Definitionsfrage

    • (1) 30.09.15 - 19:25

      Moin zusammen!

      Ich hab nu einige Wochen das alles verfolgt, wie das mit den Flüchtlingen so ist, wie aus Flüchtlingen Asylbewerber werden, ich las sogar in einer nicht gerade kleinen Tageszeitung einen Kommentar, der sich mit den "Asylanten" (ja, auf Seite 2 wurden Flüchtlinge so bezeichnet) befasste, und ich las auch vom Herrn Gauck, der sich bemüßigt fühlte, klarzustellen, dass Deutschland ja nun nicht jedem beliebig helfen könnte, sondern dass man sich immer auch die Frage stellen müsste, was wir Deutschen an Hilfe zu leisten in der Lage seien.

      Nu stellt sich mir eigentlich zwangsläufig die Frage, warum wir eigentlich überhaupt helfen und was der Begriff Almosen mit all dem zu tun hat.
      Es kommt immer wieder dieser Begriff der "Machbarkeit" in die Diskussion, egal ob es um die Integration von Gastarbeitern geht, oder auch um die Aufnahme von Flüchtlingen.
      Die Kostenfrage stellt sich und es finden sich Menschen, die bitteschön "gerne helfen" möchten, aber bitte doch nur so lange, wie "der Steuerzahler" dadurch nicht belastet wird, wahlweise wird der soziale Unfriede angeführt, der zu katastrophalen Zuständen im deutschen Land (dem man bitteschön zu allererst helfen möge, bevor man an Barmherzigkeit und Hilfe für andere denkt) führen könnte, wenn man einfach jedem dahergelaufenen Flüchtling hilft.

      Mich persönlich kotzt es an, dass es solche Diskussionen gibt.

      In meinen Augen ist so eine "Hilfe", die ich nur leiste, solange sie mich nichts kostet, ein Almosen. Nicht mehr nicht weniger.
      Ich würde den Teufel tun, mich als Helfer aufzuspielen, wenn ich doch nur das Kleingeld aus der Hosentasche in einen Hut würfe, aber dann, wenn ich sähe, dass jemand an Leib und Leben bedroht ist, auf meinen Kontostand verweisen würde mit den Worten "Na, du siehst ja, ich hab weniger, wenn ich Dich unterstütze!"
      Und dann noch das Grundgesetz zitieren, um sich zeitgleich mit dem Griff aufs eigene Portemonnaie in Ausflüchte zu ergehen, die anderen mögen doch bitte auch mal Flüchtlinge aufnehmen und finanzieren... bestenfalls bigott.

      Und dann sind die Flüchtlinge ja auch noch "problematisch".. es kommt zu Auseinandersetzungen, die wir nicht steuern können... je nun! Das sind Menschen in einer Krise, aus einer anderen Kultur eventuell, aber DA können wir nun wirklich nichts dafür, wir möchten bitteschön pflegeleichte akademisch gebildete Flüchtlinge, sonst helfen wir nicht (Ok, Ironie-off)

      Ist denn nun "Helfen" wirklich der Begriff für "Ich werfe das was ich übrig habe, in deinen Hut, solange du dich unterwürfig verhältst", oder ist "Helfen" eigentlich auch eine Herausforderung, die auch dem Helfenden Opfer abverlangt?

      Beste
      Tom

      • hallo,

        ich denke, das liegt in der natur des menschen. der mensch hilft und erwartet dankbarkeit und anerkennung--bekommt er diese nicht, ist er gefrustet, wütend und traurig. wenn sich das "schoßhündchen" also als fieser kläffer entpuppt, ist der mensch entsetzt und wirft ihn vom schoß runter. das passiert grad in deutschland.
        die flüchtlinge entpuppen sich als normale menschen und nicht als heilige--also sollen sie sich bitte davonmachen.
        so ist das und die pappschildwedler wandeln sich bald ins gegenteil--totaler irrsinn, aber typisch deutsch. von einem extrem ins andere.

        lg

        • In der Verhaltensforschung ist man der Ansicht, dass die Hilfsbereitschaft des Menschen vor allem dann über den Verwandtschaftsgrad hinaus auch vorhanden ist wenn Reziprozität erwartet wird. Also in Erwartung von Gegenseitigkeit.

