Ansprache im TV von Angela Merkel

    • (1) 01.01.15 - 08:09

      Auf die deutlichen Worte der Kanzlerin zum Thema PEGIDA habe ich schon lange gewartet.

      Es wurde aber auch höchste Zeit.

      Danke Frau Merkel.

      Euch allen wünsche ich ein gesundes und erfolgreiches 2015

      • Ein gesundes und gutes neues Jahr wünsche auch ich.

        Jaja, Pegida ist ein lästiger Stachel im Fleisch unserer Demokratie... Der tut natürlich weh. Das ist aber auch gut so, denn damit bleibt das Thema insgesamt in aller Munde, bis es eine für alle akzeptable Lösung gibt.

        Ich weiß leider nicht, wie viele Leute den Ansprachen der Kanzlerin zuhören. Ich weiß auch nicht, wie viele Leute Zeitung lesen, aber ich kann mir vorstellen, dass die Zeitungsleser untereinander auch vernetzt sind und sich austauschen. Interessant fand ich neulich einen Kommentar von einem Journalisten in einer überregionalen Tageszeitung. Dort schreibt er:

        "Die "schleichende Landnahme", die der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky beschreibt, findet nicht nur in den Schulen und auf den Straßen der "Problemviertel" statt. Seit über 13 Jahren, genauer: seit dem 11. September 2001, wird der öffentliche Diskurs zu einem erheblichen Teil von einem Thema und seinen vielen Facetten dominiert. Vorbei die Zeiten, da über Dosenpfand, Eigenheimzulage und Pendlerpauschale debattiert wurde.

        Heute geht es um die Mängel "unserer Willkommenskultur", um Ehrenmorde und Intensivtäter, um das Kopftuch im Unterricht und die Burka im Supermarkt, um die Befreiung von Klassenfahrten und Sportunterricht, um Gebetsräume in Schulen, um "kultursensible Pflege" in Kliniken, um die Grenzen der Meinungsfreiheit, um Respekt vor religiösen Gefühlen.

        Eine weitgehend säkulare Gesellschaft, in der sogar die Kirchen das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat bejahen und die Intellektuellen nach wie vor der Ansicht sind, Religionen seien "Opium fürs Volk", hat ihr Herz für das Religiöse entdeckt, allerdings nur für ein Angebot aus dem großen Supermarkt der Religionen – und zwar ausgerechnet das Angebot, das seine Präsenz im öffentlichen Diskurs der Gewaltbereitschaft verdankt, mit der es immer wieder Respekt einfordert. Dies festzustellen, gilt bereits als "islamophob", ungeachtet der Tatsache, dass es eben keine "Asien-Konferenz" beim Innenminister gibt und der "Migrationshintergrund" der Japaner, die in Düsseldorf leben, nicht einmal wahrgenommen wird.

        Aber in Sachsen gehen die Uhren anders. Da seien Demonstrationen gegen die Islamisierung sinnlos, denn in dem Freistaat, so heißt es immer, würden nur 4000 Muslime leben, gerade mal ein Promille der Bevölkerung. Diese Argumentation ist, ohne dass es ihren Protagonisten bewusst wäre, wohlwollend rassistisch. Sie unterstellt, dass es auf die Menge ankommt. Ab wann könnte man denn von der Gefahr einer Islamisierung sprechen? Ab 40.000, also einem Prozent? Oder müssten es schon zehn Prozent sein?

        Dabei kommt es auf die Zahl, wenn überhaupt, zuletzt an. Entscheidend ist nicht einmal das Verhalten der Minderheit, sondern die Haltung der Mehrheitsgesellschaft. Wenn über die Umwidmung von Kirchen in Moscheen geredet wird, wenn Weihnachtsmärkte in Wintermärkte umbenannt werden, wenn ahnungslose Ignoranten sich dafür starkmachen, dass in den Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen werden, wenn die Generalsekretärin der SPD den Begriff "Islamischer Staat" mit einem Bann belegen möchte, weil er die Ehre der Muslime verletzt (der Begriff und nicht das, was der Islamische Staat anstellt), dann kann von der Gefahr einer Islamisierung nicht die Rede sein, dann ist sie bereits in vollem Gange."

