Hier mal wieder was zum Thema Flüchtlinge...

    • (1) 22.08.15 - 16:12

      ***Die kommen doch nur her, um sich hier aushalten zu lassen! Richtig?

      ...
      Du bist 29 Jahre alt und hast eine Frau, zwei Kinder und einen Job. Du kommst über die Runden. Du kannst dir auch mal was leisten, und lebst in einem kleinen Häuschen in der Stadt.

      Plötzlich ändert sich die politische Lage in deinem Land und ein paar Monate später stehen Soldaten vor deinem Haus. Und vor den Häusern der Nachbarn.
      Sie sagen, wenn du nicht für sie kämpfst, erschießen sie dich.

      Dein Nachbar weigert sich.
      Ein Schuss. Das wars.
      Du hörst, wie einer der Soldaten zu deiner Frau sagt, dass sie die Beine breit machen soll.

      Du schaffst es irgendwie, die Soldaten erstmal loszuwerden und denkst die halbe Nacht lang nach.

      Auf einmal hörst du einen Einschlag. Dein Haus hat kein Wohnzimmer mehr.
      Ihr rennt raus und seht, dass die ganze Straße zerstört ist.

      Kein Stein steht mehr auf dem anderen.
      Du bringst deine Familie zurück ins Haus und rennst an die Stelle, an der das Haus deiner Eltern stand.

      Es ist nicht mehr da. Deine Eltern auch nicht.

      Du siehst dich um und entdeckst einen Arm mit dem Ring deiner Mutter am Finger. Der Rest deiner Eltern ist nichtmal mehr auffindbar.

      Aber die Asylanten haben so viel Luxuszeug! Smartphones, Markenklamotten undso! Richtig?

      ...
      Du denkst jetzt nicht mehr nach. Du rast nach Hause und rufst, deine Frau soll die Kinder anziehen. Du schnappst dir eine kleine Tasche, denn mehr könnt ihr auf die Dauer nicht tragen, und packst das Nötigste. Nur je 2 Kleidungsstücke pro Kopf passen in die Tasche.
      Was nimmst du mit???
      Du wirst deine Heimat vermutlich nie wiedersehen.
      Deine Familie nicht, deine Nachbarn nicht, deine Arbeitskollegen ...
      Aber wie sollst du in Kontakt bleiben?

      ...
      Hektisch wirfst du also dein Smartphone und das Ladekabel in die Tasche.
      Dazu von jedem ein paar Klamotten, etwas Brot und das Lieblingskuscheltier deiner kleinen Tochter.

      Die können sich die Flucht doch locker leisten. Dann sind die auch nicht arm!
      ...
      Für den Notfall, denn man hat es kommen sehen, hast du all dein Geld bereits zusammengekratzt.

      Durch deinen recht gut bezahlten Job hast du etwas auf der Seite gehabt.

      Pro Kopf kostet der nette Schlepper von nebenan schlappe 5000 Euro.
      Du hast 15.000. Wenn du Glück hast, können alle mit. Wenn nicht, musst du dich von deiner Frau trennen.
      Du liebst sie und betest, dass sie euch alle mitnehmen.

      Spätestens jetzt bist du vollkommen blank und hast nichts mehr. Nur deine Familie und die Tasche.
      Die Flucht bis zur Landesgrenze dauert zu Fuß zwei Wochen.

      Du hast Hunger und seit einer Woche kaum etwas gegessen. Du bist schwach, genau wie deine Frau. Aber Hauptsache die Kinder haben genug.

      Sie weinen die ganzen 2 Wochen über.

      Die Hälfte der Zeit musst du deine kleinste Tochter tragen. Sie ist erst 21 Monate alt.
      Nach weiteren 2 Wochen seid ihr am Meer.
      Ihr werdet mitten in der Nacht mit hunderten anderer Flüchtlinge auf ein Schiff geladen.
      Du hast Glück. Deine ganze Familie darf mit.

      Das Schiff ist so voll, dass es zu kentern droht. Du betest, dass ihr nicht ertrinkt.

      Die Leute um dich herum weinen, schreien.

      Ein paar kleinere Kinder sind verdurstet.
      Die Schlepper werfen sie über Bord.
      Deine Frau sitzt teilnahmslos in einer Ecke. Sie hat seit 2 Tagen nichts getrunken.

      Als die Küste in Sicht ist, werdet ihr auf Beiboote verteilt.
      Deine Frau und deine Kleinste auf eins, und du und die Große auf das daneben.
      Ihr werdet ermahnt, die Klappe zu halten, damit euch niemand kommen hört.

      Deine Große versteht das.
      Deine kleine im Nebenboot nicht. Sie hört nicht auf zu weinen.