          Interessant finde ich auch Experimente dazu, dass sich Menschen dann weniger hilfsbereit zeigen, wenn Geld eine "Rolle" spielt. Und dazu muss es nicht einmal um Geld direkt gehen, sondern dazu reicht es, wenn der Probant lediglich während oder kurz vor dem Experiment mit Geld in "Berührung" kommt.

      Hi,

      weisst du helfen ist ok, solange wir es weiter schön bequem und luxuriös haben und das Leid nicht vor der Haustür sehen müssen. Wir möchten uns nicht aus unserer Komfortzone bewegen.;-)

      Ich denke das größte Problem ist aktuell einfach, dass unser schöner deutscher Staat logistisch und administrativ komplett überfordert ist mit der Masse an Flüchtlingen in so kurzer Zeit. Und leider mahlen die Mühlen der deutschen Bürokratie sehr langsam und unsere werten Politiker haben nichts besseres zu tun als sich gegenseitig möglichst Medienwirksam die Köppe einzuschlagen um noch ein paar Bonuspunkte beim Wähler zu sammeln...#augen
      Dass sie damit die Ängste noch mehr schüren, ist denke ich relativ egal.

      Natürlich sollte jedem klar sein, dass sich Deutschland mit soviel Zuwanderung verändern wird und ja wir werden wohl "3,50€" mehr für die Integration der Flüchtlinge ausgeben müssen aber das ist NICHTS zu dem was sinnlos jedes Jahr an Steuergeldern für irgendeinen Unsinn verschwendet wird. Heute wurde ja auch das aktuelle Schwarzbuch veröffentlich. Lohnt sich mal da rein zu sehen und dann nachzurechnen. Dafür könnte man schon ein paar Häuser bauen und Deutschkurse organisieren.

      Was ich auch so richtig widerlich finde, sind Menschen die mit den Flüchtlingen noch so richtig schön Geld machen und das ganze unter dem "Deckmäntelchen" der Hilfsbereitschaft.

      LG

    • Im Erste-Hilfe-Kurs habe ich mal gelernt, dass die Sicherheit der Helfer an erster Stelle steht. Wenn also zum Beispiel das Haus brennt, dann riskiert man sein eigenes Leben, wenn man da einfach rein rennt und versucht, die Leute da drin alle zu retten. Ich denke, das würde sich manch einer dann doch überlegen...

      Wenn ein Kreuzfahrtschiff mit einer Kapazität von 2500 Passagieren ausgebucht unterwegs ist und Schiffbrüchige findet, so kann das Schiff vielleicht noch 500 oder auch 1000 Personen aufnehmen, aber dann droht ihm schon das gleiche Schicksal wie den oft hoffnungslos überladenen Schlepperbooten. Also wird man irgendwann wohl noch auf die Rettungsboote ausweichen, aber wenn die auch voll sind, dann kann man eben nicht mehr helfen.

      Nun ist mir natürlich klar, dass man alleine vom Volumen her ein Land nicht mit einem Schiff vergleichen kann und es dann quasi voll ist, wenn zu viele Menschen kommen, aber ähnlich wie das brennende Haus einstürzt, bricht irgendwann die Versorgung zusammen, die Kapazitäten zum Unterbringen von Menschen sind auch endlich und wenn dann die öffentliche Ordnung nicht mehr gewährleistet werden kann, muss man Flüchtlinge weiter schicken. Ich kann gar nicht beurteilen, wo die maximale Aufnahmekapazität für Deutschland liegt, aber wenn man den einen oder anderen ranghohen Politiker hört, dann ist eine Million in diesem Jahr zu bewältigen, eine Million jedes Jahr hingegen nicht.

