Westen verrät Kurden für Kampf gegen IS

    • (1) 27.07.15 - 09:21

      Was haltet ihr von der aktuellen Entwicklung? Das die Westmächte (allen voran die USA) es billigen, dass die Türkei nun eher die Kurden bekämpft als den IS?! Die Türkei hat in den letzen Tagen sogar YPG Camps in und um Kobane bombardiert und Versorgungsrouten zerstört. Dabei wäre ohne die Kämpfer der YPG die Befreiung der großen Gebiete in Nordsyrien gar nicht möglich gewesen und auch im Irak waren die YPG Kämpfer die einzigen, die nicht vor dem IS flohen sondern kämpften und so wichtige Orte einnehmen konnten. Deutschland hat den Kurden ja auch ne menge Waffen geliefert. Jetzt tut man so als hätte es das alles nie gegeben und billigt das Verhalten der Türkei, nur, damit man die Luftstützpunkte in der Türkei nutzen kann. Ich frag mich, in was für einer Welt wir leben in der man einen Verbündeten, ohne den ganze Länder überrannt worden wären, einfach fallen lässt wie eine Kartoffel und statt dessen mit den dummen Türken zusammen arbeitet, die den IS für harmlos halten. man man man

      • Die Türkei ist nicht der ganze Westen.

        Die Kurden haben jahrzehntelang für einen eigenen Staat gekämpft, die PKK der türkischen Kurden gilt als Terrororganisation. Ihren verlustreichen Kampf gegen den IS wollen sie sich wohl damit bezahlen lassen. Genau das will die Türkei verhindern und deshalb galt sie sogar als Unterstützerin des IS.

        Was Erdogan jetzt eigentlich vorhat weiß wohl niemand. Bisher hat er nur kurdische Kämpfer angegriffen. Das NATO-Land kann aber schwerlich auf Seiten des IS die Kurden bekämpfen.

        Wir werden sehen, was dabei herauskommt - im Moment ist Frieden jedenfalls entfernter denn je.

        • Der Westen billigt es aber! Deutschland hat doch sogar Waffen an die Kurden geliefert mit dessen Hilfe die Peschmerga und YPG und PKK Kämpfer viele Gebiete vom IS befreien konnte. Und nun sieht die Kanzlerin zu, die die Türken diese Erfolge drohen zu vernichten in dem sie deren Stellungen ausbomben lässt. Die Kurden haben KEINE Anstalten gemacht der Türkei auch nur im geringsten zu schaden. Es geht Erdogan nur im Innenpolitische Themen.

          Und so ein Staat will in die EU. Nein Danke. Ich bin auf jeden Fall pro Kurdistan! Nur dank ihnen wird der IS in Schach gehalten. Die USA bomben doch nur, wenn Ölfelder bedroht sind und die irakische Armee läuft vor dem IS davon. Die syrische Armee braucht man gar nicht mehr erwähnen, die existiert de facto nicht mehr. Assad wird nur noch von Palästinensern geschützt, die in Syrien leben.

      Die YPG ist aus der PKK hervorgeganen und das ist eine Terrororaganisation, auf deren Konto 35 Anschläge gehen. Der Konflikt hat seit den 80er Jahren über 40 000 Opfer gefordert. Für uns mag die YPG oder PKK das kleiner Übel im Vergleich zu IS zu sein. Für die Türkei ist sie das nicht.

      Insgesamt ist der Konfilkt mit den Kurden aber ein sehr komplexes Thema.

      • Ich finde die Gewalt der PKK gerechtfertigt, vor allem Angesichts der Tatsache, dass viele (wir du) deren Leiden ausblenden.

