#merkelstreichelt

    • (1) 17.07.15 - 13:02

      Hallo zusammen,

      wahrscheinlich habt ihr es schon gesehen:

      https://www.youtube.com/watch?v=fRFzPvpJ6Kk

      Angela Merkel erklärt einem 14-jährigen Flüchtlingsmädchen aus Palästina, die nach 4 Jahren mit ihrer Familie zurück muss, dass nicht alle Flüchtlinge bleiben können. In den Lagern dort würden Tausende warten, wir könnten nicht alle aufnehmen.

      Die Schülerin bricht darauf hin in Tränen auf und Frau Merkel versucht, zu trösten.

      Ich bin ziemlich entsetzt über dieses Video.

      Zwischen namenlosen Flüchtlingen in Lagern, die dort sind und einem inzwischen integrierten, perfekt deutsch sprechendem Mädchen, das nach dem ersten Eindruck auch noch intelligent, ehrgeizig und mutig ist, sehe ich schon einen Unterschied.

      Nämlich, dass sie schon da ist! Ich dachte immer, wir brauchen Nachwuchs...

      Mir war auch nicht klar, dass überhaupt nach Palästina abgeschoben wird. Da gibt es doch nur Ruinen und Granaten.

      Ich hoffe sehr, die Familie kann irgendwie bleiben oder in ein anderes Land gehen. Kanada hat doch beim Jugoslawien-Krieg viele junge gemischte Familien aufgenommen.

      Wie denkt ihr darüber?

      LG

      • Hallo,

        das Mädchen wird nicht in ihr Heimatland zurück geschickt, sondern hat nach vier Jahren in Deutschland noch keine endgültige Zusage in Deutschland. Daher ihre Sorge wie es mit ihr und ihrer Familie weitergeht.

        Sie wollte gerne ihre Möglichkeit nutzen, um Frau Merkel eine positive Antwort zu entlocken. Absolut verständlich.

        Ich verstehe aber auch Frau Merkel und kann diese Aufregung um ihr Verhalten nicht verstehen. Man sollte sich schon den ganzen Beitrag anschauen.

        Positiv an der Berichterstattung sollte die Diskussion über Flüchtlinge sein. Alle Flüchtlinge! Und nicht, dass wir uns die besten "aussuchen" dürfen.

        Es geht um die Not jedes Menschen und nicht um unsere Vorteile.

        Viele Grüße

        rabe0510

        • <<<Und nicht, dass wir uns die besten "aussuchen" dürfen.>>>

          Ich lehne mich jetzt mal aus dem schwankenden Boot und frage absichtlich provokant:

          Warum eigentlich nicht?

          Es findet doch sowieso ein "Auswahlverfahren" statt.....völlig undurchsichtig, mit so gut wie keinerlei Effektivität, mit Sachbearbeitern, die dem Namen alle Ehre machen, und den Menschen auf eine Sache reduzieren, empathisch völlig fehl am Platz sind, und ohne Beamtenstatus schon längst selbst auf der gleichen Seite des Tischen stehen würden, wie die Leuten, denen sie heute hochnäsig die Türe vor der Nase zuschlagen.

          Warum nicht endlich mehr Menschlichkeit in der deutschen Bürokratie, die dann wirklich die Besten für Deutschland heraussuchen?

          Nun müssen wir nur noch definieren, was denn "die Besten" sind.

          Mit den BESTEN meine ich persönlich die, die wirklich Hilfe benötigen......oder die, die uns hier in Deutschland helfen können, oder die uns beim helfen helfen können...zB. bei den eigenen Landsleuten z.B. als kulturelle Berater.....

          Die, welche mit ihrer ganzen Familie hier sind, und nicht die, die alleine herkommen und ihre Familie alleine im (angeblichen) Krisengebiet hocken lassen.

          Die, welche Respekt mitbringen, und nicht welche, die den Müll aus dem Fenster werfen, und sich darüber beschweren, wenn wir ihn nicht schnell genug wegräumen.

          Die, welche Lust haben uns hier durch ihre Kultur, ihr Wissen oder ihre Art zu bereichern, und nicht die, die sich nur bereichern wollen.