      Die Hilfe kostet aber auch zwangsläufig Geld. Da werden Wohnungen gebraucht, Nahrungsmittel, Kleidung und so weiter. Nun kann ich auch nicht beurteilen, wo denn da die finanzielle Schmerzgrenze wäre (wenn mein Konto leer ist, kann ich leider auch nicht mehr mit einer Spende helfen), aber ich kann mir vorstellen, dass auch das Geld irgendwie endlich ist. Wenn dem nicht so wäre, dann würde so manche Kommune nicht Personal entlassen und Schwimmbäder schließen müssen. Was für Kommunen gilt, gilt auch für die Länder und auch für den Bund. Man kann nicht mehr Geld ausgeben, als man einnimmt und wenn man die Hilfe priorisiert, muss man irgendwann an anderer Stelle sparen und auch da gibt es Grenzen, damit nicht das eine oder andere Ressort zusammenbricht.

      Die Bevölkerung mag ja gerne sehr hilfsbereit sein und sowohl Geld- als auch Sachspenden zur Verfügung stellen, sowie hier und da mit anpacken, aber auch das ist irgendwo begrenzt...

      Ich denke, das sollte alles verständlich sein und nun kommt Frau Merkel und sagt, das Recht auf Asyl kennt keine Obergrenze. Moralisch mag sie da vollkommen recht haben, nicht jedoch praktisch. Keine Kapazität ist unendlich und wenn die Sicherheit der Helfer gefährdet wird, dann muss man notgedrungen auch die Hilfe irgendwann einstellen. Ich denke, dass ist es, was manchen Politiker derzeit umtreibt, was so klar aber kaum jemand ausspricht.

      • Hallo Uwe,

        schöner Beitrag.
        Ich will es kurz machen:
        Wenn das Boot zu voll wird, wird man nicht mehr helfen können, davon sind wir aber noch weit entfernt.
        Zusammenbrechen tut hier nichts, und selbst wenn, würde doch die Menschlichkeit gebieten, denjenigen zu helfen, die vor Unmenschlichkeit fliehen müssen, oder?
        Es ist doch kein "die" gegen "uns", sondern es ist doch ein "Mensch mit Mensch", so sehe und empfinde ich es jedenfalls.

        • "Wenn das Boot zu voll wird, wird man nicht mehr helfen können, davon sind wir aber noch weit entfernt."

          Wie ich schon schrieb - ich kann das gar nicht beurteilen und kann nur das nachplappern, was der eine oder andere Minister da vorplappert: "Eine Million in diesem Jahr geht, eine Million jedes Jahr geht nicht."

          "Zusammenbrechen tut hier nichts, und selbst wenn, würde doch die Menschlichkeit gebieten, denjenigen zu helfen, die vor Unmenschlichkeit fliehen müssen, oder?"

          Vorsicht, die Hilfe ist nicht unendlich belastbar. Gabriel hat das heute oder zumindest neulich ziemlich präzise formuliert. Sobald die eigene Bevölkerung den Eindruck gewinnt, dass man nur den Flüchtlingen hilft, nicht aber den eigenen Staatsangehörigen, dann leidet die innere Ordnung und auch die Sicherheit. Ich kann jemanden, der seit Jahren erfolglos einen Job sucht und Hartz IV beziehen muss, schon verstehen, wenn er sauer wird, sobald die Refugees hier sofort in Jobs kommen und das vielleicht sogar noch unter Umgehung des Mindestlohnes (das alles ist aber eigentlich viel tiefschichtiger und ich kann das hier nur kurz anreißen). Die Menschlichkeit würde ja auch erfordern, dass man jeden Schiffbrüchigen aus dem Wasser fischt, wenn man gerade mit dem Schlauchboot auf dem Teich unterwegs ist, aber wenn man dann irgendwann selber ins Wasser springen muss, wird man ja selbst zum Hilfesuchenden. Also den Aspekt mit der Menschlichkeit habe ich wohl verstanden, aber da gibt es ganz sicher, wenn auch sehr weit gesteckte, aber doch irgendwo vorhandene Grenzen.

