Von Päpsten und Imamen

    • (1) 06.02.15 - 11:53

      So, liebe Verteidiger des Abendlandes, liebe Dresdner und sonstige, ich hab da mal eine Frage. "Ein Aufschrei" soll durch die Muslime gehen, wenn z.B. in Berlin EIN Imam in EINER Moschee Gewalt gegen Frauen predigt. Möglichst jeder Muslim soll auf die Straße, sonst steht er quasi direkt unter Verdacht der stillen Zustimmung.

      Nun hat der Papst, nicht EIN Geistlicher in EINER Kirche, sondern deren Oberhaupt, Gewalt gegen Kinder gepredigt. Geht ein Aufschrei durch euch tapfere Abendländer? Protestiert ihr jetzt für gewaltfreie Erziehung und gegen den Papst - oder doch lieber weiter gegen dem Islam und für ein Deutschland ohne Flüchtlinge?

      Ich erwarte von euch keine Antwort. Es hat mir aber Freude bereitet, euch diese Frage zu stellen.

      • Hier ein Link dazu, damit man auch weiss, was passiert ist.

        http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2015-02/papst-kinder-schlagen

        Fischmetzger, hast du auch frischgeräucherte Makrele? Heute ist ja christlicher Freitag, also Fischtag unter den Christen. Und ich muss noch einkaufen. :-)

        L G

        White (die grad zunehmend enttäuscht ist von diesem Papst, der bisher eigentlich recht gute Sichtweise geäussert hat#aerger Ich hatte wohl doch zu viel erwartet)

        "Nun hat der Papst, nicht EIN Geistlicher in EINER Kirche, sondern deren Oberhaupt, Gewalt gegen Kinder gepredigt. "

        Polemischer Nonsens.

        Oder: Wie drehe ich jemandem die Worte im Mund herum.

        Ich bin weder Verteidiger des Abendlandes und was die schöne Stadt an der Elbe mit der Predigt eines Imans in einer Berliner Moschee zu tun hat, verstehe ich schon gar nicht ..... #kratz

        Aber man sollte bei der ganzen Diskussion nicht Äpfel mit Birnen verwechseln. Der Aufschrei sollte deswegen durch die Republik gehen, weil ein Iman gepredigt hat, dass die Frau sich bedingungslos dem Manne unterzuordnen habe, als entmündigt sei und für alle Handlungen eines männlichen erziehungsberechtigten bedarf.

        Dass Kinder sich den Eltern unterzuordnen haben, dürfte auch bei Urbia allgemein anerkannt sein, über die Mittel mag man sich trefflich streiten (oder auch nicht), Klaps auf den Po oder Taschengeldentzug/Fernsehverbot.

        ... oder wollen wir über antiautoritäre Erziehung diskutieren ..... ;-)

        • Es geht nicht um antiautoritäre Erziehung, aber auch bei Eltern sollte heute schon angekommen sein, dass ein Kind gleichwürdig zu behandeln ist. Mit einem Klaps oder Prügel, die der Papst hier als richtig empfindet, verletze ich aber gerade diese.
          Dabei ist es vollkommen egal, ob ich einen Klaps auf den Po oder ins Gesicht bekomme.
          Mein Kind hat sich auch nicht unterzuordnen. Ich treffe die Entscheidungen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass mein Kind meine Meinungen teilen muss und mir zu absolutem Gehorsam verpflichtet ist.

          Ich möchte nicht so behandelt werden, also behandle ich auch mein Kind nicht so. Oder was würdest Du sagen, wenn Du mal für einen Fehler beim Arbeiten übers Knie gelegt wirst!

          • Es geht her weder um Dich noch um mich, sondern um die Aussage einer Userin, der Papst sei genauso menschenverachtend wie ein Imman, der in seiner Predigt bedingungslosen Gehorsam der Frau erwartet.

            Dass die Eltern den Kindern gegenüber einen Erziehungsauftrag haben, ist wohl unbestritten, es geht lediglich um die Mittel, diesen umzusetzen. Und der Papst hat auch keinen bedingungslosen Gehorsam der Kinder gefordert.

            Der Imman hat aber einen Erziehungsauftrag des Mannes über die Frau unterstellt, eine Frage, die ich vielleicht mal mit meiner Frau diskutieren sollte...... ;-) ... oder wie Nietsche schon sagt: Wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht ....

            • Es geht aber darum, wie ich meinen Erziehungsauftrag einem Kind gegenüber zu erfüllen habe. Da ist inzwischen bei der großen Mehrheit angekommen, dass Prügel nicht dazu gehören.
              Aber natürlich ist es vollkommen in Ordnung, wenn jemand aus einer Institution, in der Kinder gerne missbraucht werden, Menschen, die auch nicht die geringste Erfahrung in Kindererziehung haben, gerade dazu Tipps geben.
              Und dann gibt es Menschen wie dich, die das rechtfertigen und es als gar nicht so schlimm hinstellen.

          "Mein Kind hat sich auch nicht unterzuordnen."

          Über eine solche Frage kann man streiten. Eine Familie ist nicht nur Demokratie und in letzter Konsequenz haben Eltern auch Entscheidungen zu treffen, die nicht im Detail mit den Kindern, je nach Alter, abgestimmt sind. Manchmal und jeder, der Kinder hat, wird mir zustimmen, dass das möglichst selten vorkommen soll, aber eben mitunter auch GEGEN den Willen der Kinder.