        Denn nach der Niederlage des osmanischen Reiches im ersten Weltkrieg (1920) wurde im Vertrag von Séveres (Artikel 62) festgelegt, dass ein ein autonomes Kurdistan geben wird. Die Türken kämpfen dann MIT DEN KURDEN unter Kemal Attatürk gegen die Siegermächte (türkischer Befreiungskrieg) an dessen Ende die Aufhebung dieses Vertrages stand. Attatürk hatte den Kurden vieles versprochen, unter anderem ein autonomes Kurdistan, wenn sie für ihn kämpfen wurde. Nach dem Befreiungskrieg und dem Sieg gegen die Siegermächte wurde die türkische Republik gegründet. Attatürk lies dann die Führer der Kurden ermorden, deportieren. Er verbot die kurdische Sprache und deren Traditionen. Die Kurden bekamen die ganze Gewalt des türkischen Staates zu spüren. Die Folgen waren natürlich Aufstände der Kurden, die die Türkei aber als Terror verkaufte und so die Legitimität zur Gewalt gegen Kurden bekam. Die PKK wurde erst 1973 gegründet, die Unterdrückung der Kurden findet seit 1923 statt. Ziemlich lange waren sie ruhig.

        Und nun wiederholt sich die Geschichte: Erdogan lässt Kurden gegen den IS kämpfen. Es sind wieder Kurden, die ihren Erzfeind (Türkei) schützen und die gemeinsame Grenze von Türkei und Syrien vom IS befreien. Von den vielen anderen Erfolgen der Kurden mal ganz abgesehen. Sie hatten die Hoffnung, in den von ihnen befreiten gebieten endlich ein autonomes Kurdistan errichten zu können. Und wieder sind es die Türken, die ihnen jetzt in den Rücken fallen. Die den IS besser finden als Kurdistan.

        Fazit: Ohne den Betrug der Türken an den Kurden hätte es die PKK und Gewalt gegen türkische Nationalisten nie gegeben. Und nun ist es wieder die Türkei, die die PKK zum Aufkündigen der Waffenruhe zwingt.

        • "Ich finde die Gewalt der PKK gerechtfertigt, vor allem Angesichts der Tatsache, dass viele (wir du) deren Leiden ausblenden."

          Woraus liest du, dass ich das Leid der Kurden ausblende? Oder dass ich das Vorgehen der Türkei gutheiße? Ich finde es nur richtig abgeschmackt, die PKK und ihre Ableger als Helden darzustellen. Ich bin im Allegmeinen immer gegen Gewalt, gegen Zivilisten aber im Besonderen. Die PKK ist in Dörfer und Siedlungen eingefallen und hat unschuldige ermordet und verschleppt. Wir wollen jetzt nicht so tun, als seinen sie tugendhafte Ritter, die die Welt von Leid befreien, gell?

          Ich heiße es ganz bestimmt nicht gut, was die Türken mit den Kurden gemacht haben. Aber ich lese hier schon eine ganze Weile mit und finde es bigott, dass ausgerechnet jemand, der gegen jegliche Fremdenkultur und absolute Anpassung von Ausländern im eigenen Land ist, sich dafür stark macht, dass Kurden in der Türkei ihre Traditionen leben dürfen.

          • " finde es bigott, dass ausgerechnet jemand, der gegen jegliche Fremdenkultur und absolute Anpassung von Ausländern im eigenen Land ist" Meinst du mich?! Wüsste nicht, dass irgendwo so geschrieben zu haben. Zeige mir das bitte...

            Es geht darum, dass Kurden in Kurdistan ihre Traditionen leben sollen und autonom sind. Nicht in der Türkei, diesem Gebilde nationalistischer Kräfte.

            Helden sind die Kämpfer der PKK wahrlich nicht, wohl aber die YPG/Peshmerga die gegen den IS kämpfen. Ich sagte auch nur, dass ich den Freiheitskampf der PKK verstehe. Sie hat ja "nur" auf die Aggressionen der Türken reagiert.

    Hallo,

    das Problem ist halt:

    Die türkische Regierung setzt die Terrororganisation PKK mit den Kurden gleich.

    Ihnen ist da erst einmal egal, dass es Kurden gibt, die sich gegen den IS stellen und mit NATO-Unterstützung gegen den IS kämpfen.

    Die Frage, die man sich hier stellen muss:

    Sind wir froh, dass die Türkei den IS nicht mehr unterstützt, sondern gegen ihn angeht, auch, wenn dabei die Kurden in Mitleidenschaft gezogen werden oder verurteilen wir die Türkei und riskieren damit, dass sie sich doch wieder auf die Seite des IS schlägt, weil der ja gegen die Kurden kämpft?

