Geht ein Rechtsruck durch Deutschland?

    • (1) 13.12.14 - 07:26

      Hallo liebe Urbianerinnen,

      leider gab es ja immer schon Menschen, die viele undefinierbare Ängste in sich tragen und einen Sündenbock für ihre eigene Unfähigkeit suchen. Aber
      Bezug nehmend auf alle vorangegangenen Posts frage ich mich, ob der Unmut der Deutschen irgendwie größer geworden ist? Die NSU gab den Startschuss. Es folgen Demos der Hogesa und der Pegida, Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Seehofers Entwurf Zuwanderer sollen dazu angehalten werden in der Familie Deutsch zu sprechen.

      Was ist denn hier in Deutschland los? Oder kommt es mir nur so vor, als ob plötzlich jeder seine Stammtischparolen hervorkramt.

      Vielleicht die Auswirkungen gescheiterter Integration und der chronischen Unterfinanzierung unseres Bildungssystems?

      • Hallo,

        ich glaube nicht dass eine direkter Rechtruck durch Deutschland geht. Das Thema Ausländer ist ein Thema mit vielen Seiten.

        Es gibt gute und schlechte, wohlgemerkt auf beiden Seiten. Also gute und schlechte Deutsche und ebenso auch Ausländer.

        Die Punkte sind, glaube ich folgende:

        1. Man hat das Gefühl dass für Ausländer mehr getan wird als fürs eigene Volk.

        2. Man hat den Eindruck dass die Zahl an Ausländern extrem hoch geworden ist. Und extrem viele in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind

        3. Viele Ausländer kommen hier her, wollen sich aber nicht integrieren, d.h. kein Deutsch lernen oder sprechen, am liebsten nicht arbeiten aber Sozialleistungen beziehen usw.

        4. Man bekommt die unterschiedlichen Kulturen nur schwer unter einen Hut.

        Diese Dinge Dinge stimmen sicherlich auch bei einigen oder auch mehreren Ausländern, aber sicher nicht gesamt.

        Man hat halt auch das Gefühl, die so hochgelobte Integration funktioniert zwar, aber nur zu einem kleinen Teil.

        Es sind sicher halt wirklich auch viele Ängste die die Menschen haben. Nicht jeder der was gegen Ausländer hat ist sofort einer der NPD oder anderer. Es wird halt für jeden immer schwerer, und es sollte wohl zuerst an eigene Volk gedacht werden. Aber ist das auch so ???

        Lieben Gruß

        Andy

        • Ich finde deine Argumente schwierig.

          >>Man hat das Gefühl dass für Ausländer mehr getan wird als fürs eigene Volk.<<
          Warum? Inwiefern? Was wird für sie "mehr" getan? Was bekommen sie, was Deutsche nicht bekommen, die Hilfe brauchen? Und wann ist ein Ausländer ein Ausländer, wann gehört er zum "eigenen Volk"? Abstammung? Einbürgerung? In D geboren? Von welcher Art Migranten reden wir hier, denn die Hilfeleistungen unterscheiden sich ja auch je nach Status?

          >>Man hat den Eindruck dass die Zahl an Ausländern extrem hoch geworden ist. Und extrem viele in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind<<
          Man hat den Eindruck.. hast du dich mal darum bemüht, den Eindruck auch zu fundieren? Hast du dir angeschaut, wieviele Ausländer aus welchen Gründen nach Deutschland eingereist sind? Oder ist das pures Bauchgefühl?

          >>Viele Ausländer kommen hier her, wollen sich aber nicht integrieren, d.h. kein Deutsch lernen oder sprechen, am liebsten nicht arbeiten aber Sozialleistungen beziehen usw.<<
          Das klingt nach demselben "viele" wie in "viele HartzIV-Empfänger finden das geil so, wie sie leben" oder "viele Hausfrauen sind bloß zu faul zum Arbeiten". Also: woher weißt du das? Also, wie viele es sind? Hast du eine Befragung in deiner Stadt durchgeführt? Oder ist das wieder ein Bauchgefühl?

          >>Man bekommt die unterschiedlichen Kulturen nur schwer unter einen Hut.<<
          Ja, echt? Meine kanadischen Bekannten sind gut integriert. Die Eltern meiner chinesischen Freundin haben es geschafft, mit minimalem Gehalt alle vier Kinder aufs Gym und zur Uni zu schicken. Die albanische Uni-Freundin ist Lehrerin geworden. Also Butter bei de Fische: Von welchen Kulturen redest du hier, und unter welchen Hut möchtest du sie bekommen?

