James Foley - nachdenklich

    • (1) 20.08.14 - 15:25

      Hallo zusammen,

      vielleicht wird das kein sehr qualifizierter Beitrag aber diese Tat der ISIS, über die heute überall in den Medien berichtet wird, hat mich (erneut) dazu veranlasst mich mit dieser Gruppe näher zu beschäftigen. Ich hätte es lassen sollen.

      Abgesehen davon, dass es absolut schockierend ist, was man bei Google alles für Bilder findet, die man früher verboten hätte, weiß ich nicht was ich zu all dem sagen soll.
      Mein Herz ist richtig schwer und ich muss meine Gedanken loswerden...hier Kinder ermordet, dort 80 Männer hingerichtet...wohin soll das führen? Warum das alles?

      Man stelle sich vor, auch nur ein einziges dieser Gemetzel hätte in Deutschland stattgefunden. Undenkbar. Und hier hören wir JEDEN verdammten Tag neue Zahlen...und man mampft sein Brot dabei. Wofür das alles? Was ist es wert so etwas zu tun? Hass? Überzeugung? Rache?

      Ich kann und möchte das nicht mehr sehen. Aber darf und kann man die Augen davor verschließen? Wie kommt man drumherum? Ich bin einfach zu weich dafür. Die Familien, die zurückbleiben (falls sie jemanden am Leben lassen)... Mir treibt es die Tränen in die Augen.

      Wie geht ihr damit um?
      Was kann man tun?
      Hinschauen? Eiskalt werden? Wegschauen?

      Nachdenkliche Grüße
      Jana

      • Es ist einerseits gut dass Dich die dortige Situation nicht kalt lässt. Anderseits Du beinahe keine Möglichkeit hast die furchtbaren nicht zur Kenntnis zu nehmen.

        Mich ärgert am meistens dass die "Welt" derart spät regiert. Bis auf die US-Airforce.

        Das nur mal eingeworfen, das die USA weltweit als Kriegstreiber gilt.

        In diesem Fall mache ich für mich die Ausnahme , das wäre wohl ein "guter Krieg" wenn die Staatengemeinschaft militärisch eingreifen würde.
        In einer früheren Antwort habe ich mal gepostet dass ich begriffen habe was Krieg, Tot, Leiden usw. für alle beteiligten bedeutet und habe für mich die Erkenntnis gewonnen dass ich nie wieder im Leben eine Waffe in die Hand nehmen werde.
        Ich bin grade dabei meine Position zu überdenken.

        Es kann doch nicht sein dass bis auf die USA die Welt in Schockstarre verharrt!!!

        Grüße von caleton

        • "In diesem Fall mache ich für mich die Ausnahme , das wäre wohl ein "guter Krieg" wenn die Staatengemeinschaft militärisch eingreifen würde."

          Die alte Diskussion.
          Gibt es einen gerechten Krieg?
          Nenn mir einen Krieg, der nicht zu noch mehr Leid in der Folge geführt hätte, bitte!
          Ich selbst kenne keinen und um deinen Einwand vorwegzunehmen, WW2 habe die Schreckensherrschaft der Nazis beendet, sieh Dir an, was im Gefolge des WW2 auf dem Balkan, der Krim, Tschetschenien etc. für eine Situation herrscht.

          Deiner "Schockstarre" stelle ich mal "blinden Aktionismus" entgegen.
          "Wir" haben in Afghanistan gegen den Terror gekämpft, "wir" haben dem Irak Demokratie gebracht und "wir" haben trotz militärischem Eingreifen im Balkan Srebrenica nicht verhindert.
          "Wir" haben Saddam Hussein gegen die bösen Ajatollah gestärkt, bevor wir dann einen Wüstensturm gegen den mächtigen Saddam entfacht haben; weder im Irak noch im Iran hat sich dadurch irgendetwas zum besseren gewandelt, eher trotz "unseres" Eingreifens.
          "Wir" haben Waffen nach Afghanistan geliefert, damit die Rebellen gegen die russische Armee bestehen sollte, später haben wir dann Waffen eingesetzt, um Afghanistan zu befrieden...

          "Wir" schauen seit Jahren dabei zu, wie Kurden auch von unserem Natopartner, der Türkei, drangsaliert werden...

          "Wir" sollten also militärisch handeln? Och, du, ich weiß nich, die Wahrscheinlichkeit, dass wir damit Lösungen in die Welt bringen, scheint mir arg gering...

          Beste
          Tom

            • Wenn diese Frage so einfach zu beantworten wäre, wäre die Welt friedlich.
              Sinnvoll erscheint mir aber, nicht einfach in der momentanen Situation einen Freund und einen Feind zu identifizieren und dann ohne weiteres Nachdenken den Freund mit Waffen auszustatten, um die alten, militärischen Pseudolösungen ein weiteres Mal ad absurdum zu führen, sondern vielleicht zunächst einmal die Lage tatsächlich zu analysieren und vielleicht auch einmal hinzunehmen, dass es momentan kein adäquates Mittel gibt, einen solchen Konflikt schnell zu lösen.

              Mehr hab ich leider nicht anzubieten...

              Beste
              Tom

              • "und vielleicht auch einmal hinzunehmen, dass es momentan kein adäquates Mittel gibt, einen solchen Konflikt schnell zu lösen."

