Rolle der LINKEN ?

    • (1) 23.11.14 - 20:09

      Hallo,

      nun wird es also doch wohl auch einen ersten LINKEN Ministerpräsidenten geben.

      Was man sich nun fragt ist:

      1. Ist die LINKE nun regierungsfähig, vielleicht sogar im Bund.

      2. Ist noch zu viel Nähe zur alten SED.

      3. Was verkörpern die LINKEN wirklich

      Meine Antwort ist:

      Vieles was die LINKEN wollen dürfte kaum umzusetzen sein.
      Die Sache mit der SED ist schwer, aber es ist ja nun doch einige Zeit vergangen.
      Allgemein denke ich, im Bund wird sich die SPD wohl NOCH nicht mit ihnen zusammentun.

      Wie seht ihr das hier so, ist die Zeit reif für die LINKEN ??

      Liebe Grüße

      Andy

      • Wenn die anderen Parteien im Bund regieren wollen und dies nur durch eine Koalition mit den Linken möglich wäre, würden es alle Parteien sofort machen.

        CDU, SPD, SED wo ist da der Unterschied?

        VV Nic

        Hallo,

        wieso sollte etwas gegen den Baum laufen?

        Warum ist man so skeptisch?

        Generell würde ich doch nicht solche Fragen stellen, denn die Wahl muss so akzeptiert werden. Die Bürger dort haben sicher nicht umsonst ihre Stimmen diesen Parteien gegeben. Das muss akzeptiert werden und sie müssen so respektiert werden.

        Welche Frage man sich allerdings stellen muss, was haben denn die Linken versprochen?
        Warum möchten denn so viele einen Wandel in Richtung links?

        Sicher fühlten sie sich nicht von den Vorgängern ernst genommen und es wurden manche Ziele oder Wahlversprechen, die erwartet wurden, nicht eingehalten.

        LG Lotta

        > nun wird es also doch wohl auch einen ersten LINKEN Ministerpräsidenten geben.

        12 Abgeordete der SPD und 6 Abgeordete der Grünen.

        Da wird doch vielleicht jemand mit Gewissen dabei sein.

        • Wenn ich das schon lese: "Jemand mit Gewissen..."

          Am besten wird es sein, man behandelt Mitglieder einer Partei, die IN TEILEN auf einer Partei in einem Unrechtsstaat basiert, auch 25 Jahre danach noch wie Aussätzige.

          Das Wählervotum spielt natürlich keine Rolle.

          Ich finde Die Linke als soziales Gewissen ebenso wichtig wie Die Grünen als ökologisches Gewissen - und das schreibe ich als jemand, der von vielen als die typische FDP-Wählerin angesehen wird, wegen Selbständigkeit und relativem Wohlstand.

          Wer setzt sich denn in Deutschland sonst noch konsequent für die sozial Schwächeren ein?

          Und, wo wir beim Gewissen sind: Alle anderen Parteien sagen "Ja" zu Kriegseinsätzen und Waffenlieferungen. Ich bin froh, dass es dazu noch eine Alternative gibt.

          Dunkelrote Grüße
          La Tique = Die Zecke

          • Wunderbar, das verstehe ich erst jetzt, wo du mich draufstösst!

            Herrlich.

            Wer auch immer du früher gewesen bist, hier bei urbia, ich mag dich!

            Du hast eine gute und differenzierte Sicht auf die Dinge, danke für deine Beiträge. Als Zecke.

            :-)

        Wenn du von Gewissen redest müsstest du ja die ganzen Wähler der LINKEN auch angreifen.

        Es ist nunmal der Wählerentscheid gewesen. Man kann sicherlich auch neu wählen bis man ein Ergebnis hat das dann allen gefällt, aber wer solls dann bezahlen.

        Zudem, wo sind die Alternativen ? Wieder die Große Koalition, damit im Bundesrat noch mehr Macht kommt ?

        Naja.

        Gruß Andy

    Was wollen die Linken denn, was nicht umzusetzen ist?

    • Zum Beispiel wollen die einen Mindestlohn von über 10 Euro.
      Fragt man sich ob dafür evtl. auch einer dieser Politiker auf etwas von seinem Geld verzichtet, denn anders wird es kaum zu bezahlen sein.

      Die LINKEN wollen keine Waffenlieferungen. Ansicht gut. Nur manchmal geht es nunmal nicht ohne den Einsatz von Waffen. Sehe man sich Russland und Ukraine usw. an.

      Das sind mal nur 2 Beispiele.

      Ich fürchte viele wählen die LINKEN weil die noch nicht viel Regierungsarbeit hatten und daher auch nicht wirklich in die Pflicht genommen werden können.

      Bsp:
      Bei den letzten 3 Landtagswahlen hat die LINKE in Thüringen und Sachsen dazugewonnen. Dort regieren die nicht.

      In Brandenburg regieren sie und was ist, leichte Verluste.

      Gruß Andy

      • (10) 26.11.14 - 09:47

        "Zum Beispiel wollen die einen Mindestlohn von über 10 Euro."