          >>Nicht jeder der was gegen Ausländer hat ist sofort einer der NPD oder anderer.<<
          Richtig. Es gibt auch Ausländerfeinde, die die Linke wählen. Die Frage ist doch: weswegen hat man was gegen Ausländer und WAS genau? Und wieviel ist davon (allgemeine) Unzufriedenheit, die sich an der "schwächsten" Gruppe entlädt?

          Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Richtig. Es gibt Probleme bei der Integration gewisser Gruppen. Richtig. Und wieso wird das auf "alle Ausländer" projeziert? Ich würde mich herzlich bedanken, mit einem NPD-Wähler in einen Topf geschmissen zu werden, nur weil er Deutscher ist wie ich. Ich hab auch was dagegen, als Nazi bezeichnet zu werden, nur weil die Nazis Deutsche waren. Aber alle Nichtdeutschen über einen Kamm scheren, das geht super, oder wie?

          • Ich habe hauptsächlich von dem geschrieben was man so im allgemeinen hört und sieht. Das spiegelt doch nicht meine Meinung unbedingt wieder.

            Das waren auch keine Argumente von mir sondern Eindrücke. Und sooooo völlig falsch können die ja nun auch nicht sein !!!

            Was nun die Integration angeht:
            Du redest von 2 Fällen in denen alles gut gegangen ist. Wieviele negative Fälle stehen denen dennn gegenüber ??

            Bsp.
            Kollege meines Vaters kommt aus Griechenland, lebt schon 15 Jahre hier und kann kaum Deutsch reden, nach 15 Jahren.

            Zudem, schaue dir mal in Statistiken an wieviele Ausländer hier in Deutschland Leistungen beantragen und wie das in den letzten Jahren hochgegangen ist. Also nichts mit Bauchgefühl.

            Was nun die Gründe der Einreise hierher angeht. Wenn man es so sieht, dann müssten ja noch viel mehr hierher kommen. In wievielen Ländern ist eine Situation das die Menschen da wegmüssen.

            Man hat einfach auch allmählich den Eindruck, Deutschland muss immer helfen. Warum tun denn nicht mal andere Länder was ??????

            Gruß Andy

            • Wieso können die Eindrücke nicht falsch sein? Weil sie einem Bauchgefühl entspringen, der subjektiven Wahrnehmung?
              Diese beiden Beispiele, die ich genannt habe, sind der Regelfall. Es ist NICHT der Regelfall, dass Ausländer hier hin kommen, nicht arbeiten gehen wollen und die Hand aufhalten.
              Warum?
              Weil es dazu eine Untersuchung gibt. Die besagt, dass Deutschland von der Zuwanderung finanziell profitiert. Und noch sehr viel mehr profitieren könnte.
              http://www.tagesspiegel.de/politik/zuwanderung-nach-deutschland-sozialstaat-profitiert-von-gut-ausgebildeten-auslaendern/11040946.html
              Natürlich brauchen wir noch mehr und noch bessere Integration in den Arbeitsmarkt; bessere Bildungschancen.
              Und was deine Negativbeispiele angeht: so, wo ist deine Statistik, die belegt, dass Integration meistens schiefgeht und nur in wenigen Fällen glückt? Wo sind die Statistiken, die ich mir anschauen soll?
              Es gibt natürlich missglückte Integration. Selbstverständlich. Die fällt uns besonders auf, weil sie unserem Verständnis von Fairness widerspricht. Anber sie ist nicht der Regelfall. Die geglückte Integration sehen wir doch gar nicht, weil sie so normal ist. Weil wir sie für selbstverständlich halten. Es fällt uns nur auf, wenn sich jemand nicht regelkonform verhält.
              Ach so, und was die Einreise angeht.. Deutschland ist beliebt, aber nicht DAS Top-Ziel. Gerade die gut ausgebildeten Menschen haben keine Lust auf bürokratische Hürden und Hindernisse.

              Deine Meinung finde ich sehr uninformiert, wobei wir wieder beim Thema Bildung wären.

              Es ist nämlich statistisch so, dass Zuwanderer prozentual gesehen weniger Leistungen beziehen und mehr Steuereinnahmen hereinspülen als Deutsche.

              Weiterhin hat die Politik es zugelassen, dass ganze Stadtteile ghettoisiert wurden und für die dort lebenden Menschen überall ihre Herkunftssprache zur Verständigung ausreicht. (Aber toller Vorschlag von Seehofer, dem entgegenzuwirken.)

