Bis wir "Die Partei" wählen, muss es uns noch schlechter gehen...

    • (1) 28.05.14 - 22:17

      ...aber DANN kann vielleicht auch alles wieder gut werden.

      http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mehr-Punk-weniger-Hoelle-/story/25977893

      Ich bin positiv überrascht, dass der Komiker und Punk es in Reykjavik geschafft hat, den Haushalt weitestgehend zu sanieren.

      Respekt, Punk!

      #fest

      Ob wir davon lernen können? Wahrscheinlich nicht, Deutschland ist nicht Island, Berlin nicht Reykjavik. Dennoch, diese Aussage: "Meine Frage war immer: Wie ficken wir das System?», kommentierte Einar Örn. «Und die Antwort war: Wir zeigen, dass Nicht-Politiker den Job auch machen können." finde ich ehr spannend und sollte alle Menschen in Europa ein wenig zum Nachdenken bringen. Da haben in Island ein paar Politiker gearbeitet, um wirklich Politik zu machen, nicht um reich zu werden und sich in der Macht zu suhlen. Und es hat irgendwie funktioniert.

      Sehr schön. Oder?

      • Ich hab den Artikel zwar nicht gelesen, aber da ich Island liebe, wusste ich davon. Er hat Reykjavik ja auch einen Eisbären für ihren Zoo versprochen...
        Island steht an sich ja wieder besser da. Als Grund haben sie angegeben, dass sie immer das Gegenteil von dem gemacht haben, was empfohlen wurde. Wurde gesagt, dass man die Banken unbedingt retten müsse, haben sie sie pleite gehen lassen.

        Ich hätte diese Partei übrigens auch gewählt. Sicher ist es eine Protestwähler, aber sehr viel besser als bei uns zum Beispiel braunes Pack zu wählen.
        Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich mich selten so über ein Wahlergebnis gefreut habe, auch wenn man nur die Wahl zwischen Regen und Traufe hat.
        Aber das ist immer noch besser als rechts zu wählen.

        Gut, die AFd war noch ein Wermutstropfen, aber hoffentlich merken da die Menschen schnell, dass die ganzen Wahlplakate nur leere Parolen waren. Es handelt sich dabei nicht um eine Partei, die sinnvoll fürs Volk entscheidet, da auch sie keinerlei Ahnung von deren sorgen und Nöten hat.

        Traurig, dass es in einigen Ländern so einen Rutsch nach rechts gab und auch daraus werden die Politiker nichts lernen. Halten sie sich doch für die Krone der Schöpfung und unfehlbar.

        Insofern hoffe ich, dass mein gewählter Abgeordneter viele Fragen stellt und das Leben dort für die anderen ein bisschen unbequemer macht. Und ich dabei weiterhin so viel Spaß haben darf, wie ich es von den Aktionen bisher gewohnt bin.

      Man sollte vielleicht ergänzen, dass Herr Gnarr den Posten zu einem Zeitpunkt übernommen hat, an dem es nur den Weg nach oben gab.

      • Du meinst, jeder Dödel hätte das geschafft? Die Menschen in Island wollten aber nicht jeden Dödel (die anderen "echten" Herren der Politik standen ja auch zur Wahl), sondern DIESEN einen hier.

        Und im übrigen meinte ich genau das mit "uns geht es noch nicht schlecht genug, um "Die Partei" zu wählen.

        Wenn es dann mal so weit sein sollte, vielleicht lernen wir dann doch etwas von Island. Vorher schauen wir interessiert zu, was Frau Merkel da bzgl. der Europawahl veranstaltet. Der Kommentar von Herrn Krause traf ziemlich gut ins Schwarze. "Merkels Spiel ist aussergewöhnlich dumm."
        Tja.

        L G

        White

        • "Du meinst, jeder Dödel hätte das geschafft? Die Menschen in Island wollten aber nicht jeden Dödel (die anderen "echten" Herren der Politik standen ja auch zur Wahl), sondern DIESEN einen hier."

          Ich kann dir sagen, warum sie die anderen Herren nicht wollten. Die hatten nämlich Anfang 2010 beschlossen die Schulden Islands bei diversen (vielen) privaten Anlegern aus anderen Ländern (die über Jahre mit hohen Zinsen geködert wurden) zurückzuzahlen.

          Die Bevölkerung, die selbst durch dieses Geschäftsmodell profitiert hat, war natürlich dagegen. Auch wenn sie immer die Politiker gewählt hatte, welche genau dieses Geschäftsmodell unterstützt hat.

          Da wundert es doch nicht, dass mit Herrn Gnarr jemand gewählt wird, der gegen diese Rückzahlung ist.

          Reykjavik ist nur schuldenfrei, weil die Gläubiger Islands geprellt wurden. Das als Sieg zu verkaufen erscheint mir ziemlich fragwürdig.

