Das Verfassungsgericht verhandelt über das Betreuungsgeld

    • (1) 15.04.15 - 15:41

      Hallo zusammen,

      wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, steht im Moment das Betreuungsgeld zur Diskussion. Das ist das Geld, das die Familien bekommen, die ihr Kind nicht in den Kindergarten geben, sondern Zuhause betreuen. Nun entscheiden Gerichte erneut darüber, ob ein solches Betreuungsgeld überhaupt rechtmäßig ist.

      Was haltet ihr von dem Betreuungsgeld. Ist es euch egal, ob das gezahlt wird oder ob es wegfällt? Schreibt uns doch mal eure Meinung #blume!

      Hier ein Artikel von uns zum aktuellen Stand vor den Gerichten:

      http://www.urbia.de/magazin/familienleben/politik-und-gesellschaft/betreuungsgeld-sind-die-tage-bereits-gezaehlt

      Und hier ein Infopaket rund ums Betreuungsgeld:

      http://www.urbia.de/magazin/recht-und-finanzen/special-betreuungsgeld

      Viele Grüße

      Sabine
      urbia-Team

      • Hallo,

        es wird ja durch das Bundesverfassungsgericht nicht das Betreuungsgeld an sich in Frage gestellt, sondern nur, ob der Bund berechtigt war, ein solches Gesetz zu erlassen.

        Wenn es befindet, dass nicht, dann hat jedes Land das Recht, auf eigene Kappe das Betreuungsgeld einzuführen.

        Und ich finde das Betreuungsgeld gut und richtig, wenn auch ein wenig zu niedrig bemessen.

        Müttern sollte eine Alternative geboten werden.

        Und diese Argumente immer, dass die Kinder, die jetzt zu Hause bleiben, es dringend notwendig hätten, in eine Kinderkrippe zu gehen (und genau hierüber sprechen wir, über die Betreuung unter 3):

        Meiner Meinung nach würden diese Kinder auch daheim bleiben ohne Betreuungsgeld (z.B. Migrantenkinder), da die Mütter gar nicht arbeiten gehen.

        Hier macht es also keinen Unterschied.

        Aber anderen Müttern wird die Chance geboten, erst noch einmal eine Weile zu Hause zu bleiben und ihre Kinder erst mit 3 Jahren in den Kindergarten zu schicken (was in meinen Augen völlig ausreichend ist).

        Und jetzt warte ich auf die Steine :-D

        GLG

        • Hallo,

          "Meiner Meinung nach würden diese Kinder auch daheim bleiben ohne Betreuungsgeld (z.B. Migrantenkinder), da die Mütter gar nicht arbeiten gehen."

          #schock

          Ganz schön überheblich und vorurteilsfrei #gruebel

          • Hallo,

            aber genau so erlebe ich das.

            Es gibt in München viele ausländische Ehefrauen (aus der Türkei und auch aus anderen Kulturkreisen), die nicht einmal richtig deutsch sprechen können und sich selbstverständlich zu Hause um ihre Kinder kümmern.

            Das hat nichts mit Vorurteilen oder Überheblichkeit zu tun.

            GLG

    Hallo!

    Mir persönlich kann es egal sein, da meine Kinder aus diesem Alter raus sind und ich es auch für keines meiner Kinder bezogen habe.

    Gesellschaftspolitisch finde ich es allerdings unglaublich wichtig.

    Und das obwohl das Betreuungsgeld, so wie es beschlossen wurde, Kappes ist. Bestenfalls ungünstig.
    Ich denke, da kann man sich drüber einig sein.
    100 bzw 150€ bieten quasi niemandem eine Wahlfreiheit, der vorher aufgrund seiner schlechten finanziellen Situation keine hatte.
    Dazu kommt, dass es nicht einkommensabhängig ist, was dazu führt, dass Familien mit hohem Haushaltseinkommen, die es sich ohne Probleme leisten können einige Zeit auf ein Gehalt zu verzichten, ein unnötiges, staatliches Taschengeld erhalten, während Familien mit niedrigem EInkommen damit nicht wirklich weiter geholfen ist.
    Familien, die ALG II Leistungen beziehen, wird es aufs Einkommen angerechnet - also ist das eigentlich nur Geld aus verschiedenen Töpfen, teurer Bürokratieaufwand und unterm Strich kein Cent mehr.
    Nee, das hätte anders gemacht werden müssen.
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Betreuungsgeld und auch Kindergeld einkommensabhängig sein müssen, dafür aber höher!