          Erziehung ist manchmal ganz einfach auch eine Diktatur.

          Was nicht bedeutet, dass Kinder unterdrückt werden.

          • Richtig lesen bitte! Ich habe nichts von Demokratie geschrieben. Sondern, dass ich, falls nötig, die Entscheidung treffe. Wenn ich allerdings von meinem Kind unterordnung fordere und es dahingehend körperlich oder geistig züchtige, kann ich am Ende einen unglaublich Reifen Menschen erwarten, der dazu in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen.

    Hallo,

    ich möchte nicht sagen, dass ich die Stellungnahme des Papstes in der Anekdote gutheiße. Ganz im Gegenteil, denn damit bagatellisiert er körperliche Strafen. Ich bin auch nicht der Meinung, dass man die Predigt des ägyptischen Imams als für alle Muslime gültige Auslegung des Korans betrachten sollte (wenngleich ich die Predigt für sehr gefährlich halte und es nur befürworten kann, dass der Imam wegen Volksverhetzung angezeigt wurde).

    Dennoch sehe ich einen klaren Unterschied zwischen der Aussage des Papstes und der Predigt des Imams. Der Papst fordert nicht dazu auf Kinder zu Erziehungszwecken zu schlagen. Der Imam hingegen fordert seine männlichen Zuhörer dazu auf, ihren Frauen das Arbeiten zu verbieten. Er legalisiert mit seiner Predigt die Vergewaltigung der Frau innerhalb der Ehe. Siehst du da wirklich keinen Unterschied?

    LG

    • Ähm, der Papst legalisiert mit seiner Anekdote das Verprügeln von Kindern, solange man seine Würde dabei achtet. Das tut man, indem man das Kind nicht ins Gesicht schlägt.

      Man kann aber keinen Menschen achten und seine Würde respektieren, wenn man ihn schlägt.

      Warum ist es schlimmer eine Frau zu missachten? Ein Kind, dass über Jahre hinweg mit Prügel bestraft wurde, leidet genauso!

      • Ich kenne jetzt gerade zum Thema Papst nur den Artikel, den white verlinkt hat. Ich kenne also nicht die gesamte Predigt des Papstes, um die es hier geht.

        Ich sehe es wie du, man kann nicht die Würde eines Kindes achten, wenn man es schlägt. (Als ich diesen Satz gelesen habe, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.) Ich heiße es nicht gut, wenn der Papst dadurch körperliche Strafen verarmlost. Dennoch hat er zumindest laut diesem Artikel nicht dazu aufgefordert seine Kinder zu erzieherischen Zwecken zu schlagen. Er hat sich von körperlicher Züchtigung damit nicht distanziert, das stört mich sehr wohl, aber er hat nicht gesagt "Schlagt eure Kinder! Das ist unabdingbar für ihre Erziehung!"

        Der ägyptische Imam hingegen ruft ganz direkt dazu auf Frauen jegliche Freiheiten zu rauben. Er predigt, dass dies wichtig und unabdingbar sei. So und nicht anders hat ein "echter Mann" eine Frau zu behandeln, andernfalls ist er "zu weich". Zudem habe ich die Predigt auch als Aufruf zur Vergewaltigung verstanden.

        "Warum ist es schlimmer eine Frau zu missachten? Ein Kind, dass über Jahre hinweg mit Prügel bestraft wurde, leidet genauso!"

        Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass Gewalt gegen Frauen schlimmer ist als gegen Kinder. Um diesen Vergleich ging es auch überhaut nicht.

        • Aber er stützt den Eltern, die ihre Kinder züchtigen so den Rücken. Genauso stützt der Imam den Männern, die ihre Frauen vergewaltigen den Rücken.

          Jetzt kann man sich hinstellen und sagen: "Aber der Papst sagt das doch auch!"

          Er erteilt also so quasi seinen Segen dazu.

          Von einem Mann, der von Kindererziehung nicht die geringste Ahnung hat, der eine Institution leitet, die sich in den letzten Jahren auch maßgeblich mit Missbrauch an Kindern hervorgetan hat (bspw. in Irland, wo das Ganze riesige Ausmasse annahm), geht so etwas überhaupt nicht. Genauso wie die Aussagen des Imam überhaupt nicht gehen.

          • Ja natürlich stütz der Papst den Eltern, die ihre Kinder schlagen den Rücken. Deshalb verurteile ich seine Verharmlosung auch!

            Trotzdem sehe ich einen Unterschied zwischen einer Verharmlosung und einem direkten Aufruf.

            • "Einen guten Vater mache es - Franziskus zufolge - aus, dass er vergeben könne, aber auch in der Lage sei, sein Kind "mit Bestimmtheit zu korrigieren", ohne es zu entmutigen. Der Papst erzählte dazu eine Anekdote. "Einmal habe ich einen Vater bei einem Treffen mit Ehepaaren sagen hören: 'Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen.'" "Wie schön!," so Franziskus weiter. "Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.""

              http://www.sueddeutsche.de/panorama/franziskus-zu-erziehungsfragen-papst-findet-wuerdevolles-schlagen-von-kindern-okay-1.2339038

              Für mich ist das ein Aufruf an meinen Mann, dass er unseren Sohn entsprechend züchtigt! Nur, weil er es mit "harmlosen" Worten umschreibt, macht es das nicht besser. Im Gegenteil es wird damit nur umso gefährlicher.

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