Woher kommt das Desinteresse an Politik?

    • (1) 14.08.14 - 10:17

      Hallo Ihr,

      ich merke sehr oft, dass (vor allem bei Leuten in meinem Alter) Interesse an Politik quasi nicht vorhanden ist. Von der Geschichte unseres Landes ganz zu schweigen... Der Bruder eines Freundes wurde am 20 Juli vor ein paar Jahren vor dem Reichstag vereidigt. Er wusste nicht einmal, warum der 20. Juli so ein historischer Tag ist. Da könnte ich an die Decke gehen :-[

      Aber auch bei vielen Erwachsenen merke ich, dass sie politisch und/oder geschichtlich absolute desinformiert sind, eher aber überhaupt nicht informiert sind. Trotzdem gehen die zu Wahlen und wählen das, was sie vermutlich seit Jahren schon wählen. Ohne sich kritisch damit auseinander zu setzen.

      Woher kommt das? Wenn man sich für Geschichte (Vergangenheit) kann ich das ja noch ein wenig verstehen. In die Zukunft blicken und so.. #kratz Aber man sollte sich ja wohl für Politik und somit die Ausrichtung unseres Landes interessieren. Schließlich wird im Namen des Volkes gehandelt.

      Wenn ich mir Dokus von früher ansehe, bin ich immer erstaunt zu sehen, für bzw. gegen was da so demonstriert wurde. Heute kann ein Mörder und Diktator aus dem nahen Osten das land bereisen ohne auf Widerstand des Volkes zu stoßen. Politiker können Banken mit Milliarden retten oder noch mehr Milliarden in Bauprojekte stecken (die dann 20 Jahre nach Termin fertig werden). Die NSA kann uns ausspionieren und nur wenige Menschen wehren sich dagegen, üben Druck auf die Regierung aus. Oder die Massenmorde an Christen, in den meisten islamischen Ländern? Früher hätten die Menschen dagegen getan. Aber weil ihr euch nicht mehr wehrt, eure Stimme nicht erhebt, denken die Politiker, sie können tun was sie wollen. Und den Christen nicht helfen..

      Aber Gott bewahre, dass man euch 17€ für TV abzocken will, dann regen sich auf einmal alle auf.

      LG, ein deprimierter Bürger

      • Und ich wette, die Hälfte der Urbianutzer, die das bisher gelesen haben, googlen gerade, was denn am 20. Juli nochmal war ;-)

        Eine Urbiamitglied frei aus einem früheren Post zitiert: Ich habe drei Kinder, mein Mann arbeitet, da haben wir doch keine Lust unsere Freizeit mit Politik zu verbringen. Ist doch öde und anstregende.

        Viele andere: Man kann doch eh nichts machen, die wirtschaften sich in die eigene Tasche da oben und für den kleinen Mann wird doch überhaupt nichts getan. Wenn die nichts für mich machen, interessiere ich mich auch nicht für die.

        Und der Rest: Ich bin total informiert und engagiert, habe mindestens Politik und Geschichte studiert und mein 5-jähriger kann die aktuellen Konflikte in den politischen und historischen Diskurs der letzten vier Jahrhunderte einbetten.

        Ich würde sagen, zum einen gibt es da ein Problem mit den Lehrplänen - bei mir zumindest hörte die Geschichte mit WW2 auf und Politik ging nicht tiefer als bis zu dem netten Schaubild "Wie wird man Bundeskanzler(in)"

        Und zum anderen geht es den Leuten einfach zu gut. Solange man vieles hat und alles haben könnte, reicht es, sich zuhause an seinem Halbwissen zu ereifern und Stammtischparolen a la "Ich würde ja alles besser machen" rauszuhausen.

        Bloß nicht anstregenden, bloß nicht informieren, es könnten ja Ideala entstehen, die unbequem sind und Aktivität erfordern.

        Und das ist schließlich schrecklich unbequem... und was würden denn die Nachbarn sagen.

        Die einzigen die wirklich aktiv sind, sind afd und die ganze Grütze. Und man sieht ja, wohin das führt....

        • AfD finde ich nicht schlecht. Viele NPD Wähler im Osten wählen jetzt die NPD. Die AfD ist weit liberaler und weniger gefährlich als die NPD. Das schlimmste wäre, wenn die NPD verboten wird und sie das Gesindel wieder in irgendwelchen Kameradschaften zusammen schließt und (wie nach der Wende) Türken kloppend durch die Gemeinden zieht!

          Viel schlimmer finde ich Rollstuhl Göbbels und wie er uns selbst den letzen cent Lohnerhöhung durch die kalte Progression aus der Tasche zieht. Nur, damit er Mutti einen ausgeglichenen Haushalt zeigen kann... :-[

          • << Viel schlimmer finde ich Rollstuhl Göbbels >>

            Mit dieser Geisteshaltung disqualifiziert du dich selbst. Wenn dein Charakter nicht ganz verdorben ist, solltest du für diese Formulierung um Entschuldigung bitten.