                Schwer vorstellbar, dass das so einfach hinnehmbar ist. Aber ich denke wahrscheinlich nur in meinen Dimensionen, die durch Emotionalität gelenkt sind. Traurigkeit, Entsetzen und Fassungslosigkeit führen sicher nicht dazu eine "richtige" Entscheidung zu treffen. Dennoch frage ich mich, wie es den "Machtinhabern" (sprich ein Herr Obama oder eine Frau Merkel) ergeht, wenn SIE diese Bilder sehen. Ob sie ähnlich empfinden wie ich?

                • Fr. Merkel und Hr. Obama werden diese Bilder sicherlich nicht unberührt lassen.
                  Zumal beide über ganz andere Informationen verfügen.

                  Warum sollte Frau Merkel oder Herr Obama nicht ebenso mit Emotionen auf solche Bilder reagieren?

                  Es ist sicher auch nicht "einfach" soetwas hinzunehmen, aber wenn die Alternative ist, mit weiteren Waffen noch weiteren Menschen Leid zuzufügen, dann ist doch diese Vorstellung noch viel absurder, zumindest, wenn man nicht davon ausgehen kann, dass nach einem "militärischen Eingriff" das Leid der Menschen aufhört.

                  Ich war lange der Meinung, dass militärisches Eingreifen manchmal notwendig ist, habe seinerzeit hier im Forum den Krieg der Amerikaner im Irak anlässlich der Okkupation Kuwaits zu verteidigen versucht, es war ja gerecht.
                  Wenn man sich aber eben die Folgen dieser militärischen Operationen, was für ein schöner euphemistischer Begriff, ansieht, kann zumindest ich nur zu dem Schluß kommen, dass nichts dadurch besser geworden ist, noch mehr Leid auf Menschen gekommen ist, und das nicht einmal nur auf die "befreiten", sondern auch noch auf die "Befreier".
                  Politisch hat sich durch die Kriege wenig bis nichts verändert, gestorben sind nicht weniger, sondern mehr Menschen.

                  Glaub mir, ich kann die Bilder auch schwer ertragen, aber die Option jemanden zu erschlagen, damit er niemand anderen mehr erschlägt, scheint mir auf einer Ebene, die gerade nicht geeignet ist, das Problem, das überhaupt jemand jemanden anderes erschlägt, zu lösen.

          Tom, denke bitte nicht dass ich meine These mit einem "guten Krieg" aus dem Bauch und unüberlegt aufgestellt habe.
          Und Deine Aufzählungen sind mir sehr wohl geläufig.

          Wie so oft im Leben, gibt es Gegenargument, falsche Argumente und gar keine Argumente.

          Der IS tötet. Und zwar ohne Sinn, ohne Verstand und dann auch noch völlig wahllos.
          Wir werden später erfahren wie viele Opfer, direkt und auch indirekt die Massaker nicht überlebt haben.

          Tom, ich denke wir sind uns einig über die Tatsache das da keine Diplomatie hilfreich ist.
          Ich hoffe auch dass wir uns dahingehend einig sind, dem Töten muss Einhalt geboten werden.

          Das WIE sollte der Weltsicherheitsrat entscheiden. Sprich, die Völkergemeinschaft.
          Aber schnell.
          Ob wir Lösungen damit in die Welt bringen weiß ich auch nicht.
          Ist aber Verharren die Lösung? Schwierige Kiste, das.

          In Deiner Antwort vermisse ich aber einen Lösungsansatz.

          Auch wenn ich mich wiederhole. Ich bleibe dabei, dieser Terror ist nur mit militärischen Mitteln zu lösen und sollte und sollte keine Blaupause für Kriegstreiber sein.

          FG acentejo

          • "Und zwar ohne Sinn, ohne Verstand und dann auch noch völlig wahllos."

            Für dich vielleicht. Und für mich zugegeben auch. Aber In deren Augen ist es weder das eine noch das andere.

            "Wir werden später erfahren wie viele Opfer, direkt und auch indirekt die Massaker nicht überlebt haben."

            Womit willste denn die aktuellen, täglichen Zahlen noch toppen?

          Denkst du ernsthaft, wir können hier einen Lösungsansatz formulieren? Oder andenken?

          So anklagend wie meine Frage rüber kommt, meine ich die gar nicht. Ich wundere mich nur und meine die Frage ganz ernst.

          Ich persönlich hätte keinen Lösungsansatz, da die Problematik zu komplex ist, als dass wir uns hier im Gespräch darüber klar werden können, wie man am besten vorgehen müsste.

          • Ich habe Deine Worte auch nicht als anklagend empfunden.

            Wir hier können auch nur in diesem Forum unsere Meinungen kundtun.

            Entscheidungsträger sind wir nicht. Was wohl auch gut ist.

            FG acentejo

            Katie, katie,
            natürlich werden wir uns hier nicht klar, aber vielleicht bringt uns ja ein Gespräch, eine Diskussion darüber für uns selbst Erkenntnisse darüber, wie die Situation einzuschätzen ist, weil jeder seine Sichtweise und auch seine Emotion in die Diskussion einbringt?

            Wie ich in nem anderen Posting erwähnte, habe ich auch mal für die militärische Option argumentiert, und hätte ich mich damals nicht so ausgedehnt und mit viel Herzblut mit einer geschätzten Userin ausgetauscht, würde ich heute vieles sicher noch anders sehen :-)

            Von daher, wir werden uns nicht klar darüber werden, was zu tun ist, aber vielleicht bewerten wir das Ganze anders, wenn wir darüber diskutieren und verändern damit schließlich langsam aber stetig die Welt!

            Lieben Gruß
            Tom

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