    Aber ob nun mit (diesem) Betreuungsgeld oder nicht - ich finde die Tatsasche, dass die Politik auch gelegentlich ein kleines Auge auf die Familien, die ihre Kinder über das erste Lebensjahr hinaus zu Hause betreuen gesellschaftspolitisch unglaublich wichtig!!!

    Die Äußerungen, die besonders die Parteien links der Mitte zu familienpolitischen Angelegenheiten teilweise getätigt haben sind mitunter übergriffig, anmaßend und abwertend. Von dem, was "normale" Leute dazu von sich geben will ich jetzt gar nicht erst reden.

    Fakt ist: Politik darf keine Einbahnstraße sein. Und auch diese Klientel, die übrigens gar nicht so klein ist, wie es Großstädter und Bewohner der neuen Bundesländer gern behaupten, verdient eine Lobby! Wenn von den fünf - seit dem Totalausfall der FDP eigentlich nur noch vier - etablierten Parteien nur eine kleine Schwesterpartei noch für diese Klientel spricht, kann man dafür nur dankbar sein.
    Es kann nicht sein, dass Familien sich einer gesellschaftlichen und politischen Dikatur unterwerfen müssen.

    Betrachten wir die Sache mal von der anderen Seite:
    Früher war es genau umgekehrt. Mütter, die zeitiger wieder arbeiten gehen wollten, hatten kaum eine Chance. Es gab nur ein gültiges Familienbild, welches von Politik und Gesellschaft getragen wurde.
    Und es kann und darf nicht sein, dass wir jetzt in das andere Extrem fallen und die Betreuung des eigenen Kindes über das Babyjahr hinaus nur noch echten Gutverdienerfamilien vorbehalten ist. Genauso diese gesellschaftliche Anmaßung über diese Familien zu urteilen!!! Geht gar nicht!

    Die Leistung an sich ist so, wie sie umgesetzt worden ist, fehlerhaft. Aber das Signal ist wertvoll!

    LG

    Hi,

    ich finde das Betreuungsgeld komplett daneben.

    Im Endeffekt erreicht man damit genau 2 Dinge!

    1. Eltern deren Kinder tatsächlich eine Krippe gut täte, behalten ihre Kinder zu Hause. Wie nennt man das offiziell so schön... Die "bildungsfernen Schichten"....

    2. Eine Bevorzugung aller Eltern die die Betreuung während der Arbeitszeit mit Großeltern oder anderen Verwandten organisieren können.

    3. Finde ich es falsch Eltern die arbeiten dafür quasi zu bestrafen, indem sie nicht nur die Kitagebühren (wenn auch subventioniert) bezahlen müssen, sondern auch noch andere Eltern die so oder so zu Hause ihr Kind betreuen würden dafür auch noch etwas zu vergüten.

    Insgesamt wurde es ja nur eingeführt damit die Politik besser vertuschen kann, dass es nicht genug Betreuungsplätze gibt und versucht hat die Klageflut einzudämmen.

    LG

    Crossposting

    #schein

    Meiner Meinung nach ein völlig abstruses Konstrukt.

    HartzIV-EmpfängerInnen wird es angerechnet, Familien mit höherem Einkommen können ihre Kinder trotz Herdprämie betreuen lassen durch Au-Pairs, Nannys, private Einrichtungen.... Wer kann das kontrollieren?

    Wie hoch sind eigentlich die Kosten des bürokratischen Aufwandes?

    BAföG-EmpfängerInnen wird das Betreuungsgeld nicht angerechnet (was ich sehr begrüße) aber für den Bezug von BAföG wird doch ein z.B. "ordentliches" Studium vorausgesetzt. Wie soll denn dieses abgeleistet werden, wenn das Kind nicht "fremdbetreut" wird? Für den weiteren Bezug von BAföG sind nach dem Grundstudium Leistungsnachweise zu erbringen und die "Förderungshöchstdauer" ist auch begrenzt. Studierende mit Kind können aber eine Verlängerung durch z.B. Erziehungszeiten bekommen (was ich ebenfalls sehr begrüße) und diese Verlängerungen (mehrere Semester sind möglich) werden i.d. Regel als Zuschuss (auch aus öffentlichen Mitteln) gewährt und müssen nicht zurück gezahlt werden.

