Integrationsprobleme von Ossis

    • (1) 23.01.15 - 00:27

      Guten Abend,

      folgenden Text habe ich auf Facebook gefunden und musste herzlich darüber lachen:

      "Die Geschichte schreiben halt immer die Gewinner. Wer hat den Mauerüberfall begangen, wer hat Druck auf deutsche Botschaften ausgeübt und die Vereinigung so gewaltsam erzwungen? Der Ossi. Klar das die Gewinner (Begrüssungsgeld, Soli, Bananen) der Wende die Geschichte so drehen wie sie sie haben wollen. Das Ganze wird dann noch von der ostlamistisch unterwanderten Staatsmacht (Merkel, Gauck) und der Lügenpresse (MDR, youtube, Bild) schön gefärbt und so wird der Wessi im eigenen Land stumm geschaltet. Die Kinder in der KiTa reden nur noch ostdeutsch (seit/seid), demnächst müssen wir Broiler und Zucker-Fett-Kugeln (Haloren) essen weil uns die Ossilaken alles (Bananen,Milka, Kaffee) weggefressen haben. Aber wenn man sich mal traut die Wahrheit zu sagen, dann wird gleich die Wessikeule geschwungen und sie kommen mit "wir sind alle Deutsche". Deutsch ist nicht gleich deutsch, wir reden hier von grundlegend verschiedenen Wertegesellschaften. Weltoffene tolerante und friedliebende Westdeutsche Bürger internationaler Abstammung und 40 Jahre lang unter sich gehaltene Ossilaken die mit unserem Verständnis eines multikulturellen Zusammenlebens gar nicht klar kommen. Das kann man denen ja gar nicht vorwerfen, die kennen es ja nicht anders, wenn man 40 Jahre lebt wie die Wilden und plötzlich in der echten Welt klar kommen muss. Manche haben es ja geschafft sich zu integrieren, sind ja nicht alle Ossilanten schlecht aber dieses Ossifanten Pack was da durch die Straßen zieht und ihren komischen Urvölkischen Traditionen (Montagsdemo) nachkommt, das ist nicht westdeutschland, das brauchen wir hier nicht. Die sollen ihr Zonengehabe gefälligst woanders machen. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen."

      Es versteht sich von selbst, dass der Text nicht ganz ernst gemeint ist und spiegelt in keinster Weise meine Meinung wider. Ich habe natürlich nichts gegen Ossis. Ich habe schließlich ostdeutsche Freunde und meine Oma kommt aus Karl-Marx-Stadt.;-)

      So. Spaß bei Seite. PEGIDA wird von der Presse und von vielen Politikern als ostdeutsches Phänomen bezeichnet. Unstrittig ist, dass Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland stärker verbreitet ist als in Westdeutschland. Was meint ihr? woran das liegt? Warum haben viele Ostdeutsche ein Problem damit, sich in eine mulitkulturelle Gesellschaft zu intigrieren?

      • Tja warum wohl. Ich würd mal auf Unzufriedenheit tippen.
        Arbeit bekommt man hier nur schwer und wenn dann oft nur als schlecht bezahlter Leiharbeiter. Gut ab diesem Jahr bekommen viele hier doch endlich mal den Mindestlohn von 8,50€ *haha* ...dafür bekommen jetzt viele auch kein Urlaubs und Weihnachtsgeld mehr,...sofern sie vorher denn welches bekommen hatten. Irgendwelche Zuschläge fallen womöglich auch noch weg, es gibt hier tatsächlich Leute die jetzt dadurch weniger verdienen als vorher....was das damit zu tun hat?

        Ich denke viel. Die Leute sind Unzufrieden dazu kommt, das von den Medien und Sozialen Netzwerken hochgebaucht wird, was die Asylbewerber so an Geld bekommen und wie deren Wohnungen die sie bekommen aussehen...das macht die Leute wütend und neidisch (oder was auch immer), weil viele viel weniger haben. Und wenn dann noch irgendwelche von der rechten Schiene Bilder posten wie die Wohnungen vorher und nachher aussehen, da werden genau diese Leute noch stinkiger. Ob denn das alles so stimmt mit den Wohnungen sei mal dahin gestellt, behaupten kann man schließlich viel. ;).
        Wobei im Nachbarort wurden jetzt die Leute sogar drauf hingewiesen, das sie jetzt nach 18 Uhr nicht mehr allein draussen herum laufen sollen, weil da jetzt Flüchtlinge in der Nachbarschaft wohnen,..ähm ja genau sowas hilft dann vermutlich auch um die Massen zu beruhigen *ironie*.
        Es sind aber nicht alle so...mir geht das ganze so tierisch auf den Keks..vor allem nach dem was jetzt in Leipzig los was,..da fällt mir nur dazu ein, das die Linken vermutlich genauso intolerant sind gegenüber den Rechten :P...*sorry is so*
        Mich wird keiner auf einer dieser Demos finden, egal auf welcher. Die Seiten schaukeln sich nur noch künstlich hoch. Jeder kleine Anlass wird hier genutzt von beiden Seiten, um noch mehr Anhänger um sich zu scharren.

