Stop TTIP - setzt Euch bitte damit auseinander

    • (1) 12.10.14 - 14:36

      Gestern gab es einen europäischen Aktionstag gegen das TTIP (Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU) und Ceta.
      Mit diesem Abkommen stehen Tür und Tor für u.a. Fracking, Gentechnik, Massentierhaltung, Wasserprivatisierung....
      offen.
      Auf vielen Aktionsseiten kann man dagegen unterschreiben. (Z.B. www.stop-ttip.org, www.oedp.de, www.attac.de).
      Auf der attac-Seite gibt es auch einen informativen kurzen Animationsbeitrag dazu.

      • Sich damit auseinander zu setzen ändert nichts daran, dass TTIP so kommen wird, wie es kommt. Wir haben unsere Vertreter gewählt (oder auch nicht) und nun vertreten sie uns, ob wir das wollen oder nicht. Wenn wir eine andere Politik gewollt hätten, dann hätten 1. mehr zur Wahl gehen und 2. alle anders wählen müssen. Diese Aktionsseiten sind vergeudete Mühe, glaub es mir.

        • Wir leben aber in einem demokratischen Staat (oder zumindest hat es den Anschein).

          Ich denke nicht, dass meine Aufgabe als Bürger damit erledigt ist, dass ich alle x Jahre wählen gehe.
          Ich kann sehr wohl den Vertretern, die ich gewählt habe, mitteilen, dass ich es sch... finde, was sie da gerade machen.

          • Ja klar kannst Du das. Du kannst es aber auch lassen, weil Du eh nichts ändern wirst.
            Wenn Du etwas anderes willst, musst Du halt andere Leute wählen und darfst Dich nicht von dem Gesülze einlullen lassen oder gar nur das wählen, was in den Wahlprognosen ohnehin vorne liegt.

            • Gut, mal abgesehen davon, dass ich "die" nicht gewählt habe.
              Ich mache mir da vorher tatsächlich Gedanken drüber.
              Aber immer nur zu sagen, dass ich eh nichts ändern kann. Ja, klar, dann werde ich auch nie etwas ändern.

              • Ich habe "die" auch nicht gewählt, aber Du bist zu wenige, die sich da Gedanken machen. Die große Masse macht sich eben keine Gedanken und die große Masse ist es, die in der Demokratie den Kurs bestimmt, den Du und ich nun gehen müssen. Ich habe lange genug versucht, dagegen anzudiskutieren. Es geht eine Zeit lang gut, dann bist Du hier in diesem Kreis der Störfaktor und wirst ausgeladen.

          Und dann? Wir können noch so sehr gegen Genmais sein, gekommen ist er dennoch. Warum? Weil es egal ist was wir wollen und man mit Genmais Geld machen kann, fertig.

          • Ja, jeden Tag sterben rund 40.000 Menschen an Hunger.
            Jeden Tag haben Menschen nicht genug sauberes Wasser.
            Fast jeden Tag ertrinken Flüchtlinge.
            Jeden Tag werden Menschen und Tiere gequält.
            Jeden Tag fällt irgendeiner dummen Firma ein, dass sie irgendwas dummes produzieren könnten.
            Jeden Tag gibt es Krieg und Unschuldige sterben darin.

            Ja, ich kann mich hinsetzen und sagen, dass ich nichts ändern kann. Dann wird sich aber auch nie etwas ändern.

            Ich kann aber zumindest in meinem kleinen Umfeld etwas ändern. Ich kann mich einsetzen und für etwas Kämpfen. Vielleicht ändere ich zumindest ein bisschen was.

            • Ja, bin ich auch dafür. Aber ändern wird man definitiv nichts wenn man alle 4 Jahre wählt, hin und wieder eine Petition unterschreibt und vor dem TV sitzt und schimpft.

              Evtl ist es auch schon ein Anfang, wenn man erkennt dass man von vorne bis hinten einfach nur verarscht wird? Danach ändert man was für sich. Danach fangen an Freunde etwas zu ändern ......usw.

              Eine Petition hat einfach keinen Sinn wenn ich die unterschreibe und dann mit meinem Konsumverhalten das unterstütze was ich eigentlich boykottieren will.

              • Da stimme ich Dir zu. Aber grundsätzlich ist es schon mal ein Anfang, sich so zu informieren.
                Ich achte beim Einkaufen durchaus darauf, was ich einkaufe.
                Firmen wie Nestle, Unilever... kommen gar nicht erst auf den Tisch.

                Und, ich versuche mich auch politisch zu engagieren.

                • Dein Engagement in alle Ehren, aber glaubst Du ernsthaft, dass Nestle oder Unilever das auch nur ansatzweise spüren, wenn Du die boykottierst? Absolut nicht, weil es außer Dir noch Millionen Menschen gibt, denen das sch***egal ist. Und die wählen dann halt, wen oder was sie wählen oder gehen auch gar nicht erst zur Wahl. Glaube mir, ich habe es aufgegeben, weil Du gegen die große Masse nicht einmal mehr Nadelstiche setzen kannst. Es verschleißt Dich nur und macht Dich müde.

                  Ich habe meine Konsequenzen gezogen und bin bereits vor ein paar Jahren ausgewandert.

