Asylsuchende privat unterbringen

    • (1) 25.08.15 - 21:32

      Hat jemand Erfahrungngen damit gemacht?
      Ich beziehe mich auf Gästezimmer in angemieter Wohnung.
      Oder vielleicht eine WG in einem angemieten Haus könnte ich mir vorstellen.
      Fragen, die für mich offen sind:
      Kann man Vorschläge machen?
      Die voraussichtliche Dauer...schwierig zu sagen, da sehr individuell vermutlich.
      Reaktion Vermieter?
      Kosten/Einnahmen?
      Voraussetzungen der Wohnung?
      Welchen Status muss jemand haben, damit er dafür in Frage kommt?

      Ich plane gerade einen Umzug und könnte mir gut vorstellen, mir mit jemanden den Wohnraum zu teilen.

      Hat jemand Erfahrungen? Dann her damit!:-)

      • Hallo.

        Ich kenne es nur so, dass Hauseigentümer damit Geschäfte machen, ihre Wohnungen für Asylanten zur Verfügung zu stellen - gegen Entgelt natürlich (was vom Staat bezahlt wird).

        Wenn du es aus "reiner Nächstenliebe" machen willst, denke ich, dass dir da alle Wege offen stehen - solange dein Vermieter damit einverstanden ist.

        Rede doch erstmal mit deinem Vermieter. Wenn der einverstanden ist, dann geh zur Stadtverwaltung/Landratsamt und lass dir jemanden "zuteilen".

        Lg

        Bei uns wurde eine Anzeige in der Zeitung von der Stadt geschaltet und da gab es dann für Interessierte auch einen Infoabend.

        Frag doch mal bei deiner Stadt nach.
        Bei uns wurden hauptsächlich Unterkünfte für minderjährige Männer gesucht, solange, bis sie selbständig sind, bzw volljährig.

        Hallo,

        in Berlin gibt es so ein Projekt, bei dem Asylsuchende in WGs untergebracht werden. Das hat erstaunlich gut funktioniert.

        vg, m.

      Du bist Mieterin und willst eine Art WG gründen? Egal ob Deutscher oder Flüchtling muss das wohl auch mit dem Vermieter abgesprochen werden. Hier geht es erst einmal nur um die Berechnung der Nebenkosten.

      Ansonsten musst du wahrscheinlich die entsprechenden Ämter fragen. Normalerweise bekommt der Vermieter (Miet-)Geld für einen Flüchtling.

      Hallo,

      wenn der Vermieter einverstanden ist, dass Du untervermietest, geht das.

      Alles andere müsstest Du dann mit der Stadt klären.

      GLG

      Da steckt der Teufel im Detail. Ich habe auch Wohnraum, den ich dafür zur Verfügung stellen könnte. Aber ohne eigene Küche und Bad ist das nur in Ausnahmefällen interessant. Das funktioniert am ehesten mit Leuten, die ohnehin für WGs geeignet wäre, etwa für Studierende in einer Studenten-WG.

      Ein paar Infos findest du hier:

      http://www.proasyl.de/fileadmin/fm-dam/q_PUBLIKATIONEN/2014/Infopapier-Fluechtlinge_privat_aufnehmen-PROASYL-Nov-2014.pdf

      http://www.taz.de/!5028077/

      Ich bin alleinerziehend und hätte am liebsten eine Frau mit oder ohne Kinder in zwei Zimmern ohne eigene Küche und Bad aufgenommen. Das ist schlicht unrealistisch. Wenige Frauen kommen allein und diese wenigen Frauen sind meist so schwer traumatisiert, dass sie für ein WG-Leben völlig ungeeignet sind. Dazu kommen Sprachprobleme.

      Ich habe bis 1999 einige Male von der Abschiebung bedrohte Asylsuchende bei mir zuhause aufgenommen. Ich war damas mit zwei Kindern alleinerziehend und stellte ein Kinderzimmer in meiner 3-Zimmerwohnung zur Verfügung.

      Geld habe ich dafür keines genommen/bekommen. Kosten hatte ich die zusätzlichen Nebenkosten. Wahrscheinlich hätte ich dafür nach Geld fragen können, da es immer wieder Soliveranstaltungen etc von der engagierten Gruppe dazu gab.

      Der Vermieter wusste Bescheid, es war ihm mehr oder weniger egal, solange ich ihm die Anzahl der Bewohner exakt meldete, denn bei uns wurde nach Bewohneranzahl abgerechnet. Dass er damit aber eine unsägliche Rechnerei hatte war mir nicht bewusst. Ich hatte einen Nachbar, der diesbezüglich immer wieder meckerte und unterstellte es würden mehr Personen wohnen als ich angeben würde. Für Außenstehende war das Ganze aber sicherlich oft sehr unübersichtlich und deswegen Argwohn auch für mich nachvollziehbar.

