Woher kommt die Angst gegenüber anderen Überzeugungen?!

    • (1) 20.01.15 - 11:32

      Man sieht es zur Zeit bei PEGIDA recht deutlich... Die meisten denken, dass dort Rassisten demonstrieren. Rassisten, die sonst durch die Städte laufen und Ausländer verprügeln.

      Bei linken Demos das gleiche Bild: Die meisten sprechen von Steinewerfern und Feuerteufeln, die Autos anzünden.

      Bei Grünen Demos sind nur Pädophile dabei und sowieso sind die Grünen allesamt Betrüger und Nutznießer.

      Wieso ist der Otto-normal-Bürger zu faul (oder zu einfach gestrickt) um sich mit Thesen anderer Menschen auseinander zu setzen?! Statt dessen wird versucht diese Meinung zu unterdrücken in dem man Demos blockiert usw.

      Es muss doch eine Ursache haben, dass die Menschen sich so leicht manipulieren lassen. Natürlich gibt es bei Pegida Rassisten, bei den Linken autonome Verbrecher und bei den Grünen gibt es einige, die früher die Liberalisierung des Sex mit Kindern forderten. Aber wieso setzt man sich nicht unvoreingenommen damit auseinander?!

      Das beschäftigt mich zur Zeit.

      • Ich lese derzeit gerade Thilo Sarrazin "Der neue Tugendterror". Da beschreibt Sarrazin sehr detailliert, wie gegen Ihn polemisiert wurde und noch immer wird, er nennt Ursachen, Meinungsmacher, beschreibt die Feindbilder und die Macht der Medien. Anfangs war ich sehr skeptisch, als ich das Buch angefangen habe zu lesen. Heute kann ich es nur noch jedem empfehlen. Deine Beobachtungen findest Du auch bei Sarrazin wieder.

          • Hast Du denn das Buch "Der neue Tugendterror" von Sarrazin wenigstens mal gelesen oder urteilst Du jetzt nur nach Hören / Sagen? Ich denke nicht, denn darin schreibt er auch ausführlich, wie viel er bislang einstecken musste. Das geht sogar soweit, dass seine Frau ihre Anstellung im Bildungswesen verlor. Er selbst hat Posten räumen müssen, musste sich einem Parteiauschlussverfahren stellen und wird bei öffentlichen Lesungen vom Gutmenschentum vollgepöbelt. Damit steckt er ja schon jede Menge ein. Was aber auffällt: Viele seiner "Kritiker" haben seine Bücher noch nicht einmal selbst gelesen. Das halte ich für ziemlich bedenklich, denn da wird ganz klar deutlich, dass man vielmals nur die Person Sarrazin angeht, sich jedoch inhaltlich mit seinen Werken gar nicht auseinandersetzt.

            • Ich muss nicht "Mein Kampf" gelesen haben um mir ein Bild über Adolf Hitler oder seine Ansichten zu machen.

              Sarrazin hatte ausreichend Foren, wo er seine Meinung äußern konnte und man sich ohne Kenntnis seiner Bücher ein Bild seiner Haltung und seiner Ansichten machen konnte.

              Er ist ein Polemisierer und Polarisierer. Deswegen ist die Frage schon berechtigt, warum einer, der so verfährt, so mimosenhaft reagiert, wenn die gleiche Methodik ihn trifft.

              Du kennst vielleicht das Sprichwort: "Wie du kommst gegangen, so du wirst empfangen"...?

              "Das geht sogar soweit, dass seine Frau ihre Anstellung im Bildungswesen verlor. Er selbst hat Posten räumen müssen, musste sich einem Parteiauschlussverfahren stellen und wird bei öffentlichen Lesungen vom Gutmenschentum vollgepöbelt."

              Sarrazin ist Polit-Profi und er konnte abschätzen, was passiert wenn er dies oder das veröffentlicht. Wenn ihm seine Thesen so wichtig sind, dass er diese publiziert (und nebenher auch gutes Geld damit verdient), dann muss man eben an anderer Stelle zurückstecken. That's life!

              • Sarrazin auf so niederträchtige Weise mit Hitler zu vergleichen, halte ich für bedenklich. Immerhin ist Sarrazin Mitglied einer demokratischen Partei, die derzeit sogar wieder in Regierungsverantwortung ist!

                Um über das Buch sachkundig mitreden zu können, MUSS man es gelesen haben. Ich kenne "Mein Kampf" auch nur aus den Medien und kann mir kein eigenes Urteil darüber bilden, aber Hitler hat eben - anders als Sarrazin - nicht nur dieses Buch geschrieben, sondern stand höchstpersönlich an der Spitze des Naziregimes. Auch das ist noch ein gewaltiger Unterschied.

                "Er ist ein Polemisierer und Polarisierer."

                Das behaupten zumindest seine Gegner. Inhaltlich jedoch hatten sie bislang keinem einzigen seiner Bücher etwas entgegen zu setzen. Es gab nicht einen Punkt, an dem man hätte Sarrazin vorwerfen können, er verbreite Unwahrheiten. Und genau das ist auch der Grund dafür, warum man sich mehr mit der Person, als mit seinen Büchern auseinandersetzt. In seinem Buch "Der neue Tugendterror" belegt Sarrazin ausführlich, mit welchen Mitteln die Medien gegen ihn vorgehen - mit falschen Zitaten, mit Verkürzungen, mit Behauptungen und auch mit willkürlich zusammengesetzten Zitaten.