              Weiterhin scheint dir Dublin II kein Begriff zu sein, weil andere Länder Europas ja nichts tun.

              Kennst du überhaupt Migranten? Hast du jemals mit welchen gesprochen? Deine Beiträge klingen nämlich ziemlich naiv.

        • >>Man hat das Gefühl dass für Ausländer mehr getan wird als fürs eigene Volk.<<
          Warum? Inwiefern? Was wird für sie "mehr" getan? Was bekommen sie, was Deutsche nicht bekommen, die Hilfe brauchen?

          nur ein Beispiel, aber sowas ärgert natürlich die Einheimischen oder stößt auf, und Frust entsteht, für mich verständlicherweise:

          bei uns wurde ein großer Wohnblock frisch saniert, neue Fenster, Heizung, alles tip top.
          Kostenlos einziehen dürfen dort Asylbewerber.
          Die Mieten in der restlichen Stadt steigen aber, Familien haben es schwer Wohnraum zu finden.
          Da sie nicht arbeiten gehen dürfen, bekommen sie Lebensmittel und Kleidung gestellt.
          In dem Wohnblock arbeiten Putzfrauen! Weil die nicht mal selber sauber machen können? Und junge ausländische Männer stehen mit Händen in den Hosentaschen daneben.
          Es ist ein Sicherheitsdienst ständig vor Ort, weil es ständig Ärger und Messerstecherein untereinander gibt.
          Ein umliegender Lebensmitteldiscounter schließt demnächst, da er nur noch beklaut wird.
          Mehrmals die Woche fahren Feuerwehr und Krankenwagen zum Noteinsatz dorthin,...

          Was das alles für ein Geld kostet!!!!

          Es muss einfach generell in der Asylpolitk und den Gesetzen was getan werden, DAS sehen die Leute. Gegen die Flüchtling/ die arme Familie aus xy haben die wenigsten was.
          Ich arbeite selbst viel mit ausländ. Familien zusammen. Das sind viele sehr nette Leute, keine Frage.

          • Ich verstehe durchaus, dass Frust entsteht, wenn man das Gefühl bekommt, dass Hilfsbereitschaft nicht honoriert wird.

            Und jetzt das Aber: All das, was du beschreibst - dass die Miete für die Asylbewerber gezahlt wird, dass ihnen Kleidung und Essen zur Verfügung gestellt werden, dass im Bedarfsfall Feuerwehr und Krankenwagen anrücken - das alles bekommen Deutsche ganz genau so. Das ist nichts, was exklusiv nur für Asylbewerber besteht. Und danach hab ich ja gefragt: Was genau bekommen Ausländer oder Asylbewerber "mehr" als die Deutschen/Menschen, die in Deutschland bereits ansässig sind? Denn das hatte Mecki23 ja behauptet.
            Was meinst du, welche Gesetze geändert werden sollten? Was muss in der Asylpolitik getan werden?

      Hallo,

      klingt, als würden "man" allerhöchstens mal die Schlagzeilen der Bildzeitung die Plakate der AfD lesen...

      <<Es wird halt für jeden immer schwerer, und es sollte wohl zuerst an eigene Volk gedacht werden. Aber ist das auch so ???>>

      Es wird nicht für jeden schwerer. Wir leben doch im absoluten Wohlstand hier.

      Und du willst nicht ernsthaft sagen, dass erst jeder Deutsche einen Benz und 4 Wochen Malle im Jahr haben muss, bevor politisch, religiös, sexuell oder anerweitig verfolgten und/oder Wirtschaftsflüchtlingen geholfen werden soll?

      Abgesehen davon, wenn "man" sich selbst schon vor allen anderen stellt und dieses "man" dadurch definiert, in welche historisch fixierte geografischen Grenze man zufällig reingeboren ist, ist "man" dann dafür auonom zu leben?

      Oder ist es ok, Konsumgüter billig und unter unwürdigen Bedingungen im Ausland produzieren zu lassen, zum Teil von Kindern, damit sich auch jeder bloß seinen Flachbildfernseher, sein Smartphone und sein tägliches Steak leisten kann?

      Das klingt dann doch sehr nach 'Wir sind die Herrenrasse', oder nicht?

      Ich finde, dass die Mensche endlich aufhören müssen in Ländergrenzen und vor allem nur an sich selbst und den eigenen kurzfristigen Wohlstand zu denken.