          Die Besten sollen also meiner Meinung nach ruhig hier bleiben.....herzlich willkommen !

          Die anderen dürfen aber gerne wieder gehen !

          • Ich denke auch, dass unsere Regierung an der Bürokratie und der Vereinheitlichung im Asylrecht arbeiten sollte. Vielleicht, meine Hoffnung, wird dieses Thema nun genauer betrachtet und eine Lösung zielgerichtet für alle Beteiligten verständlich umgesetzt.

            Die Priorität sollte immer auf der Sicherheit der Flüchtlinge liegen. Dabei spielen das Herkunftsland und die politische oder religiöse Situation sicherlich die größten Rollen. Ich möchte niemanden in den Tod schicken und eine Selektion ( in einer wirklichen Notlage) vornehmen.

            Darf jemand aufgrund der Feststellung dieser Notlage in Deutschland bleiben, dann sollte es Auflagen geben, die der Flüchtling erfüllen muss um dieses Aufenthaltsrecht zu behalten bis sich die Situation in seinem Heimatland wieder verbessert. Darunter fallen für mich zum Beispiel keine kriminellen Handlungen vorzunehmen.

            Wenn jemand in dieser Zeit deutsch lernt, sich aktiv in Deutschland einlebt und entsprechende Iniativen zeigt, dann sollte das bei einer möglichen Abschiebung oder Rückführung in sein Heimatland natürlich positiv bewertet werden, wenn er in Deutschland bleiben will. Das halte ich für sinnvoll. Der Status Flüchtling wird dann aufgehoben und er

            bleibt als "normaler" Bürger hier.

            Von daher stimme ich dir sogar zu, dass wir uns dann die "besten" aussuchen. Aber erst dann, wenn eine Sicherheit im Heimatland gegeben ist und niemand anderes darunter zu leiden hat. Naiv zu glauben, dass es wirklich so einfach ist.

            Aber Tränen alleine und ein sympathisches Kind rechtfertigen kein vorzeitiges Bleiberecht. Manch ein Flüchtling hat so viel schlimmeres erlebt und ist vielleicht so traumatisiert, dass er noch nicht in der Lage ist sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ist er deswegen schlechter?

            • <<<ein Flüchtling hat so viel schlimmeres erlebt und ist vielleicht so traumatisiert, dass er noch nicht in der Lage ist sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ist er deswegen schlechter? >>>

              Ich schrieb ja unter anderem auch "Mit den BESTEN meine ich persönlich die, die wirklich Hilfe benötigen"....

              <<<Aber Tränen alleine und ein sympathisches Kind rechtfertigen kein vorzeitiges Bleiberecht.>>>

              Da gehe ich mit Dir konform.....und da gibt es noch viele weiter Gründe, die hier greifen würden.

              LG
              Tomm

          Vorweg: Die Familie wird nicht zwangsläufig in den Libanon abgeschoben - Merkel konnte aber auch per ordre de mufti irgendwelche Zusagen machen. Das ist die Aufregung nicht wert.

          Flüchtlinge kommen hierher, weil sie in ihrer Heimat nicht bleiben können. Sie haben ein Recht hier zu sein, ob sie für unsere Gesellschaft nun nützlich sind oder nicht. Es kommt nur darauf an, dass sie tatsächlich politisch verfolgt werden - was sich im Nahen und Mittleren Osten zur Zeit von selbst versteht, weil alle Parteien Menschen anderen Glaubens oder anderer Glaubensrichtungen verfolgen.

          Wir brauchen aber auch Zuwanderer, damit unsere Gesellschaft nicht überaltert. Wenn Flüchtlinge sich gut integrieren und auch dauerhaft hierbleiben wollen ist das natürlich für uns gut. Für Syrien ist es weniger gut, weil diese Länder die dort ausgebildeten Leute hoffentlich bald für den Wiederaufbau brauchen. Aber Zuwanderer kann man auch aus sicheren Gegenden holen. Nur waren die ersten Anwerbeversuche Fehlschläge. Mit dem Asylrecht hat das nicht das Geringste zu tun. Und um es vorwegzunehmen: Das hat auch nicht mit Armutsmigration innerhalb der EU zu tun.

