Unglückliche Mütter - regretting motherhood

zu zu geben, dass man sich in der "Mutterrolle" nicht wohl fühlt

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    • (1) 17.04.15 - 09:26

      Mütter, die es bereuen, Mutter geworden zu sein. Ein Unding, darüber spricht man nicht.

      Wie seht ihr das?
      Ich finde, man muss drüber sprechen und wenn man dies tut, nicht gleich als unfähig, unwillig, herzlos, insgesamt negativ ab gestempelt werden.

      Hier ein Bericht dazu
      http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/unglueckliche-muetter-sie-wollen-ihr-leben-zurueck-1.2419449

      • Hallo,

        warum sollte man darüber nicht sprechen dürfen?

        Allerdings würde ich das niemals meinem Kind gegenüber machen, denn es kann nichts dafür, wenn man damit nicht oder nicht mehr zurecht kommt.

        Und ja, manchmal habe ich das Mutter sein als Belastung empfunden, manchmal mehr, manchmal weniger.

        Als meine Tochter als Baby ihre abendlichen Schreiphasen hatte, hätte ich mich am liebsten ins nächste Flugzeug gesetzt und wäre irgendwo hingeflogen, wo ich das eben nicht gehabt hätte.

        Aber: So in der Rückschau würde ich auf die Frage, ob ich wieder Mutter werden würde, mit ja beantworten und auch gegen ein 2. Kind (was mir die Natur verwehrt) nichts einzuwenden gehabt.

        GLG

        • drüber sprechen, natürlich, aber ohne dass man gleich negativ ab gestempelt wird. Hab mich wohl blöd aus gedrückt.

          Es geht ja auch nicht darum, dass man so Momente hat, wo man alles hin werfen möchte, sondern das kpl. ein Gefühl da ist, dass man eben keine Mutter sein will. Kinder können einen ja wirklich aus saugen (am Anfang im wahrsten Sinne des Wortes). Natürlich kann und sollte man sich Freiräume schaffen, aber was, wenn es den Kindern nicht gefällt? Wenn sich die Kinder eine andere Art Mutter wünschen?

          • Hallo,

            "Wenn sich die Kinder eine andere Art Mutter wünschen?"

            Ich glaube, das ist dann doch irgendwie noch eine andere Ebene. D.h. ja nicht, dass die Mutter ihre Mutterrolle nicht ausfüllen möchte, sondern eher, ob die Kinder mit dieser Art können oder nicht.

            Z.B. Muttern mischt sich überall ein o.ä. Dann hätten die Kinder -- besonders Teenies - vielleicht gerne die Mutter ihrer besten Freundin, weil die ja soo toll ist.

            Darüber sprechen zu wollen und zu können, impliziert für mich auch immer das Akzeptieren.

            Ich selbst bin gerne Mutter mit Einschränkungen, die man immer mal hat.

            Aber ich meine, auch Frauen haben das Recht, das mit den Erfahrungen ihres Lebens und ihres Mutterseins anders zu sehen und auch darüber zu sprechen.

            GLG

            • >>Ich glaube, das ist dann doch irgendwie noch eine andere Ebene. D.h. ja nicht, dass die Mutter ihre Mutterrolle nicht ausfüllen möchte, sondern eher, ob die Kinder mit dieser Art können oder nicht.<<
              oder wenn die Mutter "zu alt" ist. Da hört man ja auch oft, dass es für Kinder schwer ist, "alte Eltern" zu haben. Im Grund auch nichts anderes.

              ich meine nicht so Etappen, wenn sich die Eltern mal anders verhalten, als Kind sich das wünscht od. vorstellt. Ich meine das Gesamtpaket, wenn sich die Mutter immer anders verhält, als es sich das Kind wünscht. Wenn die Mutter sich Freiräume nimmt, nicht gluckt und die Kinder früh zur Selbständigkeit erzieht, andere Kinder aber "bemuttert" werden, sich nicht kümmern müssen, den Ar** hinter her getragen bekommen, na alles Dinge, die den Freiraum der Mutter betreffen. Der Mutter gehts gut, aber dem Kind nicht

      Das ist gar nicht so einfach.

