Zäune gegen Flüchtlinge

    • (1) 13.08.15 - 13:53

      Es ist noch gar nicht so lange her, da gingen Bilder um die Welt, wie ein Mann einen Zaun mit einem Bolzenschneider durchtrennte und die ganze Welt jubelte. Der eiserne Vorhang war Geschichte. Jetzt werden wieder Zäune gebaut, um Flüchtlinge abzuhalten. Griechenland hat es 2012 vorgemacht und Zäune, Gräben, Überwachungsanlagen und Mienenfelder an der Grenze zur Türkei errichtet. Nun folgen Bulgarien und Ungarn. Die EU-Kommission kritisiert zwar, aber Konsequenzen gibt es anscheindend keine. Man muss sich mal vor Augen halten, dass man bei uns keinen Stacheldraht für Tiere, wie Pferde und Lamas verwenden darf, da die Verletztungsgefahr zu hoch ist. Gegen Menschen dürfen wir es anscheinend schon. Mal abgesehen davon, hat jeder Flüchtling ein verfassungsmäßiges Recht darauf, dass sein Antrag auf Asyl in einem ordentlichen Verfahren geprüft wird, sobald er die Staatsgrenze überschritten hat. Durch die Abschottung wird er von seinem Recht abgehalten. Ich möchte nicht in einem Europa leben, dass Menschen davon abhält von ihrem Recht gebrauch zu machen. Amnesty International hat fälle dokumentiert von Flüchtlingen, die es trotz dieser Abwehrmaßnahmen nach Griechenland oder Bulgarien geschafft haben, die man aber zurückgeschickt hat ohne das sie eine Chance hatten einen Asylantrag zu stellen. Das ist nicht nur unmenschlich - das ist auch illegal.

      Der Bau von Zäunen, Gräben, Überwachungssystemen und Grenzkontrollen verschlingt Milliarden Euro. Auf der anderen Seite wird aber immer wieder gejammert, dass kein Geld für Flüchtling da sei.

      Ich weiß, dass Flüchtlinge in ganz Europa ein Problem darstellen. Ich möchte die Probleme auch nicht ausblenden oder wegdiskutieren. Eine Lösung für diese Probleme hab ich auch nicht part, aber diese Abschottung ist unmenschlich und eine Lösung auf Kosten der Menschlichkeit kann nicht die richtig sein.

      • Es zeigt die Hilflosigkeit der Situation Herr zu werden!

        Statt hier die Moralkeule zu schwingen , bring ein paar Lösungsvorschläge (das wäre wesentlich zielbringender!)

        " Ich möchte nicht in einem Europa leben, dass Menschen davon abhält von ihrem Recht gebrauch zu machen..."
        dann zieh aus Europa weg oder tue was anderes als zu meckern!

        " hat jeder Flüchtling ein verfassungsmäßiges Recht darauf, dass sein Antrag auf Asyl in einem ordentlichen Verfahren geprüft wird, sobald er die Staatsgrenze überschritten hat..."

        DIE STAATSGRENZE ÜBERSCHRITTEN HAT-genau das ist der Punkt!
        Das bedeutet nicht, dass jeder Staat jeden in sein Land lassen muss. Jedes Land darf seine Grenzen schützen, ob uns das gefällt oder nicht!

        Ich bezweifle dass dein Beitrag irgendeine Hilfe in der Problematik bewirkt.
        Vielmehr erscheint mir, dass je mehr über das Thema Flüchtlinge in den Medien usw berichtet wird , umso genervter und ablehnender wird die Haltung vieler Menschen dazu.

        Karna

        • Warum reagierst du so aggressiv?

          "Vielmehr erscheint mir, dass je mehr über das Thema Flüchtlinge in den Medien usw berichtet wird , umso genervter und ablehnender wird die Haltung vieler Menschen dazu."

          Soll das heißen man soll das Problem am besten tot schweigen und nicht darüber sprechen? #kratz

          "Das bedeutet nicht, dass jeder Staat jeden in sein Land lassen muss. Jedes Land darf seine Grenzen schützen, ob uns das gefällt oder nicht!"

          Klar, man muss niemanden rein lassen. Hauptsache uns geht es hier gut, wir haben unseren Wohlstand und alles was um unseren Grenzen herum passiert, das ist doch deren Bier. #augen

          Egal ob sie draufgehen oder umgebracht werden, vor den Toren Europas absaufen, was juckt uns das???

