Ein enger Freund mutiert zum Rassisten...

    • (1) 26.01.15 - 09:33

      Hallo, liebe Leute,

      die Pegida-Welle ist wohl ansteckend, der Rassimus schlägt sehr hoch, wie ich merke. Leider nutzt ein enger Freund diese Wellen, um seine wohl schon langjährige Fremdenfeindlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

      Er nutzt quasi jeden Satz, um seine Meinung zum Ausdruck zu bringen. Mal sind es die Schwarzafrikaner, die hier Hartz4 absahnen und faul auf der Haut liegen, mal die Kopftücher, über die er sich mokiert. Neulich sagte er z. B., er würde niemals wieder in die Großstadt ziehen, weil dort alles kopftuchverseucht ist. Er fühle sich wie ein Fremder im eigenen Land... Usw. Dabei haben wir hier in unserer Stadt einen Ausländeranteil von geschätzten 1%, maximal.

      In seinem Haus leben Nicht-Deutsche, über die er nur herzieht. Die Kinder von ihnen toben wohl laut herum, machen Gemeinschaftseigentum wie das Trampolin im Hof kaputt (dies hat er aber nicht gesehen, weiss es also gar nicht), nun haben sie wohl auch den Rosmarin von seiner Familie geklaut. Auf jeden Fall steht er nicht mehr im Hausflur. Und gewesen sinds - natürlich die Ausländer. Es leben ja nicht noch andere Parteien im Haus...

      Ich weiss nicht, was ich tun soll. Klar, wenn ich ihm Parole gebe, dann haben wir eine Diskussion, die sicher im Streit endet und, wie ich mir denken kann, zur Freundschaftsauflösung führt.

      Er weiss, wie ich über seine Meinung denke. Ich war selbst in meiner Jugend ( wie das klingt... ) Punk, schon immer links, mein Vater ist jüdisch, ich habe mich sehr mit dem Thema Nationalsozialismus und deren Begleitumstände beschäftigt, war sogar mal mit einem Libanesen verheiratet. Ich kenne "die Araber" also sehr gut und weiss, was für herzliche, freundliche, liebende Menschen sie teilweise sind.

      Leider nimmt er darauf keine Rücksicht, sondern verbreitet weiter seine rassistische Hetze.

      Er war sogar, wie ich mit Entsetzen festgestellt habe, bei der letzten Landtagswahl auf der AfD-Liste!! Das hat mich extrem geschockt...

      Ansonsten ist er ein kluger Mensch, studiert, hilfsbereit, herzlich, hat mir so oft aus der Patsche geholfen, uneigennützig.

      Was tue ich jetzt? Habt ihr eine Idee? Macht es überhaupt Sinn, noch zu reden? Ich befürchte, in seinem vequeeren Kopf werden meine Argumente untergehen, gerade, weil sie so logisch sind... Ich möchte die Freundschaft ungern aufgeben, zumal er und seine Freunde zu meinen guten Freunden zählen und ihre Kinder sich super mit unseren Kindern verstehen. Aber diese Hetze halte ich nicht mehr aus.
      Ich habe auch überlegt, ihm einen Brief zu schreiben, da denkt er vielleicht mehr drüber nach...

      Danke für eure Tipps, vielleicht auch Erfahrungsberichte?
      Gruß
      gruenrotgelbw

          • Musst du doch wissen. Was fragst du mich?

            Mein Exschwiegervater war auch so ein Kandidat. Hat in seinem Kaff im Leben keine drei Ausländer kennengelernt, über die "Juden" (gemeint waren die Polen) geschimpft und ist dann nach Polen einkaufen gefahren.

            Sobald der seine hässliche braune Klappe aufgemacht hat, bin ich aufgestanden und gegangen. Ein Besuch dauerte i. d. R. keine drei Minuten.

            Und mein Kind habe ich selbstverständlich sofort mitgenommen.

            LG

      Wenn die politische Meinung für Dich und die Freundschaft so eine grosse Rolle spielt, seine guten Eigenschaften in Deinen Augen das nicht ausgleichen, dann musst Du den Kontakt eben abbrechen. Aber dann warst Du auch keine richtige Freundin für ihn. Denn wahre Freunde gehen ja bekanntlich zusammen immer durch dick und dünn.

      Menschen kannst Du nicht ändern, aber du kannst ihnen aus dem Weg gehen wenn es nicht passt.

      • Danke für deine Meinung!

        Natürlich spielt es für mich eine Rolle, wenn ein Mensch andere Menschen nur aufgrund ihres Äußeren, ihrem Geburtsort oder ihrer Sprache diskriminiert. Schließlich kann niemand was dafür, wo und wie er geboren ist.

        Aber ich weiss auch, was für ein herzlicher, lieber Mensch er sein kann. Wenn es denn ein Mensch ist, der in sein "Lebensschema" passt...

        Sollten Freunde sich denn nicht auch gegenseitig respektieren...? Für mich zählt auch dazu, dass er z. B. respektiert, dass ich nicht seiner Meinung bin und er nicht ständig mit seinen Sprüchen einen Streit provoziert...

        Alles schwierig...

    Nimm es gelassen zur Kenntnis. Wir Menschen sind verschieden.

    Wichtig ist, dass sich niemand aus eurem Freundeskreis anstecken lässt.

    Links liegen lassen, kalte Schulter zeigen, sich nicht mehr melden. Einfach wegignorieren.

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