      Hier bin ja nicht nur ich als Mensch dann betroffen, sondern auch jemand, der gar nichts dafür kann.
      Ich weiß nicht, ob ich mich immer fragen möchte, ob meine Mutter bereut hat, mich zu bekommen (Und das jetzt so, wie in dem Text geschrieben. Sie liebt mich zwar, aber eigentlich hätte sie mich lieber nicht bekommen.)
      Die nächste Frage ist, ob man tatsächlich immer über alles reden muss.
      Wenn ein absoluter Leidensdruck daraus wird, dann ja. Dann benötigt man professionelle Hilfe. Genauso kann man vielleicht mal mit einer guten Freundin drüber reden, aber dass man sich so ganz offen hinstellt und sagt: "ja, den ... habe ich ganz bewusst bekommen, aber heute finde ich das ziemlich dämlich." Hmm...
      Hinzu kommt, dass man eben nur die eine Seite beurteilen kann. Wie würden die Menschen heute empfinden, wenn sie keine Kinder hätten? Wären sie dann wirklich zufriedener? Oder wären sie dann unzufrieden, weil der Job nicht gut genug ist/war, weil er zu stressig ist, weil da eine Leere ist? Und was sind die Gründe für die Unzufriedenheit? Weil wir in einer unflexiblen Zeit leben und wir Job, Kind, Haushalt... unter einen Hut kriegen müssen, am Besten noch Karriere machen...?

      • vielen Dank für deine Denkanstösse!

        >>aber dass man sich so ganz offen hinstellt und sagt: "ja, den ... habe ich ganz bewusst bekommen, aber heute finde ich das ziemlich dämlich." Hmm...<<

        also doch besser nicht öffentlich drüber reden und das Tabu weiter hin bestehen lassen? Im Hinblick auf die Kinder dieser Mütter, so meinst du das, ja?

        • Na ja, Tabu finde ich das falsche Wort dafür. Aber, ob man wirklich so richtig öffentlich darüber sprechen sollte, ist für mich fraglich.
          Für mich wäre es schon ein sehr schwerer Schlag, wenn meine Mutter das eben so sagen würde. Ich bin nun ja aber schon 35. Wie fühlt sich da nun ein kleines Kind?
          Und die Kinder können ja nun nichts dafür.

          Insofern kann man es durchaus mal mit einer guten Freundin oder eben bei entsprechendem Leidensdruck mit professioneller Hilfe besprechen.
          Man muss ja auch nicht immer alles in der "Öffentlichkeit" sagen können müssen.

          Damit meine ich jetzt nicht, dass man dafür "verurteilt" wird. Nur dieses, ich muss das überall und jederzeit so äußern können, finde ich eben schwierig.

          Und dann ist für mich auch immer noch jeder selbst für seine Zufriedenheit verantwortlich.
          Manchmal trifft man vielleicht eine falsche Entscheidung, aber es kommt immer noch darauf an, was wir daraus machen. Selbst mit Kind, habe ich doch mein Leben noch in meiner Hand und kann mir neue Wege schaffen.

          Ich glaube, ein Teil liegt vielleicht auch in unserer Welt daran, dass wir eben oft sagen "ich bin doch immer noch Frau". "Mutter" ist für viele etwas zwar Schönes, aber Einschränkendes.

          Für mich ist das bspw. nicht so. Ich bin immer noch das, was ich vorher war. Ich bin eine Frau, die halt auch einen Sohn hat. Wie mein Mann auch einen Sohn hat.

          Klar, kann ich jetzt vielleicht nicht mehr einfach so kurz einkaufen gehen. Ich kann nicht heute mittag mal kurz entscheiden, dass ich heute ins Kino gehe, aber ich war vorher auch schon von soooo vielen Dingen abhängig.
          Ich gehe arbeiten. Vor meinem Sohn habe ich sehr, sehr viel gearbeitet. Ich bin oft nach Hause gekommen, habe gegessen und bin dann auf dem Sofa eingeschlafen.

          Ich bin vom Rechner im Geschäft abhängig. Gerade bin ich davon abhängig, dass mir jemand endlich eine Liste schickt. Ohne diese kann ich nicht weiterarbeiten. Dann bin ich von meinem Auto abhängig.