          • "Hauptsache uns geht es hier gut, wir haben unseren Wohlstand und alles was um unseren Grenzen herum passiert, das ist doch deren Bier"

            du wohnst in der Türkei oder Bulgarien oder Ungarn? #schock

            Um die Länder ging es doch wohl! Oder hat Deutschland auch schon Zäune errichtet?

            "Soll das heißen man soll das Problem am besten tot schweigen und nicht darüber sprechen? "
            Wer schreibt was von todschweigen?
            Ich schrieb von TUN statt reden!!!

            • Mir geht es um Europa, wie sich die Länder Europas gegen die Flüchtlinge abzugrenzen versuchen. Und wir sind auch ein Land Europas. Und uns betrifft das ganze auch, obwohl wir kein Land an der Aussengrenze sind. Sogar in Deutschland wo verhältnismäßig wenige Flüchtlinge sind, reagieren viele Menschen ablehnend, ich will nicht wissen wie wir hier reagieren würden wenn täglich tausende Menschen mehr ankommen würden.

              Und das was ich sagte gilt für alle Länder und viele Menschen, egal in welchen Ländern. Sie helfen gerne so lange sie den Gürtel nicht enger schnallen müssen, aber sobald sie das Gefühl haben ein Stück von ihrem Kuchen abgeben zu müssen, ist es vorbei. Da werden eben auch Stacheldrahtzäune gebaut. Egal was mit den anderen "draußen vor der Tür" geschieht.

              • Ich denke nicht , dass pauschalisieren etwas bringt!

                Aber nun mal Budder bei de Fische...
                Wo schnallst du denn deinen Gürtel zugunsten der Notleidenden enger?
                Gibst du von deinem finanziellen und materiellen "Kuchen" etwas ab?
                Ich meine nicht die Dinge von denen du meintest , dass du sie nicht mehr bräuchtest und sie deshalb gespendet hast, sondern in einem Mass was deinen Lebenstil schon spürbar eingeschränkt hat!

                Man kann immer schnell über das richten, was andere tun.
                Aber jede Veränderung begann im Kleinen, alles Große begann klein, alles wurde von irgendwem begonnen und dem schlossen sich andere an !
                Ich habe noch nie etwas erlebt was nicht so begonnen hätte!

                Also statt meckern -TUN!

                Das viele Menschen ablehnend reagieren, hat viele Gründe!
                Einige davon sind hausgemacht! Wenn der Bevölkerung vorgemacht wird , dass mit den Asylantenunterkünften alles easy going ist, statt die Karten auf den Tisch zu legen....
                Wenn Ängste abgetan werden, statt z.B Kontaktdaten zu verteilen, wo sich die Menschen bei Problemen hinwenden können, usw
                Und ja ich kann verstehen, dass Menschen die ihre Häuser da haben, wo die Unterkünfte entstehen . weniger begeistert sind , denn sie bekommen ihre Häuser nicht mehr verkauft! Die sind der Situation auch auf Gedeih und Verderb ausgeliefert!
                Und genau da sollte man eben nicht so einfach drüberweg gehen.

                Ja die Flüchtlinge brauchen Hilfe und müssen vernünftig untergebracht werden.
                Ja viele der Flüchtlinge haben schlimmes erlebt und manche wollen auch einfach "nur" etwas abhaben von dem "Kuchen".
                Aber es muss deshalb nicht jeder vor Freude in die Luft springen!

                Ich denke wenn du in den Schuhen von Anwohnern stecken würdest neben einem Asylantenheim in dem es nicht so super läuft und du da in deinem Wohneigentum wohnst (vor wenigen Jahren gekauft)... ich bin mir ziemlich sicher du würdest auch diese Ängste nachvollziehen können.

                außerdem ist ein großer Punkt für die Ablehnung oft auch die Verteilung der Flüchtlinge.
                Sie sind meiner Meinung nach schlecht verteilt so entsteht schnell der Eindruck von Flüchtlingen "überrannt" zu werden.
                hier ein interessanter Artikel:
                http://www.n-tv.de/politik/Woher-kommen-all-die-Fluechtlinge-article15691606.html

                "Übrigens: Dass Deutschland "ausländischer" wird, liegt auch an der Abwanderung. Seit Jahren wandern mehr Deutsche aus, als wieder zurückkehren. Per Saldo verliert die Bundesrepublik pro Jahr rund 25.000 deutsche Staatsbürger."
                Warum wohl? Weil es in Deutschland so ein Paradies ist?

