Mindestlohn

    • (1) 20.04.15 - 15:20

      Ich habe heute eine Freundin getroffen und uns über ihren Job unterhalten. Sie ist Kellnerin und ich habe sie gefragt ob sie vom Mindestlohn profitiert. Sie meinte es hat sich für sie nichts geändert.

      Weil der Chef entschieden hat, das ganze Servicepersonal muss das Trinkgeld abgeben #schock Ich dachte sie verarscht mich und konnte es nicht glauben #gruebel Doch sie meinte es ist wirklich so. Früher hatte sie manchmal 80 bis 100 EUR Trinkgeld pro Schicht, also ca. 10 Euro pro Stunde extra. Und das ist nun vorbei und der Mindestlohn ist im Endeffekt viel weniger. Irgendwie finde ich nicht, dass das Sinn der Sache, ist, oder? #kratz Mal ganz davon ab, dass ich nicht wusste, der Chef einfach sagen kann dass er das Trinkgeld einkassiert #schock Geht sowas überhaupt? #aerger Ich dachte das wäre rechtlich garnicht möglich.

      Also wenn ich in ein Restaurant gehen würde und wüsste dass die Kellnerin das Trinkgeld nicht behalten darf, dann würde ich kein Trinkgeld mehr geben #aerger Also, kann mir jemand erklären was der Sinn des Mindestlohns sein soll wenn jeder einen Weg sucht ihn zu umgehen? Ich habe von einigen Hiwis an der Uni gehört, dass sie einfach mehr arbeiten müssen, also mehr Aufgaben pro Zeit erledigen seit dem Mindestlohn. Das ist doch auch Trickserei. #aerger
      Was sagt ihr dazu?

      • Ist es denn so schwierig, als Kellnerin einen anderen Arbeitgeber zu finden?

        http://de.wikipedia.org/wiki/Trinkgeld

        "Trinkgelder sind keine Arbeitgeberleistungen und daher nicht Bestandteil des Arbeitslohns."

        Mich würde ja mal interessieren, ob der Chef die Einahmen aus dem Trinkgeld bei der Steuer nicht vergisst. Da ist der nette Herr oder die nette Dame vom Finanzamt für einen Tip sicher nicht undankbar.

        Und wenn sich bei den Servicekräften in der Gegend rumspricht, dass der Chef die Kellner um ihr Trinkgeld bescheißt, sollten da bald nur noch die absolut unvermittelbaren Leute arbeiten. Da sollte er dann recht bald vom Mindestlohn befreit sein, weil er seine Bude dichtmachen kann.

        • Keine Ahnung, muss er das Geld denn versteuern? #kratz Die Kellnerin muss es ja auch nicht versteuern. Ich kenne mich da wie gesagt nicht aus, ich finde es einfach nur menschlich eine echte Sauerei. #aerger
          Sie sucht schon was anderes, aber sie meinte es ist nicht so einfach, da die Arbeitszeiten bei ihr sehr gut waren und nur 5 Minuten mit dem Fahrrad von der Uni und von der Wohnung. Aber sobald sie etwas gefunden hat was annähernd passt auch von der Entfernung her wird sie wechseln. Ich hab schon gesagt ich werde dort nicht mehr hingehen, ich werde auch den anderen Leuten sagen sie sollen den Laden boykottieren #aerger

      "Weil der Chef entschieden hat, das ganze Servicepersonal muss das Trinkgeld abgeben"

      Einfach "drauf scheißen" was der Chef sagt wenn es rechtswidrig ist.

      Der Betriebsinhaber/Chef hat darauf keinen Anspruch, also würde ich ihm auch nix abliefern!

      Ich habe schon früh im Berufsleben gelernt nicht alles zu tun was der Chef/Vorgesetzte einem sagt ;-)

      Gruß
      Demy

      • Ich würde das genauso machen #schein Oder nur die Hälfte abgeben oder so #cool Aber meine Freundin ist viel zu ehrlich. #augen Die hat Schiss dass er sie rausschmeißt. Aber sie sucht ja schon was und ich hoffe sie findet bald was passendes. Aber ich hätte nie gedacht auf welche Ideen manche Menschen kommen wenn es darum geht den Mitarbeitern mehr Geld bezahlen zu müssen #aerger

        • "Aber meine Freundin ist viel zu ehrlich."

          Ein passendes Opfer zum bescheißen und wie man sieht ein gefundenes Fressen für Arschlochchefs.

          Dann muss Sie halt die Kohle abliefern und soll nicht jammern ;-)

          Ich habe schon vieles erlebt im Niedriglohnbereich von Bekannten.

          Den ekelhaftesten Bock abgeschossen hat ein Chef bei einer Bekannten, der eine "psychische Notlage" zu seinen Gunsten ausnutzen wollte und ihr Gehalt für eindeutige sexuelle Dienstleistungen aufbessern wollte.
          Die Bekannte ist halt neben naiv auch noch sehr leicht manipulierbar und psychisch labil gewesen.
          Der Chef hatte fast sein Ziel erreicht, zum Glück hatte sie früh genug davon erzählt.

          Da ist das Trinkgeld abliefern noch harmlos.
          Nichtsdestotrotz bescheißt der Chef Sie.
          Sie braucht nix abliefern von dem Trinkgeld, es steht ihm schlicht nicht zu.

          Sie soll sich nicht zum Opfer machen wegen dem Job.

          "Billigjobs" gibt es wie Sand am Meer, da muss man sich nicht auch noch bescheißen lassen.

          Gruß
          Demy

    Wieso schließt sich das Serviceperspnal nicht zusammen uns sagt dem Chef, daß er das nicht darf. Kündigen wird er wohl niemand, da es gerade sehr sehr schwer ist, auch Servicepersonal zu bekommen.

    Ich würd mir das nicht (mehr) gefallen lassen

    Das Trinkgelder abgegeben werden müssen oder auf die gesamte Mannschaft verteilt werden ist oft üblich. Warum sollte auch dem der serviert einen Mehrlohn bekommen als der der es zubereitet hat?

    Wenn man der Trickserei ein Ende bereiten will dann bestimmt nicht das manche einfach das unversteuerte Geld einfach behalten dürfen. Weder dem Chef noch dem Frontarbeiter.

Es gibt generell gute Gründe kein Trinkgeld zu geben, dies ist nur einer davon.
Trinkgeld ist kein Einkommen, es ist aber eben auch kein Entgeld des Gastes für die Serviceleistung.
Eben deshalb muss es auch nicht versteuert werden und keine Sozialleistungen davon entrichtet werden. Eben auch keine AV, KV und Altersvorsorge.
Genau wie bei der Schwarzarbeit.
Wer niedrige Löhne zahlt und mit Trinkgeld als Zusatzeinkommen argumentiert, bringt die Beschäftigten um ihre Altersvorsorge.
Darum zahle ich kein Trinkgeld!

Hallo,

Die Einzigen die vom Mindestlohn profitiert haben, ist der Staat. Wiedermal etwas mehr Steuern und weniger Leistungen vom Staat.

Die Leute die nun Mindestlohn haben, haben auch höhere Ausgaben, denn die meisten Läden die nun Mindestlohn zahlen, haben ihre Preise erhöht und das wird noch eine Weile so gehen. Und ja, dadurch haben die Angestellten wie Kellner oder Friseusen auch weniger Trinkgeld, da auch die kundschaft weniger gibt.

Gruss

Möglichkeit 1: Sich irgendwo anders einen Job als Kellnerin suchen.

Möglichkeit 2: Etwas Anständiges lernen und richtig arbeiten, da braucht man dann keine Almosen vom Gast.

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