          Ja, ich mache mir Sorgen, um die Zukunft meines Sohnes. Wenn er nicht wäre, würde ich mir größere Sorgen um die meiner Eltern machen. Ich würde mir mehr Sorgen um mein berufliches Weiterkommen machen, ich würde mir mehr Sorgen um meine Gesundheit machen...
          Für die eigene Zufriedenheit muss man tatsächlich auch selbst etwas tun.

          Die Studie ist ja nur sehr kurz zusammengefasst, aber für mich klingt es eher so nach einem Sündenbock für die eigene Unzufriedenheit.

          • >>Ich würde mir mehr Sorgen um mein berufliches Weiterkommen machen, ich würde mir mehr Sorgen um meine Gesundheit machen...
            Für die eigene Zufriedenheit muss man tatsächlich auch selbst etwas tun.<<

            aber als Mutter bist du doch auch für das Glück und die Zufriedenheit deiner Kinder zu ständig!

            • "aber als Mutter bist du doch auch für das Glück und die Zufriedenheit deiner Kinder zu ständig! "

              Na ja, eben, auf der einen Seite mache ich mir mehr Gedanken um die Zukunft meines Kindes. Dafür sind eben andere Sorgen verblasst.

              Ich glaube auch nicht, dass ich immer und vollumfänglich für die Zufriedenheit meines Kindes zuständig bin. Dann wäre ja meine Mutter heute noch für mein Glück zuständig.
              Ich glaube, es ist meine Aufgabe, meinem Kind die Werkzeuge für Zufriedenheit mitzugeben und ihm zu zeigen, wie man eben mit Schicksalsschlägen und Traurigkeit umgeht.
              Ich hoffe, dass ich es schaffe, dass mein Kind sich selbst kennenlernt und damit den Weg gehen kann, der ihn erfüllt. Ich hoffe, dass ich es schaffe, ihm keinen Weg aufzuzwängen (bspw. bei der Schulwahl).

              Ich werde aber zwangsläufig nicht verhindern können, dass mein Kind auch einmal scheitert oder unglücklich ist. Ich glaube, das wäre auch sehr ungesund.

              Irgendwann ist mein Sohn aber für seine eigene Zufriedenheit verantwortlich. So, wie ich heute für meine verantwortlich bin. Und das hat oft sehr viel mit Einstellung zu tun.

              Es gibt da ein buddhistisches Sprichwort (ich bekomme es nicht ganz hin):
              Negative Gefühle entstehen dann, wenn man etwas will, dass man nicht haben kann oder wenn man etwas hat, dass man nicht haben will.
              Daran kann man aber arbeiten!

              • >>Irgendwann ist mein Sohn aber für seine eigene Zufriedenheit verantwortlich. <<
                ja, das ist klar. Aber was, wenn er der Meinung ist, seine Kindheit wäre der Auslöser dafür, dass er als Erwachsener unzufrieden ist?

                • Das kann er machen, wenn ich schwerwiegende Fehler mache.
                  Dazu gehören für mich: körperliche Misshandlungen, Liebesentzug, Ungerechtigkeit, ihm etwas wirklich aufzuzwängen, ihm sagen, dass ich ihn lieber nicht bekommen hätte...
                  Ich liebe meinen Sohn mehr als mein eigenes Leben. Trotzdem werde ich Fehler machen, aber bei den ganz schlimmen, bin ich hoffentlich nicht dabei.

                  Ansonsten habe ich in mehreren Therapien auch gelernt, dass es leider nicht weiterhilft, wenn man andere für sein Leben verantwortlich macht. Man kann nach dem Grund für etwas suchen, aber es einem anderen vorzuwerfen, macht einen nicht glücklicher und es löst auch nicht die Probleme, die man hat. Die muss man trotz allem immer noch selbst angehen.

                  • >>Man kann nach dem Grund für etwas suchen, aber es einem anderen vorzuwerfen, macht einen nicht glücklicher und es löst auch nicht die Probleme, die man hat.<<
                    das weiss ich doch. Ich versuch lediglich, mich in die Situation dieser Mütter hinein zu versetzen

          ich meine damit, dass das doch noch mal eine ganz andere Nummer ist, also sich nur um sich selbst zu sorgen

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