                • "....."Übrigens: Dass Deutschland "ausländischer" wird, liegt auch an der Abwanderung. Seit Jahren wandern mehr Deutsche aus, als wieder zurückkehren. Per Saldo verliert die Bundesrepublik pro Jahr rund 25.000 deutsche Staatsbürger."
                  Warum wohl? Weil es in Deutschland so ein Paradies ist?....."

                  http://www.svr-migration.de/presse/presse-forschung/auswanderung-aus-deutschland-ueberwiegend-auf-zeit/

                  http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zahl-der-auswanderer-sinkt-immer-mehr-deutsche-kehren-zurueck-a-925134.html

                  Kann ja so schlecht hier nicht sein......

                  Was sollte der TE deiner Meinung nach TUN? Ich wäre da offen für Vorschläge, denn Angesichts dieser Abschottungspolitik fühle ich mich machtlos.

                  "Einige davon sind hausgemacht! Wenn der Bevölkerung vorgemacht wird , dass mit den Asylantenunterkünften alles easy going ist, statt die Karten auf den Tisch zu legen...."

                  Wer macht dir denn sowas vor? Ich muss gestehen, dass ich skeptisch war, als immer mehr Flüchtlinge auch in unseren Ort einzogen. Ich hatte Vorbehalte. Das gebe ich ganz offen zu. Ich muss aber feststellen, dass hier wirklich alles "easy going" ist. Liegt vielleicht auch daran, dass man die Flüchtlinge hier dezentral unterbringt. Es gibt hier keine Heime mit mehr als 30 Einwohnern. Dafür gibt es viele Kleine. Zum Teil, werden auch nur vereinzelte Wohnungen angemietet.

                  • "Was sollte der TE deiner Meinung nach TUN?" Du hast hoffentlich hier nichts aus dem Kontex genommen (wie in deinem anderen Beitrag ;-))
                    Zum sicheren Verständnis gebe ich ihn gern nochmal an.

                    Meine Fragen an die TE was sie denn tue beziehen sich auf ihre Aussage, dass ja niemand was von ihrem Kuchen abgeben wolle.
                    Wer so selbstlos ist der kann ja mal anfangen die monatlichen Kosten für einen Flüchtling zu übernehmen ( soll sich so um die 1000 Euro mtl bewegen lt Internet)
                    Vielleicht spendiert ja jemand sein Grundstück mit Häuschen und zieht in eine Mietwohnung...
                    Ich denke so weit geht die Nächstenliebe hier kaum!

                    Ein bisschen von den Sachen spenden, die uns nicht mehr passen, mal 20 Euro, ehrenamtlich mal einige Stunden (wovor ich höchsten Respekt habe) , das ist es dann meist auch. Aber das sind keine Dinge , wo wir uns in unserem Alltag in unserem Lebensstandart einschränken müßten.

                    Ich wollte der TE durch meine Fragen mal vor Augen führen, dass sie ggf auch nichts von ihrem Kuchen abgibt. Die meisten sind hier nicht besser oder schlechter als Andere.
                    Und ich finde es zum k..., dass hier jeder, der nicht gleich vor Freude in die Luft springt, angefeindet wird bis hin zur Unterstellung von Feindlichkeit den Flüchtlingen gegenüber.
                    Was in den meisten Fällen absoluter Schwachsinn ist.

                    Bei uns wurden in der Informationsrunde jegliche Ängste weggebügelt mit den Parolen, wir sind menschlich verpflichtet zu helfen usw.
                    Ich finde angesichts der Probleme die es in den Flüchtlingsheimen schon gegeben hat, sind die Ängste auch begründet und man nimmt sie nicht, indem man mit Parolen niedergebügelt wird!
                    Auch der Einwand des Wertverlustes von Immobielien wird einfach weggebügelt, aber er ist einfach da. Kein Mensch kauft sich eine Immobilie neben bzw in der Nähe von einem Asylantenheim! Nicht für den Preis den man vorher gezahlt hätte.
                    Da gibt jemand von seinem Kuchen , allerdings nicht weil er es so entschieden hat.

                    Bei uns gibt es größere Heime in unserer Stadt das eine wurde durch Container aufgestockt zu einem Containerdorf. Man hört als weiter weg wohnender nichts über Probleme in dem Heim, ein weiteres eröffnet jetzt zum neuen Schuljahr, direkt am Schulzentrum. Es soll 150 junge Männer beherrbergen.

                    Es wird nicht erzählt, dass Schlepper nachts die Menschen vor den Heimen ausladen und die Heime schnell überbelegt sein können ( was sollen die Heime auch machen, wenn die Menschen vor der Tür stehen?)
                    Das gerade übervolle Heime das Potenzial von Problemen unter den Flüchtlingen bieten.

