vegan, wie und warum?

    • (1) 08.07.14 - 20:52

      hallo zusammen,

      immer mehr freunde und bekannte fangen an vegan zu leben.

      ich habe immer schon fleisch gegessen, nicht viel, vielleicht 1 x die woche, ich könnte mir aber auch vorstellen darauf zu verzichten, auch käse muss ich nicht haben, aber honig darauf könnte ich schwer verzichten. wurst kommt mir nicht auf den tisch und ich habe mir auch noch nie eine lederjacke gekauft und werde dies auch nicht tun, aber ich liebe z.b. seide.

      mein mann war lange vegan und ist inzwischen vegetarier. unsere kinder bekommen fleisch und wurst, nicht so viel bei uns aber in kita und schule. unsere kinder tragen bislang keine lederschuhe obwohl das irgendwann vielleicht nicht zu vermeiden ist.

      wir haben z.b. noch 2 katzen, mich würde interessieren, ob veganer haustieren haben und wie sie in diesem fall zum tierfutter stehen (welches sicher nicht vom metzger nebenan kommt).

      es interessiert mich einfach, wie es gelingen kann, produkte tierischen ursprungs komplett aus dem leben zu streichen. und auch diese frage stellt sich mir, wenn ein so ausgeprägtes gefühl für leben existiert, wie sieht ein veganer mensch z.b. schnittblumen an?

      ich freue mich auf interessante antworten.

      lg. a.

      • Ich bin weder Vegetarier noch Veganer. Ich respektiere aber die Einstellung anderer Menschen zur Nahrung. Ob Veganer ihren Katzen und Hunden Fleisch zu essen geben, weiß ich nicht. Vielleicht gibt uns hier jemand Auskunft darüber.

        Für mich sind Pflanzen auch Lebewesen. Ich halte sie für sehr benachteiligt, weil sie nicht davon laufen können. Manche haben es geschafft, Tiere mit ihren Früchten zu ernähren. Die Tiere revanchieren sich mit der Verbreitung der Samen.

        Gärtner sorgen dafür, dass sich Nutzpflanzen stärker vermehren, als sie es aus eigener Kraft könnten. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen unterschiedlichen Lebewesen.

        Haustiere profitieren auch vom Zusammenleben mit uns Menschen. In der Natur hätten sie auch Fressfeinde. Dort hätten sie ständig Angst, gefressen zu werden. Im Stall haben sie diese Angst nicht. Sie wissen gar nicht, dass sie eines Tages geschlachtet werden.

        Wir Menschen sind Allesfresser, von Vegetariern und Veganern abgesehen. Ich halte es für natürlich, Fleisch und Eier zu essen. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen nicht.

        Vor langer Zeit gab es hier bei urbia eine Diskussion darüber, ob Vegetarier Sperma schlucken dürfen. Es ist ein interessanter Aspekt, der in diesem Zusammenhang Beachtung verdient.

        • So lange der Spender das Sperma freiwillig abgibt dürfte ich das auch als Veganer schlucken, finde ich. Als Vegetarierin darf ich sowieso, der Mann stirbt ja dabei so wenig wie die Kuh, wenn sie gemolken wird;-).

      Hallo,

      ich kenne auch einige Veganer, deren Einstellung sich aus einer eingehenden Auseinandersetzung mit der Lebensmittelindustrie entwickelt hat - es geht nicht unbedingt darum, dass sie tierische Produkte per se ablehnen, sondern vor allem die Art, wie Menschen diese Produkte erzeugen bzw. was billigend in Kauf genommen wird, um Hackfleich für 1€ das Kilo im Aldi kaufen zu können.

      <<wenn ein so ausgeprägtes gefühl für leben existiert>>

      Genau darum geht es, das Recht auf ein artgerechtes Leben.

      Ich denke, dass es gut und wichtig für jeden ist, sich mit damit auseinanderzusetzen und nicht die Augen zu und den Mund weit auf zu machen und plädiere dafür, den Besuch eines Tierverarbeitungsbetriebs verpflichtend auf den Stundenplan jedes Schülers zu setzen.

      Was den Umgang mit Haustieren angeht, erkennen auch die meisten Veganer, dass diese als Carnivoren Fleisch benötigen und eine vegane Ernährungsweise der artgerechten Haltung hier widerspricht.

      Sehr oft wird - bio und ökologisch korrekt - gebarft.

      <<(welches sicher nicht vom metzger nebenan kommt).>>

      Warum eigentlich nicht? Heutzutage ist es recht einfach, eine Bezugsgemeinschaft zu organisieren, einen lokalen Biohof anzusprechen und den Bezug von tierischen Produkten so zu regeln, dass alle davorn profitieren.

      Wir beziehen beispielsweise, mit mehrern Familien, alle 3 Monate ein halbes Rind, ein Schwein, ein bisschen Geflügel und jede Woche Eier und Gemüse von einem Hof der ursprünglich zur Selbstversorgung gedacht war.

      Die Tieren und deren Lebensweise haben wir vorher mit eigenen Augen gesehen.

