Wann wird endlich das Streikrecht reformiert?

    • (1) 15.10.14 - 21:45

      Hallo,

      seit Wochen das selbe Spiel: Wenn die Lokführer nicht streiken, streiken die Piloten oder umgekehrt. Leidtragende sind nicht (nur)die Unternehmen, sondern direkt und akut Privatmenschen, welche nichts mit der Unternehmens- oder Lohnpolitik der jeweiligen Arbeitgeber zu tun haben. Das muß dringend so geändert werden, dass unbeteiligte Dritte nicht in "Geiselhaft genommen werden.

      Ich finde, dass das derzeitige Streikverhalten der Gewerkschaften eh total überzogen ist. Jeder Lokführer, jeder Pilot bekommt einen Arbeitsvertrag vorgelegt, mit Klauseln zum Lohn und sicherlich auch Lohnentwicklungen. Damit kann man einverstanden sein und unterschreiben oder es als zu wenig empfinden und nicht unterschreiben oder nachverhandeln. Auch hat jeder Füße und kann sich was anderes suchen, wenn es ihm zu wenig Geld ist.

      Ist sowieso meine Meinung zum Thema Streik. Wir haben nicht mehr Arbeitsbedingungen wie im 19. Jahrhundert. Fast überall gibt es Tariflöhne.

      Was soll also die permanente unverschämte Show jetzt!?

      Mich hat es nicht betroffen, aber ich könnte ko...:-[, wenn ich schon GdL oder Cockpit-Gewerkschaft höre.

      • Ich hoffe gar nicht. So unangenehm auch die Folgen sind, Streikrecht ist notwendig. Wenn Du nicht möchtest, dass die Arbeitsbedingungen des 19. Jhds. zurückkehren, solltest Du dafür beten dass es so bleibt.

        Ich schliesse mich meinem Vorschreiber an. Hoffentlich gar nicht!
        Wir leben glücklicherweise in einem demokratischen Staat, in dem man glücklicherweise auch zumindest ansatzweise so etwas wie Arbeitsrecht kennt!

        Ja, die Streiks tun weh. Das sollen sie ja aber auch.
        Und schön, wenn man einen Arbeitsvertrag vorgelegt bekommt. In meinem Arbeitsvertrag ist übrigens nicht festgelegt, wie sich mein Gehalt entwickelt.

        Mein Mann hat jedes Jahr eine neue GehaltsVERHANDLUNG.

        Zudem bestimmen doch die Manager ihre Boni auch jedes Jahr neu, und das sogar unabhängig davon, was sie geleistet haben (oder auch nicht).

        Um ehrlich zu sein, sollten wir noch viel mehr streiken. Es kann nicht sein, dass jemand, der Vollzeit arbeiten geht, nicht mal annähernd genug bekommt, sich genug Essen und das Lebensnotwendigste zu kaufen. Soviel zu "Tariflöhne".

        Ich könnte übrigens kotzen, wenn ich so etwas lese!

        • Hallo,

          > Ja, die Streiks tun weh. Das sollen sie ja aber auch.<

          Ja, sie tun aber den falschen weh! Mein Mann hat eine kleine Firma, ca. 15 Leute. Gestern kamen von den 15 Mann 5 um Stunden zu spät zur Arbeit. Richtig schlimm derzeit, da für die Branche Haupsaison mit derzeit Doppelschichten und extremen Zeitdruck.
          Soll mein Mann jetzt der Bahn einen Brief schreiben, "Ach bitte gebt der GdL doch endlich was sie wollen, die Streiks torpetieren unseren eh schon engen Zeitplan und bringen uns u.U. sogar Vertragsstrafen. Bitte, bitte!"
          Da kommt der nächste Punkt, mehr Leute einstellen, auch bei vernünftigen Gehältern ist nicht, da man niemanden mehr mit ein bisschen Grips findet und der auch handwerklich was kann. Hier reguliert sich der Lohn und die Arbeitsbedingungen schon ganz von alleine. Zahlt Chef nicht genug, ist mir die Arbeitszeit zuviel, bin ich weg. UND: Als Lokführer reicht ein Hauptschulabschluß, warum sollen Leute die kein Bock hatten, sich zu bilden, Löhne, wie Akademikern bezahlt werden.

          > Um ehrlich zu sein, sollten wir noch viel mehr streiken. Es kann nicht sein, dass jemand, der Vollzeit arbeiten geht, nicht mal annähernd genug bekommt, sich genug Essen und das Lebensnotwendigste zu kaufen. Soviel zu "Tariflöhne". <

          2700€ + 300€ Zuschläge brutto sind nicht schlecht für einen Hauptschulabgänger, oder.
          Ich, Vollzeit, verdiene nicht soviel und mein Mann, als Firmeninhaber nimmt sich auch nicht soviel jeden Monat aus der Firma. Und wir leben sparsam, aber zufrieden. Und ein Urlaub ist auch jedes Jahr drinn. Muß ja nicht 14 Tage Allinclusive für 4000€ sein.

