Köln, ich bin stolz auf dich!!!

    • (1) 06.01.15 - 08:25

      Die Idioten von pegida oder kögida, wie auch immer, haben ganz schön alt ausgesehen.
      Ich habe mich so über diesen Bericht gefreut. Hätte ich dem deutschen Volke garnicht zugetraut, so deutlich nochmal Rückgrat zu zeigen.

      • Kann man nur unterstreichen.

        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-widerstand-koeln-demonstriert-gegen-antiislamisten-a-1011385.html

        Das war wohl ein sehr kümmerlicher Versuch der Pegida in Köln Fuß zu fassen.

        Ich finde es gut. Wir brauchen keine Menschen, die das Bild von Deutschland ruinieren.

        Viel besser noch als die große Gegendemonstration war ja die Tatsache, dass sich überhaupt nur ein paar Hundert gefunden haben, die an diesem Marsch der Frustrierten und Zukurzgekommenen teilnehmen wollten. Mir scheint die "breite Masse" doch um einiges weniger leicht zu verführen, als ich es zwischenzeitlich befürchtet hatte.

        Aber, und es ist ein großes Aber: In Dresden waren es wie fast 20.000, und es waren wieder viel mehr als bei der Gegendemonstration.

        Mir sagt das zwei Dinge:

        Zum einen muss man leider auch 25 Jahre nach der Wende noch von klaren soziologischen Unterschieden zwischen Ost und West sprechen. Gerade Dresden und das ländliche Sachsen sind Gegenden, in denen Fremde es schwer haben und in denen Intoleranz und Menschenfeindlichkeit idealen Nährboden zu finden scheinen. Mir ist bewusst, dass es auch dort anständige und weltoffene Menschen gibt. Aber anscheinend im Schnitt weniger als anderswo.

        Zum anderen zeigt das ein interessantes Charakteristikum des "PEGIDA"-Blödsinns: Der gedeiht nur im Abstrakten, nur in der Pflege abstrakter Feindbilder. Die Angst vor Islamisierung scheint dort am größten, wo kaum ein Moslem wohnt (und wohnen will). Hingegen scheint die angebliche Überfremdung durch Muslime denjenigen, die Tag für Tag mit Muslimen zusammentreffen, in Köln-Kalk und Köln-Mülheim (und Essen-Katernberg und Duisburg-Marxloh) gar nicht in dem Maße existent.

        PEGIDA demonstriert gegen eine Chimäre: den bösen, radikalen, rückständigen Moslem. Den gibt es, aber in den genannten Stadtteilen trifft man halt doch meist auf ganz normale Menschen, und gegen die geht niemand auf die Straße.

        Traurig finde ich, dass es so vieles in unserem Staat gäbe, gegen das man demonstrieren könnte. Auch zusammen mit den hier lebenden Muslimen, die auch mit unzulänglichen Sozialleistungen oder Niedrigstlöhnen oder mickrigen Renten (bei gleichzeitigen Rekordgewinnen...) zu kämpfen haben. Stattdessen dominieren ein paar rechte Wirrköpfe und denen dumm hinterherlaufende Schafe ohne Selbstachtung die öffentliche Diskussion.

        Danke, Köln, für dieses klare Zeichen.

        Und jetzt, liebe Dresdner, zeigt mir, dass ihr nicht dieser dumpfe Haufen seid, als der ihr euch im Moment darstellt. So hab ich nämlich keine Lust, eure Stadt noch mal zu besuchen.

        • Du hast Recht, es ist erschreckend, dass es auch nach 25 Jahren offenbar derartige Unterschiede gibt.
          Wir sind vor über 20 Jahren vom Westen aus knapp 27 km weit direkt hinter die Grenze in den Osten gezogen und pendeln täglich zur Arbeit wieder zurück und uns fallen diese Unterschiede jeden Tag wieder auf, obwohl ich es gar nicht wahr haben möchte.
          Ich denke, das wird noch mindestens eine Generation dauern, bis man die Unterschiede nicht mehr fühlt.

          LG

        • Warum müssen eigentlich nur die Dresdner etwas dagegen tun? Warum gehen wir nicht alle in unseren jeweiligen Städten auf die Straße und demonstrieren gegen die Pegida? Völlig unabhängig, ob diese in Köln, Dresden oder Buxtehude tätig ist?

          Zu glauben, dass das allein ein Problem der Dresdner ist, finde ich persönlich 25 Jahre nach der Wende, schade. Denn an dieser Denkweise sieht man, dass die Unterschiede "zwischen Ost und West" nicht nur von Dresden ausgehen.

          vg, m.

          • Wo schreibe ich, dass nur die Dresdner etwas dagegen tun müssen?

            Aber wenn so ein Mob in meiner Stadt demonstriert, dann geh ich dagegen auf die Straße. Überall klappt das, überall sind die Gegendemonstranten in überwältigender Mehrheit, nur in Dresden (und anderen, kleineren ostdeutschen Städten nicht).

