Edathy tut mir leid

    • (1) 23.02.15 - 20:29

      Wenn man sich überlegt, was der Mann angeblich gemacht hat und dass sein Leben eigentlich komplett hinüber ist, frage ich mich allgemein, warum die Unschuldsvermutung nicht auch für ihn gilt und warum ein Mensch, als er nicht mal angeklagt war, schon verurteilt war.

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/edathy-prozess-verhandlung-in-verden-vertagt-a-1020013.html

      Er kann eigentlich nur noch den Namen wechseln oder sich einen Strick nehmen.

      Wie sschon bei Kachelmann, ich finde die Rolle der Staatsanwaltschaft für einen Rechtsstaat mehr als fragwürdig.

      • Mir tut er nicht leid, es gibt ja anscheinend Beweise das er die Sachen herunter geladen hat. Ein Wort der Reue hat er nie vorgebracht. Im Gegenteil, er ist der Meinung das das verlangen nach Kindern seit tausenden von Jahre da ist und damit normal.

        Ohne solche Typen wie ihn würde es jetzt keine Opfer geben die unbewusst ihre Körper/ Bilder davon zu verkaufen. Und wenn ich sehe welche Arroganz er dabei noch ausstrahlt trifft es schon den richtigen. Es gibt ja auch Pädophile die sich ihrer Schwäche bewusst sind und Hilfe suchen, mit denen hab ich Mitleid, aber nicht mit diesen Pfau der denkt er wäre im Recht und sich einen Scheiss um die Opfer schert.

        • Du hälst es also für gerechtfertigt, dass jemand vorverurteilt wird? Dann hoffe ich mal, dir passiert das nicht.

          Dass du nach Sympathie entscheidest, wer was verdient, finde ich einerseits total Horror aber andererseits hoffe ich, dass sich so etwas nicht in unserer Justiz durchsetzt.

      Na ja, er hat seinen Teil dazu beigetragen. Er hat zugegeben, sich solche Bilder angeschaut zu haben. Sieht es aber nicht als Verbrechen, sondern nennt diese Bilder kunst. So hat er versucht, sich schon zu Beginn zu rechtfertigen.

      Hinzu kommt, warum ist sein Laptop verschwunden, wenn es darauf nichts zu finden gab?
      Warum wurde er gewarnt, wenn es nichts zu befürchten gab?

      Schlimmer als die "Vorverurteilung" finde ich das Angebot. 5000 Euro bei einem Geständnis. Lächerlich.

      Und Mitleid habe ich keines mit ihm. Er hat Bilder heruntergeladen, hat es zugegeben. Was ist mit den Opfern. Was glaubst du, wie die ihr ganzes Leben unter a*** wie ihm leiden.

      • Dann findest du es also auch völlig undifferenziert in Ordnung, nur weil sich jemand Bilder heruntergeladen hat, dass sein komplettes Leben und sein Ruf vernichtet wird?

        Ich muss denjenigen nicht mögen aber Rechtsstaatlichkeit gilt für alle.

        "Was ist mit den Opfern. Was glaubst du, wie die ihr ganzes Leben unter a*** wie ihm leiden. "

        Es ist bis heute doch gar nicht bewiesen, ob es Opfer gab.

        Ich finde es merkwürdig, dass niemand hier erkennt, wie sehr die Staatsanwaltschaft hier schon im Vorfeld aus Eitelkeit versagt hat.

      • Edathy hat zugegeben, dass er sich Bilder von Kindern und Jugendliche runtergelaufen hat! Meinst du wirklich, dass ein Kind die Folgen hier abschätzen kann und dass das immer auf freiwilliger Basis geschieht?

        Dafür kann ich ihn als Gesellschaft verurteilen. er hat selbst zugegeben, damit moralisch falsch gehandelt zu haben.
        Ich würde diesen Mann auch nicht mehr in meinem Bekanntenkreis haben wollen, denn er ist erwachsen. Er weiß, was das für eine scheisse ist.

        • Du hast den Artikel nicht verstanden. Es geht um die Rolle der Staatsanwaltschaft und um den Umgang mit Grundrechten bei Verdächtigen.

          • Doch. Letztendlich kommt es aber nicht darauf an, was die Gesellschaft denkt, sondern, was das Gericht entscheidet. Das Gericht muss objektiv bleiben. Es muss anhand der Beweise entscheiden, ob eine Straftat vorliegt oder nicht. Ich nicht. Ich darf durchaus aus dem, was der Herr selbst schon zugegeben hat, einen Schluss ziehen. Das, was er selbst eingeräumt hat, reicht dafuer aus. Das ist kein Prozess ala, eventuell, vielleicht... Er selbst hat gesagt, dass er Bilder von nackten posenden Kindern besaß. Darüber hinaus wurde so viel öffentlich, weil ja auch noch ein anderer Skandal dahinter steht. Und hier ist es enorm wichtig, dass die Öffentlichkeit informiert wird.

            • "Das Gericht muss objektiv bleiben. Es muss anhand der Beweise entscheiden, ob eine Straftat vorliegt oder nicht."

              Nochmal: Edathy hat seine Strafe doch längst bekommen. Was das Gericht entscheidet, ist doch gar nicht mehr von großer Relevanz.

              Und das verdankt er einer Staatsanwaltschaft, die schon lange den Boden der Rechtsstaatlichkeit und ihren eigenen Kompetenzraum verlassen hat.

              • Er hat zugegeben, Bilder von nackten Kinder gekauft zu haben. Er hat selbst Pressekonferenzen inszeniert und sich dann noch als Opfer dargestellt.

                Er kann nicht auf der einen Seite nach Öffentlichkeit schreien und dann erwarten, dass alle sagen: "ok, eigentlich hast du schon vor zwei Jahren zugegeben, genau das getan zu haben, was man dir vorwirft, aber wir sind jetzt vollkommen objektiv und gehen mal davon aus, dass du der unbescholtene Nachbar von nebenan bist."

                Er selbst hat eingeräumt, moralisch falsch gehandelt zu haben. Das kann man bei einem Taschendieb noch stehen lassen, bei solch einer tat aber nicht mehr. Selbst, wenn strafrechtlich das Gericht zum Entschluss kommt, dass er gegen kein Gesetz verstoßen hat, so bleibt sein Geständnis in der Öffentlichkeit.
                Der Mann ist ja zudem auch keine 5 mehr. Es ist durchaus anzunehmen, dass ihm bewusst war, was für Folgen das Ganze haben wird. Das hat ihn wohl aber offensichtlich nicht abgeschreckt.

                • "Er hat selbst Pressekonferenzen inszeniert und sich dann noch als Opfer dargestellt."

                  Er als Verdächtigter darf das!

                  Eine Staatsanwaltschaft darf das nicht!

                  Verstehst du den Unterschied nicht wenn eine Ermittlungsbehörde schon im Vorfeld ganz gezielt Informationen an die Presse gibt und sich selbst inszeniert?

                  Ähnlich dem Fall Kachelmann. Dort hat der Richter in der Urteilsverkündung seine private Meinung einfließen lassen, dass er eben nicht von der Unschuld überzeugt sei. Wen soll das interessieren? Das ist außerhalb der Kompetenz auch wenn manche Stammtische jubeln werden.

                  Das Spekulieren kann Aufgabe der öffentlichen Meinung sein aber es darf nicht bei der Justiz liegen, die, wie du selbst sagst, unabhängig sein soll. Das ist sie aber nicht.

                  Darum geht es. Und nicht, was du annimmst, was Edathy hätte wissen müssen oder nicht.

                  Dies ist ein Justizskandal!

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