          Wenn ich aber sehe, was in Deutschland vorallem an Klamotten und Elektrotechnik gekauft wird und was Kinder so alles an Unmengen von Spielzeug haben, da kann es mit dem Ausgeben für Essen und Lebensnotwendiges nicht so schlimm sein.

          Man sollte seinen eigenen Lebensstandart nicht auf die ganzen Reichen und Promis abgleichen, dann hat man immer zuwenig!

          • Woher willst du denn wissen, dass Hauptschulabgänger als Lokführer arbeiten?

            Woher willst du wissen, dass fast alle AN nach Tarif bezahlt werden? Die meisten Leute, die ich kenne, werden alles andere als nach Tarif bezahlt.

            Ich finde zwar auch nicht richtig, was sich die Gewerkschaften von DB und Lufthansa leisten, weil die sowieso schon recht gut verdienen. Aber dein Stammtischgeplapper ist echt zum Davonrennen.

            • http://www.focus.de/finanzen/news/bahn/lokfuehrer-ihr-einkommen-ihre-zulagen-ihre-arbeitszeiten_aid_607209.html

              Ich behaupte garnicht, das alle AN nach Tarif bezahlt werden. Ich habe noch nie irgendwo Tarif gehabt.
              Aber die, die streiken haben bereits einen Tarif.
              Soviel zu deinen Fragen.

              In meinem Ausgangpost ging es aber eher darum, dass wenige Streiken und dabei halb Deutschland am Arbeiten hindern oder verhindern, dass die Leute heim zu ihren Familien kommen. Und das in immer kürzeren Abständen.
              Und Gesetzte, die soetwas erlauben, müssten reformiert werden. Den Lokführern gehts ja nicht schlecht. Den Piloten übrigens auch nicht.
              Und in den Branchen in denen ich bisher war, (Handwerk und Handel) wird über zuwenig Lohn und schlechte Arbeitsbedingungen immernoch mit den "Füßen abgestimmt".

              • (7) 16.10.14 - 15:08

                In Deutschland pendeln etwa 15% der Arbeitnehmer mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn).

                Nehmen wir einmal (großzügig) an, 10% der Arbeitnehmer pendeln mit der Bahn.

                Es fallen aber nicht alle Züge aus. Nehmen wir also (wieder großzügig) an, 25 % der Züge fallen aus. Damit wären dann 2,5 % der Arbeitgeber von den Ausfällen betroffen.

                Nehmen wir (zum dritten Mal großzügig) an, dass die Hälfte dieser Arbeitnehmer die Nachrichten verfolgt hat und vorrausschauend auf eigene PKW´s, Busse oder Fahrgemeinschaften ausgewichen ist.

                Dann wären also insgesamt nur 1,25 % der Arbeitnehmer zu spät gekommen. Das entspricht ungefähr einem Drittel des durchschnittlichen Krankenstandes.

                Und das soll die „halbe Wirtschaft“ lahm legen?

                Es ist natürlich ärgerlich für jeden Arbeitgeber, der besonders stark davon betroffen ist. Allerdings sollte der wissen, wenn viele seiner Arbeitnehmer mit der Bahn pendeln. Dieser Streik hat sich bereits abgezeichnet und ist auch nicht der Erste.

                Wie heißt es s schön: shame on you if you fool me once, shame on me if you fool me twice!

          (8) 16.10.14 - 14:32

          Die Streiks dauern immer nur wenige Tage und kommen nie aus heiterem Himmel. Da muss man von Arbeitgebern und Arbeitnehmern schon erwarten können, kurzfristig andere Lösungen zu organisieren, seien das nun Nah- oder Fernbusse, der eigene PKW oder Fahrgemeinschaften.

          Es kann auch durch andere Gegebenheiten (zum Beispiel Grippewelle) zu Abwesenheitszeiten kommen. Darauf muss sich ein Unternehmer in seinen Planungen einstellen.

          Die Lokführer haben in der Praxis zumeist einen mittleren Bildungsabschluss und nicht selten noch eine zweite Berufsausbildung. Ich finde die Bezahlung nicht überzogen.

