Tage des Terrors...Hass,Angst, Trauer und Wut...

    • (1) 17.01.15 - 11:48

      Guten Morgen,

      die letzten Wochen, Tage und Stunden waren überschattet von Berichten über Fremdenfeindlichkeit, Terroranschläge, Tod, Tauer, Wut und Angst.

      Ich mag keine Nachrichten mehr lesen oder sehen. Ich weiß gar nicht wie ich das Alles verarbeiten soll, was in der letzten Zeit und besonders in den letzten Tagen passiert ist.

      Seit Monaten berichten die Medien über unmenschliche Gräueltaten der IS in der arabischen Welt, in vielen Teilen Afrikas und Indien. Millionen von Flüchtlingen müssen ihre Heimat verlassen um dem Terror zu entkommen. Die Nachbarstaaten sind überfordert mit der Flut der Flüchtlinge. Lange schaut die westliche Welt nur zu.

      Dann die Anschläge auf Charlie Hebdo und das jüdische Geschäft. Gefolgt von täglichen Berichten über mögliche Terroranschläge in ganz Europa. Bei Demonstrationen für oder gegen Charlie Hebdo werden Menschen verletzt und getötet. Zuletzt schockierte der Tod von Khaled B. in Dresden. Die Ermittlungen kann man als mehr als schlampig bezeichnen. Die widerlichen Reaktion bei Facebook & Co. auf seinen Tod waren ein Armutszeugnis für das deutsche Volk.

      Und als wäre das nicht genug, müssen wir auch noch PEGIDA ertragen, die all das als Rechtfertigung nutzt um Stimmung zu machen gegen die schwächsten der Gesellschaft - Flüchtling, die hierher kamen um endlich angstfrei zu leben. Nun fürchten sie sich hier in Deutschland vor fremdenfeindlichen Übergriffen. Ich habe selbst gesehen, wie einer Muslima der Zutritt in die U-Bahn von Passanten verwert wurde. In solchen Momenten schäme ich mich eine Deutsche zu sein.

      Ich bin erschüttert und angewiedert von den Gewalttaten der Islamisten. Genauso aber auch von der widerlichen und fremdenfeindlichen Reaktion darauf vieler Mitbürger.
      Ich frage mich wo die Menschlichkeit geblieben ist.....

      • Hallo,

        was in der heutigen Welt stattfindet ist die Entwicklung der Geschichte der Menschheit und Du bist mittendrinne!

        Das Jetzt und das Handeln der verschiedensten Menschen kann man nur verstehen wenn man in die Tiefen der Menschheitsgeschichte geht.
        Diese Geschichte der Menschheit wird nicht leichter mit immer mehr und mehr Menschen auf dieser Welt und mit immer mehr ungerechtem Tun.
        Die Menschheit ist nicht die Krone der Schöpfung denn sie vernichtet die Schöpfung und sich selbst und sie scheint es in all den Jahrtausenden immer noch nicht bemerkt zu haben.

        Ein lebenswertes Miteinander benötigt andere Lebensansichten und Lebensweisen aber ob wir die jemals erreichen ist fraglich.

        Ich frage mich eher, würden alle Menschen in ihrer Heimat zufrieden leben können unter den Ansichten und Bedingungen die sie bevorzugen, würde dann Frieden auf der Erde sein oder würde man dann andere Zwistigkeiten finden um sich wieder die Köpfe einzuschlagen? Ich glaube nicht an diese friedvolle Zukunft der Menschheit, irgendwann ist die Menschheit wohl an einer Weggabelung in die falsche Richtung abgebogen.

        "Betrug ist überall und Heuchelschein und Mord und Gift und Meineid und Verrat; der einzig reine Ort ist unsere Liebe, die unentweiht, in der Menschlichkeit."
        Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

        Somit sollten wir Menschen die guten Phasen der Menschheitsgeschichte nutzen und uns an diesen kurzen Episoden erfreuen.
        Es sind ja im Leben eines Menschen die tausenden kleinen Dinge und Winzigkeiten die das Leben erträglich machen und an denen man sein eigenes Glück wachsen sehen kann.