        Dazu kommt noch die Nachrichten aus dem Ausland was alles zur Zeit auch immer gesendet wird über Boko Haram und dem IS, ich denke das trägt auch nicht wirklich zur Beruhigung bei. Dabei müssen wir uns denk ich hier noch nicht über das Problem Gedanken machen, ist ja nicht so das die jetzt direkt vor unserer Haustür stehen :P. Klar den Ländern muß geholfen werden keine Frage, aber deswegen brauchen wir ja nicht so zu tun, als müßten wir Frauen jetzt nächste Woche alle schon verschleiert herumlaufen, wenn jetzt keine Demos gemacht werden ;).
        Und mich hat auch noch nie unser Dönerbudenbesitzer versucht zu bekehren :P..von daher finde ich das mit Islamisierung doch etwas argh übertrieben,..da wir hier ohnehin kaum solche Mitbürger haben ;).

        • ".da fällt mir nur dazu ein, das die Linken vermutlich genauso intolerant sind gegenüber den Rechten "

          Na da darf man ja auch. Toleranz gegenüber Rechten ist ein NOGO.

          • Aha. Das wird mit der Meinungsfreiheit legitimiert?

            Wie ist das dann eigentlich mit den Linken, die die Polizeiwache in Leipzig angezündet haben? Hoher Sachschaden, die Beamten konnten den Angriff glücklicherweise unverletzt überstehen. Ist das auch Meinungsfreiheit? Oder was ist das?

            P.S. Ich weiß, dass es Linksextremisten waren, bin mir aber nicht mehr so sicher, ob hier der Unterschied noch zählt.

      "Die Leute sind Unzufrieden"

      Ja, das sind sie. Ich habe heute wieder gelesen, dass in Brandenburg 30% der Arbeitnehmer vor der Einführung der 8,50€-Regelung da drunter verdient haben. Zum Teil haben Bäckerverkäuferinnen gerade mal 5€ und weniger verdient. Wie soll man da nicht unzufrieden sein? In Sachsen wird das wohl ähnlich sein. Viele Ossi-Rentner krebsen am Existenzminimum rum und beschaffen sich ihre Medikamente in Polen. Gehen zum polnischen Friseur, etc. pp.

      Ist ja schön, dass viele Westdeutsche hier denken, dass es den Ossis gut geht und dass sie doch froh sein sollen, was der Westen ihnen gebracht hat (ich denke da an die Dame Weiße Leere Seite mit ihrem Schwarz-Weiß-Denken). Sicherlich hat der Kapitalismus viel Positives gebracht. Aber in den Augen von vielen (natürlich nicht allen, denn es gibt auch viele gut Situierte im Osten) halt auch viel Negatives. In der DDR lebten die Bewohner wie in einer Blase, solange sie nicht anfingen weiter zu denken oder zu monieren, dass es keine Badfliesen gab. Und der Kapitalismus hat diese Blase zum Platzen gebracht. Auf einmal musste man um Jobs kämpfen, jeden Cent drei Mal umdrehen und um Kindergartenplätze kämpfen. Das haben viele nicht verwunden.

      Als Ossi kann ich verstehen, dass so viele bei Pegida und Legida mitlaufen. Ich denke auch, dass viele noch nicht mal blind diesen Typen hinterher hecheln (so wie es bei Urbia gerne behauptet wird), sondern dass viele damit nur ihren Unmut zum Ausdruck bringen wollen. Persönlich würde ich aber auch nicht bei solch einer Demo mitlaufen. Ich bin kein Schaf, der einer Meute hinterher rennt und schon gar nicht irgendwelchen Heilsbringern.

      Und ich gehe auch weiterhin zur Dönerbude und zum Asiaten. Da will mich nämlich auch niemand bekehren. ;-) Und fleißig sind Damen und Herren dort sowieso. Da kann sich manch Deutscher was davon abschneiden.