          • " Reykjavik ist nur schuldenfrei, weil die Gläubiger Islands geprellt wurden. Das als Sieg zu verkaufen erscheint mir ziemlich fragwürdig. "

            So einfach ist das dann doch nicht. Wieso sollen die Steuerzahler etwas ausbügeln, was Banken verbockt haben? #kratz

            Ich finde dieses in Watte packen von Banken einfach zum kotzen. Die machen doch genauso weiter wie bisher. Der Steuerzahler muss dann dafür geradestehen. Bis zum nächsten Supergau!#aerger

            • "So einfach ist das dann doch nicht. Wieso sollen die Steuerzahler etwas ausbügeln, was Banken verbockt haben?"

              Steuerzahler wählt Politiker -> Politiker ermöglicht den Banken im Land ein bestimmtest Geschäftsmodell durchzusetzen -> Banken machen Gewinn und schaffen Arbeitsplätze für die Steuerzahler.

              Das ist ein schöner Kreislauf, in welchem erstmal alle gewinnen. Und solange alle gewinnen, beschwert sich auch keiner über ein...naja...vll nich bis zu Ende gedachtes Geschäftsmodell.

              Aber wenn der Crash kommt, dann schiebt natürlich jeder die Schuld weiter. Besonders gern der Steuerzahler.

              Banken (die im übrigen ja auch nur aus Steuerzahlern bestehen) tragen ihre Mitschuld. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass vor der Finanzkrise wöchtliche Demonstrationen gegen die Bankenlandschaft stattgefunden hätten.

              Aber die Zinsen, die hat jeder gerne kassiert...

              • Wenn jemand, der keine Ahnung von Autos hat, sein Fahrzeug in meine Werkstatt bringt und ich mache ihm ein günstiges Angebot, dann wäre er doch blöd, wenn er das nicht annimmt. Wenn ich aber verschweige, dass neue Bremsbelege im Angebot nicht enthalten sind, diese aber dringend notwendig sind, der Fahrer einen Unfall hat, auf grund der fehlerhaften Bremsen, dann kann ich ihm doch nicht den schwarzen Peter zuschieben und sagen, selbst schuld, was kaufst auch so billig!
                Wenn ich also mein Geld bei einer Bank anlege, dann vertraue ich darauf, so wie du auf den KFZ-Meister, dem Arzt, dem Apotheker usw. vertraust, dass das alles seine Richtigkeit hat.

                Wenn ein Arzt bewusst pfuscht, wird er doch auch zu Rechenschaft gezogen. Warum also nicht die Banken?

                • (10) 30.05.14 - 23:18

                  In deinem Beispiel hätte der Autobesitzer die Möglichkeit gehabt, sich über frühere Leistungen der Werkstatt zu informieren oder ein alternatives Angebot einzuholen. Wird aus Bequemlichkeit nicht gemacht...oder aus Geiz...oder einfach deswegen nicht, weil heutzutage keiner mehr das Wort "Eigenverantwortung" kennt.

                  Das hat er nicht gemacht und trägt eben die Konsequenzen. Natürlich steht es jedem offen nicht mitzudenken, dann braucht man aber hinterher nicht auf andere zeigen.

                  • Ja, in meinem Beispiel hätte der Kunde das tun können. Aber wenn der Kunde nun ein Stammkunde ist und schon öfter in meiner Werkstatt war und immer alles zu seiner Zufriedenheit erledigt wurde, warum sollte er dann zweifeln. Es gehört halt auch immer etwas Vertrauen dazu. Ich bin mal gespannt ob du alles was du in Auftrag gibst hinterfragst, wenn ja scheinst du jedemenge Zeit zu haben.

                    Aber um auf deinen Einwand zurückzukommen, im Fall der Banken, hätte es dem Kunden nicht viel genützt sich weitere Angebote zu anzusehen, den die habe ALLE das gleiche Spiel abgezogen. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

                    Wir leben in einer Gesellschaft in der wir auf andere angewiesen sind und im Normalfall, muss man sich auf die Kompetenz des jeweiligen verlassen könnnen. Klar kann man immer an ein schwarzes Schaf geraten. Das ist dann Pech oder vielleicht auch mangelde Eigenverantwortung. Wenn aber die gesamte Branche unter einer Decke steckt, dann hat der einzelne Verbraucher keine Chance.

                    • Ich hinterfrag nicht alles, was ich in Auftrag gebe. Nur die Sachen, die für mich persönlich wichtig sind, da lasse ich entsprechende Vorsicht walten. Das mag mit "Zeit" zu tun haben, oder einfach mit "Prioriäten"

                      Wer das bei einem bestimmten Sparbetrag nicht tut und auch nicht hinterfragt, warum man in Island Prozentsatz X bekommt, während man in anderen Ländern höchstens 1/2 X erhält, dem kann das Geld nicht sonderlich wichtig sein.