        Na wenn das keine islamophobe, rassistische, rechte Nazihetze ist!
        Der Autor ist aber gar kein Nazi, sondern Jude. Er heißt Henryk M. Broder und den ganzen Artikel findet man hier: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article135806015/Entwarnung-Alles-gut-mit-dem-Islam-in-Deutschland.html

        Interessant sind die Leserkommentare, die sich natürlich in Pro und Contra teilen, jedoch wird dort weitaus sachlicher Bezug genommen, als man das hier zuweilen tut. Vielleicht wäre der erste Schritt in eine bessere Gesellschaft mal, auch hier mit etwas mehr Anstand und gegenseitigem Respekt miteinander umzugehen?

        • Herr Broder ist bekannt für seine deutliche Sprache.

          Er nimmt auch kein Blatt vor dem Mund.

          Kritik vor der eigenen Religion so wie der israelischen Politik ist ihm auch nicht fremd. Darum halte ich Hr. Broder auch für extrem glaubwürdig.

          Und die Neujahrsansprache von Frau Merkel hat mich, ob ihrer deutlichen Worte sehr überrascht.

          Umgehend wurde sie auch angegriffen. Von wem? von der AfD.
          Nachzulesen in FOCUS-ONLINE.

          Wer am 31.12. die Tagesschau gesehen hat, konnte das havarierte Schiff sehen. Mit ca. 1000 Menschen an Bord. Dieses Schiff trieb, von der Besatzung verlassen den Klippen entgegen und wäre ohne die Hilfe der Küstenwache zerschellt.

          1000 Menschen!!! Sehr viele Kinder und Frauen an Bord.

          Und diese Menschen haben kein Platz in Europa? Ich fasse es nicht!!!

          Mich macht es einfach nur traurig.

          Fest davon überzeugt das in Dresden ein schweigende Mehrheit gegen PEDIGA existiert.

          Diese Mehrheit sollte lautstark ihre Stimme erheben.

          Das wäre mein Wunsch zu 2015.

          acentejo, der den Jahreswechsel in Granada verbringt.
          Eine Stadt, die eine starke muslimische Kultur ihr eigen nennt.

          • Was mich persönlich bei den Debatten rund um Pegida stört ist, dass immer alles in einen Topf geworfen und wild vermengt wird. Soweit mir bekannt ist, haben sich die Pegida-Teilnehmer ausdrücklich FÜR eine Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. Warum wirft man ihnen das Gegenteil vor, indem man ihnen immer wieder das Gegenteil unterstellt?

            • #rofl wer wirft alles in einen Topf? Doch die ganzen Pegida Teilnehmer selbst....hast du dir mal Interviews angehört? DIE vermischen doch immer alles, Flüchtlinge, Islamisierung, Ausländer.... ist doch eh alles das gleiche....sie nehmen UNS das Geld weg und sind alle gefährlich und kriminell #augen

              #rofl

              • Ja, ich habe mir einige Interviews angehört und habe beinahe mitleidig darüber geschmunzelt. Da wurden tatsächlich ein paar Demonstranten ausgewählt, die gut für eine öffentliche Meinungsbildung gegen Pegida geeignet sind. Stefan Raab macht übrigens genau das gleiche, wenn er seinen berühmten "Erstwählercheck" in TV Total präsentiert. Da muss man sich fragen, ob anhand von fünf oder zehn gezeigten Interviews wirklich auf eine ganze Gruppe geschlossen werden darf. Sind alle Jugendlichen wirklich so dumm? Sind wirklich alle Pegida-Demonstranten so dumm?

                • Da stimme ich dir zu. Nicht alle sind dumm, aber leider sehr viele. Sie hinterfragen nicht, sie schimpfen drauf los ohne nachzudenken.

                  Andere sind nicht dumm, die wissen genau was sie tun, sie sind rechts. Und machen das absichlich. Berechnend.

                  Alles in allem kann man sagen dass egal was dahinter steckt, Dummheit, Angst, Unwissenheit, rechtes Gedankengut, es ist alles scheiße und deswegen verurteile ich jeden der mitläuft. Wie heißt es so schön, Dummheit schützt vor Strafe nicht.

                  Für mich gibt es KEINEN EINZIGEN legitimen Grund da mitzulaufen, sorry.