        "Es ist leicht, geboren zu werden, aber schwer, ein Mensch zu werden."
        -Von den Philippinen-

        http://www.swr3.de/info/nachrichten/Russland-Herrenlose-Katze-rettet-Baby-vor-Erfrierungstod/-/id=47428/did=3063554/1160j3k/

        beste Grüße

        marada

        Ich kann mich deiner Weteskala nicht ganz anschließen..

        Der Tod von Khaled B. ist bestürzend wie jede Tötung eines Menschen.. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund wäre sehr schlimm. Allerdings ist das bisher nur Spekulation, die zwar wahrscheinlich, aber nicht bewiesen ist..

        Schockierend finde ich diesen Vorfall aus diesen Gründen bisher allerdings nicht...

        Schockiert hat mich allerdings der Anschlag auf Charlie Hebdo. Der Anschlag auf die Pressefreiheit und stellvertretend auf die Werte eines Rechtsstaates in Namen Allahs, durchgeführt von radikalen Islamisten, finde ich unsäglich beängstigend. Noch vor wenigen Tagen hatte ich keine Angst vor Terror in Europa...

        Der antisemitische Anschlag hat mich auch erschüttert, allerdings glaube bzw. hoffe ich nicht, dass wir nun überall antisemitische Anschläge zu befürchten haben..

        Pegida ist mit Sicherheit kein positives Phänomen, sondern ein Ausdruck von gesellschaftlicher Frustration, Ängsten und leider auch vielfach von Dummheit und menschenfeindlichem Gedankengut. Dümmliche Rechtsradikale in Bomberjacken empfinde ich allerdings nicht allzu bedrohlich für unseren Rechtsstaat. (Die potentielle Gefahr für einzelne Mitbürger mit Migrationshintergrund ist zwar schlimm, aber bislang kein flächendeckendes Phänomen).

        Pegida allerdings in einem Atemzug mit diesem schockierenden Massaker zu nennen, halte ich jedoch für maßlos übertrieben..

        Ich finde es auch ekelhaft, dass diese Demonstrationen den Anschlag auf Charlie Hebdo instrumentalisieren und geradezu grotesk, dass rechtsradikale NPD-Politiker bei den Pegidaablegern mitlaufen und FÜR ihre linksintellektuellen "Kommunistenfeinde" in Frankreich auf die Straße gehen.. Da war der Hass gegen die Moslems wohl größer als der Hass auf die "Kommunistenschweine".. Dass streng genommen auch jüdische Opfer betrauert werden, ist wohl in diesem Falle auch vernachlässigbar... Oder schlicht und ergreifend überwog das Positive an der Möglichkeit eine Gruppierung braun zu unterwandern... Unabhängig davon, wer die Feinde sind...Das ist mir ein großes Rätsel..

        Noch viel ekelhafter finde ich allerdings finde ich die Reaktionen auf das Massaker. Es gibt kein: Das Attentat ist zu verurteilen, ABER.., wie es vielfach aus der muslimischen Welt kam (u.a.Iran!) und wie auch der Papst sich in ähnlicher Weise widerlich geäußert hat.

        All diese Aussage implizieren für mich, auch wenn sie stellenweise nicht so gemeint sein mögen, eine Mitverantwortung der Opfer für diesen Terror. Und das ist für mich an Widerlichkeit nicht zu überbieten.

        Und die Reaktionen aus der muslimischen Welt auf die erneute Karikatur sprechen für sich. Nämlich leider dafür, dass der Anschlag von weitaus mehr befürwortet wurde, als man glauben könnte...

        Die Reaktionen aus der muslimischen Welt sind beängstigend, allerdings nicht überraschend für mich.. Der Papstkommentar hingegen schon. Von diesem Papst hätte ich dahingehend mehr erwartet...

        VG

        Kate

        • "Schockiert hat mich allerdings der Anschlag auf Charlie Hebdo. Der Anschlag auf die Pressefreiheit und stellvertretend auf die Werte eines Rechtsstaates in Namen Allahs, durchgeführt von radikalen Islamisten, finde ich unsäglich beängstigend. Noch vor wenigen Tagen hatte ich keine Angst vor Terror in Europa..."