      Es handelte sich auch immer nur um ein paar Tage/Wochen, da die Menschen schon im Endstadium des Verfahrens waren. Mit den Familien hat es immer sehr gut geklappt. Einen alleinstehenden Mann hatte ich nur eine Nacht und das war schon zuviel. Seitdem habe ich es auch nicht mehr gemacht, denn die Unterstützung bei Problemen waren gleich NULL. Nach dem Motto: Was nicht sein soll, darf nicht sein.

      Eine Wohnung zu vermieten kann ganz schnell Mißgunst bei der Bevölkerung auslösen, je nach Wohnungslage, und eine nichtvermietbare Wohnung zu vermieten hat etwas von Geldmacherei aus der Not.

      Wie ich schon an anderer Stelle von Urbia schrieb fände ich es toll, wenn die Menschen, die vollstes Vertrauen in die Asylsuchenden haben, diese bei sich in der Wohnung unterbringen würden. Deswegen finde ich deine Idee wirklich sehr toll und lobenswert und daran sollten sich einige ein Vorbild nehmen. Insbesondere die, die immer schreiben, dass sich die "Deutschen" doch nicht so haben sollen und sie nur Angst um ihren "Kuchen" hätten. Zuviel verlangt finde ich das auch nicht, denn in der Nachkriegszeit mussten auch Flüchtlinge in den Haushalt aufgenommen werden. Immerhin flüchteten da 14 Millionen Menschen nach Deutschland. Unter anderem mein Vater mit seiner Schwester und Mutter aus dem Sudetenland.

      Ich musste damals nichts machen, die Kontakte waren eh da und man kam auf mich zu mit den Anfragen. Ich würde mich an deiner Stelle mal an eine Gruppe vor Ort wenden, die sich engagiert, die wissen sicherlich mehr über die rechtlichen und finanziellen Modalitäten.

      Alles Liebe und Gute!
      S.

      • Wie ich schon an anderer Stelle von Urbia schrieb fände ich es toll, wenn die Menschen, die vollstes Vertrauen in die Asylsuchenden haben, diese bei sich in der Wohnung unterbringen würden.

        Das ist der Knackpunkt. Asylsuchende sind Menschen wie alle anderen auch. Da sind neben sympathischen Menschen auch Leute darunter, mit denen man aus guten Gründen nicht zusammenleben kann oder will. Dazu kommen dann noch das Fehlen einer gemeinsamen Sprache und oft auch noch die traumatischen Erfahrungen der Flüchtlinge.

        Ich fürchte, das ist auf beiden Seiten etwas für WG-taugliche Leute - etwa Studierende mit guten Englischkenntnissen.

        Wolltest du nur von der Abschiebung bedrohte Asylanten aufnehmen?

        Also wie z.B. jetzt Bewohner vom Balkan deren Asylantrag so gut wie keinerlei Chancen hat?

        • ***Wolltest du nur von der Abschiebung bedrohte Asylanten aufnehmen?***

          Naja es hat sich eher so ergeben, durch persönliche Kontakte und meiner Wohnortnähe zur entscheidenden Instanz. Ich hatte Freunde die sich sehr für POLITISCH Verfolgte engagierten und insbesondere wenn dann der Asylantrag abgelehnt wurde.

          ***Also wie z.B. jetzt Bewohner vom Balkan deren Asylantrag so gut wie keinerlei Chancen hat?***

          Nein reine Wirtschaftsflüchtlinge waren für mich selbst damals kein Thema.

          Der letzte allerdings war mE weniger politisch verfolgt, er kam aus dem Sudan. Zumindest kann ich mir nicht anders erklären warum er so leichtfertig mit seinem Asyl umgegangen ist und straffällig wurde. Leider wusste ich davon nichts, sonst hätte ich ihn nicht aufgenommen.

          Genauere Einsicht in die Umstände ihres Asylgesuchs etc hatte ich damals aber gar nicht, dafür war ich zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Ich vertraute eben bis zu meiner letzten Aufnahme meinen Freunden.

          • Gingst du denn davon aus, dass die Anträge zu Unrecht abgelehnt wurden und auch das Gericht falsch lag?

            • Naja, sagen wir mal so, ich hatte damals (!) sehr wenig bis gar kein Vertrauen in das (auf dem rechten Auge blinden) System. Heute ist es mE eher auf dem linken Auge blind.

              Es war aber auch nicht so, dass es dann bei allen Fällen tatsächlich aussichtslos war, es gab auch Familien, die dann tatsächlich doch bleiben konnten.

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