      Die anderen Flüchtlinge werden nervös. Sie halten deine Frau an, das Kind ruhig zu stellen.
      Sie schafft es nicht.

      Einer der Männer packt deine Tochter, entreißt sie deiner Frau, und wirft sie über Bord.
      Du springst hinterher, aber du findest sie nicht mehr.
      Nie mehr.
      In 3 Monaten wäre sie 2 Jahre alt geworden.

      Das reicht euch noch nicht?! Die habens hier immernoch zu gut und kriegen alles in den Arsch geschoben?

      ...
      Wie du, deine Frau und deine große Tochter es in das Land, das euch aufnimmt, geschafft haben, weißt du nicht mehr.

      Alles ist wie in Watte gepackt. Deine Frau hat seit dem Tod eurer Tochter nicht mehr gesprochen.

      Deine Große hat seitdem das Kuscheltier der kleinen auf dem Arm und ist völlig apathisch.

      Du musst durchhalten. Ihr seid gleich an der Notunterkunft angekommen.

      Es ist 22 Uhr. Ein Mann, dessen Sprache du nicht sprichst, führt euch in eine Halle mit Feldbetten.
      Dicht an dicht stehen sie. 500 Stück.

      In der Halle ist es stickig und laut.
      Du versuchst dich zu orientieren. Zu verstehen, was die Menschen dort von dir verlangen.
      Aber eigentlich kannst du kaum noch stehen. Eigentlich wünscht du dir fast, sie hätten dich erschossen.

      Stattdessen packst du deine Habseligkeiten aus:
      Je zwei Teile für jeden, und dein Smartphone.

      Dann verbringt ihr die erste Nacht in einem sicheren Land.

      Am nächsten Morgen wird Kleidung an euch verteilt.
      Auch Markenklamotten sind unter den Spenden. Und ein Spielzeug für deine Tochter.

      Du bekommst 140 Euro. Für den ganzen Monat.

      Die sind doch jetzt hier sicher. Also sollen die sich freuen!

      ...

      Draußen im Hof hältst du in deinen neuen Klamotten dein Smartphone in die Luft und hoffst auf Empfang.

      Du musst wissen, wer aus deiner Stadt noch lebt.

      Dann kommt ein "besorgter Bürger" vorbei und beschimpft dich.
      Du weißt nicht, wieso. Du verstehst was von "Zurück in dein Land!"
      Bruchstücke von "Smartphone" und "alles in den Arsch gesteckt' bekommst du noch mit.

      Irgendwer konnte es übersetzen.

      ...

      Und jetzt sag mir, wie du dich fühlst und was du besitzt.

      ...

      Die Antwort auf beide Fragen ist:" NICHTS!"

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      Darf geteilt werden.
      Inhalte sind aus diversen wahren Flüchtlingserlebnissen übernommen.

      Geschrieben von Tina Beckmann am 15.August 2015
      https://www.facebook.com/tina.beckmann.84/posts/995301823853987?hc_location=ufi***

      • herzlichen Dank und ein grosser #stern

        Die Geschichte ist wahrlich nicht neu.

        Jeder, der bereit ist sich zu informieren, kennt mindestens eine Geschichte in dieser oder ähnliche Art.

        Dein Beispiel lässt erkennen, dieser Flüchtling hat das Pech gehabt in ein Aufnahmelager in Sachsen zu kommen.

        Für den Unwissenden, Sachsen ist das Bundesland in denen die Renten gekürzt werden ob der hohen Asylanträge. Und der braune Sumpf von Hartz IV leben muss, weil die Asylsuchenden ihnen die Arbeit wegnehmen.

        Ich lebe auf Teneriffa und habe an einem einzigen Tag ca. 15 angeschwemmte Leichen gesehen. Zum Teil Babys. 25m vom rettendem Ufer ist das kleine Boot, aus Mauretanien über den Atlantik gekommen und an einer Klippe zerschellt.

        Rettungsversuche waren nicht möglich. Zu hoher Wellengang.

        Das sind Bilder die sich wohl für den Rest meines Lebens nicht mehr auf reset stellen lassen.

        Auch ein Grund das ich uneingeschränkt PRO-ASYL bin.

        Zeitgleich aber auch ein Gegner von Asylmissbrauch.

        FG acentejo

        • Für den Unwissenden, Sachsen ist das Bundesland in denen die Renten gekürzt werden ob der hohen Asylanträge. Und der braune Sumpf von Hartz IV leben muss, weil die Asylsuchenden ihnen die Arbeit wegnehmen.

          Das ist ganz einfach sachlich falsch. In keinem deutschen Land sind Renten gekürzt worden und in Zeiten der Vollbeschäftigung nehmen Flüchtlinge auch niemandem die Arbeit weg.