          Und das war vielleicht genau der Wunsch der Terroristen: Dass wir Europäer uns nicht mehr sicher fühlen. Ich wage zu behaupten, erst wenn wir selbst diese Angst spüren, diese Verletzbarkeit unserer Werte und auch und besonders unserer Leben, können wir ansatzweise nachvollziehen, was seit Jahr und Tag in beispielsweise Aleppo, Homs oder auch im Gaza-Streifen stattfindet.
          Wie kommen wir eigentlich dazu, zu meinen, wir seien sicher und unantastbar? Das Gegenteil wurde uns nun bewiesen.

          Lies das bitte vollkommen wertfrei, ich will niemanden angreifen, sondern einfach nur diesen Gedanken aufschreiben und festhalten.

          "Der antisemitische Anschlag hat mich auch erschüttert, allerdings glaube bzw. hoffe ich nicht, dass wir nun überall antisemitische Anschläge zu befürchten haben.."

          Wenn ich die Berichte aus Frankreich richtig verstanden habe, die bzgl. des einen Anschlags kamen, gibt es zumindest dort schon seit einer ganzen Weile ansteigend Anfeindungen den dort lebenden Juden gegenüber. Ich würde also nicht sagen, dass man da nichts zu befürchten hätte.

          Wobei ich ungern die Angst habe, bzw. etwas befürchte, sondern mich auf eine Sache vorbereite, um ihr entgegen zu treten. Und wenn es nur durch Demos oder Diskussionen mit Kindern/Jugendlichen ist.

          "Die potentielle Gefahr für einzelne Mitbürger mit Migrationshintergrund ist zwar schlimm, aber bislang kein flächendeckendes Phänomen"

          Ich glaube, da kommt es darauf an, ob man selbst ein Mitbürger mit Migrationshintergrund ist und die Anfeindungen oder auch die Bedrohung am eigenen Leib erlebt, oder ob man sozusagen aufgrund seiner äusseren Erscheinung schlichtweg keine Zielscheibe für Rechtsradikale darstellt. Frag einen Schwarzen, wie sicher und aufgehoben er sich fühlt. Wie er angeschaut wird, wie er behandelt wird.

          "Unabhängig davon, wer die Feinde sind...Das ist mir ein großes Rätsel.."

          Vielleicht wollen sie sich einen "Feind" nach dem anderen vornehmen. Juden sind ja auch nicht mehr so viele da, seit ein paar Jahrzehnten, bitterböse gesagt.

          Was der Papst gesagt hat, muss ich gleich mal nachlesen, kaum verpasse ich ein paar Tage lang die Nachrichten, weiss ich schon wieder nix mehr (da muss ein Zusammenhang bestehen.).

          L G

          White

          • "Ich wage zu behaupten, erst wenn wir selbst diese Angst spüren, diese Verletzbarkeit unserer Werte und auch und besonders unserer Leben, können wir ansatzweise nachvollziehen, was seit Jahr und Tag in beispielsweise Aleppo, Homs oder auch im Gaza-Streifen stattfindet."

            Ich würde das Massaker in Paris nicht mit der Situation im Gazastreifen vergleichen..

            Sicherlich sterben in diesem Gebiet unzählige unschuldige Menschen, zivile Opfer. Politisch gesehen befinden sich allerdings auf beiden Seiten Opfer und (!) Täter.

            Während ich bei den Angriffen der Islamisten auf Frankreich nur Opfer sehe.

            Ich weiß, du hast dich nur auf die Angst bezogen, das habe ich auch so verstanden. Allerdings wollte ich das dennoch klarstellen, weil mir der Vergleich ungünstig erschien.

            "Vielleicht wollen sie sich einen "Feind" nach dem anderen vornehmen. Juden sind ja auch nicht mehr so viele da, seit ein paar Jahrzehnten, bitterböse gesagt."

            Ich glaube nicht, dass die Gedankengänge so komplex sind.. Die Juden sind natürlich eine Art Dauerfeind, ansonsten hängt man einfach gerne sein Fähnchen in den Demonstrantenwind, wie es gerade passt. Und da die Ideologie in sich ja nicht stimmig ist, wird eben so umgeschwenkt, wie es gerade in den Kram passt! Die Hauptsache ist nur, dass man irgendeinen Sündenbock hat... Wobei den intellektuellen Rechtsradikalen schon bewusst ist, wie unsinnig es gemäß ihrer Ideologie ist, bei Pegida für linken Feinde mitzulaufen.. Deswegen hatten die besagten NPD-Politiker auch nur ein Kreuz mit Charlie und kein Schild mit "Je suis Charlie"...