          Das "Mensch mit Mensch" kannst du selber mal zu Hause ausprobieren, indem du mal konsequent ein Jahr lang jeden Tag 10 Nachbarn zu dir einlädst und nicht nur bewirtest, sondern auch deinen Wohnraum komplett mit nutzen lässt. Selbst, wenn du nicht an deine finanzielle Grenze stoßen solltest, wirst du doch irgendwann mit der räumlichen Enge nicht mehr klar kommen und das erleben derzeit schon viele Flüchtlinge in den Aufnahmestationen. Was, wenn da immer mehr und immer mehr dazu kommen? Wohnungen wachsen ja nicht von heute auf morgen aus dem Boden...

          • >Sobald die eigene Bevölkerung den Eindruck gewinnt, dass man nur den Flüchtlingen hilft, nicht aber den eigenen Staatsangehörigen, dann leidet die innere Ordnung und auch die Sicherheit<

            Meneer,

            Sie gestatten, dass ich lache?
            Die Flüchtlinge nehmen "unseren" Landsleuten die Arbeitsplätze weg?

            "Man" sollte mal lieber sich nur um "unsere" Landsleute kümmern?
            Das Schlauchboot hast du ja auch schon immer unter anderen Nicks als Beispiel missbraucht, blöderweise geht es mir gar nicht um das Schlauchboot, das untergehen kann, sondern darum, dass für mich "Menschlichkeit" ausmacht, dass man Menschen hilft, die existenziell bedroht sind auch wenn es einem schwer fällt.

            Du hingegen machst die Bereitschaft zu dieser HIlfe daran fest, ob du es aus deiner Betrachtung und mit deinen Maßstäben stemmen kannst, diese Hilfe "kostenneutral" zu "leisten"...
            Menschlichkeit is anders....

            >Selbst, wenn du nicht an deine finanzielle Grenze stoßen solltest, wirst du doch irgendwann mit der räumlichen Enge nicht mehr klar kommen...<
            Volk ohne Raum? Hatten wir das nicht schonmal? Und was hat das mit meiner Frage nach der Barmherzigkeit zu tun?

            Beste

            • "Die Flüchtlinge nehmen "unseren" Landsleuten die Arbeitsplätze weg?"

              Weiß nicht. Tun sie es? Ich frage mal anders: Wir haben wohl offiziell etwa 3 Mio Leute ohne Erwerbstätigkeit. Warum gehen die nicht arbeiten? Sind die alle zu faul oder zu dumm? Ich nehme aber mal an, dass die zumindest schon weitestgehend Deutsch sprechen. Wenn die also alle nur nicht die passenden Ausbildungen haben, warum schult man die nicht um? Wollen 3 Millionen nicht umgeschult werden?

              Und die Leute, die jetzt nach Deutschland kommen, sind die alle so qualifiziert, dass die hier sofort Arbeit aufnehmen könnten? Oder würde man die nur einstellen, weil die möglicherweise eine Ausnahme beim Mindestlohn darstellen und damit eine billige Konkurrenz zu den teureren Arbeitslosen wären? Ich stelle diese Fragen nur so in den Raum. Die Antworten kenne ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass es schon eine Menge Menschen gibt, die sich genau diese Fragen auch stellen.

              (off Topic: "Das Schlauchboot hast du ja auch schon immer unter anderen Nicks als Beispiel missbraucht,..." - da verwechselst du mich).

              "...blöderweise geht es mir gar nicht um das Schlauchboot, das untergehen kann, sondern darum, dass für mich "Menschlichkeit" ausmacht, dass man Menschen hilft, die existenziell bedroht sind auch wenn es einem schwer fällt."

              Das bestreitet doch auch niemand, nur wie ich jetzt schon 2 x versucht habe zu erklären, ist keine Ressource endlos. Es ist also ganz banal gesagt nur eine Frage der Mathematik, bis alle Lager voll sind, alle Helfer 24 Stunden am Tag und 7 Tage pro Woche nur am Helfen sind, bis auch das Geld vom Bund nicht mehr für alle anstehenden Haushaltsausgaben reicht und bis zwangsläufig so viele Menschen Geld zum Leben brauchen, bis man anfangen muss, die ersten zu enteignen. Zwangskündigungen beim Wohnraum haben wir ja bereits schon...