        Was soll daran nicht umsetzbar sein? Eine führende Wirtschaftsnation sollte sich auch beim Mindestlohn an der Spitze orientieren und nicht am Mittelfeld - von den ganzen Schlupflöchern mal abgesehen.

        "Fragt man sich ob dafür evtl. auch einer dieser Politiker auf etwas von seinem Geld verzichtet, denn anders wird es kaum zu bezahlen sein."l

        Da stellst Du einen Zusammenhang her, der nicht existiert.

        "Die LINKEN wollen keine Waffenlieferungen. Ansicht gut. Nur manchmal geht es nunmal nicht ohne den Einsatz von Waffen. Sehe man sich Russland und Ukraine usw."

        Warum war es denn notwendig, diesen Konflikt mit anzuheizen und anschliessend Waffen dorthin zu transportieren?

        • (11) 26.11.14 - 18:32

          Wieviel würde es denn kosten wenn alle nun einen Mindestlohn von 10 euro bekämen. Wir reden ja hier nicht über 1 oder 2 Leute.

          Zudem: wenn die Politiker sich nicht ständig Ihre Diäten und alle erhöhen würden, wieviel Geld würde dann frei werden ?? Also existiert da ein Zusammenhang.

          Was nun die Waffen angeht. Nicht alles lässt sich mit reden verändern. Das ist nicht schön aber manchmal eben notwendig.

Ich bin erst einmal richtig froh darüber, dass die Wählerinnen und Wähler dafür gesorgt haben, dass die FDP inzwischen nirgends mehr eine Rolle spielt. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren mal gedacht?

Nun also wird wahrscheinlich ein Linker Ministerpräsident von Thüringen und bekommt damit hoffentlich die Chance, die restlichen Parteien und deren Geschwätz vom bösen Kommunisten zu entzaubern. Wenn die Bevölkerung merkt, dass alle schlimmen Vorhersagen gar nicht eintreten und die Politik von Merkel & Co. sehr Wohl Alternativen hat, dann könnte das Schule machen und auch auf andere Bundesländer übergreifen. Wünschen würde ich mir das sehr.

Naja und falls es doch anders kommt und die Linke nicht das liefert, was die Mehrheit der Bevölkerung sich vorstellt, dann kommen auch wieder die nächsten Wahlen und die Linke landet dort, wo die FDP heute sitzt - in der APO :-D

(13) 26.11.14 - 09:54

Die LINKE ist die einzige ernstzunehmende Oppositionspartei, die eine soziale Alternative zur wirtschaftsfreundlichen und unsozialen Regierung darstellt.

Es gibt viele Dinge, die mir an der LINKEN nicht gefallen und ich hätte gerne eine weitere Alternative. Beispielsweise eine sozialdemokratischere SPD oder Grüne, die sich nicht als Hanf&Dinkel-FDP darstellt.

Diese Alternativen gibt es aber nicht und das macht die LINKE wichtig. Den linken Ministerpräsidenten begrüße ich daher.

  • (14) 26.11.14 - 10:16

    Genauso sehe ich das auch: Mir wäre auch eine Partei links der Mitte OHNE SED-Vergangenheit lieber, und mir gefallen auch nicht alle Positionen der Linken.

    Aber angesichts der unerträglichen CDU/CSU mit der mich anwidernden Kanzlerin, der SPD als willfährigem Steigbügelhalter und den Grünen als "FDP mit Umweltthemen" bleibt ja keine andere ernstzunehmende Opposition übrig.

Für mich ist der erste Ministerpräsident der LINKEN auch ein Stück weit Ankommen in der Normalität.

Ich gebe zu, ich habe damals, nach der Wende, die PDS falsch eingeschätzt und ihr eine geringe Halbwertszeit prognostiziert. Dass sie als Sammelbecken der Unzufriedenen, der ewig Gestrigen aber auch der Zurückgelassenen eine Zeit lang einen guten Dienst tun würde, war absehbar. Jedoch war ich der Ansicht, dass mit zunehmendem Wohlstand im Osten der Republik, die PDS, später Linkspartei, zu einer Marginalie schrumpfen würde.

Als dann Rot-Grün den Sozialstaat begann abzubauen bzw. erhebliche Steuereinbußen zugunsten der Unternehmen und er Industrie hinzunehmen, brachen große Teile der Wählerschaft (ca. 10 - 12%) der SPD am linken Rand ab und fanden in der damaligen WASG bzw. PDS bzw. Linkspartei eine neue Heimat.

Vor allem im Westen ist die Präsenz der Linkspartei ein Resultat der Verödung unseres Sozialstaates, im Osten nährt sich die Linkspartei nach wie vor auch aus den Nostalgikern der DDR. Die allerdings biologisch bedingt weniger werden.
Es gibt aber unzweifelhaft ein Potential von ca. 10% im Linksspektrum, welches von SPD und Grünen nicht mehr abgedeckt wird. Dies wächst je nach Verfassung der wirtschaftlichen Situation im Land mal mehr, mal weniger.

Als ehemaliges langjähriges Mitglied und Wähler der Grünen kann ich das anhand dieser Partei im Vergleich mit der Linkspartei sehr gut festmachen. Den Grünen verdanken wir viele gesellschaftspolitische Veränderungen in den letzten 30 Jahren. Energiewende, Atomausstieg, Mülltrennung, Homo-Ehe und auch Diskussion um die Frauen-Quote wären ohne die Grünen nicht denkbar gewesen.