            "Wenn ich die Berichte aus Frankreich richtig verstanden habe, die bzgl. des einen Anschlags kamen, gibt es zumindest dort schon seit einer ganzen Weile ansteigend Anfeindungen den dort lebenden Juden gegenüber. Ich würde also nicht sagen, dass man da nichts zu befürchten hätte."

            Da habe ich mich nicht gut ausgedrückt. Mit überall meinte europaweit. Das Phänomen des Antisemitismus ist in Frankreich leider ein wachsendes.. Man denke nur an den Überfall auf das jüdische Paar in Créteil...

            Die Komplexität dieses Phänomens in Frankreich durchdringe ich leider nicht und kann daher auch wenig dazu sagen.. Aber ich denke, es ist nicht unwichtig, dass antimsemitische Strömungen besonders bei Jugendlichen aus muslimischen Problemfamilien zu beobachten sind...

            Ich denke bei Antisemitismus muss man verschiedene Ausprägungen unterscheiden, um Erklärungen zu finden oder Ansatzpunkte zu finden, um dagegen zu kämpfen..

            Letztlich bleibt Antisemitismus Antisemitismus und ist für die Opfer wohl gleich schlimm, aber für mich als Beobachter macht es einen Unterschied, ob ein rechtsextremer Hintergrund vorliegt, auf der intellektuellen Ebene argumentiert wird, ob Täter aus bildungsfernen Schichten stammen, aus Problemvierteln und /oder muslimischen Hintergrund haben...

            Ethnisierung sollte immer höchst kritisch gesehen werden, allerdings darf man gesellschaftspolitische Strukturen auch nicht relativieren.. Aber wie gesagt, das Phänomen ist mir im Allgemeinen und in Bezug auf Frankreich im Besonderen zu komplex..

            VG
            Kate

            • "Ich würde das Massaker in Paris nicht mit der Situation im Gazastreifen vergleichen..

              Sicherlich sterben in diesem Gebiet unzählige unschuldige Menschen, zivile Opfer. Politisch gesehen befinden sich allerdings auf beiden Seiten Opfer und (!) Täter.

              Während ich bei den Angriffen der Islamisten auf Frankreich nur Opfer sehe.

              Ich weiß, du hast dich nur auf die Angst bezogen, das habe ich auch so verstanden. Allerdings wollte ich das dennoch klarstellen, weil mir der Vergleich ungünstig erschien."

              Es hört sich so an, als ob du die Lage im Gaza als nicht so schlimm empfinden würdest...ich hoffe, du hast Dich einfach nur ungünstig ausgedrückt!

              • Ich habe mich zunächst einmal verschrieben:

                Ich wollte schreiben: Während ich bei den Angriffen der Islamisten auf Frankreich IN FRANKREICH nur Opfer sehe.

                Ich habe mich da mit Sicherheit ungünstig ausgedrückt. Ich wollte den Vergleich nicht im Hinblick auf das menschliche Leid bewerten. Menschliches Leid zu bewerten lehne ich sowieso ab. Das heißt nicht, dass einem das nicht einmal passiert. Hier war das aber nicht meine Absicht. Ich wollte auf etwas anderes hinaus..

                Ich sehe nur im Gazakonflikt auf beiden Seiten Opfer und Täter. Und das ist doch ein völlig anderer Fall bei dem Terroranschlag in Frankreich. Daher erschien mir der Vergleich ungünstig..

                VG

          "Ich glaube, da kommt es darauf an, ob man selbst ein Mitbürger mit Migrationshintergrund ist und die Anfeindungen oder auch die Bedrohung am eigenen Leib erlebt, oder ob man sozusagen aufgrund seiner äusseren Erscheinung schlichtweg keine Zielscheibe für Rechtsradikale darstellt. Frag einen Schwarzen, wie sicher und aufgehoben er sich fühlt. Wie er angeschaut wird, wie er behandelt wird."

          Ja natürlich.. Für den einzelnen Betroffenen sieht die Lage natürlich je nach Lebenssituation auch, ganz anders aus...