      Das Fleisch wird dort in Stücke geteilt, für Hund und Katze einzelen, und etikettiert und immer im Wechsel fährt eine Familie hin, um es abzuholen. Dann wird auf die Kühltruhen aufgeteilt und fertig.

      Zeitlich ist das nicht mehr Aufwand, als ständig in der Supermarkt zu gurken und preislich auch nur ein wenig teurer als "pseudo-bio" Zeug aus der Kühltheke.

      Honig bekommen wir von unseren Nachbarn, die haben Bienenvölker. Deshalb blüht hier auch alles so toll :-)

      Klar muss man sich da ein bisschen reinlesen und reindenken, aber dann ist das echt entspannt.

      #winke

      • "Dann wird auf die Kühltruhen aufgeteilt und fertig."

        Was würden dazu die Umweltfanatiker sagen?

        Nichts für Ungut, aber auf der einen Seite will man was Gutes tun, auf der anderen Seite setzt man Stromfresser ein. Und Kühltruhen sind auch heute noch Stromfresser, egal, was die ganzen A's und Plus' so sagen.

        Sorry, aber dein Fleisch ist demnach von Bio eigentlich auch weit entfernt, wenn man den Prozess nach dem Schlachten auch mit einbezieht.

        • Hallo,

          sicher müsste man das Fleisch direkt nach der abholung verwerten, um noch effizienter zu sein. Dadurch, dass aber jeder weitere Transport und jede Lagerung, außer der Endlagerung wegfallen, ist die Bilanz erstaunlich gut.

          Und in einem Energie-Plus Haus halte ich die Nutzung einer A++ Kühltruhe dann doch das geringste aller möglichen Übel.

          <<Sorry, aber dein Fleisch ist demnach von Bio eigentlich auch weit entfernt, wenn man den Prozess nach dem Schlachten auch mit einbezieht.>>

          Wenn du die die Energiedifferenz anschaust, dann kann ich mir Fug und Recht behaupten, dass deine Aussage Blödsinn ist.

          Wenn man das Ganze auf Grundlage der Richtlinien für Bioprodukte bewertet, erst Recht.

          <<Was würden dazu die Umweltfanatiker sagen?>>

          Wenn ich das richtig sehe, zumindest hier im Forum, dann bin ich "die Umweltfanatiker" #rofl

    "und auch diese frage stellt sich mir, wenn ein so ausgeprägtes gefühl für leben existiert, wie sieht ein veganer mensch z.b. schnittblumen an?"
    Also meines Wissens essen doch Veganer pflanzliche Kost,, wieso sollten sie dann ein Problem mit Schnittblumen haben.
    Ich denke es geht bei den ganzen Veganer und Vegitariergeschichten und der Bioernährung unter anderem darum, nur das an Nahrung herzustellen was auch gebraucht wird und nicht Raubbau an Natur und Tier zu betreiben.
    u.a. geht es auch darum, dass die Menschen bestimmte Nahrungsmittel einfach nicht als notweniges Bestandteil ihrer Ernährung sehen und /oder die Information, der Nährwert die Nahrung an den Körper weitergibt ist für einige wichtig.

    Bei uns ist nur der 5jährige Veganer, 2 sind Vergetarier, 2 so Gelegenheitsfleischesser wie du und einer der das Fleisch am liebsten zum alleinigen Nahrungsmittel erheben würde.
    Unsere Tiere bekommen selbstredend Fleisch. Sind doch Raubtiere , aus welchem Grund sollte man ihnen artgerechte Ernährung verweigern ?
    Ich würde doch auch keiner Kuh Fleisch füttern...#kratz

    Wie es gelingt Nahrungsmittel komplett aus dem Leben zu streichen?
    Eine Entscheidung aus EIGENER Überzeugung treffen und ein Leben ohne diese Lebensmittel für möglich halten- dann geht das schon ;-)

    LG
    Karna

    bezgl. der Ernährung von Tieren wurde schon fleißig geschrieben

    http://www.urbia.de/forum/34-mein-tier-und-ich/4387237-vegane-ernaehrung#p-28468195

    Die Grundidee ist ja ganz nett, was ich aber nicht mehr nachvollziehen kann, ist der Verzicht auf Lederschuhe, da die Alternativen ja im Zweifel erdölbasiert und damit umweltschädlicher sind.

Hallo für mich ist das ganze eine religon. Für Veganer ist Veganismus identitätsstiftendes Merkmal, Vegansein Lebenshilfe und Ersatzreligion.
http://www.fellbeisser.net/authors/vegan-soll-keine-religion-sein

Ich habe mir gade überlegt,wie denn vergane Lebensmittel geernte werden. Schließlich sterben beim Ernten ja viele Lebewesen?

Eine vegane Ernährung ist zB. für Katzen völlig ungeeignet. Auch für Hunde sollte man davon absehen... Bei Nagern ist das ganze ja einfach :)

Ich akzeptiere die vegane lebensweise... Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Veganer mir oft auf den Sack gehen mit ihren Hippie Monologen! Ich kenne nur Veganer, auf die das Klischee des Jute-tragenden, hasch rauchenden Hippie zutrifft.

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