            Das lässt zwei Rückschlüsse zu: Entweder ist die Zivilgesellschaft dort nicht entsprechend ausgeprägt, geht man dort nicht auf die Straße, wenn derartige braune Gespenster rumspuken. Oder aber es gibt dort jede Menge stiller Zustimmung.

            Warum muss man 25 Jahre nach der Wende ganz offenkundig noch vorhandene Unterschiede totschweigen? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Dresden ist eine braune Hochburg, Dresden ist ein ungemütlicher Ort für Fremde. Köln ist dies offenkundig nicht, ebensowenig wie die anderen westdeutschen Großstädte. Wenn es Problem so massiv und so eindeutig vor allem in Dresden existiert, dann darf man es wohl als ein Problem der Dresdner bezeichnen.

            Ich wollte dieses Jahr den Marathon in Dresden laufen. Ich habe mittlerweile keine Lust mehr, in diese Stadt zu fahren, dort mein Geld auszugeben. Dann lauf ich eben woanders.

            • Ich stimme voll und ganz zu. Der Osten ist braun. Allen voran Sachsen!

              • Wobei man mit derartigen Aussagen vorsichtig sein muss. Man sollte nicht denen unrecht tun, die sich dort (wo es am schwersten ist!), mutig gegen die Rechten stellen.

                Auch in Dresden gab es Gegendemonstrationen.

                Nur eben lassen mich die Teilnehmerzahlen bei Demonstrationen und Gegendemonstrationen dort ein Problem erkennen, dass es hier in dieser Form nicht gibt.

                Denjenigen Dresdnern, die klaren Verstands und gütigen Herzens sind, kann man nur wünschen, dass sie es schaffen, das Ruder irgendwie herumzureißen.

                • Wer gibt dir eigentlich die Sicherheit, dass die 18.000 Menschen dort, die mit der Pegida mitlaufen, alle aus Dresden und Umgebung sind?

                  • Ich hab's dir schon an anderer Stelle geschrieben: Es werden wohl kaum allzu viele Menschen Montag für Montag in einer der vom Westen am weitesten entfernten Städte fahren zum Demonstrieren...

                    Klar, ich kann's dir nicht beweisen, woher diese Idioten kommen. Aber ich glaube eben nicht, dass man das völlig Offenkundige abstreiten muss, indem man Zugladungen von Idioten zusammenphantasiert, die unter der Woche vom Westen nach Dresden fahren.

                    • Du weißt es also nicht genau. Na dann... Macht die Sache ja so auch einfacher. Wie gesagt: so macht es die Pegida auch. Nur sind da die Schuldigen ALLE Muslime. Bei dir sind es eben ALLE Dresdener.

                      • Es hat keinen Sinn.

                        Wenn du meinst, dass - entgegen aller vorliegenden Informationen - Montag für Montag Tausende Westdeutsche > 300 km weit durchs Land fahren, während die Menschen in Dresden entsetzt zusehen (so entsetzt, dass sie noch nicht einmal dagegen protestieren können), dann meinst du das eben.

                        Deine Gleichsetzung meiner Schlussfolgerung (Demo in Dresden = zuallererst Dresdner Phänomen) mit denen von PEGIDA ist eine dermaßen große Unverschämtheit, dass ich mich sehr schwer zurückhalten muss.

                        Ich werde dein dummes Geschreibsel nicht mehr mit einer Antwort beehren.

                        • Na sicher ist es eine Unverschämtheit. Ich würde hinsichtlich meines Denkens auch nicht mit der Pegida verglichen werden wollen. dummerweise konntest du bisher aber nicht genau erklären, wo jetzt der Unterschied genau liegt und warum es eben nicht das selbe ist.

                          Hier übrigens auch für dich vom Spiegel ein Bericht, den ich kurz wiedergebe

                          "500 Kilometer ist sie gefahren, mitgebracht hat Christine Anderson ihre beiden Töchter. Die drei Frauen aus dem hessischen Limburg an der Lahn stehen auf der matschigen Cockerwiese in Dresden."

                          "Viele von sind von weit her angereist wie Anderson: aus Hamburg, Lübeck, Cottbus, Franken und noch weiter südlich, wie Fahnen und Schilder zeigen"

                          http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-proteste-die-trotzigen-von-dresden-a-1011394.html#ref=plista

                          Wieviele es sind, dass weißt weder du noch ich. Aber es gibt sie scheinbar, sodass es eben doch nicht nur die bösen, bösen Dresdner sind, die das zu vertreten haben

                          • Ich glaube trotzdem nicht daran, dass diese Proteste zufällig in einer der braunen Hochburgen Deutschlands stattfinden. Dass Dresden eine solche ist, zeigt jedes einzelne Wahlergebnis dort.

                            Trotzdem ist ein interessanter Artikel, den du da verlinkt hast.

                            Vor allem, weil er zeigt, wie prominent bei dieses "Protesten" die Einpeitscher der rechten Szene auftreten. "Islamische Friedhöfe" als Aufreger: Wie tief kann man eigentlich noch sinken?

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