          Es gibt auch keinen Asylmissbrauch. Jeder Mensch hat das Recht hier einen Asylantrag zu stellen. Der Antrag muss im Einzelfall geprüft werden. Es kann passieren, dass ein Antrag abgelehnt wird, aber das hat nichts mit "Asylmissbrauch" zu tun.

        • (7) 22.08.15 - 22:32

          War eigentlich an frau woolf

          Danke Luci.

          Ist ja auch nicht wirklich schwer die Ironie zu erkennen,

          FG

          • Nein, eigentlich gut erkennbar :-)
            Ich fürchte einige haben sich schon richtig ins Thema verrant. Da wird draufgeknüppelt sobald man auch nur minimal "gegen" Flüchtlinge ist. Und da ist es ganz egal ob man nun im allgemeinen pro Asyl ist oder nicht. Das wird gar nicht mehr gelesen.

            Wahrscheinlich hat das Wort Asyl Missbrauch wie ein rotes Tuch gewirkt. Diesen kann man nicht gutheißen, denn die Folgen können die Situation der Menschen, die wirklich Hilfe brauchen und die wir bestmöglich unterstützen sollten negativ Beinflussen.

            • (10) 23.08.15 - 08:28

              Guten Tag, luci.

              Ich habe den Eindruck, es gibt nur noch zwei Fraktionen in D.

              Eine ist die der Gutmenschen, die Andere würde alle Flüchtlinge, wenn sie Einfluss hätten mit Gewalt an der Einreise hindern.

              Was momentan im Netz abgeht, ist mit Worten nicht zu beschreiben.

              Nur noch schwarz oder weiß ist die Farbe der Argumente.
              Zwischentöne sind ausgeschaltet. Offensichtliche Ironie wird überlesen, bzw. nicht erkannt, tiefgreifende Informationen nicht abgerufen. Ich empfehle ein Buch, Autor ist Heinz Bukowski, Bürgermeiste von Berlin-Neukölln.
              Titel: "Neukölln ist überall".

              Und es gibt ihn doch, den Asylmissbrauch.

              Oder wie ist die Tatsache zu verstehen wenn ein "Balkanflüchtling" eine Ablehnung bekommt, er sich einen Anwalt nimmt, Einspruch gegen die Ablehnung erhebt, noch einmal abgelehnt wird und der RA Widerspruch gegen die Ablehnung erhebt.
              Das ist ein ABM-Programm für unterbeschäftigte RÀ.
              Und nun ratet mal, wer das bezahlt?
              Und auch die Abschiebung hat immer wieder aufschiebende Wirkung.
              Und die Kosten laufen immer weiter und weiter und weiter...

              Und das nenne ich Asylmissbrauch.

              Das Hauptproblem aber ist: die Gerichte haben nicht mehr ausreichende Kapazitäten um Die Anträge der Kriegsflüchtlinge zeitnah abzuarbeiten. Und die haben Priorität.

              Meine Argumente sind aufgebraucht.
              Ich verabschiede mich aus dieser Diskussion.

              Einen angenehmen Sonntag wünscht acentejo

              • Es ist Missbrauch, wenn Menschen ihre Rechte in Anspruch nehmen?

                Prozesskostenhilfe wird übrigens nur gewährt, wenn das Verfahren Aussicht auf Erfolg hat. Das ist in Asylverfahren eher die Ausnahme als die Regel.

                Und noch einmal zur Ironie: Es gibt tatsächlich Leute, die meinen es sei im Interesse der Kriegsflüchtlinge gegen andere Flüchtliingsgruppen zu hetzen. So eindeutig ironisch ist so etwas leider nicht.

                Ich sehe es wie du mit dem Asylmißbrauch. Ich würde am liebsten alle echten Kriegsflüchtlinge aufnehmen, denn bei denen sehe ich wirklich Hilfe nötig. Alle anderen würde ich sofort heim schicken wollen. Nicht erst nach vielen Monaten.

                • Oha, Du lehnst Dich aber sehr weit aus dem Fenster raus

                  In meinen Beiträgen habe ich immer betont das es jedem per Gesetz zusteht einen Asylantrag zu stellen.

                  Wird dieser Antrag abgelehnt, greifen andere Gesetze die eine Abschiebung (welch ein dämliches Wort) ermöglichen.

                  Mokiert habe ich lediglich das, durch wiederholte Einsprüche die Abschiebung ausgesetzt wird.

                  Und da die Richter sich immer wieder mit den Einsprüchen abgeben müssen, sind sie nicht mehr in der Lage zeitnah die Anträge der Kriegsflüchtlinge zu bearbeiten.

                  Mit keinem Wort habe ich auch nur angedeutet das Menschen vom Balkan keinen Asylantrag stellen dürfen.

                  Nur Tatsache ist, sie werden zu 100% abgelehnt.

                  FG

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