            << ... Nur, damit er Mutti einen ausgeglichenen Haushalt zeigen kann... >>

            Ich finde, er macht das für uns alle. Du musst das nicht verstehen. Es verlangt Kenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge.

          • @michi

            Wer hat Dir denn die Fäkalsprache beigebracht?

            Deine beleidigende und auch diskriminierende Ausdrucksweise ist unter aller Sau.

            Sie hat aber einen Vorteil, die Urbiagemeinde weiß nun welch Geistes Kind Du bist.

            @michi.

            Das Du nicht die hellste Kerze auf der Torte bist, hast Du durch Deinen Angriff auf Schäuble bewiesen. Die passenden Antworten hast Du sicher auch gelesen.

            *viele NPD Wähler im Osten wählen jetzt NPD* Aha. Das ist mal eine Erkenntnis.

            Du hat nun Gegenwind bekommen, und zwar recht deutlichen.

            Und nun? Traust Dich nicht mehr Deine Meinung, sofern vorhanden weiterhin zu vertreten?
            Oder ist bei Dir die Einsicht gereift dass Du weit übers Ziel geschossen bist?
            Was ich eher in Abrede stelle. Einfach nur Feige.

    ist mit der Politik fast so wie mit der Medizin. Da wird auch hin genommen und akzeptiert, ohne hinter fragt zu werden. Da wird Aussagen geglaubt und die wenigsten fragen sich, ob das, was sie gesagt bekommen, auch wirklich der Wahrheit entspricht oder nur der Wahrheit des jenigen, der es ihnen sagt. Nennt sich Vertrauen. Und wird oft genug missbraucht

    Etwas kann ich schon die Politikverdrossenheit der Menschen verstehen.

    Man schaue/höre sich auf Phönix die Debatten an.

    Da wird mit Worthülsen, die kaum einer versteht inflationär um sich geworfen dass es nur so brummt.

    Die Politik ist ein derart wichtiger Teil des Lebens, man sollte sie nicht den Politikern überlassen.
    Wie kann eine Begeisterung entstehen, wenn der Inhalt nicht verstanden wird?
    Staatsbürgerkunde sollte in den Schulen mehr Aufmerksamkeit geschuldet werden.
    Insbesondere sind die jungen Bürger gefragt. Auch dahingehend dass sie sich einbringen sollten.

    Solange der W-LAN-Zugang funktioniert, ist alles Andere nicht mehr wichtig.

    Ich lebe schon lange nicht mehr in D, verleugne aber nicht meine Wurzeln und interessiere mich sehr für Politik. Aber auch für die, die mein Gastland macht.

    Das Datum des 20.Juli sollte auch ohne Google jedem geläufig sein.
    Aber anlässlich des 13. August wurden junge Leute auf der Straße befragt was ihnen dieses Datum sagt. Erschreckende Antworten!
    Sind hier nicht eigentlich die Lehrer gefragt???

    Betrachte ich aus dieser Perspektive die südlichen Staaten Europas, ist D völlig verschlafen.
    Dort wird noch der öffentliche Protest zelebriert, komplette Autobahnen und Grenzen besetzt. Diese Menschen lassen sich nicht alles gefallen.
    Und in D? Klar, der Rasen darf ja auch nicht betreten werden.
    Aber Stammtischgerede hoch drei.
    Millionen von Kanzlern sind in D unterwegs.

    Fazit: ich bin dicht bei Dir, Michi

    FG acentejo

    << Woher kommt das Desinteresse an Politik? >>

    Es kommt daher, dass viele von uns weder die Zeit noch den Verstand haben, die Politik und deren Bedeutung zu verstehen. Das Desinteresse dieser Menschen ist gut so. Gut ist auch, dass viele dieser Menschen gar nicht wählen.

    Schlecht an der Demokratie ist, dass diese desinteressierten Menschen wählen dürfen. Das mindert die Qualität der politischen Entscheidungen.

    Um ein Auto lenken zu dürfen, muss man eine Prüfung bestehen. Gut für die Demokratie wäre es, auch das Wahlrecht an eine bestandene Prüfung (Zum Beispiel im Rahmen der Schulbildung) zu binden.

    Das Datum des Attentats auf Hitler muss nicht jeder wissen. Wichtig ist jedoch, den heutigen Nazis mit Zivilcourage entgegenzutreten. Wehret den Anfängen!

    << Politiker können Banken mit Milliarden retten >>

    Dir ist nicht klar, dass sie damit die Wirtschaft retten. Offenbar hast du keine Vorstellung davon, was der Crash großer Banken für Folgen hätte.