Heute fehlt den Grünen der Elan und der Enthusiasmus, Dinge erfolgreich anzustoßen. Man ist in der Mitte angekommen und weites gehend satt. Linke Größen der Grünen, wie Trittin (bin nicht immer seiner Meinung) treten in den Hintergrund oder werden nicht wiedergewählt.

Oft erscheinen mir die Grünen heutzutage wie eine CDU mit Sonnenblume auf dem Cover. Personifiziert wird dieses Erlahmen der Grünen für mich durch den Ministerpräsidenten Kretschmann. Gefeiert bei der Wahl als grüne Revolution in BW, ist er mittlerweile zum Freund der Industrie im Südwesten geworden, der den Unternehmen allzu viel Ungemach vom Halse hält.

Sozialerer Umbau Gesellschaft mit entsprechender Programmatik: Fehlanzeige.
Die LINKS-Partei ist für mich aufgrund einiger inhaltlicher Fehler und einiger personeller Besetzungen nach wie vor nicht wählbar. Aber ich muss zur Kenntnis nehmen, dass sie derzeit die einzige nennenswerte politische Kraft in diesem Land ist, die ein Gegenmodell zur immer weiter auseinanderklaffenden Schere von Reich und Arm, sprich in der Einkommens- und Vermögensverteilung, vorzuweisen hat. Auch wenn dieses Modell in Teilen Fehler aufweist.

Noch erschreckender als bei den Grünen halte ich allerdings die Botschaftsleere bei der SPD. Auch aufgrund ihre bedeutend längeren Historie. Viele Positionen, die die Linkspartei vertritt, wären in den 70ern und 80ern ganz klare SPD-Positionen gewesen. Bei aller Berücksichtigung von Globalisierung und anderen (Pseudo)-Begründungen für neoliberale Tendenzen, kann es in meinen Augen nicht sein, dass sich eine Partei, die sich sozialdemokratisch nennt, so weit von den sozialen Themen des Landes verabschiedet hat, wie es eben die SPD in den letzten 15 Jahren getan hat. Wenigstens in meiner Wahrnehmung ist das so.

Schröder hat versucht, die bessere CDU zu sein. Das ist gründlich schiefgelaufen. Auch das ist ein Grund, warum die SPD nach wie vor bei ihren erbärmlichen 23 bis 25% in Umfragen herumdümpelt. Und die Grünen sollten nicht den gleichen Fehler machen, sind aber momentan auf einem guten Weg dahin.

Wir Deutschen haben einen ausgeprägten Sinn dafür, herauszufinden, was sozial gerecht ist. Die Meinungen darüber, was sozial gerecht ist, mögen zum Teil weit auseinander gehen aber keine andere Partei als die Linkspartei, schafft es nun mehr seit alles in allem, 25 Jahren, dieses Thema erfolgreich zu besetzen.

Wer braucht da eigentlich noch eine SPD?

Insofern, gut dass es die Linkspartei gibt, sie verkörpert in Teilen auch das soziale Gewissen einer Gesellschaft, welches die SPD aus Machterhalt heraus schon vor Jahren an die CDU verkauft hat.

Ob die Linkspartei im Bund jemals bzw. in absehbarer Zeit eine (führende) Rolle in Regierungsverantwortung übernehmen wird, wage ich eher anzuzweifeln. Dafür ist der deutsche Wähler zu konsenssüchtig und kompromissorientiert. Aber es reicht vielleicht auch, dass Themen wie z.B. der Mindestlohn – und hier sehe ich eine Parallele zu den Gründen z.B. bei der Energiepolitik – von einer Partei nur lange genug gefordert werden um sie in den Köpfen der Menschen zu platzieren und somit einen Wechsel in der Politik durch die Handelnden auch anderer Parteien herbeizuführen.

Die Linkspartei schöpft ihre Kraft ja vor allem aus der Oppositionsposition heraus. Dort, wo sie regiert hat, wurde auch sie teilweise von den Sachzwängen realpolitischer Umstände eingeholt. Berlin ist da ein gutes Beispiel. Allerdings hat das den Menschen auch gezeigt, dass sie pragmatisch mitregieren können und all das Rote-Socken-Gefasel und die roten Schreckgespenster, gerne groß gemalt von der CSU, sind komplett ins Reich der Fantasie ihrer Autoren abgetaucht.

SPD und Grüne jedenfalls migrieren mir persönlich viel zu sehr in Richtung Mitte, dort wo eine starke Angela Merkel sitzt. Im Gegensatz zu den Grünen ist die Linkspartei eine echte Opposition. Leider muss ich sagen. Das war mal anders.

Aber so ändern sich die Dinge eben. Die Absorptionspolitik der Angela Merkel hat vor gar nicht allzu langer Zeit schon eine politische Farbe aus dem Spektrum entfernt. Das kann der SPD und den Grünen tendenziell auch passieren, wenn sie weiterhin so konturenlos auftreten.

Top Diskussionen anzeigen