                      Bekannte von mir haben sich nebenberuflich auch mal eine Zeit lang als "Vermögensberater" in etwas sonderbaren Unternehmen rekrutieren lassen.
                      Da werden dann Vermögensanlagen angeboten mit einem Zinssatz von 9-10% über 50 Jahre garantiert....und das erschreckende ist, dass mehr als genug da ihre Unterschrift druntersetzen.

                      Das mag dann hart sein, wenn ein Selbstständiger seine Altersvorsorge auf diesem Wege verliert. Aber ich fahr doch auch nicht mit Tempo 50 auf eine Wand zu und hoffe, dass sie in letzter Sekunde vielleicht doch noch zur Seite springt.

                      Wir schweifen jetzt allerdings vom Thema ab.
                      Die ursprüngliche Frage war ja, warum Herr Gnarr gewählt wurde bzw. wie er es als Ahnungsloser zu respektablen Ergebnissen schaffen konnte.

    Hallo,

    habe einen Teil gelesen, es hört sich nicht schlecht an.

    Es verbreitet eine sehr positive Ausstrahlung.

    Frage ist jedoch, ob hier in Deutschland so viele Spass verstehen mögen, hier , wo alles genormt und ernst ist, Anfänge von Andersdenkenden sind ja schon zu spüren. Das richtige Konzept, der lustige/ andere Anführer und die Überzeugung fehlen allerdings noch momentan meiner Meinung nach.

    Einzig, das Wissen, dass es so nicht lange weitergehen kann und darf, ist bei vielen Menschen vorhanden, doch die Lösungen fehlen.
    Aber vielleicht passiert uns das später einmal in einigen Jahren, dass es zu solch einer Wahl bei uns kommen kann..;-)

    LG Lotta

    Hallo White.

    Island ist nun wirklich nicht mit Deutschland zu vergleichen.

    Das es den Regierenden gelungen ist Island zu "retten" ist sehr lobenswert.
    Aber Island war auch am Boden. So betrachtet konnte es nur besser werden.
    Ebenso wie Deutschland nach Beendigung des II. Weltkrieges.

    Völlig zerstört. Und es ging auch weiter und wieder nach oben.
    Wäre auch ohne Ludwig Erhard gegangen.
    Nun zu Deiner Fragen, ob wir daraus lernen können/wollen?

    Ein klares NEIN.

    Das solche radikalen Einschnitte, wie sie Island hat umgesetzt auch in D passieren könnten?

    Ein klares JA.

    Nämlich dann, wenn unsere Kinder und Enkelkinder mal Rente beziehen und es stellt sich völlig überraschend heraus das kein Geld mehr vorhanden ist.
    (Dank Frau Nahles das sie solch eine tolle Rentenreform durchgepeitscht haben)

    Momentan wird das Geld "verjubelt" was uns schon gar nicht mehr gehört.

    Aber bis es soweit ist ist "Mutti" ja nicht mehr im Amt und genießt, wenn sie noch lebt ihre Diäten die sie und viele andere Politiker zum Nulltarif genießen können.

    Und unsere Folgengenerationen? Was wird aus diesen Menschen?
    Die Altersarmut ist schon heute nicht zu übersehen.

    Dann, aber erst dann kann eine Regierung radikale Einschnitte per Dekret umsetzen.
    Auch viell. eine "Spaßpartei" wie in Island.

    Schönes Wochenende wünscht Dir acentejo der jetzt die Espressomaschine anschmeißt.

    Ich finde die Vorstellung der breiten Masse, dass ein Staat (zB. Deutschland) sofort untergeht, wenn die Hampelmänner im Bundestag mal platzen sollten eh total überholt... Nehmen wir mal an, dass würde geschehen: Gäbe es dann beim Bäcker kein Brot mehr? Würden die Banken dicht machen? Würden wir verhungern? Nein!

    Der Job kann von jedem erledigt werden. Viel wichtiger als die in der Öffentlichkeit stehenden (und hoch bezahlten) Politiker sind die Beamten und Berater. Die könnten den Job ohne weiteres ohne eine teure Galionsfigur machen! Jemanden, der immer sein Gesicht in die von unseren Steuergeldern finanzierten Kameras hält, kann man auch auf 400€ Basis einstellen^^

    Leider werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus und die Politiker Staaten geben immer mehr Souveränität an die (noch höher bezahlten) und von Lobbyisten beeinflussten EU-Parlamentarier ab! Das, was in Reykjavik passiert ist, ist dann aufgrund von Gesetzen quasi nicht mehr möglich!

    Dennoch ein tolles Beispiel für die Politikverdrossenheit in Deutschland :-) Deutsche sind viel zu faul, als das sie so ein Projekt voranstreben würden. Sie sind ja sogar schon zu faul wählen zu gehen!

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