      • Genauso isses. Meine Schwägerin arbeitet auch halbtags beim Bäcker..seit diesem Jahr auch für den Mindeslohn ;)..allerdings ist es jetzt so das in der nächsten Zeit die Bäckereien vermutlich auch einige Filialen schließen werden, da ja durch den Mindestlohn auch die Haltungskosten für diese steigen. Das heißt wenn die Verkäuferinnen nicht genug verkaufen stehen sie wieder auf der Straße... Es ist zwar schön das sie jetzt den Mindestlohn haben (der aber vermutlich wenn das mit der geplanten Inflation losgeht auch nimmer viel wert sein wird)...dafür haben die meisten aber jetzt auch Existenzängste, das sie dort auch nicht mehr lange arbeiten.

        Und dieser ganze Unmut, über die Gesamtsituation hier, der wird im Moment extremst auf die Asylsuchenden gerichtet. Deswegen haben Pegida und Co auch soviel Zulauf.
        Naja und die Politiker interessieren die Probleme hier ja auch nicht wirklich. Stattdessen wird hier und da Geld sinnlos ausgegeben, oder ins Ausland wie damals z.B.: nach Griechenland gepumpt, statt hier Dinge zu fördern die wesentlich nötiger werden.

        Jetzt kommt auch noch die EZB mit ihren Anleihekäufen, das unser Geld ja praktisch noch wertloser macht....klar das die Leute hier stinkig sind. Ich denk mal das sich unsere Politiker darüber mal Gedanken machen sollten.

        Es geht ja um das Thema der Zuwanderung und den Umgang mit Zugezogenen.

        Du beschreibst gleich zu Beginn ein Phänomen, dass nicht nur im Osten sondern auch im Westen für mich immer Anlass zu Sorge gibt.

        Die eigene Berufs- und Lohnsituation, die tatsächlich in manchen Branchen und Regionen Anlass zur Sorge und auch zu berechtigter Kritik gibt, wird von manchen Menschen als Anlass genommen und gegen die zu wettern, die eigentlich noch weniger haben, in dem Fall Flüchtlinge.

        Da wird dann kolportiert, dass Flüchtlinge dies und das vom Staat bekommen und man selbst krückt eventuell bei 8,50 € Mindestlohn oder noch weniger herum. Es ist offenkundig für manche Menschen leichter, Zusammenhänge herzustellen, die es gar nicht gibt als die wirklich Schuldigen für die eigene Situation auszumachen. Und an der Stelle sollte man immer bei sich selbst beginnen. Wenn jemand 5 Euro pro Stunde im Bäckerhandwerk verdient, müsste die Frage doch lauten, warum verdient man dort so schlecht und wie kann ich mich aus dieser Situation eventuell befreien. Stattdessen wird suggeriert, der Staat gibt Geld für Nicht-Deutsche aus, die das ja eigentlich "gar nicht verdienen". Und wenn der Staat das nicht machen würde, ginge es mir möglichweise besser, denn der Staat hätte mehr Geld für mich. Damit sind Schuldige gefunden.

        Ich bin auch für einen höheren Mindestlohn, halte das ALG 2 für Kinder für viel zu niedrig und denke auch, dass die fortschreitende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen, sowohl politisch gewollt aber auch tatenlos hingenommen, uns vor schwerwiegende Probleme stellen wird und der Wohlstand unserer Gesellschaft als Ganzes erheblich gefährdet ist.

        Dennoch bleibt es ein merkwürdiges Phänomen, dass die, die sich unten wähnen, sich solche suchen, die noch weiter unten ihnen stehen und nach diesen treten.

        Damit sind diese Menschen moralisch keinen Deut besser als die, die man oben wähnt und die auch aufgrund von Macht und Einfluss die Taschen noch voller machen und auch nach denen, die unter ihnen auf der sozialen Leiter stehen, kräftig treten.

        • Na es ist vermutlich einfach einfacher nach unten zu treten, als sich mal wirklich Gedanken darüber zu machen, woran es wirklich liegt.
          Die Politiker sollten sich wirklich mal Gedanken machen, welche Reformen bewirken könnten das es den eigenen Landsleuten besser geht, damit sie eben nicht weiter nach unten treten. Aber auch die Medien sollten aufhören vieles aufzubauschen. Letztes Jahr kam ein Beitrag wo jemand leerstehende Gebäude für Flüchtlingsheime gesucht hat....."die müssen Zentral gelegen sein, eine Einkaufsmöglichkeit und eine Schule in der Nähe haben, sonst sind die unzumutbar" ..ääääh ja...wir wohnen hier ja eh sehr ländlich...das was die fordern hat noch nicht einmal manch einer von uns hier ^^...aber egal..ich denke genau solche Beiträge bauschen das ganze auch auf und treiben noch mehr Leute zur Pegida.