      Und ja, "man" entwickelt sich erschreckend schnell in die rechte Richtung.

      :-(

      • Und Du hörst Dich an, als müsstest Du schnellstens mal den Kopf aus Merkels A....llerwertesten nehmen.

        <<<Es wird nicht für jeden schwerer. Wir leben doch im absoluten Wohlstand hier.>>>

        Vielen geht es gut, ich kenne aber auch viele Leute, die sich krumm buckeln, und wo es trotzdem gerade mal so eben reicht.

        VIELEN hier geht es verdammt gut......genausovielen aber nicht !

        Dazu noch der Satz, dass die Leute aufhören sollen, nur an sich selbst zu denken. Löblich, aber Du bist sicher keine Person, die damit anfängt wenn Du die Schattenseiten so ignorierst.

        Ich weiss ja nicht in welcher Welt Du lebst, aber ganz ehrlich: Einhörner gibt es nicht ..... also hör auf was anderes zu behaupten !

Es geht ein Rechtsruck durch Europa, von dem Deutschland länger als andere verschont geblieben ist.
Es geht ein Antislamismus durch die westliche Welt.

Beides ist nun auch wirklich in "der Mitte der Gesellschaft" in Deutschland angekommen.

Rechtsextremisten gab es in Deutschland schon immer- Morde an Menschen andere Hautfarbe und Herkunft ebenfalls- nur der NSU hat uns das nochmal bewußt gemacht (die anderen Opfer sind uns einfach nicht so medial präsent).

Aber daß tausende um "das Abendland" fürchten und dafür auf die Strasse gehen hat eine neue Qualität.

"gescheiterte Integration" und "Unterfinanzierung des Bildungssystems" sind Schlagworte, die so nichtssagend wie falsch sind- die aber zu aber zum Schlagwortkatalog derjenigen gehören, die diese Ängste schüren, die ganz offenbar zunehmen in der Bevölkerung.

Andererseits gibt es ebenso viele Anstrengungen deutlich zu machen, daß weder die aktuellen Flüchtlingszahlen (Flüchtling - auch so ein Neues Wort!) besorgniserregend für Deutschland wären (wir hatten auch schon doppelt so viele Asylanträge innerhalb eines Jahres, nur haben wir uns durch verschiedene Abkommen jahrelang davor gedrückt die Anzahl an Flüchtlingen aufzunehmen, die wir als reiches und großes Land locker stemmen können ,insofern ist die Infrastruktur dafür im Moment nicht vorhanden) noch die Zuwanderung aus EU- wie Nicht- EU Ländern eine Zuwanderung in die Sozialsysteme wäre
http://www.fr-online.de/flucht-und-zuwanderung/studie-auslaender-bringen-deutschland-milliarden,24931854,29170794.html

Aber da treffen "Faktenwissen" auf Emotion- und da siegt in der Regel die Emotion.

Ich denke ich werde ich mich daher auch nicht an dieser Diskussion beteiligen, weil es schwer ist,gegen Angst und das Gefühl von Bedrohung zu argumentieren.
In aller Regel erreicht man damit das Gegenteil!

  • hier unten fehlte noch ein Link

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/psychologie-der-impfgegner-meinungen-schlagen-argumente-1.2257172

    Emotionalisiert erworbene Meinungen und Einstellungen werden auch dann verteidigt, wenn ein Argument akzeptiert wird, daß gegen die eigene Überzeugung spricht.

    mehr noch: es wird danach noch vehementer die eigene Einstellung vertreten als zuvor!

    Ja, der Rechtsruck ist eindeutig.

    Aber wenn man sich auf Seiten von BoGiDa (Bonn gegen Islamisierung) kundig macht,
    stellt man schnell fest, das es den meisten nicht um Aufklärung geht.
    Sie sind zufrieden das sie endlich eine Gruppe haben in dieser sie gemeinsam über alle die sie stören hetzen können

    Kritische Stimmen werden reflexartig mit Hetzparolen überzogen.
    User erhalten bei Fb Pn, die deutliche Drohungen enthalten.
    Ich werde des Landes verwiesen.
    Mein Sohn kommt in ein Arbeitslager.
    Meine Tochter wird von aufrechten deutschen Männern "behandelt", usw usw.
    Einiges wird der Staatsanwalt prüfen, anderes habe ich gelöscht.

    Die Nachrichtenverschicker sind bis dato nicht als rechtsextremistische Unterstützer aufgefallen.

    Es handelt sich lediglich um freidliebende "besorgte" Bürger.

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