    In meinen Augen ganz schwierig.

    GLG

    • Gute Frage...

      Ich glaube, dass die Türkei mehr die PKK bekämpft als den IS. Erdogan kann den IS gar nicht hart angehen, weil er dann die Mehrheit der Wähler verliert. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass es bald Neuwahlen geben wird. Sobald die Umfragewerte steigen wird Erdogan das anstreben um endgültig einen Führerstaat zu errichten. Denn die meisten Türken ist der IS egal, sie sind aber gegen die Kurden. Das sieht man immer wieder wenn Wahlen statt finden...

      Ich bin dafür den Kurden die Gebiete zu geben, die sie vom IS befreien. Gebiete, auf die sie historische Ansprüche haben. Gebiete, in denen es eine Allianz aus vor Waffen starrenden Armeen nicht geschafft hat, den IS zu vertreiben. Schau dir nur mal Erbil an im Irak. Die Kurden verwalten diese Gebiete und es sieht dort ganz anders aus als im Rest des Landes. Modern und westlich. Jeder kann seine Religion ausleben...

      LG

      • Was Erdogan kann oder nicht kann wissen wir alle noch nicht.

        Bisher ist er jedenfalls gegen Kurden vorgegangen und nicht gegen den IS. Das ändert sich noch - auch Erdogan kann nicht mit dem IS gegen die Kurden vorgehen.

        Die PKK und ihr syrischer Ableger gelten als Terrororganisationen. Es ist nur möglich, dass genau diese Terrororganisationen die Kämpfer gegen den IS stellen. Die irakischen Peschmerga wären ohne die westlichen Luftangriffe jedenfalls sofort überrannt worden.

        • "Die irakischen Peschmerga wären ohne die westlichen Luftangriffe jedenfalls sofort überrannt worden."

          Entschuldige aber das ist ja Blödsinn. Die Peshmerga hielten ihre Gebiete schon lange bevor der Westen eingriff oder wir in Europa überhaupt von "dem IS" gehört haben. Damals hatte das Kind nur einen anderen Namen (ElQaida im Irak).

    Kurden werden unterdrückt und sympathisieren auch deshalb mit den kurdischen Befreiuungs- oder auch Terrorbewegungen.

    Ich wüsste auch nicht, wer eigentlich genug Soldaten gegen den IS stellen kann, wenn nicht diese Organisationen. Die irakischen Peschmerga allein wären dazu schlicht nicht in der Lage gewesen.

Ehrlich gesagt habe ich von der Türkei nichts anderes erwartet.

Die ganzen Kriege der letzten Zeit haben mich komplett desillusioniert, was jegliche Friedensbemühungen weltweit angeht.

Die wollen alle nur schiessen (im übertragenen Sinne, es geht immer nur um die eigenen Interessen, werden die nicht bedient, gibt es Ärger, in welcher Form auch immer), nicht Frieden schliessen.

Und damit meine ich ALLE.

Deutschland ist nicht viel besser.

Wer liefert schliesslich die Waffen in den Nahen Osten?
Um der lieben Wirtschaft Willen.
Friedensbemühungen?

Denkste.

Ich kotze im Strahl.

#putz

  • "Wer liefert schliesslich die Waffen in den Nahen Osten?
    Um der lieben Wirtschaft Willen."

    Also die Waffen an die Kurden waren geschenkt und Waffen an Saudi Arabien finde ich auch korrekt. Denn sie sind, wenn auch keine Demokraten, die einzigen Garanten für Stabilität: Denn bei allem Islamismus, ihren Reichtum (Öl) werden sie niemals aufgeben wollen und ihn verteidigen.

    Ansonsten halte ich Lieferungen von Waffen in solche Regionen auch für falsch. Das Argument ist aber immer, dass dann jemand anders liefert. Das stimmt ja auch. Auch hängen viele Arbeitsplätze an der Rüstungsindusrtrie.

    Aber Waffenexport ist eh so ein Thema wo man sich tot diskutieren kann. #kratz

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