          • ***Ja natürlich.. Für den einzelnen Betroffenen sieht die Lage natürlich je nach Lebenssituation auch, ganz anders aus... ***

            Und genau desselbe passiert andersrum. Es gibt einige Menschen, die auch schon schlechte Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund hatten.

            Mein Sohn wurde schon Prügelopfer von Jugendlichen arabischer Herkunft. Beim zweiten Mal ziemlich sicher auf Grund seiner Homosexualität. Wir sind in der Lage das differenziert zu sehen, ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass dies nicht jedem gelingt. Aber auch ich habe Sorge, dass unsere mühselig erkämpften Werte wie zB Frauengleichberechtigung und freie Entscheidung über die eigene Sexualität vermehrt missachtet werden. Ich wünsche mir eine Diskussion über solche Vorfälle und Überlegungen wie man gemeinsam mit den Migranten dagegen wirken kann, da kann auch zB eine bessere Willkommenskultur als evtl hilfreich diskutiert werden. Aber man muss es endlich mal aussprechen dürfen und diskutieren und damit die ein oder andere berechtigte aber auch unberechtigte Ängste der Menschen nehmen.

            Die Pegida zu beschimpfen und zu beleidigen verschärft mE die Ausländerfeindlichkeit und treibt die Menschen (noch mehr) in die rechte Ecke. Genauso wie mE Pegida Muslime zu den Islamisten treibt.
            Ich befürchte dass diese beidseitige Polariserung, die einerseits von der Pegida, aber auch andererseits von den Medien betrieben wird, das Problem für ALLE nur verschlimmert.

            PS: Ich habe als Jugendliche auch durch mein Aussehen die Aggressionen von Rechtsradikalen oder damals auch noch von "normalen" Jugendlichen auf mich gezogen, denn die Bevölkerung damals war latent rechts. Der Osten ist offenbar davon weniger weit entfernt als der Westen.
            Ich habe das freiwillig und bewusst gemacht, was natürlich nochmal was anderes ist. Und ja, ich hatte auch manchmal Angst und ich möchte nicht dass Menschen hier aufgrund ihrer Herkunft in Angst leben müssen. Ich möchte aber auch nicht dass sich mein Sohn mit Angst vor Übergriffen bewegen muss.

            • "Und genau desselbe passiert andersrum. Es gibt einige Menschen, die auch schon schlechte Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund hatten."

              Das habe ich auch nicht in Abrede gestellt.. Ich habe in meinem anderen Post ja ebenso gesagt, dass Ethnisierung kritisch gesehen werden sollte, andererseits gesellschaftspolitische Strömungen und gesellschaftliche und soziale Strukturen nicht negiert oder relativiert werden dürfen..

              Und ja, wir haben ein Problem mit mangelnder Integration und auch mit Kriminalität von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

              Ich bin sehr islamkritisch und ich möchte auch Merkel widersprechen. Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland..

              Es ist begrüßenswert, wenn man seine Religion, unabhängig welche ausleben kann. Das Recht auf positive und negative Religionsfreiheit ist nicht wegzudenken.

              Aber der Islam ist mit dem christlichen Abendland nicht vereinbar, jedenfalls momentan nicht.

              Ich gehe da ganz konform mit dem schon veralteten, aber gleichzeitig noch aktuellen Ausspruch Bassam Tibis beziehungsweise seine Forderung eines "Euroislams". Ohne eine gewisse Säkularisierung und Kombination mit europäischen Werten kann sich der Islam nicht integrieren...

              Erschreckenderweise hat dieser Mann 1992(!) vor einer Islamisierung Europas gewarnt..

              Ich persönlich kann Pegida auch differenziert betrachten.. Das braune Unterwandern widert mich an und ich lehne auch jegliche menschenfeindlichen und dümmlichen Parolen ab.. Aber die Ängste und Befürchtungen der Menschen sollte man ernst nehmen. Ich würde niemals bei Pegida mitlaufen, allerdings lehne ich es auch entschieden ab, die offiziellen Forderungen als unberechtigt anzusehen.

              Mir ist natürlich bewusst, dass sich unter den Demonstranten viele Radikale befinden, aber die Forderungen des Positionspapier sind zu diskutieren.