                "Sarrazin ist Polit-Profi und er konnte abschätzen, was passiert wenn er dies oder das veröffentlicht."

                Genau. Wenn jemand eine unbequeme Wahrheit verkündet, dann muss er damit rechnen, isoliert und sowohl politisch, als auch menschlich fertig gemacht zu werden

                • Hast Recht. Vergleiche zu "Mein Kampf" gehen mal so gar nicht.

                  Hab ich auch erst kürzlich jemanden für kritisiert.

                  http://www.urbia.de/forum/64-politik-philosophie/4535220-terroranschlag-auf-charlie-hebdo-in-frankreich/29841979

                  Brauchst nicht antworten, ich weiß schon: Ich bin nur zum stänkern hier und wenn DU Vergleiche zu "Mein Kampf" ziehst, ist das WAS ANDERES.

                  LG

                  • Ich antworte Dir ausgesprochen gern, denn da kann ich Dir damit doch ein paar einfache Dinge erklären.

                    Vergleiche zwischen Büchern gehen, nicht jedoch Vergleiche zwischen Personen. Verstehst Du den Unterschied? Wenn man "Mein Kampf" und den Koran zum Beispiel miteinander vergleicht, dass sind das beides Bücher, beide beinhalten Ideologien und beide sind faschistisch geprägt, weil sie eine Gruppe Menschen über eine andere stellen und quasi von deren Alleinherrschaft weltweit fabulieren.

                    Personen hingegen kann man nicht so ohne Weiteres mit Hitler vergleichen und Sarrazin schon mal gar nicht, weil der mit Hitler auch gar nichts gemeinsam hat.

                    Also, vielleicht denkst Du in Zukunft wirklich erst einmal selber darüber nach, ob Du wirklich jedes Mal Nachhilfe von mir bekommen möchtest oder nicht.

                    • Ach guck mal, tatsächlich war DEIN Vergleich "was anderes".

                      Die Userin wollte mit ihrem Vergleich sagen: "Ich muss nicht ein bestimmtest Buch von jemandem gelesen haben, um mir ein Bild über diese Person zu machen". Sie hat anschließend auch ausführlich begründet, warum.

                      Deine polemischen Versuche, mich hohntriefend als dumm darzustellen, disqualifizieren hier nur einen - und das bist du selbst.

                      Oder - wie sagtst DU es noch immer so gerne?
                      "Ich bemerke mit einem Lächeln auf den Lippen, dass du mal wieder persönlich wirst."

                      (Aber klar - wenn DU persönlich wirst, ist das "was anderes".)

                      • ""Ich muss nicht ein bestimmtest Buch von jemandem gelesen haben, um mir ein Bild über diese Person zu machen". Sie hat anschließend auch ausführlich begründet, warum."

                        Sie hat über "Mein Kampf" Sarrazin mit Hitler zu vergleichen versucht. Damit setzt sie sich nicht mehr mit dem Sachthema auseinander, sondern geht wieder auf die Person und das geht nun mal gar nicht. Das hatte ich versucht, Dir klar zu machen.

                "Inhaltlich jedoch hatten sie bislang keinem einzigen seiner Bücher etwas entgegen zu setzen. Es gab nicht einen Punkt, an dem man hätte Sarrazin vorwerfen können, er verbreite Unwahrheiten."

                das sehen andere allerdings doch sehr anders:

                http://www.heymat.hu-berlin.de/sarrazin2010

                http://www.taz.de/!114711/

                • Danke für die Studie. Die lese ich mir noch vollumfänglich durch.

                  Was die Taz da allerdings schreibt, ist ganz genau das, was Sarrazin in seinem Buch "Der neue Tugendterror" beschreibt. In der Taz steht gleich ganz oben die reißerische Schlagzeile "Ein UN-Gremium wirft dem SPD-Politiker Anstiftung zu „rassistischer Diskriminierung“ vor. Er habe „die Ideologie rassischer Überlegenheit“ verbreitet."

                  Niemand konnte jedoch bislang auch nur ansatzweise "rassistische Diskriminierung" durch Sarrazin nachweisen.

              >> Es gab nicht einen Punkt, an dem man hätte Sarrazin vorwerfen können, er verbreite Unwahrheiten.<<

              Aha.

              >>Man könnte nun sagen, spätestens mit diesem Band ist diese alte Leier hinfällig – würde die Aufsatzsammlung nicht vielmehr zeigen, dass fast jede seiner Quellen, Grundthesen und Kronzeugen lange vor Sarrazins Niederschrift als Irrglaube oder ideologisch motivierte Manipulation überführt waren.<<
              Und:
              >>Thilo Sarrazin beharrt bis heute darauf, dass die Thesen seines Bestsellers „Deutschland schafft sich ab“ nicht zu widerlegen seien. In Wahrheit wurden ihm längst viele Denkfehler, falsche Behauptungen und Missverständnisse nachgewiesen.<<

              http://www.fr-online.de/meinung/rezension-sarrazin-im-faktencheck,1472602,16069754.html
              http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-01/zahlen-sarrazin-studie
              http://www.migazin.de/2013/08/06/sarrazins-wichtigste-fehler-im-ueberblick/

              • Du zitierst genau die Medien, die Sarrazin in seinem Buch "Der neue Tugendterror" der Verdrehung von Tatsachen, Falschzitaten, willkürlich zusammengeschnittenen Zitaten und Diffamierung seiner Person bezichtigt.

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