    Ein Schelm der böses dabei denkt. (vermeintliche "Elitenförderung" während HartzIV-Familien ja alles verrauchen und versaufen?)

    Wo bleibt eigentlich das "Familiensplitting" mit dem Ansatz: Familie ist da wo Kinder sind? Völlig unabhängig ob verheiratet, verpartnert oder alleinerziehend (Steuerklasse 2- HaHaHaHa)??

    Was wäre mit ermäßigter Mehrwertsteuer/Benutzungsgebühren auf alles was "Kinder" betrifft - und nicht nur mit Altersbegrenzung von 6 oder 12 Jahren?

    Unterhaltsvorschuss (die Höhe lass ich jetzt mal aussen vor) für Kinder bis 12 Jahre für ingesamt 72 Monate? Gehen die danach arbeiten???

    Die läppische Kindergelderhöhung im Vergleich zum Kinderfreibetrag für "besser Verdienende"

    usw,usw...

    Ach eigentlich könnte ich kotzen.

    Gruß Ambuya

    Hallo,

    ich finde das Betreuungsgeld komplett daneben. Man sollte es abschaffen und das Kindergeld um mehr als 4 Euro erhöhen, das wäre doch eine Maßnahme.

    LG

    Mir ermöglicht das Elterngeld, dass ich stundenweise arbeiten gehen kann. Das könnte ich nicht, wenn ich für die Betreuung meines Kindes Geld bezahlen müsste. Es würde sich nicht lohnen. Von dem Betreuungsgeld, bezahle ich meine Nachbarin, die in dieser Zeit mein Kind betreut.

    U2 Plätze sind hier bei uns sehr teuer und ich müsste meinen Sohn auch für mindestens 25 Stunden anmelden und auch bezahlen, obwohl ich nur 9 Stunden arbeiten gehe.

    LG
    Pepper

    guten morgen!

    ich befinde mich genau an der schwelle. diese 150 euro ermöglichen es mir, mein kind erst mit knapp 3 in den kiga zu geben. fallen sie weg, werde ich früher wieder arbeiten müssen oder mit entsprechenden einsparungen versuchen müssen, das aufzufangen...

    das problem an der sache: die anmeldefrist für dieses jahr ist für unseren kiga gelaufen, wenn nun also wirklich mitte/ende des jahres das betreuungsgeld gekippt wird, wird sich bei mir eine überschneidung von betreuungsgeldfreien/kinderbetreuungsfreien monaten ergeben. eine eher ungünstige kombination, auf die ich mich bereits jetzt vorbereiten muss.

    es wäre o.k. für mich gewesen, hätte ich von vornherein kein geld erhalten. es jetzt wieder zu streichen, wo ich alles darauf abgestimmt habe, ist jedoch nicht so einfach. was die grundsätzliche wirkung des betreuungsgeldes angeht, kann ich wenig sagen. ich denke, es war mehr gewollt als gekonnt, passte mir nur zufällig gut ins konzept.

    liebe grüße
    hopsi + emily + mia

    Ich finde das Betreuungsgeld auch daneben

    150 EUR bewegen wohl kaum jemanden dazu, nicht arbeiten zu gehen. Die paar Ausnahmen könnte man auch anders abfangen.
    Ich könnte damit auf keinen Fall zuhause bleiben.

    Höher geht meiner Meinung nach auch nicht, da wir definitiv andere Baustellen haben, die wichtiger wären. Bspw. baufällige Schulen, gute Betreuung auch für Schulkinder, faires Gehalt für Erzieherinnen... Da wird dann aber hingegen gespart, weil wir kein Geld dafür haben.

    Interessant finde ich auch. Meine Mutter blieb bei mir 3 Jahre zuhause und ging dann Teilzeit arbeiten. Mein Vater hatte jetzt keinen übermäßigen Job. Trotzdem hat es gereicht, eine 4 köpfige Familie gut zu ernähren und Urlaub war auch drin.
    Heute ist das trotz guter Ausbildung oft gar nicht möglich. Da müsste man doch ansetzen.

    Dann fehlen flexible Arbeitszeitmodelle.

    Da kam mal ein Interview mit der Lufthansa, die unglaublich stolz darauf sind, dass sie so etwas anbieten. Auf die Frage, ob ein Mann dann aber auch mal "kindkrank" nehmen kann, wurde sie erst still und sagte dann: "Na ja, jeder setzt seine Prioritäten."

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