    << Die NSA kann uns ausspionieren und nur wenige Menschen wehren sich dagegen, üben Druck auf die Regierung aus. >>

    Was soll die Regierung dagegen tun? Nach meiner Einschätzung handelt jeder Geheimdienst im Rahmen seiner technischen und finanziellen Möglichkeiten. Der BND hat in der Vergangenheit viel von den Erkenntnissen der NSA profitiert. Deutschland könnte aus Protest dem Edward Snowdon Asyl gewähren. Aber was hätte das für Folgen?

    << Oder die Massenmorde an Christen, in den meisten islamischen Ländern? Früher hätten die Menschen dagegen getan. >>

    Dazu fallen mir spontan die Kreuzzüge ein. Willst du, dass die westliche Welt wieder einen Kreuzzug führt? Eine einfacher durchführbare Maßnahme wäre heutzutage, als Rache in Europa lebenden Muslime zu ermorden. Ich will dir nicht unterstellen, dass zu meinen. Ich bin stolz darauf, dass wir ein gutes Beispiel für das friedliche Zusammenleben zeigen.

    lG ein nachdenklicher Bürger

    Ich glaube, es gibt einfach zu viele Krisen auf der Welt, da kann man es irgendwann nicht mehr hören.

    Ich habe ein anstrengendes Leben und es könnte sein, dass ich mich über manche Dinge sehr wohl aufrege und das mit meinem Mann bespreche, auf eine Demonstration gehe ich aber sicher nicht.

    Das geht bestimmt vielen so, deshalb herrscht aber noch kein Desinteresse.

    • @sumatrabarbin

      *ich klaube es gibt einfach zu viel Krisen auf der Welt, da kann man es irgendwann nicht mehr hören*

      Stimmt, es gibt zu viele Krisen auf der Welt.

      Genau dass ist der Startschuss um sich doch einzumischen/einzubringen.
      Der Möglichkeiten gibt es viele.
      Vom öffentlichem Protest bis aktiver politischer Beteiligung in einer Partei.
      Muss ja nicht gleich ein Bundestagsmandat angestrebt werden.
      Ein Ortsverband wäre ein Anfang.

      Ich selbst bringe mich etwas in meinem Ort sozial ein. Unter Mithilfe anderen deutschen
      Residenten.

      Wir unterstützen Kinder. Nicht direkt mit Geld.

      Mehr in diese Richtung dass wir zum Beginn eines Schuljahrs den wirklich armen Familien Das benötigte Material kaufen.
      Ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber besser wie gar nichts.
      Und willkommen ist es allemal.

      Schönes Wochenende wünscht Dir acentejo

Hallo,

naja, der 20. Juli hat wohl weniger etwas mit Politik, denn mit unserer Geschichte zu tun.

Klar sollte man darüber etwas wissen, aber das Dumme ist, dass in manchen Schulen die jüngere Geschichte etwas zu kurz kommt.

Das Desinteresse an Politik hat in meinen Augen mit etwas anderem zu tun.

Es gibt viele Bürger in diesem Land, die nach meinen, dass sich nichts ändert, egal, wie sie wählen oder sich verhalten.

Das es gerade anders herum ist (oder wäre), kommt bei denen nicht so an.

Ob es nun an mangelnder Bildung liegt oder ob es ein generelles Problem unserer Zeit ist, vermag ich nicht zu sagen. Möglicherweise spielt auch beides eine Rolle.

GLG

  • @clement

    Der 20. Juli hat nichts mit Politik zu tun?

    Was, wenn nicht dieser Tag und deren Folgen hat denn mit Politik zu tun.

    Die Beendigung eines sinnlosen Krieges, (gibt es auch sinnvolle Kriege?)
    egal mit welchen Mitteln ist meiner Meinung nach immer von politischer Natur.

    Es sollte keine Belehrung sein. Nur Ausdruck meiner Meinung.

    FG acentejo

    • Mir ist dein Einwurf nicht ganz klar.

      Ich sehe auch keinerlei Zusammenhang zwischen diesem historischen Datum und der aktuellen Tagespolitik mit ihren beispielsweise wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Fragen.

      Natürlich sind dem Wortsinne nach erstmal alle politischen Dinge solche, die unseren Staat betreffen. Aber uns betrifft nunmal der 20. Juli nicht so unmittelbar wie aktuelle, dringliche Fragen.

      Es ist richtig und wichtig, diesem Tag zu gedenken, aber ich persönlich halte dieses Datum für weniger wichtig als andere aus dieser Zeit. Und präventiv betrachtet ist es von größerer Bedeutung, zu wissen und zu verstehen, wie es so weit kommen konnte, dass ein 20.Juli notwendig wurde. Das Datum dieses Widerstandes ist für mich vernachlässigbar.

      VG
      Kate

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