              "Du hingegen machst die Bereitschaft zu dieser HIlfe daran fest, ob du es aus deiner Betrachtung und mit deinen Maßstäben stemmen kannst, diese Hilfe "kostenneutral" zu "leisten"..."

              Wie ich in meinem Beitrag schrieb, plappere ich hier nur nach, was führende Politiker (die es wahrscheinlich besser wissen als ich) vorplappern: "Eine Million in diesem Jahr schaffen wir, eine Million jedes Jahr geht nicht." Warum wirfst du mir das jetzt vor?

              "Volk ohne Raum?"

              Das ist nicht die Frage, sondern versetze dich doch mal in die Menschen, die vielleicht 5 Monate oder länger mit oder ohne eigene Familie in einer Turnhalle übernachten müssen, zusammen mit 70, 100 oder noch mehr Menschen und ohne Intimsphäre. Klar ist die Turnhalle sicherer als im Krieg zu leben, aber ich denke, dass spätestens nach ein paar Monaten die Leute den Krieg schon stellenweise verdrängt haben und sich fragen, warum es in so einem reichen Land nicht genug freie und bezahlbare Wohnungen für sie gibt.

              Und da ist das Problem mit der dezentralen Verteilung noch gar nicht berücksichtigt, weil ja auch keine Parallelgesellschaften entstehen sollen...

              • Ich verstehe gar nicht, woher diese Debatte um das Arbeitsplätze wegnehmen immer kommt #kratz

                Es gibt die Vorrangprüfung. Wer einen Ausländer einstellen will, muss darlegen, dass kein Deutscher oder EU-Bürger für den Job qualifiziert ist. Das müsste sich doch nun wirklich bald mal rumgesprochen haben.

                So kommt es übrigens immer wieder zu absurden Situationen, z.B., wenn ein Ausländer ein Praktikum in einer Firma absolviert, sehr erfolgreich ist und der Chef ihn haben will...so hat dieser trotzdem die Vorrangprüfung an der Backe.

                Dazu kommt, dass Flüchtlinge hier erstmal ewig nicht arbeiten dürfen, nämlich, bis ihr Asylverfahren durchgeführt ist...

                Es dürfte also für die Flüchtlinge sehr schwierig werden, den Deutschen die Arbeitsplätze wegzunehmen #cool

                Wenn ein Deutscher keinen Arbeitsplatz hat, kann der Flüchtling somit nicht als Schuldiger herhalten...

                LG
                Nele

                • Aber das war doch schon immer DAS Argument, das Angst schüren sollte und es bisher IMMER erfolgreich tat: "Die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg" (Wahlkampfslogan der NPD, wenn ich nicht irre), "Die Ausländer nehmen uns unsere Frauen weg" ist auch so eine Aussage der NPD, die sicher bald salonfähig sein wird.

                  Ich hole schon mal den Eimer. #putz

                  Soll meinen, niemand will die sachlichen Gegenargumente hören, Nele. Sie WOLLEN sich aufregen und das Fremde als Feindbild abtun.
                  Was vergessen wird: Deutschland bewegt sich nur dann Vorwärts, wenn es sich ständig wandelt.

                  Wie ich schon einmal sagte: Was für eine Chance kann die Flüchtlingskrise werden, wenn man sie richtig angeht!

                  • "Soll meinen, niemand will die sachlichen Gegenargumente hören, Nele. Sie WOLLEN sich aufregen und das Fremde als Feindbild abtun."

                    Wer ist denn sie?

                    Die Menschen "am Stammtisch", die "besorgten" Bürger oder die "Kritiker"?

                    Man sollte auch in Betracht ziehen, dass manche "sachlichen" Gegenargumente nicht ziehen, weil sie einer inhaltlichen Grundlage entbehren und mehr ideologischer Natur sind und, weil die "Kritiker" schlicht von ihren sachlichen Argumenten überzeugt sind.