          • (9) 16.10.14 - 15:19

            Wenn es heißt, ab 14.00Uhr geht kein Zug mehr, aber bereits ab 8.00hr nicht mehr fährt, wirds schwierig mit dem sich drauf einstellen. Ebenso wenn man kein eigenes Kfz hat und und alleinig aus der Richtung kommt, ist man nunmal auf den Zug angewiesen.

            ich behaupte auch nicht, das die Bezahlung überzogen ist, sie ist aber auch kein Grund zu jammern und erst recht nicht ein Grund um mehrmals im Monat halb Deutschland lahm zu legen. Unsere region hatte es bereiots in der Vorwoche einmal getroffen.

            Im Übrigen gehts der GdL weniger um die ach so armen Lokführer, die Herren Gewerkschafter sind nämlich keine Gutmenschen erster Güte. Da geht es um den Machtanspruch gegenüber der Eisenbahngewerkschaft und wer mehr Mitglieder für sich gewinnen kann. Ausgetragen auf dem Rücken aller, die mit der Bahn fahren wollen oder müssen.

            Übrigens arbeitet die Firma meines Mannes manchmal auch für Verdi oder DGB, wenn die ihre Tagungen haben. Da darf man nicht dableiben und mal zuhören, da geht einem das Messer in der Tasche auf.... Das erinnert schwer an SED-Bonzen und Seilschaften.

            • "Im Übrigen gehts der GdL weniger um die ach so armen Lokführer, die Herren Gewerkschafter sind nämlich keine Gutmenschen erster Güte. Da geht es um den Machtanspruch gegenüber der Eisenbahngewerkschaft und wer mehr Mitglieder für sich gewinnen kann. Ausgetragen auf dem Rücken aller, die mit der Bahn fahren wollen oder müssen."

              Korrekt. Selbst Bahnbedienstete, die nicht Lokführer sind, haben mittlerweile einen dicken Hals wegen der GdL.

              (11) 20.10.14 - 14:07

              "…die Herren Gewerkschafter sind nämlich keine Gutmenschen erster Güte... "

              Na dann bin ich ja beruhigt. Naive Idealisten hätten keine Chance gegen die Managementvertretungen der Industrie. Der Vorsitzende der GDL stand bei mir aber ohnehin nicht unter dem Verdacht des Gutmenschentums.

              „Da geht es um den Machtanspruch gegenüber der Eisenbahngewerkschaft und wer mehr Mitglieder für sich gewinnen kann.“

              Die GDL ist eine kleine, aber starke und einflussreiche Gewerkschaft, die durch die Pläne der Bundesregierung in ihrer Existenz bedroht wird. Natürlich möchten Bundesregierung und Bahnmanagement lieber die die zahme EVD als Verhandlungspartner. Für die Beschäftigten ist das aber nicht besser, wie die letzte Tarifrunde gezeigt hat.

              Man merkt deutlich, dass Du eine sehr ablehnende Haltung gegenüber Gewerkschaften hast. Es wäre schön wenn Du die kritische Haltung auch auf Arbeitgeberverbände oder Lobbygruppen anwenden würdest. Dort geht es nämlich nicht anders zu.

        Sorry, aber einfach nur vollkommen daneben.

        Was genau für eine Änderung beim Streikrecht erwartest Du denn?
        Dass nur die streiken dürfen, bei denen DU es für gerecht erachtest?

        Soviel zu Deinem Gehalt:
        "Mit gut 20 Jahren Berufserfahrung und bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden verdient ein Lokführer bei der Deutschen Bahn pro Monat im Schnitt rund 2700 Euro Brutto. Hinzu kommen knapp 300 Euro Zuschläge (etwa für Nachtarbeit). Selbst damit liegt die Summe klar unter dem Durchschnittsverdienst aller deutschen Arbeitnehmer - der beträgt 3237 Euro. Als Jahressonderzahlung gibt es im November ein halbes Monatsbrutto."
        http://www.echo-online.de/nachrichten/wirtschaft/wirtschaftallgemein/Wieviel-ein-Lokfuehrer-verdient;art4061,1638062
        Hervorzuheben: NACH 20 JAHREN Berufserfahrung
        Zuschläge entstehen durch Schichtarbeit und Wochenendarbeit und sind absolut legitim und gerechtfertigt.

        Darüber hinaus bekommen wohl bei den Konkurrenzfirmen der DB die Lokführer rund 1900 EUR Brutto. Hauptziel ist es, deren Gehalt anzugleichen.

        Ich muss auch gestehen, dass 1900 EUR in der Gegend, in welcher ich lebe, durchaus knapp sind!

        Hinzu kommt, dass es eben sehr viele Menschen gibt, die NICHT genug verdienen. Nimm doch mal Krankenschwester oder Erzieher. Du willst jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass das Menschen sind, die sich nicht bilden wollen und trotzdem genug Kohle kassieren.