              Ich glaube allerdings nicht, dass Menschen sich aufgrund von Pegida radikalisieren...

              Mich persönlich erschreckt nur angesichts des Massakers in Paris die vielen Relativierungs- und Rechtfertigungsversuche, auch und besonders von Nicht-Muslimen..

              Und das kann man, finde ich, schon als Islamisierung des Geistes sehen, ein Begriff den der Philosoph und Journalist Robert Redeker geprägt hat und der aufgrund eines (!) islamkritischen Artikels seit 2006 untergetaucht leben muss!

              VG

              Kate

              "Und ja, wir haben ein Problem mit mangelnder Integration und auch mit Kriminalität von Jugendlichen mit Migrationshintergrund."

              Willkommen in der rechten Ecke und Respekt vor Deinem Mut, das hier so offen zu schreiben.

              "Ich bin sehr islamkritisch und ich möchte auch Merkel widersprechen. Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland."

              Damit bist Du nicht allein. Selbst innerhalb der CDU gibt es Gegenstimmen zu Merkel und Wulff
              Zitat: "Volker Kauder: Der Islam gehört nicht zu Deutschland" http://www.tagesspiegel.de/politik/debatte-um-zuwanderung-und-integration-volker-kauder-der-islam-gehoert-nicht-zu-deutschland/11243642.html

              "Der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, hält den Islam nicht für einen Teil Europas." http://www.focus.de/politik/deutschland/merkel-bringt-partei-gegen-sich-auf-der-islam-gehoert-zu-deutschland-nicht-fuer-alle-in-der-union_id_4409103.html

              "Wolfgang Bosbach sagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, wohl aber die Muslime." http://www.zeit.de/kultur/2015-01/islam-deutschland-deutschstunde

              Das sind alles nur islamophobe Politiker...

              Aber auch das Volk selbst scheint nicht mit Merkel konform zu sein, dass der Islam zu Deutschland gehöre:

              "Umfrage: Mehrheit sieht Islam nicht als Teil Deutschlands" http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mehrheit-sieht-islam-nicht-als-teil-deutschlands-a-984708.html

              Selbst unter den Muslimen gibt es Stimmen, die Merkel widersprechen. Zum Beispiel Hamed Abdel-Samad und Mark Tschapajew:

              "Der Islam gehört nicht zu Deutschland, Frau Merkel" http://krisenfrei.de/der-islam-gehoert-nicht-zu-deutschland-frau-merkel/

              "Erschreckenderweise hat dieser Mann 1992(!) vor einer Islamisierung Europas gewarnt."

              Auf der anderen Seite bekommt man immer wieder zu hören, es gäbe keine Islamisierung. Doch. Wenn Menschen sich aus Angst vor dem Hass der Islamisten sich nicht mehr getrauen, ihre demokratischen Grundrechte wahrzunehmen, dann ist das hier ist bereits ein Teil der Islamisierung:

              http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-sagt-demonstration-wegen-morddrohung-ab-a-1013584.html

              Wenn Aldi seine Produkte nicht mehr so verpacken darf, wie Aldi das für passend hält, dann ist auch das ein deutliches Zeichen von Islamisierung: http://www.derwesten.de/wirtschaft/abbildung-von-moschee-auf-aldi-cremeseife-veraergert-muslime-id10242320.html

              Und es gibt noch so viele Beispiele, wo unsere Meinungsfreiheit bereits jetzt schon eingeschränkt und unser Leben vom Islam fremdbestimmt wird, dass selbst Blinde die voranschreitende Islamisierung nicht mehr übersehen können.

              • Islamisierung wird in Abrede gestellt, indem mit Zahlen um sich geschmissen wird, wie wenig Muslime in Europa leben...

                Ich mache Islamisierung zum Beispiel nicht an Einwohnerzahlen fest. Sondern an vorherrschenden Geisteshaltungen und Denkstrukturen, insbesondere denjenigen der Nicht(!)-Muslimen. Ein Land mit 60% Muslimen könnte theoretisch in keiner Weise islamisiert sein, während man in unserem Land durchaus von dem Phänomen sprechen kann beziehungs eindringlich davor warnen sollte.

                Deine Links gucke ich mir später mal in Ruhe an und kann dann noch etwas dazu sagen.

                VG

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