                    Das hat dann mit Feindbild nichts zu tun.

                    Wenn man sich die (Argumentations-)welt so sehr mit (vermeintlichen) Feindbildern anhäuft, sollte man mal sich selbst kritisch überprüfen, welches Weltbild man hat, auch von den Mitmenschen.

                ***Es gibt die Vorrangprüfung. Wer einen Ausländer einstellen will, muss darlegen, dass kein Deutscher oder EU-Bürger für den Job qualifiziert ist. Das müsste sich doch nun wirklich bald mal rumgesprochen haben.***

                *hust* also ich muss gestehen, dass ich das so nicht wusste. Allerdings ist das ja auch nicht ganz richtig. Diese Vorrangprüfung gilt ja nicht für Ausländer allgemein sondern nur für Nicht-EU-Bürger, was natürlich in diesem Falle, also auf die Flüchtlinge zutrifft.

                Davon abgesehen gibt es aber Sonderregelung und, wenn ich das richtig gelesen habe, nach 3 Jahren geduldeten Aufenthalt hier in D fällt diese Vorrangprüfung auch weg. Also ist das "Problem" jetzt nicht akut, aber vielleicht nur aufgeschoben. (Für Traumatisierte Flüchtlinge entfällt die Vorrangprüfung scheinbar)

                Davon abgesehen ist es unbedingt notwendig die Menschen zu integrieren, also auch auf dem Arbeitsmarkt, und da finde ich es unvorstellbar, dass sie (fast) alle nun 3 Jahre rumsitzen müssen. Ich bin mir sicher, und ich erwarte es von der Politik, dass man da Lösungen findet.

                Aber ich kann andererseits gut verstehen, dass Menschen, die jetzt schon um wenige Arbeitsplätze konkurrieren, sich unmögliche Arbeitsbedingungen antun müssen, aus Angst diesen wieder zu verlieren, dass diese Menschen nun Angst haben, dass sich ihre Situation nur noch weiter verschlimmert, und wenn auch erst in 3 Jahren...

                Es ist und bleibt für mich ein Dilemma....

                • Ja, richtig, natürlich wird es auch auf dem Arbeitsmarkt Probleme geben...und es sind keine einfachen Lösungen zu erwarten.

                  Selbst im vielzitierten Schweden, wo Asylbewerber vom ersten Tag an arbeiten dürfen, gibt es massive Integrationsprobleme - allein schon durch die Sprachbarriere. Habe ich gerade im Europamagazin gesehen.

                  Dazu kommt, dass dort, wo es Arbeit gibt, kaum Wohnraum ist und umgekehrt.

                  Ich finde nur, viele wählen den falschen Denkansatz. Die Flüchtlinge kommen und werden bleiben, egal, wie wir das finden. Und natürlich hat die Politik in der Vergangenheit Fehler gemacht, weltweite Krisenherde wurden ignoriert etc.

                  Aber es nützt doch alles nichts.

                  Statt rumzulamentieren (ich meine nicht dich ;-)) müssen wir jetzt alle zusehen, was wir tun können, damit wir eben nicht in fünf Jahren ein Heer nicht deutsch sprechender, unqualifizierter und kulturfremder Menschen hier wohnen haben.
                  Das geht uns alle etwas an, deswegen sollten wir alle mit anpacken...sonst werden alle das Nachsehen haben.

                  Die Politik muss vernünftige Weichen stellen und wir müssen mitarbeiten, z.B. im Ehrenamt.

                  LG
                  Nele

                  • (15) 01.10.15 - 14:08

                    Nachtrag: Das "unqualifiziert" ist missverständlich. Ich meinte "für den deutschen Arbeitsmarkt unqualifiziert". Das kann auch hoch ausgebildete Leute treffen, wenn die Weichen nicht gestellt werden bezgl. Sprache und Anerkennung/ ggf. Aufstockung von Abschlüssen.
                    So isst genauer ...

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