#Regretting Motherhood: neuer Artikel

    • (1) 30.04.15 - 11:57

      Hallo zusammen,

      Mütter, die es bereuen, Mütter geworden zu sein: In den Medien wird das Thema heiß diskutiert und natürlich habt auch ihr diesen Tabubruch sehr interessant und kontrovers diskutiert:

      http://www.urbia.de/magazin/familienleben/muetter/regretting-motherhood---darf-man-es-bereuen-mutter-zu-sein

      Jetzt gibt es einen Artikel von urbia-Autorin Gabriele Möller zu dem Aufreger-Thema:

      http://www.urbia.de/magazin/familienleben/muetter/regretting-motherhood---darf-man-es-bereuen-mutter-zu-sein

      Wir freuen uns, eure Ansichten zu lesen.

      Viele Grüße
      euer urbia-Team

      • Ich finde dieses Thema sehr, sehr schwierig.

        Zum Einen glaube ich tatsächlich auch, dass es etwas mit den Menschen an sich zu tun hat. Ein bisschen, dass man verpassten Chancen nachtrauert. Man vielleicht denkt, dass man einen besseren Job hätte, man mehr Zeit für sich hätte.

        Es hat also für mich durchaus etwas damit zu, was für eine Einstellung man zu seinem eigenen Leben hat und darauf habe ich aktiv auch einen Einfluss.

        Zudem kann man dabei auch nie für genau die Menschen überprüfen, wie es denn in die andere Richtung aussehen würde. Was wäre, wenn sie keine Kinder hätten? Würden sie das dann bereuen? Denken, dass sie zu viel Zeit für Beruf und Hobbys investiert hätten und zu wenig Zeit für Familie?

        Die Begründung mit dem "Mehrwert" finde ich zudem etwas flach. Was genau ist denn Mehrwert? Dass ich jeden Monat tausende von Euro auf dem Konto habe? Dass ich einen Sinn in meinem Leben habe? Dass ich sehe, dass etwas, wofür ich arbeite, sich zu etwas Gutem entwickelt? Dass ich Anerkennung für meine Arbeit bekomme?

        -Gut, Geld verdienen ist eine Sache. Aber Geld macht nicht glücklich.
        -Hmm, ergibt ein Job in einem Büro wirklich immer so viel Sinn. Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich, dass ich in meinem Job absolut ersetzbar bin. Es wird auch von meiner Arbeit nichts bleiben. Sie ist vergänglich und im Prinzip "unwichtig".
        -Das kann ich bei einem Kind ja definitiv.
        -Inzwischen glaube ich, dass Mütter in der Öffentlichkeit schon recht gut geschätzt werden. Klar gibt es immer Diskussionen, aber es ist vielen durchaus bewusst, dass man auch als Mutter etwas leistet.

        Ich kann nachvollziehen, dass man gewisse Schritte in seinem Leben bereut, allerdings glaube ich nicht, dass man immer alles öffentlich aussprechen muss. Natürlich sollte man mit engen Vertrauten oder im Notfall auch mit Psychologen darüber sprechen können, aber von dieser Sache sind immer mehr Menschen betroffen.

        Auf der anderen Seite steht ein Kind. Das Kind konnte sich die Mutter ja nicht raussuchen. Auch, wenn die Mütter sagen, dass sie ihre Kinder lieben, ist es trotzdem etwas Persönliches. Es betrifft das Kind und es wird ein Kind auch verletzen. Ich denke, die meisten von uns, würden sich überlegen, was SIE falsch gemacht haben, dass ihre Mutter so denkt.

        Und ich weiß auch nicht, ob es nicht auch doch Einfluss auf die Liebe zum Kind hat. Meine Liebe zu meinem Sohn hängt auch damit zusammen, dass ich mit Haut und Haaren "ja" zum ihm sagen kann. Wenn ich es bereue, eine Mutter zu sein, kann ich das nicht mehr. Da ist immer ein "aber".

        Hallo,

        Ich sehe auch den Vater als Schlüsselposition an.

        Wie ja schon gesagt wurde, es geht nicht um die Liebe zum Kind, sondern um die Muttertätigkeiten.

        Für unsere Gesellschaft ist es selbstverständlich, dass wir beruflich und privat nach einer Geburt pausieren.
        Vor kurzen hatten mein Mann und ich Bewerbungsgespräche. Bei mir ging es 90% um die Frage, wie ich den mein Kind betreut bekomme, bei meinem Mann kam nur einmal "ein Kind, aha, ok". (Wir arbeiten in derselben Branche, normale Bürojobs)

        Erst als er nachbohrte mit flexiblen Arbeitszeiten wurden die meisten stutzig.
        Ganz ehrlich: das ärgert mich! Ich habe sogar die höhere Qualifikation als er. Wieso ist das immer noch so? Wir sind beide Erziehungsberechtigte und Verpflichtet?
        So wie ich eine innige Beziehung zu meinem Kind habe, liebt es seinen Vater doch genau so. Er will auch Zeit verbringen mit seinen Papa.

        Warum nehmen die meisten Männer nur 2 Monate Elternzeit, wenn überhaupt? Wieso wird mein Mann als Exot betrachtet, wenn er nach mir ebenfalls 7 Monate Elternzeit nehmen will?

        Alle meine männlichen Kollegen, die Väter geworden sind, haben exakt genauso weiter gearbeitet wie vorher.

        Es gibt sogar ne Studie, die belegt, dass die Arbeitszeit der Männer nach der Geburt steigt. Wieso? Jetzt erst recht? Eigentlich ist doch ein Kind daheim.

        Mein Opa, mittlerweile 75 Jahre alt, hat mal den Satz loslassen: Er (Unternehmer) würde einfach keine Frau einstellen, weil sie ein Kind bekommen und ausfallen kann.

        Wieso hat man bei Männern keine Angst, dass sie ausfallen?

        Ich persönlich bin glücklich mit meiner Rolle als Ganzes.
        Mein Kind wird von liebevollen Personen betreut: mein Mann, ich und Erzieherinnen in der kleinen Kita.

        Wir arbeiten beide Vollzeit (35h flexibel versetzt - Dank Gewerkschaft), kann also trotz meiner jungen Mutterschaft mich beruflich noch entfalten und weiter kommen. Und ja, dafür habe ich auch Abitur gemacht und anschließend studiert. Das war harte Arbeit, die man nicht einfach aufgeben will. Natürlich liebe ich es auch um 14 Uhr das Büro zu verlassen und anschließend mit meinem Sohn im Garten zu spielen.

        Mein Mann und ich teilen uns abends die Hausarbeit und wenn z.B. am Wochenende Besuch kommt, ich aber noch zu lernen hatte, dann hat eben er den Kuchen gebacken.

        Auch an so kleine Dinge merkt man Unterstützung.
        Es geht einfach nicht, dass wir alleine die 24/7 Multijobberinnen sind, aber mit tatkräftiger Unterstützung des Partners ist da schon mehr möglich.

        Das heißt für mich Gleichberechtigung, aber das ist vor allem auch eine Einstellung in der Partnerschaft.

        Lg

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