          • <<<Die Familie wird nicht zwangsläufig in den Libanon abgeschoben - Merkel konnte aber auch per ordre de mufti irgendwelche Zusagen machen. Das ist die Aufregung nicht wert.>>>

            Die kleine rührende Märchenstunde habe ich mit meiner Aussage eigentlich gar nicht gemeint.

            <<<Wenn Flüchtlinge sich gut integrieren und auch dauerhaft hierbleiben wollen ist das natürlich für uns gut.>>>

            Da stimme ich Dir durchaus zu, aber gerade darum muss der "Selektionsprozess" geändert werden, und dafür braucht man Leute die sich darum kümmern WOLLEN, und keine Beamtenärsche, die eigentlich gar keinen Bock darauf haben, sich damit "herumärgern" zu müssen (!).

            • Ich bin Beamtin und die meisten meiner Kollegen geben sich sehr viel Mühe mit den Flüchtlingen. Leider wird das Personal nicht aufgestockt, es sind Aktenberge, die jeder Beschreibung spotten. Mehr mag ich dazu gar nicht sagen.

              • Dann seid ihr vielleicht die nacheiferungswürdigen Ausnahmen.

                Das es natürlich auch betreffend der Anzahl der Sachbearbeiter in so mancher Amtsstube ordentlich hinkt, glaube ich Dir aufs Wort.

                Wenn ich aber unsere lieben Rathausmitarbeiter vor Ort als Beispiel nehme, liegt es eindeutig daran, dass da völlig unfähige Leute arbeiten....und zwar in ALLEN Belangen....und das ist definitiv KEIN Einzelfall....und meiner Meinung nach die Regel und nicht die Ausnahme !

                • Vor meiner Rente 600% Fallsteigerung in 6 Monaten, neue Mitarbeiter: -1, nämlich ich. Neue=0. Es gibt einfach niemanden, der für so wenig Geld so viel arbeiten will. Dazu wird man als Beamter noch dauernd blöd angemacht und als faul bezeichnet. Kein Wunder, dass das niemand mehr studieren mag.

        Du Nazi. Wir sollten jeden aufnehmen der hier her will - und sei es nur wegen dem Nest, was der Sozialstaat bietet!

Hallo,

klingt nach der Perfekten Inszenierung. Ein süßes kleines Mädchen provoziert die Kanzlerin zu der Aussage, dass genau sie in das vom Elend heimgesuchte Palästina abgeschoben werden soll, wie können ja nicht alle aufnehmen.

Die Nation, sonst besorgt um Heim und Frau, hangt um das volle Boot, das kentern könnte, wenn angebliche Heerscharen von Flüchtlingen unser Land überschwemmen, zückt ihr Taschentuch und schimpft über eine Kanzlerin, die nur umsetzt, was die Mehrheit in unserem Land fordert. Rotkäppchen und die böse Wölfin.

Stünde da ein Mann mit massigem Oberkörper, tätowiert an beiden Armen, ebenfalls gut ausgebildet und intelligent, würde Mutti bestimmt nicht vor dem Bildschirm das Taschentuch zücken, sondern wäre froh, dass diese Typen aus unserem sauberen Land abgeschoben werden und keine Gefahr für unsere Frauen und Kinder, und unsere Grundstückspreise, darstellen.

Versteh mich nicht falsch, ich bin auch dafür, dass wir als reiches Land noch mehr Leute, die hier sind, behalten könnten, dass wir noch Flüchtlinge aufnehmen könnten und unsere Politik noch viel mehr tuen sollte und könnte, um das Elend in den Flüchtlingsländern zu mildern. Aber in unserem Land werden Flüchtlingsheime angesteckt und die Leute gehen aus Angst vor Überfremdung auf die Straße. Andere tuen zwar nichts, aber schimpfen bei Bier über die "vielen Ausländer". Angesichts dessen ist der Aufschrei wegen eines weinenden Mädchens scheinheilig, die Abgeschobenen weinen bestimmt alle, wenn sie im Flugzeug sitzen, nur eben nicht vor laufender Kamera.

LG Jupp

Was hätte sie denn sagen sollen?
Klar, ein bisschen emphatischer wäre gegangen aber vom Grundsatz hat sie doch recht, kein Land kann helfen indem einfach ALLE aufgenommen werden.