                    Hier sollte der Bevölkerung schon gesagt werden, ob und wie schnell die Behörden reagieren können, wenn nicht alles planmäßig verläuft.
                    Ich denke wenn Ängste genommen werden und nicht nur übergangen (nach dem Motto "Wir werden sehen " oder "die Problematik besteht ja nicht"), dann können sich auch mehr Menschen auf die Situation einlassen.
                    Bei uns machen sich schon viele Gedanken, ob und wie die Kinder heil zur Schule kommen, ob denen die Fahrräder geklaut werden, ob man sein Auto da noch abends zum Elternabend abstellen kann usw...

                    Es wird das Beste gehofft und das Schlimmste befürchtet.

                    Die Alternative kann schwerlich sein entweder selbst staatliche Aufgaben zu übernehmen oder den Mund zu halten, wenn ein Mob gegen Grundrechte und Menschen, die sie wahrnehmen hetzt.

                "Übrigens: Dass Deutschland "ausländischer" wird, liegt auch an der Abwanderung. Seit Jahren wandern mehr Deutsche aus, als wieder zurückkehren. Per Saldo verliert die Bundesrepublik pro Jahr rund 25.000 deutsche Staatsbürger."
                Warum wohl? Weil es in Deutschland so ein Paradies ist? "

                Du jammerst auf ziemlich hohem Niveau. Wenn dir Deutschland nicht gefällt, dann solltest du vielleicht deinem eigenen Vorschlag folgen und wegziehen. Syrien soll um diese Jahreszeit sehr schön sein.#aha

                • Ich bin die Deutschen die aus Deutschland ausgewandert sind???

                  Wo jammer ICH über Deutschland ?

                  Ich habe lediglich mit meiner Frage impliziert, dass es eben nicht für jeden das Paradies ist.
                  Und das kann ja aus unterschiedlichen Gründen so sein !

              Ja, wir können ruhig Budda bei die Fische wenn du magst.... #augen Mir brauchst du in diesem Zusammenhang sicher nicht vorzuwerfen nichts zu tun. Da bist du bei mir an der vollkommen falschen Adresse!!!!#augen

              Da ich als einzelne Person keinen Einfluss darauf habe was die Politik macht, kann nur ICH mich engagieren und meinen teil im Kleinen tun. Und das tue ich bereits seit November letzten Jahres. Ich habe drei Monate lang 20 Stunden pro Woche in einer Flüchtlingsnotunterkunft gearbeitet und habe mein bestes getan um ihnen das Ankommen hier zu erleichtern und sie zu unterstützen. Seit Februar bin ich ehrenamtlich mindestens einen Nachmittag, manchmal zwei Nachmittage in der Woche dort und helfe weiter dass es "easy going wird. Wir veranstalten viel mit den Flüchtlingen, damit sie beschäftigt sind und keine Langeweile aufkommt. Denn aus Langeweile entstehen Konflikte und Aggressionen, wir machen sportliche Aktivitäten mit ihnen, sie können Schnuppertage in ortsansässigen Unternehmen absolvieren (die Organisation übernehmen ehrenamtliche so wie ich) wir machen Nachmittage mit den Kindern auf Spielplätzen, kümmern uns darum dass sie einen Platz in den zuständigen Schulen bekommen, machen Ausflüge, es kommen Imams zu uns einmal die Woche, die für das seelische heil sorgen bei den Bewohnern usw..... man kann immer was tun. Und ja, ich finde es läuft bei uns easy going, weil sie nicht sich selbst überlassen werden. Und bei uns gibt es weder Ärger mit den Anwohnern noch mit sonstwem. Wir hatten einige Zeit eine Bettelproblematik, dass die Bewohner Leute vor dem Supermarkt angesprochen haben und diese sich belästigt gefühlt haben, oder es wurde auch geklaut. Wir dachten es bringt nichts wenn wir die Moralkeule schwingen, also haben wir Imams und andere "Respektspersonen" aus den jeweiligen Ländern zu uns geholt, die haben mit den Leuten gesprochen was das Verhalten angeht und wie man sich als Gäste in einem Land verhalten sollte. Und es wurde besser.

              Und woher willst du wissen wie viel ich dafür von meinem privaten Geld zahle? #augen Ich wäre sogar bereit jeden Monat einen bestimmten Betrag zu zahlen, aber das erwarte ich natürlich nicht von allen. Aber ich finde man KANN etwas tun und nicht nur meckern. Jeder nach seinen Möglichkeiten.

    Könntst du bitte näher erläutern, aus welchen ethisch vertretbaren Gründen ein Staat sich vor Kriegsflüchtlingen "schützen darf"? #danke

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