Terroranschlag auf "Charlie Hebdo" in Frankreich

    • (1) 07.01.15 - 15:58

      Aktuell auf dem Ticker: 12 Tote bei islamistischem Terroranschlag in Frankreich.

      Link spare ich mir, da es derzeit in allen Medien kommt. Ich weiß, es ist nicht der Islam, sondern es sind nur zwei oder drei durchgeknallte Verbrecher, aber ich wundere mich schon darüber, dass ausgerechnet die durchgeknallten Verbrecher oft die gleiche Konfession haben...

      • Was ist daran verwunderlich? Die "westliche Welt" hat seit dem 11. September nun wirklich alles dafür getan, islamische Terroristen heranzuziehen. Und besorgen noch heute denjenigen Kräften in der islamischen Welt, die es auf Konfrontation anlegen, einen stetigen Nachschub an frustrierten, hasserfüllten jungen Männern.

        Es war klar, dass du auf deine widerlich scheinheilige Art und Weise hier zu zündeln versuchen würdest. Aber was soll das bringen? An die Stelle von sich immer weiter aufstauendem Hass auf beiden Seiten muss eine gemeinsame Allianz aller Gemäßigten gegen den Terror und den Krieg stehen.

        Ein guter Anfang ist die klare Verurteilung der Tat durch den Rat der Muslime in Frankreich:

        http://www.lecfcm.fr/?p=3908

        Ist auf Französisch, aber ich denke, wer sich anmaßt, das Thema hier aufzubringen, wird ja wahrscheinlich Französisch können.

        Dort wiurd übrigens nicht nur die Tat verurteilt. Es werden alle Muslime aufgefordert, achtsam zu sein gegenüber allen eventuellen aus radikalen Gruppen erwachsenden Taten.

        • Ob man den Terroristen irgendwie ansehen konnte, dass es Terroristen sind? Ich meine, vielleicht waren sie ja ganz unauffällig bisher?

          • Es wird aber wohl der einzige Weg sein, zu versuchen, derartige Täter frühzeitig zu erkennen. Das wird nicht immer klappen, das ist eines der Risiken einer freien Gesellschaft.

            Fakt ist aber: Die muslimischen Verbände und Gemeinden tun alles, um Terroristen zu stoppen. Hier bei uns hat erst neulich die Gemeinde zwei Männer wegen radikaler Reden ausgeschlossen und dem Verfassungsschutz gemeldet.

            So etwas wird aber natürlich nicht in jedem Fall funktionieren.

            Ich finde diese Tat absolut abscheulich. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, und dazu zählt nun einmal auch das Recht, Religionen zu kritisieren und durchaus auch der Lächerlichkeit preiszugeben - wie "Charlie Hebdo" es desöfteren gemacht hat. Ob das in der angespannten weltpolitischen Lage immer angebracht ist, steht auf einem anderen Blatt. Es ist nun einmal das Wesen von Satire, Grenzen (auch die des Geschmacks) zu verschieben.

            Es ist tragisch, dass zwölft Menschen ihr Leben verloren haben. Es wäre tragisch, wenn diese Vorfälle nun instrumentalisiert würden, um den Hass noch weiter zu vergrößern.

            Wir leben in unseren Städten, Ländern, auf unseren Kontinenten und auf der Welt alle viel zu nah aneinander, als das wir einander wieder mit Gräben voneinander trennen könnten. Auch wenn ein "Muslime raus!" à la PEGIDA so einfach klingt: es klingt zu einfach, es wird nicht funktionieren.

            Funktionieren kann nur ein Dialog. Nur leider wird dieser durch derartige Aktionen und die Reaktionen darauf immer mehr erschwert.

            Erschreckend übrigens ein Blick in die PEGIDA-nahen Foren: Nach kurzem Kondolieren werden sich dort unverhohlen die Hände gerieben. Klar, deren "Bewegung" wird so eine Tat ein paar Verängstigte mehr in die Arme treiben.

            • "Funktionieren kann nur ein Dialog. Nur leider wird dieser durch derartige Aktionen und die Reaktionen darauf immer mehr erschwert.

              Sehe ich auch so und ein Dialog wäre wirklich wünschenswert. Das Problem dabei ist, dass die Dialoge immer nur von Stellvertretern geführt werden und selbst, wenn die sich einig sind, wird es immer wieder Leute geben, die sich an die getroffenen Absprachen nicht halten werden. Unser Wertesystem, unsere Demokratie und Gleichstellung ist nicht so islamkonform, wie es immer herbeigeredet wird. Das sieht man am deutlichsten am Erstarken des Salafismus.

              • Ich bin immer skeptisch bei so allzu oft gebrauchten Schlagwörtern: Was ist denn "unser Wertesystem"?