Es bedarf da auch mehr als nur Deutschland um wirklich was zu ändern, das ist klar
Kein Mensch will einfach so seine Heimat verlassen, da muss in den Ländern selbst angesetzt werden (und bei Ländern in denen gerade Krieg herrscht ist das natürlich wieder eine andere Sache) um es den Menschen zu ermöglichen in ihrer Heimat ein lebenswertes Leben führen zu können
Unser Ort hat zB. ein Partnerdorf in Afrika und durch die Spenden ist jetzt unter anderem die Wasserversorgung gesichert, es gibt Schulen und man kann die Patenschaft für Kinder übernehmen und es ihnen so möglich machen eine wirkliche Zukunft zu haben
Es ist wirklich beeindruckend zu sehen was man mit vergleichsweise wenig (wirklich nur von unserem Ort hier) auf die Beine stellen kann und wenn da alle ihren Teil tun könnte man echt etwas erreichen
Ich finde es wichtig das am Bleiberecht gearbeitet wird, meine Tochter selbst hat eine Freundin die mit der Familie her geflüchtet ist und die sind für mich ein Paradebeispiel (wie auch das Mädchen aus dem Video) dafür das es super klappen kann wenn die Betroffenen auch selbst was dafür tun(!)
Meine Mutter arbeitet nur noch ehrenamtlich und seit dem hier in der Umgebung mehr Flüchtlinge sind ist sie hauptsächlich in dem Bereich tätig und sorry so hart es klingen mag, aber in denen Heimen die sie mitbetreut sind immer ein paar dabei die immer nur alles wollen aber sich in keinster Weise integrieren wollen. Sowas regt echt auf, vor allem wenn man an die denkt die sich tag täglich den A.. aufreissen und schon nach kurzer Zeit ihre ersten Deutsche Sätze können und dann schon strahlend "Danke" sagen wenn man ihnen etwas gibt

Ist eigentlich jemandem klar, dass Fragen bei solchen "Gesprächen" vorher durchgegangen und besprochen werden? Das ist Fernsehbusiness - die wollen keine unkontrollierten Vorkommnisse.

Niemand, wirklich niemand überrascht einen Regierenden bei diesen "Konfrontationen" mit einer Frage.

Dies wird auch sehr gut deutlich, als mitten im Gespräch erwähnt wird: "Da war doch noch etwas"....oder so ähnlich.

Das mildert sicherlich nicht das Schicksal vieler Familien. Aber dieses Gespräch war geplant und das Mädchen hat sehr wahrscheinlich vor lauter Aufregung ein paar Tränen vergossen. Daher auch der Kommentar der BK.

Und ganz abgesehen von meiner Meinung zur deutschen Flüchtlingspolitik glaube ich nicht, dass dieses Mädchen erst seit 4 Jahren in Deutschland ist. Ich kenne sehr viele Flüchtlingskinder oder Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die seit Jahren vollkommen integriert sind - aber bei weitem nicht so akzent- und fehlerfrei deutsch sprechen. Ich glaube es ihr einfach nicht.
Sie wurde für diese Frage ausgesucht, hat sich aufgeregt, die BK hat mehr oder minder sensibel darauf reagiert - und jetzt wird sie für ihre Worte und die Reaktion im Netz fertig gemacht.

Ich denke nicht, das solche "Gesprächsrunden" efektiv etwas am politischen Geschehen ändern können. Das ist einfach nur "Futter für die Masse", damit man mal wieder etwas zum diskutieren hat.

LG

  • Oh doch das ist möglich, mit ein bisschen Sprachbegabung!
    Meine Tochter hat einen Freundin die aus dem Irak kommt. Kam auch vor knapp 5 Jahren und spricht ohne einen Akzent (dasselbe gilt für ihre Schwestern) und hat sogar in der Zeit mit guten Noten den Realschulabschluss und die Fachhochschulreife geschafft
    Das kannst du echt nicht verallgemeinern

    Ich habe sogar Freunde die 2 Sprachig aufgewachsen sind oder als Kleinkinder nach Deutschland kamen und die haben schon immer einen Akzent gehabt.

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