                  • Vor Ungerechtigkeit kann man nur fliehen wenn man den Planeten verlässt, aber ich gebe dir recht, die Deutschen sind schon ein besonders blindes Volk und sind absolut nicht dazu bereit für sich einzustehen.

                    Öhm, ja, andere Länder sind ja so unglaublich viel besser...

                    Zudem macht man es sich echt einfach, wenn man halt auswandert, weil man allein ja eh nichts ändern kann. Die Gesellschaft ist nicht das, was uns beherrscht, sondern wir sind die Gesellschaft. Jeder einzelne hat einen Einfluss darauf.
                    Was würde nestle und Co wohl sagen, wenn Millionen so denken würden wie ich?

                    wir hätten heute keine Gewerkschaften, keine einigermaßen vernünftige Arbeitszeit, keine Krankenkasse... wenn die Leute so gedacht hätten.

                    Vielleicht hat mein handeln keine großen Auswirkungen. Vielleicht kommt aber auch der Tag, an dem meine Einstellung für einen Menschen etwas bedeutendes schafft (nimm zum Beispiel den Kapitän, der vor ein paar Jahren Flüchtlinge vor Lampedusa gerettet hat, obwohl er wusste, dass er davor verklagt werden wird)...

                    Sich hinzusetzen und zu sagen, dass man ja eh nichts ändert ist die faulste Lösung.

                    • Du idealisierst zu viel und lebst zu weit entfernt von der Realität.

                      "Was würde nestle und Co wohl sagen, wenn Millionen so denken würden wie ich?"

                      Was sagst Du dazu, dass es aber eben nicht Millionen sind, die so denken wie Du? Es sind noch nicht einmal Hunderttausende und das kannst DU auch nicht ändern. Sieh das bitte ein.

                      "Vielleicht hat mein handeln keine großen Auswirkungen."

                      Nicht vielleicht, sondern garantiert. Die breite Masse denkt nämlich nicht oder eben anders als Du (und ich), so dass Dein Handeln leider keine Auswirkungen hat. Ich finde das auch schade, aber mit einem Taschenmesser kannst Du keinen Wald fällen.

                      • "Du idealisierst zu viel und lebst zu weit entfernt von der Realität."

                        Nein, ich lebe in einer Welt, in der Geld und Macht das Wichtigste sind.

                        Das Synonym für Diplomatie ist Kindergarten (wobei Kinder das besser hinbekommen).

                        Ich lebe in einer Welt, in der es den dummen (oder resignierten) Konsumenten in der Regel nicht interessiert, dass derjenige, der seine Kakaobohne geerntet hat, nie auch nur ansatzweise dazu kommen wird, Schokolade zu essen, weil er als Sklave gehalten wird.
                        Ich lebe in einer Welt, in der es den dummen (oder resignierten) Konsumenten nicht interessiert, ob die Kuh zumindest bis zu ihrem Tod ein artgerechtes Leben hat und ob der Mais jetzt Genmanipuliert ist oder. Hauptsache günstig und nach mir die Sintflut.
                        Ich lebe in einer Welt, in der Menschen an Ebola sterben, jeden Tag 40.000 Menschen verhungern, viele kein sauberes Wasser haben, während wir unser Klo mit Trinkwasser säubern. Ich lebe in einer Welt, in der religiöse Fanatiker Angst und Schrecken verbreiten. Ich lebe in einer Welt, in der wir zuschauen, wie Flüchtlinge ertrinken, ohne auch nur einen Finger zu krümmen.

                        Ich lebe aber auch in einer Welt, in der ICH schauen kann, dass ICH bei diesem Wahnsinn nicht mitmache. Ich kann darauf achten, was für Nahrungsmittel ich kaufe. Ich muss angesichts des Leid und Elends nicht mein Mitgefühl verlieren und sagen, dass ich ja eh nichts ändern kann.

                        Es gibt da eine sehr schöne Geschichte:
                        An einem Strand liegen Seesterne, die nach einem Sturm angespült wurden. Ein Junge läuft am Strand entlang und wirft sie wieder zurück ins Wasser. Da kommt ein alter Mann und meint, was er da mache. Der Junge sagt, er möchte die Seesterne retten. Darauf der Alte, was das denn bringen sollte. Er könne eh nichs verändern, da er nicht alle retten könne. Der Junge antwortet: "Doch, für diesen einen, ändert es etwas!"

                        Und genau das sehe ich. Ich sehe den Menschen, der nach eine langen, gefährlichen Flucht bei uns ankommt und willkommen geheißen wird. Ich sehe die Kuh, die mit ihren Hörnern über die Wiese läuft. Ich muss, wenn mir fanatische Menschen begegnen nicht mit Fanatismus reagieren. Ich ändere nicht die Welt, aber ich ändere etwas.

                        Die Wahrscheinlichkeit, dass das Millionen auch so machen, ist sehr gering, aber das bedeutet noch lange nicht, dass mir alles egal sein kann.

                        Insofern halte ich es lieber, wie in einem Such a Surge Song:
                        "Du sagst es ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein und mit meiner Meinung bleibe ich ja sowieso allein. Doch, wenn Dir stundenlang Wasser auf die Stirn tropft, wirst Du sehn, es kann die Hölle sein!"

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