                Die Muslime in Europa bekennen sich in der Breite zum demokratischen Grundgedanken. Und Werte? Gleichstellung? Gibt's hier immer noch nicht, und vor 50 Jahren war's diesbezüglich noch reichlich finster, in etlichen Teilen der EU ist es das noch immer. Und darauf will man dann eine so enorme Fortschrittlichkeit gegenüber dem Islam aufbauen?
                Es gibt auch islamische Länder mit Frauen in hohen und höchsten Positionen.

                Andere Werte? Ich erkenne keine klar westlichen Werte, die gemeinhin anerkannt sind.

                In den USA, die sich ja global zur Verteidigung "unserer Werte" beauftragt fühlen, werden Menschen hingerichtet, werden Menschen gefoltern, entscheidet die Hautfarbe oft genug über die Karriere, ist Homosexualität in weiten Landesteilen nicht akzeptiert, hört die individuelle Freiheit schon auf, wenn man mal nackt baden gehen will. Und die verteidigen "unsere Werte".

                Das Allerwichtigste: Mit einer großen und größer werdenden Anzahl an Menschen hierzulande teile ich keine gemeinsamen Werte. Und das ist völlig unabhängig davon, ob das nun Anhänger irgendeines frommen Märchengebildes oder sonstwie Verblendete sind.

                • "Was ist denn "unser Wertesystem"?"

                  Ich meinte damit die Errungenschaften der letzten 50, 100 oder 200 Jahre. Bei uns gibt es keine Todesstrafe mehr, wir haben eine Demokratie, die der Religion übergeordnet ist...

                  "Die Muslime in Europa bekennen sich in der Breite zum demokratischen Grundgedanken. "

                  Das bestreitet niemand, aber ich frage nochmal: Sieht man es den Muslimen immer an, ob sie den demokratischen Grundgedanken teilen und in der Gesellschaft integriert sind? Wie integriert waren denn Mohamed Atta und seine Komplizen, die ins WTC geflogen sind? Hat man denen angesehen, dass sie eigentlich Terroristen sind? Und bevor jetzt wieder das Argument kommt, dass der Terror nicht zum Islam gehört - die Terroristen, die seit Jahren in den Schlagzeilen sind, bekennen sich ausdrücklich zum Islam und begehen die Anschläge im Namen des Islam. Die Anschläge waren alle mehr oder weniger religiös begründet. Gerade heute wieder sollen die Terroristen "Allah ist groß!" gerufen haben und "Wir haben Mohammed gerächt".

                  "Gleichstellung? Gibt's hier immer noch nicht, und vor 50 Jahren war's diesbezüglich noch reichlich finster, in etlichen Teilen der EU ist es das noch immer."

                  Bei uns dürfen Homosexuelle heiraten, im Iran z.B. werden sie gehängt. Frauen haben auch die gleichen Rechte bei uns.

                  "Es gibt auch islamische Länder mit Frauen in hohen und höchsten Positionen."

                  Stimmt, aber sind das nicht eher die Ausnahme? Was ist in Ägypten, Iran, Irak, Afghanistan, Pakistan, Syrien?

                  "In den USA, die sich ja global zur Verteidigung "unserer Werte" beauftragt fühlen, werden Menschen hingerichtet, werden Menschen gefoltern, entscheidet die Hautfarbe oft genug über die Karriere, ist Homosexualität in weiten Landesteilen nicht akzeptiert, hört die individuelle Freiheit schon auf, wenn man mal nackt baden gehen will. Und die verteidigen "unsere Werte"."

                  Richtig und da haben die USA noch gewaltigen Aufholbedarf. Die USA sind jedoch eine Demokratie. Da gelten weltliche Gesetze und das ist ein Unterschied zu den meisten muslimischen Staaten.

                  "Das Allerwichtigste: Mit einer großen und größer werdenden Anzahl an Menschen hierzulande teile ich keine gemeinsamen Werte. Und das ist völlig unabhängig davon, ob das nun Anhänger irgendeines frommen Märchengebildes oder sonstwie Verblendete sind."

                  Gemeinsame Werte bestehen aus weit mehr als nur dem gleichen Märchengebilde.

      Welche Religion hat Anders Breivik?

      • Ich nehme an, dass Du mir mit dieser Frage beipflichten willst, als ich oben schrieb: "Ich weiß, das ist nicht der Islam."?

        Dann hast Du sicher auch zur Kenntnis genommen, dass ich mich darüber wundere, dass ausgerechnet die durchgeknallten Verbrecher #aha oft #aha die gleiche Konfession haben... "Oft" bedeutet explizit nicht "immer" und damit erkenne ich nicht den Sinn in Deiner Frage.

      <bin.wieda.da> ist religiöser Atheist. Mit deiner Frage fütterst du nur seine Hasspredigten gegen theistische Religionen.

      Religionen (auch nicht die atheistische) sind nicht verantwortlich für Mord und andere Grausamkeiten. Menschen sind es. Es waren schon immer die Menschen.

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