einstellungspolitik, die eher nach dem Papier einstellt, statt nach Eignung...

        Fakt ist, dass im Ausland ein Studium so ziemlich ueberall mehr Geld kostet als in Deutschland. Wenn ich also sage, dass Deutschland seine Nachbarn subventioniert, hat das wenig mit gegeneinander ausspielen zu tun, sondern beleuchtet schlicht die Tatsache, dass bei uns etwas massiv falsch laeuft.
        Ist ja schoen, dass Deutschland es sich scheinbar leisten kann Leute auszubilden und hinterher auf die Steuergelder zu verzichten...

        Aus meinem Jahrgang an der Uni sind heute mehr als 50% im Ausland beschaeftigt. Und das teilweise schon seit sehr langer Zeit, will sagen, nicht mit dem erklaerten Vorsatz, dass es nur temporaer sein wird...

        Ich frag mich einfach, warum man in Deutschland einen Fachkraeftemangel dadurch ausgleicht, dass man Leute aus dem Ausland hinzuholt? Der Preis duerfte da sicher auch eine Rolle spielen...
        Ich sehe keinen Fachkraeftemangel, wenn ich mir anschaue, wie viele Leute eigentlich Arbeit suchen... Welche, die natuerlich vernuenftig bezahlt wird. Und DAS ist leider nicht gegeben.
        Wer muss da also aktiv werden und in welche Richtung?

        • In meinem Bekanntenkreis kommen viele im "Alter" wieder. Und zwar dann, wenn sie im Ausland viel Geld verdient haben.. Das viele Geld geben Sie dann auch hier aus, der Staat verdient daran. Genau kann man das natürlich nicht ausrechnen, ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass sie sich mehr leisten (können) als wenn sie immer in BRD geblieben wären.

          Der Staat kommt schon nicht zu kurz^^ Deutsche in großen Firmen im Ausland (leitende Positionen) sind doch auch ganz praktisch für unsere Exportnation!

          „Ich kann natuerlich nur von meinem begrenzten Bekanntenkreis sprechen. Dort ist niemand bloed genug, nach Deutschland zurueckzukehren, wenn es sich vermeiden laesst…“

          Da sprichst Du über ein ganz kleines Segment. Es gibt natürlich Berufs- und Personengruppen, vielleicht auch Regionen, wo dies zu beobachten ist. Ein gesamtgesellschaftlicher Trend ist es nicht, da sprechen die Migrationszahlen dagegen. Die kann man beim Bundesamt für Statistik abrufen. 80-90% der ausgewanderten deutschen Staatsbürger kehren nach einigen Jahren zurück.

          „Fakt ist, dass im Ausland ein Studium so ziemlich ueberall mehr Geld kostet als in Deutschland.“

          Mit Kosten meinst Du doch wohl die echten Kosten und nicht die Studiengebühren, oder? Wo hast Du die Information her? Ich dachte bislang, dass die Kosten hier eher im höheren Bereich liegen. Was kostet ein Studium denn im Schnitt und wie sieht es in anderen OECD-Staaten aus?

          „Ist ja schoen, dass Deutschland es sich scheinbar leisten kann Leute auszubilden und hinterher auf die Steuergelder zu verzichten...“

          Inwieweit verzichtet Deutschland auf Steuereinnahmen? Die Auswanderer, die zurückkehren werden mit ihrer Auslandserfahrung doch sicher bessere Einkommensmöglichkeiten haben als zuvor. Damit zahlen sie dann auch mehr Steuern.

          Die Immigranten, die fehlende Fachkräfte ersetzen sind hier doch wohl steuerpflichtig, oder? Wo entgehen dem deutschen Staat Steuereinnahmen in relevanter Höhe?

          Ich sehe keinen Fachkraeftemangel, wenn ich mir anschaue, wie viele Leute eigentlich Arbeit suchen... Welche, die natuerlich vernuenftig bezahlt wird. Und DAS ist leider nicht gegeben.

          Da bin ich der gleichen Ansicht.

          "Wer muss da also aktiv werden und in welche Richtung?"

          Die Bevölkerung muss aktiv werden. Sie muss dafür sorgen, dass Parteien und Politiker, die diesen Kurs verfolgen abgewählt werden. Die Arbeitnehmer müssten sich zudem wieder besser organisieren, um von der Wirtschaft einen angemesseneren Teil des zu verteilenden Kuchens zu erstreiten. Leider mangelt es zur Zeit ein an Solidarität.

<<<Die außereuropäischen Einwanderer sind zwar seltener erwerbstätig (40 Prozent), weisen aber von allen Gruppen den größten Hochqualifiziertenanteil auf (38 Prozent).>>>

Wenn das ok ist, fange ich dann doch lieber später an zu jubeln ! *trocken*

Es ist schön, dass Deutschland einen positiven Eindruck bei anderen Ländern & Nationen hat. Das begrüße ich. Auch, dass unsere Wirtschaft und Gesellschaftsform für viele andere Menschen ein Anreiz bedeutet zu uns zu ziehen bzw. attraktiv erscheint.

Trotzdem denke ich, dass hier noch einiges von der Politik getan werden muss, so dass unsere Normen & Werte sowie unser Rechtstaat auch anerkannt wird.

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