                  • Ok, laut aktuellen Umfragen stellen sich knapp ein Drittel der Deutschen gegen Merkel, wenn sie über Pegida von oben herab redet. 13% würden sogar bei Pegida mit demonstrieren. Da hat Pegida also zunächst mal noch reichlich Potenzial. Das kann man bagatellisieren (was sind schon 13%?) oder auch skeptisch betrachten. Ich sehe es eher skeptisch, denn Pegida hat noch keine eigene Partei, aber CSU und AfD stehen zur Wahl jederzeit bereit. Die CSU in Bayern fischt dabei ganz extrem nach Wählern ("Zu Hause sollte Deutsch gesprochen werden" oder "Wer betrügt, fliegt"), aber Bayern ist nicht Deutschland. Was mir bei allem viel mehr Sorgen bereitet als die Demonstrationen in Dresden ist, dass AfD und NPD enormen Zulauf bekommen könnten, wenn man Pegida nicht ernst nimmt und zumindest in den berechtigten Teilen (siehe den Artikel von Broder hier in meinem ersten Beitrag dieses Threads) aufgreift. Forderungen nach muslimischen Feiertagen zum Beispiel aus den Reihen Deutscher Politiker sehe ich da eher contraproduktiv. Besser fände ich es, stattdessen kirchliche Feiertage abzuschaffen. Aber das ist nur meine ganz private Meinung und nicht repräsentativ.

                    • Wie gesagt, ich finde auch man sollte es ernst nehmen. Wie ein Krebsgeschwür, wenn man nichts dagegen tut wächst es weiter und ist irgendwann nicht mehr kontrollierbar. #zitter Und nein, ich sehe keine berechtigten Einwände, aber das ist auch nur meine persönliche und nicht repräsentative Meinung.

                      • "Wie gesagt, ich finde auch man sollte es ernst nehmen. Wie ein Krebsgeschwür, wenn man nichts dagegen tut wächst es weiter und ist irgendwann nicht mehr kontrollierbar."

                        Das ist genau der Grund, warum Pegida gegen eine drohende Islamisierung auf die Straße geht.

                        Falls Du meinen ersten Beitrag hier nicht gelesen hast, zitiere ich die entscheidende Passage nochmal hierher, bevor wieder die Frage kommt, warum man bei 4000 Muslimen Angst vor einer Islamisierung in Sachsen hat...

                        "Die "schleichende Landnahme", die der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky beschreibt, findet nicht nur in den Schulen und auf den Straßen der "Problemviertel" statt. Seit über 13 Jahren, genauer: seit dem 11. September 2001, wird der öffentliche Diskurs zu einem erheblichen Teil von einem Thema und seinen vielen Facetten dominiert. Vorbei die Zeiten, da über Dosenpfand, Eigenheimzulage und Pendlerpauschale debattiert wurde.

                        Heute geht es um die Mängel "unserer Willkommenskultur", um Ehrenmorde und Intensivtäter, um das Kopftuch im Unterricht und die Burka im Supermarkt, um die Befreiung von Klassenfahrten und Sportunterricht, um Gebetsräume in Schulen, um "kultursensible Pflege" in Kliniken, um die Grenzen der Meinungsfreiheit, um Respekt vor religiösen Gefühlen.

                        Eine weitgehend säkulare Gesellschaft, in der sogar die Kirchen das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat bejahen und die Intellektuellen nach wie vor der Ansicht sind, Religionen seien "Opium fürs Volk", hat ihr Herz für das Religiöse entdeckt, allerdings nur für ein Angebot aus dem großen Supermarkt der Religionen – und zwar ausgerechnet das Angebot, das seine Präsenz im öffentlichen Diskurs der Gewaltbereitschaft verdankt, mit der es immer wieder Respekt einfordert. Dies festzustellen, gilt bereits als "islamophob", ungeachtet der Tatsache, dass es eben keine "Asien-Konferenz" beim Innenminister gibt und der "Migrationshintergrund" der Japaner, die in Düsseldorf leben, nicht einmal wahrgenommen wird.

                        Aber in Sachsen gehen die Uhren anders. Da seien Demonstrationen gegen die Islamisierung sinnlos, denn in dem Freistaat, so heißt es immer, würden nur 4000 Muslime leben, gerade mal ein Promille der Bevölkerung. Diese Argumentation ist, ohne dass es ihren Protagonisten bewusst wäre, wohlwollend rassistisch. Sie unterstellt, dass es auf die Menge ankommt. Ab wann könnte man denn von der Gefahr einer Islamisierung sprechen? Ab 40.000, also einem Prozent? Oder müssten es schon zehn Prozent sein?