          Gut jetzt nur das ALG2 anzuheben damit es den Leuten besser geht, halte ich für keine Lösung. Ich denke es müssen mehr Jobs her und das zu vernünftigen Löhnen. Denn wenn einer beim ALG mehr bekommt als wenn er arbeiten geht, ist ja klar das er daheim bleibt. Das löst das Problem nicht wirklich. Und viele Jobcenter sind auch nicht wirklich eine große Hilfe was das Arbeitsuchen oder vielleicht auch eine Umschulung bekommen angeht.
          Ich war bin glücklicherweise selber noch net auf das Jobcenter angewiesen gewesen, aber mein Schatzi, da hab ich das hautnah mitbekommen...megaätzend. Seinen Beruf den er kurz vor der Wende gelernt hat, gibt es jetzt sogesehen nicht mehr, eine Umschulung kriegt er net. Und weil ich damals angeblich 50€ zuviel verdient hab, bekam er auch noch nicht mal ALG2 ...von den 50€ zuviel konnt ich aber seine Krankenversicherung, unseren Kredit und die laufenden Kosten auch nicht bezahlen ..und so geht es vielen hier, und das finde ich schon Problematisch...irgendwelche Weitervermittlungen gab es natürlich auch nicht vom Amt. Inzwischen hat er wieder Arbeit, aber eben auch nur den Mindestlohn.

          Wenn jeder das gleiche verdienen würde, egal was er arbeitet, wären die ganzen die jetzt unten stehen vermutlich auch nicht ganz so frustriert und würden da auch net mitlaufen. Aber wie isses denn. Da hört man was die Top Manager und so verdienen und man selber geht mit 8,50€ heim, arbeitet sich dabei aber noch den Buckel krumm...richtige Arbeit wird heut auch nicht mehr so gewürdigt...leider.
          Dann gehts ja weiter..die Leute schauen auf ihren Rentenbescheid und dann kommt einem das heulen, weil von dem was da drauf steht werden sie als Rentner nicht leben können, obwohl sie immer gearbeitet haben. ..das macht die Leute unzufrieden. Und unzufriedene Leute suchen sich halt ihren Sündenbock, in diesem Fall halt Flüchtlinge, das war damals vorm 2WK sicher net anders. Und das finde ich echt Mist. Man müßte doch meinen das die Menschen aus der Geschichte lernen..aber scheinbar nicht.

          • "....
            Wenn jeder das gleiche verdienen würde, egal was er arbeitet, wären die ganzen die jetzt unten stehen vermutlich auch nicht ganz so frustriert und würden da auch net mitlaufen. ..."
            Das kann ja wohl nicht die Lösung sein. Ich jedenfalls würde mir dann einen Job suchen, der keinerlei Verantwortung und Streß beinhaltet und meine Energien für die Freizeit aufsparen und vermutlich täten das die meisten anderen auch. So etwas funktioniert nur in der Theorie.
            Allerdings bin ich der Meinung, daß man von seinem Einkommen leben können muss und daß es in einem gelernten Beruf nicht sein kann, dass man staatliche Unterstützung oder einen Nebenjob braucht. Das ist weder ökonomisch sinnvoll noch ethisch vertretbar. Und es ist eine Frage politischer Entscheidungen. Wenn ein Unternehmen nur überleben kann, weil der Staat durch Aufstockung die Hungerlöhne der Angestellten mitbezahlt und dieses Unternehmen aber Gewinne macht, dann stimmt etwas nicht.

            • "Ich jedenfalls würde mir dann einen Job suchen, der keinerlei Verantwortung und Streß beinhaltet und meine Energien für die Freizeit aufsparen und vermutlich täten das die meisten anderen auch. So etwas funktioniert nur in der Theorie."

              Ich habe mal so eine Schilderung des Alltags eines jungen Mannes in Ostdeutschland gehört. In einer Maschinenfabrik. Meistens waren sie betrunken, und wenn es einen Auftrag gab, haben sie ihn versemmelt. Weil sie betrunken waren.

              Das war ganz bestimmt nur Satire. #gruebel

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