        Bei denen hat es aber auch solche Auswirkungen, wenn sie streiken.

        Ansonsten würde ich mir aber über die Qualität meiner Arbeitnehmer Gedanken machen.

        Mal davon abgesehen, dass der Streik gestern um 14 Uhr begann, wusste man dies bereits länger. Man konnte also sehr wohl trotzdessen pünktlich bei der Arbeit sein.

        Mein Mann fährt auch mit der Bahn und war gestern pünktlich beim Arbeiten.

        Das eine Mal, dass er später nach Hause kam, habe ich durchaus verkraftet!

        Also mal ganz ehrlich. Streiks sind angekündigt. Als arbeitnehmer habe ich dafür sorge zu tragen, das ich pünktlich am arbeitsplatz bin. Natürlich gibt es unvorhergesehene situationen, wie nen unfall auf der Autobahn, und nem stau, dann kann man beim arbeitgeber schnell anrufen, da ist einem niemand böse. Auch bei dehr bahn gibt es unvorhergesehene ausfälle. Aber darunter fällt kein streik. Aber um stunden zu spät kommen bei gleich 5 leuten, das halte ich für nen gerücht. Da ist kein streik für verantwortlich. Das weiß man vorher. Das ag nicht begeistert sind von streikenden ma ist auch klar. Aber das was du hier schreibst ist echt blödsinn. Sorry.
        Und auch hauptschüler können gute jobs bekommen. Nur weil man auf ner hs war, heißt das nicht man ist doof.
        Du vergleichst echt äpfel mit birnen. Ich habe schon soviele studierte gesehen, die handwerklich die reinsten nieten sind und auch so nix geschissen kriegen, jahrelang dauerstudieren, eben aus gerade genanntem grund. Echt, das ist unterste schublade, was du schreibst.

        • Nichts von dem, was du in der Antwort schreibst, habe ich so gesagt, außer das mit den 5 Leuten, Das ist kein Blödsinn, sondern Realität. Zur Erklärung: ( falls es dich in deiner Borniertheit überhaupt interessiert)
          Wir liegen Zugtechnich günstig zwischen zwei Großstädten, aus beiden Städten ist man innerhalb von 25-30min da. In den Großstädten haben viele Leute garkein Auto, da gute Öffis. Von daher, Streik, zumal eher begonnen, als in den Medien dokumentiert, keine Möglichkeit pünktlich auf Arbeit zu kommen.

          Der Rest debn du geschrieben hast, ist absoluter polemischer Blödsinn.

          Es geht darum, das GdL und Cockpit in ihrem Streikgebahren überziehen, es zuviele Unschuldige trifft und das auch zu häufig und das sollte reformiert werden.
          Wir haben keine Verhältnisse mehr, wie im 19.Jahrhundert.

          Wenn ich das Lokführergehalt mit 39 Std./Woche ansetzte und rund 2500,00 brutto, kommt man auf eine Stundenlohn von ca. 15€.

          Nächstes Jahr kommt gerademal der Mindestlohn von 8,50€ und viele, die bundesweit jetzt mehrfach von der GdL und ihrem Machtkampf ausgeknockt wurden, verdienen momentan weniger als 8,50€/std.! Wo ist das gerecht oder nicht unverschämt.

          > "Und auch hauptschüler können gute jobs bekommen. Nur weil man auf ner hs war, heißt das nicht man ist doof.
          Du vergleichst echt äpfel mit birnen. Ich habe schon soviele studierte gesehen, die handwerklich die reinsten nieten sind und auch so nix geschissen kriegen, jahrelang dauerstudieren, eben aus gerade genanntem grund. Echt, das ist unterste schublade, was du schreibst. "<

          Punkt 1 - fühlst du dich gerade persönlich angepieselt!?
          Punkt 2 - du drehst mir eigentlich nur die Worte im Munde um, nichts von dem zweiten Absatz habe ich gesagt.

          • War nie auf ner hauptschule, aber genug bekannte von mir, davon haben die meisten nen guten bürojob oder auch ne gute stelle in der industrie und auch im Handwerk. Es haben sogar welche von diesen hauptschülern studiert. ich fands einfach nur extrem kacke von dir, wie du geschrieben hast.
            Und wenn ich mir so die anderen beiträge durchlese, schreiben die wohl auch alle blödsinn, denn so wie ich das verstehe, sibd die auch alle nicht damit einverstanden, was du so von dir gibst.
            in meiner borniertheit werd ich dir jetzt aber nicht weiter schreiben, du hast ja deine unantastbare meinung und suchst händeringend nach fürsprechern. Bin ich nicht. So ein pech.

Top Diskussionen anzeigen