                        Dabei kommt es auf die Zahl, wenn überhaupt, zuletzt an. Entscheidend ist nicht einmal das Verhalten der Minderheit, sondern die Haltung der Mehrheitsgesellschaft. Wenn über die Umwidmung von Kirchen in Moscheen geredet wird, wenn Weihnachtsmärkte in Wintermärkte umbenannt werden, wenn ahnungslose Ignoranten sich dafür starkmachen, dass in den Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen werden, wenn die Generalsekretärin der SPD den Begriff "Islamischer Staat" mit einem Bann belegen möchte, weil er die Ehre der Muslime verletzt (der Begriff und nicht das, was der Islamische Staat anstellt), dann kann von der Gefahr einer Islamisierung nicht die Rede sein, dann ist sie bereits in vollem Gange."

                        Na wenn das keine islamophobe, rassistische, rechte Nazihetze ist!
                        Der Autor ist aber gar kein Nazi, sondern Jude. Er heißt Henryk M. Broder und den ganzen Artikel findet man hier: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article135806015/Entwarnung-Alles-gut-mit-dem-Islam-in-Deutschland.html

                        • Ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich meinte nicht man sollte die Zahl der Moslems die nach D kommen kontrollieren wegen Angst vor Islamisierung, sondern das Wachsetum der Pegida Anhänger im Auge behalten.

                          Denn es gibt eben viele "Mitläufer" die sich dem hetzenden und gröhlenden Mob anschließen ohne nachzudenken. DAS muss man im Auge behalten und ernst nehmen.

                          Ich werde nicht anfangen mit dir erneut über Islamisierung zu diskutieren. Da bin ich leider nicht rhetorisch und politisch fit genug, das haben andere user in den Freds unter diesem schon wunderbar gemacht und du vestehst es leider immernoch nicht #augen #klatsch

                          Ich bin nicht die Richtige dafür. Ich wollte eben bloß etwas dazu sagen, dass bei Pegida alle in einen Topf geschmissen werden. Und es die doch auch machen.

                          Aber hiermit ziehe ich mich aus der Diskussion hier zurück. Das dürfen gerne andere tun. Bei dir bringt es eh nichts. Schönen Tag noch. #winke

                          • Und Pegida meint, man muss im Auge behalten, ob und wie eine Islamisierung stattfindet. Dabei ist, wie Broder sehr richtig schreibt, gar nicht die Zahl oder das Handeln der muslimischen Minderheit entscheidend, sondern das, was die Mehrheit tut. Dem kann und dem muss man voll zustimmen.

                            • Und was tut die Mehrheit? Meiner Meinung nach lebt die Mehrheit friedlich und will nur in Ruhe gelassen werden und ihre Religion ausüben. Die sind weder fanatisch, noch wollen sie anderen ihren Glauben aufzwingen, noch jemanden in die Luft sprengen.

                              Oder siehst du das anders?

                              Ich habe in den letzten Wochen seit dem 1.11. seit ich in der Flüchtlingsunterkunft ca. 500 moslemische Flüchtlinge kennengelernt und mich mit ihnen unterhalten. Über ihre Einstellungen, ihre Religion, welche Sicht der Dinge sie haben, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen und ich muss sagen, ich habe KEINEN einzigen getroffen dessen Einstellung mir Angst machen würde.

                              Mit wie vielen hast du dich unterhalten wenn ich fragen darf?

                              Das ist wieder am Thema vorbei. Es geht darum, dass in der Bevölkerung die Angst zunimmt, eine immer größer werdenden Einfluss des Islam ausgesetzt zu sein. Und gerade der Islam macht seit geraumer Zeit nur dadurch Schlagzeilen, dass er seine Brutalität und Gewaltbereitschaft demonstriert.

                              Der Islam macht Schlagzeilen? #gruebel #klatsch#augen

                              Nein, nicht der Islam.

                              Sondern Terroristen. Idioten. Dumme Menschen. Dumme Menschen die schlimme Dinge tun. Blöde Menschen die morden. Die machen Schlagzeilen.

                              Nicht der Islam. #augen

                              Die Leute haben hier tagelang versucht dir hier den Unterschied zu erklären und du raffst es einfach nicht :-[

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